Aber man darf!
Etwas Neues zu lernen, gehört doch zum Schönsten, das es gibt.
Und in gewisse Dinge nicht nur reinzuschnuppern, sondern sie so weit durchzuziehen, dass man gut drin wird, ist auch ein tolles Gefühl. Die Unannehmlichkeiten auf dem Weg bis dahin gibt es zwar, aber wenn sich die Sache lohnt, sind sie nicht sehr relevant.
Das ist wirklich keine gute Motivation. Dann noch eher, damit man sich selbst etwas beweisen kann. Oder sich selbst sagt "mal gucken, wie weit ich es bringe, mal gucken, wo meine Grenzen sind". - kann gut sein, dass sich die Grenzen weiter und weiter verschieben, je mehr man übt.Sich durchkämpfen nur um es anderen zu beweisen, dass man was schafft finde ich unnötig.
gruss, barbara
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 55
Thema: Disziplin
-
18.10.2017, 09:24
AW: Disziplin
-
18.10.2017, 09:33
AW: Disziplin
das stimmt, aber oft will man das ergebnis ja nicht erst in 10 jahren haben - wenn ich einen sportlichen wettkampf machen will, bringt es mir nichts, wenn ich jede woche nur eine stunde laufen gehe...und ein großteil der woche ist ja bereits durch arbeiten, schlafen usw verplant - ich finds schon wichtig, dass man sich bewusst entscheidet, wofür man seine zeit "hergibt" - ich bin aber wohl auch ein phasenmensch. ich mach gern eine zeitlang etwas besonders gern und irgendwann kommt was anderes.
kommt eben auf die motivation und den grund an: wenn ich einfach nur ein paar phrasen können will, dann reicht ein abgebrochenen sprachkurs, wenn ich die sprache wirklich können will und ein kurs auf den anderen aufbaut, wärs schon sinnvoll, ich schließe ihn ab, auch wenn die couch am abend verlockender ist. oder aber ich finde raus, ein kurs ist nicht das richtige für mich oder die sprache liegt mir nicht und dann ändere ich eben das ziel.
zum glück MUSS man heutzutage nicht mehr viel, aber man KANN und da muss jeder seinen eigenen Weg finden, manche brauchen einen strickten Zeitplan, wieder andere nutzen einfach das passende zeitfenster und wieder andere machen einfach dann, wenn sie gerade spass dran haben - das ergebnis ist oft das selbe, der weg ist einfach unterschiedlich.Liebt Menschen und benutzt Dinge, weil das Gegenteil niemals funktioniert - The Minimalists
-
18.10.2017, 09:47Inaktiver User
AW: Disziplin
Nein, Bae, ich setze das Verlassen der Komfortzone nicht mit Schmerz gleich.
-
18.10.2017, 10:03Inaktiver User
AW: Disziplin
Schmerz kann auch Spaß machen.

***
Nee, im ernst: vor dem Flow stehen häufig einige Stunden hartes Training / Üben / Lernen / Anstrengung - und auf einmal läuft's! Und dann freut man sich um so mehr!
-
18.10.2017, 10:14
AW: Disziplin
Zwischenergebnisse kriegt man ja in der Regel deutlich früher; und man hat auch nie ausgelernt und kann immer etwas finden, wo man sich verbessern kann. Doch eine Sache richtig gut zu können, das hat schon was. :-)
Einen Teil meiner Disziplin richte ich darauf, den obligatorisch verplanten Teil so klein wie möglich zu halten, sodass mir genug Zeit bleibt für das, was mich interessiert.und ein großteil der woche ist ja bereits durch arbeiten, schlafen usw verplant -
gruss, barbara
-
18.10.2017, 10:16
AW: Disziplin
Körperlicher Schmerz muss nicht unbedingt sein, aber ein Empfinden von Unsicherheit, Ängstlichkeit, Unbehagen - ist nun mal die Definition vom "Verlassen der Komfortzone"
Wenn es um sportliche Ziele geht, wird man auch um etwas Schmerz nicht rumkommen. Ich erinnere mich zB daran, wie im Kung Fu meine Schultern am Anfang immer schmerzten, bis ich endlich lernte, sie loszulassen und bis die notwendigen Dehnungen geschehen konnten.
gruss, barbara
-
18.10.2017, 10:58
-
18.10.2017, 10:59Inaktiver User
AW: Disziplin
[
-
18.10.2017, 12:36Inaktiver User
AW: Disziplin
Ja, davon habe ich gehört, but: not my cup of tea. Ich hatte in meinem Leben vermutlich eine Überdosis ECHTEN Schmerz, der nicht freiwillig gewählt war.
