Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 36
  1. Inaktiver User

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    @Kenzia
    Wahrscheinlich müsste man da jetzt noch die Sinnfrage stellen, , - ich würde sagen: es können schon falsche Entscheidungen getroffen werden. Das sind solche, die gegen die eigenen Bedürfnisse gehen, die also gegen sich selbst gerichtet sind, zugunsten unbewusster ... Prägungen. (Ich nenne es mal Prägungen.)
    :
    Veto:
    Denn- wir entscheiden für DAS Bedürfnis, was uns in dem Moment am wichtigsten ist.
    Beispiel:
    Wir sind auf einem Geburtstag und unsere Mutter hat einen Möhrenkuchen gebacken- einen Schokokuchen gekauft.
    Wir wissen, wie wichtig unserer Mutter ihr Selbstgebackenes ist und dass sie es ärgern würde (persönlich nehmen), wenn wir nur den Schokokuchen essen würden und den Möhrenkuchen stehen lassen.
    Wir selbst mögen wenig den Möhrenkuchen- dafür sehr den Schokokuchen.

    Häufige Reaktion bei so einer Situation: wir essen auf jeden Fall von dem Möhrenkuchen!
    Damit scheinen wir vordergründig gegen unseren Geschmack- gegen unser Bedürfnis zu "verstoßen".

    Wenn man genauer hinschaut, erkennt man, dass hier noch sehr viele andere Bedürfnisse wichtig werden.
    Zugehörigkeit, Verbindung, Nähe, Liebe- sind uns in dem Moment dann das wichtigere Bedürfnis als unser Geschmack.
    Also handeln wir auch dann nach unserem wichtigerem Bedürfnis.

    In dem Sinne gibt es keine falschen Entscheidungen.

  2. User Info Menu

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Veto!

    Ich kann Dich jetzt besser verstehen, bleibe aber bei dem, was ich sagte.

    Ich finde es gut, dass Du den "Bedürfnissen" eine wichtige Rolle zuweist, würde aber sagen, dass es doch gerade die sind, die vielen oft einen Strich durch die Rechnung machen, wenn es darum geht "sie selbst" zu sein.

    Was spricht, in Deinem oben genannten Beispiel, eigentlich WIRKLICH dagegegen, den Schokokuchen zu nehmen und Mutti zu sagen, dass man den einfach lieber mag?

    Im Prinzip geht es doch darum, ob uns unser eigenes Wünschen/Wollen oder das der anderen wichtiger ist. Natürlich kann man jetzt sagen: die Beziehung zum anderen ist wichtiger als meine persönlichen Gelüste nach Schokokuchen.

    Wie aber sieht es bei größeren Fragen und Themen aus? Beispielsweise dem richtigen Partner oder der Berufswahl? Spätestens dann sollte uns doch die Beziehung zu Mutti nicht mehr so wichtig sein, oder?
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

  3. Inaktiver User

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Genau richtig. Wie wichtig ist mir der Kuchen? Wenn ich mich schon den ganzen Tag nach Schokolade gesehnt hab, kann ich genau das genau so sagen. Und mich für Schoko entscheiden.

    Wenn ich die Befindlichkeiten der Mutter über mein Schoko-Bedürfnis stelle, entscheide ich mich bewusst anders. Und so lange ich mir darüber im Klaren bin, kommt auch kein Frust auf.

    Wenn ich mich aber für den Möhrenkuchen entscheide, dann aber das ganze Wochenende mit der Empfindlichkeit meiner Mutter und ihren schlechten Backkünsten hadere (oder ihr womöglich unterstelle, dass sie mich absichtlich in diese Zwickmühle gebracht hat) - dann hab ich mich ganz sicher falsch entschieden.

    Genau das sollte man sich bei wichtigen Entscheidungen fragen: wie werde ich mich später damit fühlen? Und nicht: was werden andere denken, wie werden andere dastehen?

  4. User Info Menu

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Auch Veto...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Veto:
    Denn- wir entscheiden für DAS Bedürfnis, was uns in dem Moment am wichtigsten ist.
    Die Verschiebung der Bedürfnisse in einer aktuellen Situation entwickelt neue Schwierigkeiten und wenn es nur ist, dass ich den Schokokuchen nicht vertrage.