Ich halte diese Formel heute für vernachlässigbar. Worum es eher geht ist zu verstehen, wie etwas funktioniert. Damit man diesbezüglich am Ball bleibt, muss man neugierig sein, das hat nichts mit Härte zu tun. Lernprozesse sind umso effizienter, je differenzierter wir die Dinge betrachten. Das gilt auch für die Kampfkunst. Eleganz hat dabei mit Leichtigkeit zu tun. Leichtigkeit setzt Wahrnehmung voraus. Bae hat diese Erfahrung gemacht, sie jedoch aus der Härte-Position heraus eingeordnet. Tatsächlich ist folgendes passiert: Durch die Differenzierung der Bewegung, die auf Wahrnehmung fußt, wurde die Bewegung schmerzfrei. Das wäre schneller erreichbar gewesen, wenn am Anfang die des Könnens angemessene Kleinheit und Feinheit der Bewegung berücksichtigt worden wäre, statt mit Kraft und Anstrengung über den Schmerzpunkt hinaus zu gehen.Nee, im ernst: vor dem Flow stehen häufig einige Stunden hartes Training / Üben / Lernen / Anstrengung - und auf einmal läuft's! Und dann freut man sich um so mehr!
Schmerz wirkt im Bewegungskontext behindernd, insbesondere wenn man glaubt, über den Schmerzpunkt hinaus gehen zu müssen. Er führt zu Schonhaltungen und Meideverhalten, denn man arbeitet GEGEN den Organismus. Man kann Schmerz dagegen oft überraschend schnell auflösen, wenn man, statt mit Kraft gegen zu steuern und die Zähne zusammen zu beissen, zurück auf Los geht, in die Bewegungsansätze, und dort differenziert.
Die langsame, feine Bewegung, für die die Umkehrregel gelten muss, ist darüber hinaus eigentlich viel, viel schwieriger als die große, mit Kraft ausgeführte Bewegung, eben gerade weil sie differenzierter ist.
Die Neurobiologie hat inzwischen gezeigt, dass Lernen ohne Begeisterung und Freude nicht wirklich stattfindet. Auch hier gilt: wenn es sich leicht anfühlt, wenn es Spass macht, ist es effizient.
Aber, wie gesagt: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Wer lieber den "harten", freudlosen Weg wählt und das mit Disziplin gleich setzt, ist frei, genau das weiterhin zu tun.
-
18.10.2017, 13:16Inaktiver User
AW: Disziplin
Bei rein kognitiven Beschäftgungen (Schachspielen lernen oder so was) mag das ja stimmen. Aber einen Marsthon läufst du nicht in deiner Zielzeit, indem du darüber nachdenkst; das musst du körperlich trainieren, und bei einem Wochenkilometerumfanf von 60 km und steigend hört bei allen, die ich kenne, der Spaß am „operativen Doing“ auf. Der kommt dann erst wieder, wenn du die Finisher-Medaille hast. Aber das weiß man ja vorher.
Ein anderes Beispiel ist Mathe: habe ich in der Schule immer gehasst und war ich auch nie gut drin, doch irgendwann habe ich begriffen, dass ich für bestimmte Dinge (Dissertation, GMAT-Test, ...) das einfach brauche. Also habe ich mich hingesetzt und gepaukt - ganz freudlos (macht mir immer noch keinen Spaß), aber mit ausreichendem Erfolg. Ohne die entsprechende Disziplin wäre das nicht gegangen, und mit Spaß hat das nichts zu tun.




Zitieren