    Beispiel:
    Wir sind auf einem Geburtstag und unsere Mutter hat einen Möhrenkuchen gebacken- einen Schokokuchen gekauft.
    Wir wissen, wie wichtig unserer Mutter ihr Selbstgebackenes ist und dass sie es ärgern würde (persönlich nehmen), wenn wir nur den Schokokuchen essen würden und den Möhrenkuchen stehen lassen.
    Wir selbst mögen wenig den Möhrenkuchen- dafür sehr den Schokokuchen.
    Bedürfnisse zu befriedigen sind keine einseitige Angelegenheit. In deinem Besipiel riecht es sehr nach Fremdsteuerung und nicht mal nach einer Entscheidungsabsicht. Hier greift schon ein Vorurteil, seitens der Gäste, also nichts mit Unabhängigkeit, freie Willensentscheidung. Mütter mögen vieles haben haben wollen

    (Meine Mutter weiss zum Beispiel, dass ich keine Torten mag und lieber die Trockenen in allen Variationen, würde mir nie eine Torte aufdrängen oder wäre angezickt.) Manchen Entscheidungen ist auch ein Wissen voraus. Hat sie keine Trockenen, ess ich lieber ein Käsebrot.

    wir essen auf jeden Fall von dem Möhrenkuchen!
    Den esse ich auf jeden Fall und wenn es sein muss, nehme ich noch etwas mit.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  5. Inaktiver User

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    , dass es doch gerade die sind, die vielen oft einen Strich durch die Rechnung machen, wenn es darum geht "sie selbst" zu sein.
    Wieso bist du weniger "du selbst", wenn du ein anderes Bedürfnis vorziehst? es bleiben immerzu DEINE Bedürfnisse

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    Was spricht, in Deinem oben genannten Beispiel, eigentlich WIRKLICH dagegegen, den Schokokuchen zu nehmen und Mutti zu sagen, dass man den einfach lieber mag?
    Na gar nichts!
    Nur so läuft unser Leben gaaanz oft ab udn zwar ohne, dass es uns bewusst ist.
    Das ist keine Regel sondern war nur ein Beispiel, wie es bei uns ganz oft im Leben zugeht.

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    Im Prinzip geht es doch darum, ob uns unser eigenes Wünschen/Wollen oder das der anderen wichtiger ist. Natürlich kann man jetzt sagen: die Beziehung zum anderen ist wichtiger als meine persönlichen Gelüste nach Schokokuchen.
    Hier gibts einen Dreher im Denken
    Du nimmst nicht die Wünsche des anderen wichtiger-- du nimmst DEINEN Wunsch nach guter Beziehung wichtiger als den Wunsch nach einem körperlichen Genuss.
    Es ist und bleibt immer DEIN Bedürfnis

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    Wie aber sieht es bei größeren Fragen und Themen aus? Beispielsweise dem richtigen Partner oder der Berufswahl? Spätestens dann sollte uns doch die Beziehung zu Mutti nicht mehr so wichtig sein, oder?
    Auch da geht es immer um unsere Bedürfnisse und zu glauben, wir würden iwirklich frei entscheiden- ist eine Illusion.
    Wir alle haben eine Vorstellung davon, wie das Leben ist oder sein sollte.
    Was meinst du- woher diese Gedanken kommen?- von unserer Umwelt, Gesellschaft, Familie........usw- davon ist doch niemand frei.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Genau richtig. Wie wichtig ist mir der Kuchen? Wenn ich mich schon den ganzen Tag nach Schokolade gesehnt hab, kann ich genau das genau so sagen. Und mich für Schoko entscheiden.

    Wenn ich die Befindlichkeiten der Mutter über mein Schoko-Bedürfnis stelle, entscheide ich mich bewusst anders. Und so lange ich mir darüber im Klaren bin, kommt auch kein Frust auf.
    Auch hier- Gedanken-Dreher- du stellst nicht die Befindlichkeit der Mutter über dein Bedürfnis- du stellst dein Bedürfnis nach zB guter Beziehung (Zugehörigkeitsgefühl mit der Mutter) über ein körperliches Bedürfnis.
    Seelische Bedürfnisse können durchaus schwerer wiegen als Körperliche (solange es nicht um das Überleben geht).

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn ich mich aber für den Möhrenkuchen entscheide, dann aber das ganze Wochenende mit der Empfindlichkeit meiner Mutter und ihren schlechten Backkünsten hadere (oder ihr womöglich unterstelle, dass sie mich absichtlich in diese Zwickmühle gebracht hat) - dann hab ich mich ganz sicher falsch entschieden.
    Da jede Entscheidung einen guten Grund hat- muss der in dem Moment gegeben gewesen sein.
    Gleichzeitig würde mir so ein Gedankenkarrussel aber auch zeigen, dass ein anderes Bedürfnis zu kurz kam.
    Würde für mich bedeuten, genau hinzusehen, um was es ging und geht und wie ich sowas das nächste Mal stimmiger löse (möglicherweise indem ich gleich mehr bewusst bin und mich frage, was ich will).

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Genau das sollte man sich bei wichtigen Entscheidungen fragen: wie werde ich mich später damit fühlen? Und nicht: was werden andere denken, wie werden andere dastehen?
    Da bin ich ganz bei dir.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Die Verschiebung der Bedürfnisse in einer aktuellen Situation entwickelt neue Schwierigkeiten und wenn es nur ist, dass ich den Schokokuchen nicht vertrage.
    Bei meinem Beispiel werden keine Bedürfnisse verschoben- es gibt einfach mehrere.
    Wir haben in jedem Moment immer mehrere Bedürfnisse, die "hier" rufen- das ist ganz normal.

    Sollte ich krank werden, muss ich ganz sicher sehr genau hinsehen, was da abläuft.

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Bedürfnisse zu befriedigen sind keine einseitige Angelegenheit. In deinem Besipiel riecht es sehr nach Fremdsteuerung und nicht mal nach einer Entscheidungsabsicht. Hier greift schon ein Vorurteil, seitens der Gäste, also nichts mit Unabhängigkeit, freie Willensentscheidung. Mütter mögen vieles haben haben wollen .
    Für mich ist das keine Fremdsteuerung, denn
    WIR sind für unsere Entscheidungen selbst verantwortlich!
    Und- wir treffen sie auch selbst!
    wir sind uns dessen halt ganz oft nicht bewusst- aber wenn wir das anerkennen, hören wir auf, andere für unser Befinden verantwortlich zu machen.

    Ich denke, zwei Dinge sind dabei wichtig.
    1. wir folgen immer nur UNSEREN Bedürfnissen.
    2. den Bedürfnissen zu folgen bedeutet nicht, dass wir uns immer etwas Gutes tun.
    Bin ich süchtig, dann ist diesem Bedürfnis alles untergeordnet- nicht gesund.
    Bin ich nicht genug abgenabelt und mir die Meinungen meiner Eltern noch sehr wichtig, dann werden die Bedürfnisse immer Richtung "Familienerhalt" gehen und "Autonomie" zu kurz kommen.

    Bedürfnisse dienen dem Lebenserhalt und unsere innere Prägung (oder was wir dann daraus machen) möchte genau das erfüllen.
    Daher können uns erfüllte Bedürfnisse durchaus auch in unserer Selbstfindung behindern.

  8. User Info Menu

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch hier- Gedanken-Dreher- du stellst nicht die Befindlichkeit der Mutter über dein Bedürfnis- du stellst dein Bedürfnis nach zB guter Beziehung (Zugehörigkeitsgefühl mit der Mutter) über ein körperliches Bedürfnis.
    Seelische Bedürfnisse können durchaus schwerer wiegen als Körperliche (solange es nicht um das Überleben geht).
    .
    Da verstehe ich Cariad mehr so, als dass es ihr nicht wichtig ist, zu wählen wollen, ob Schoko oder Möhrenkuchen. Sie mag beides in dem Fall. Und kann der Guten Laune von Muttern ohne weiteres nachkommen, ohne selbst zu leiden.

    Gute Beziehung verbindet man meist auch mit gute Laune, zumindest mal keine Unsicherheiten in Sachen Befindlichkeiten.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  9. User Info Menu

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Für mich ist das keine Fremdsteuerung, denn
    WIR sind für unsere Entscheidungen selbst verantwortlich!
    Du widersprichst dich in ein wenig, denn genau das ist der Punkt, den du hier weiter folgend ansprichst. Die freie Willesentscheidung ist begrenzt und kann unter Umständen in Fremdbestimmung angeordnet sein, nämlich genau aus den folgenden Gründen. In w ie weit man sich davon beeinflussen lässt ist sehr individuell zu verstehen.

    Auch da geht es immer um unsere Bedürfnisse und zu glauben, wir würden iwirklich frei entscheiden- ist eine Illusion.
    Wir alle haben eine Vorstellung davon, wie das Leben ist oder sein sollte.
    Was meinst du- woher diese Gedanken kommen?- von unserer Umwelt, Gesellschaft, Familie........usw- davon ist doch niemand frei.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  10. Inaktiver User

    AW: Wie lernt man eigentlich selber zu entscheiden?

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Du widersprichst dich in ein wenig, denn genau das ist der Punkt, den du hier weiter folgend ansprichst. Die freie Willesentscheidung ist begrenzt und kann unter Umständen in Fremdbestimmung angeordnet sein, nämlich genau aus den folgenden Gründen. In w ie weit man sich davon beeinflussen lässt ist sehr individuell zu verstehen.
    Ok- das ist etwas kompliziert.
    Wenn wir unbewusst sind, dann entscheiden wir- und zwar nach dem Bedürfnis, was in uns am größten ist.
    Das kann dann das Stück Möhrenkuchen sein, das wir nicht mögen, weil wir keinen Streit mehr mit unserer Mutter erleben wollen. (nur, dass wir das so gar nciht wissen, weil es uns gar nicht klar ist).

    Wenn wir uns ansehen und erkennen können, das zB zwei Bedürfnisse "laut werden"- dann kann ich mich ganz bewusst für das eine oder andere entscheiden.
    Und womöglich für den Möhrenkuchen und mit dem klaren Wissen, dass ich nunmal nicht so abgenabelt bin, wie ich es gerne hätte.
    Aber es ist eine bewusste Entscheidung und mit dieser kann es mir gut gehen.

    Ich denke, es ist vor allem die Bewusstheit, die uns die Freiheit und das Gefühl gibt, dass wir "richtig" sind.

Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •