@Dabadu
Ja, dafür musst du aber auch nicht krank zum Nachdienst, weil kein Personal da ist. Und hast die Wochenenden frei. Das ist soviel wert.
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Ergebnis 21 bis 30 von 52
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23.09.2017, 13:00
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
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23.09.2017, 13:52
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Manche Frauen sind so stark! Das liest man ja hier in diesem Strang auch wieder.
Ich hätte es nicht geschafft, zwei Kinder alleine großzuziehen. Und schon gar nicht hätte ich es geschafft, so einen Wahnsinnskarriere-Beruf im medizinischen Bereich auszuführen! Mit Kleinkind!
Übersteigt meinen Horizont! Wenn jemand ein Loser ist, dann wohl ich.
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23.09.2017, 14:00
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Den Satz "das könnte ich nicht" hasse ich, ehrlich gesagt, total.
Was soll man denn machen, nicht können gibt's nicht! Man MUSS!
Da gibt es gar keine Alternative, außer vielleicht die Kinder wegzugeben....
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23.09.2017, 14:26
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Die Idee mit der Gemeinde finde ich z.B gut
Dafür muß man nicht unbedingt Sonntag in die Kirche
Oftmals ist Gemeindeleben heute wesentlich unkomolizierter u "moderner" als früher
Es werden Angebote für kleine u größere Kinder angeboten, Feste und oft Gruppentreffen mit KIndern/Betreuung
Und es kann auch zur einer Gemeinschaft werden/wachsenEs wird Zeit für eine neue Signatur
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23.09.2017, 14:27
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Ich hatte mal so eine Situation, als meine Tochter 12 war. Damals hatten wir viele Hürden zu nehmen. Wir haben ganz neu angefangen in einem neuen Bundesland und ich habe mich sehr, sehr einsam gefühlt!
Ich überlegte damals, mich zu trennen von meinem Mann. Ich hätte meine Tochter zu ihm gegeben. Weil ich wusste, dass ich es alleine nicht schaffen kann. Ich war beruflich voll eingebunden und konnte mir auch nicht vorstellen, das irgendwie zu reduzieren. Ich brauche ja das Geld auch. Und ich war der Meinung, dass mein Mann es einfach besser hinbekommen würde. Weil er viel mehr Ruhe ausstrahlt.
Ich habe es mir dann noch einmal anders überlegt. Ich redete mit Kolleginnen darüber. Und die gaben mir Tipps. Darauf hörte ich auch, so bestand die Ehe fort. Wir haben Jahre später dann noch eine Ehetherapie gemacht.
Ich habe eine Freundin, die hat ihre beiden Kinder zum Vater gegeben. Der arbeitet Schichten und zwar drei, er war aber der Meinung er bekommt es trotzdem hin. Und das klappt auch super. Ich bewundere diese Freundin sehr! Sie zahlt jetzt den Unterhalt an den Vater. Das ist ja auch heute noch außergewöhnlich. Ihre Kinder sind oft bei ihr. Die beiden wohnen ja nicht soweit auseinander.Geändert von animosa (23.09.2017 um 14:33 Uhr)
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23.09.2017, 14:32
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23.09.2017, 15:06
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Das ist mir auch unbegreiflich...
Ich bekomme schon Zustände, wenn ich außerplanmäßig Spätdienst habe und die Kita des kleinen Kindes da schon längst geschlossen ist....
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23.09.2017, 16:01
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Oh Gott, ich bin gar kein Übermensch -
Sollte nicht so rüberkommen. ;-) Ich bin auch nicht arrogant oder so - ich muss einfach.
Und nein - Arzt ist kein Wahnsinnskarriereberuf mehr. Bei uns arbeiten ganz viele Mütter.
Im speziellen Fall des Nachtdienstes - dann muss das Kind zum Vater. Der arbeitet zwar bis abends später, aber oft haben wir das so gemacht, dass ich entweder zwischendurch nach Hause gefahren bin, um das Kind dann vom Kindergarten abzuholen und zu einer Freundin zu bringen, von der es dann vom Vater abgeholt wird, wenn der dann da ist. Und er bringt sie dann morgens in die Kita. Und da hole ich sie dann auch wieder ab. Und/oder vermeide ich es unter der Woche viele Nächte zu arbeiten - ich arbeite dann eben mehr am WE, dann war meist 2-3 von 4 Wochenenden (Diesen Monat auch 4 von 5), und bin dann mal am WE weg.
Dafür kann ich sie unter der Woche eben um 15 Uhr holen, weil ich regulär nur 3/4 arbeite.
(Also 30h + die Wochenenden und Nächte)
Ist jetzt wirklich so und nicht so komplex. ;-) Erfordert nur eine sehr gute Organisation.
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23.09.2017, 16:05
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Mir geht es ähnlich, ich mag diesen Satz auch nicht.
Aber - er zeigt, dass derjenige, der das sagt, aus seiner derzeitigen Situation heraus dein Leben wirklich nicht stemmen könnte. Ihm wären mindestens ein Kind zu viel.
Dreh den Satz für dich um und erkenne darin die Anerkennung: Du schaffst das (noch nicht spielend und nicht mit links, aber du wuppst das)
Ja, wenn wirklich nichts mehr gehen sollte, dann kannst du das immer noch machen.
Hand aufs Herz: Könntest du das wirklich?
Nein, meine ich. Ist auch besser für deine Kinder, weil sie dich brauchen und lieben. Du bist ihnen eine starke Mutter, die auch ungünstige Situationen packt.
Ich bin ein paar Jahre älter als du und habe ein ähnliches Leben geführt.
Ich habe während des Studiums mein Kind bekommen, mit Kind Examina gemacht und mich zwischendrin immer wieder mal extrem einsam gefühlt. Keine Großeltern vor Ort, die mal eben schnell einspringen konnten, keine tollen Partner, sondern immer wieder Umzüge und Steine im Weg und im Gegensatz zu dir wenig Geld.
Und die anderen kriegen ihren Traummann, heiraten, bauen ein Haus und kriegen gemeinsam Kinder. Manchmal fühlt es für mich auch so ungerecht an.
Da ploppt dann sofort auf: Sind diese Menschen wirklich glücklich mit ihrem Leben oder sehe ich nur die Fassade? Möchte ich mit ihnen tauschen?
Nein, möchte ich nicht. Die eine Kollegin ist ein derartiger Holkopf, dass es kracht. Die andere hat den Hausbau dreimal verschoben, weil ihrem Mann etwas nicht gepasst hat. Alle Kolleginnen sind in den ersten Jahren abhängig von seinem Verdienst und haben dafür ihre Verpflichtungen, sich um Haushalt, Kind und seine Verwandtschaft zu kümmern. Urlaube sind nicht so wirklich drin, ihre Rentenansprüche demensprechend gering und ihre Interessen und Hobbys, die vorher schon gen Null gingen, sind fast alle erloschen. Die Häuser sind entweder großzügig gebaut und eingerichtet und gehören für die nächsten Jahrzehnte der Bank oder sind klein und piefig eingerichtet, dass es mir graust. Gartenarbeit mag ich ehrlich gesagt nicht. Wenn die Hütte noch irgendwo liegt, wo ich ständig ein Auto benötige, um einkaufen zu gehen, sehe ich keine Vorteile darin.
Mittlerweile werde ich beneidet (wofür auch immer):
- Mein Kind ist erwachsen und braucht weder Elterntaxi noch ständige Sonderausgaben.
- Meine Rente ist wesentlich besser als ihre.
- Ich pflege meine Hobbys und habe in ihren Augen ganz viele.
- Ich werde um meine freie Zeit ohne Verpflichtungen beneidet.... denn ich muss mich weder nach einem Ehemann noch nach zwei Familien richten.
- Meine Urlaube werden immer schöner und nicht teurer.
- Mein Horizont erweitert sich sichtbar.
- Ich fühle mich jung und wirke oft jünger als sie.
Das gelingt mir aber nur, weil ich mich bewusst mit meinen Wünschen auseinandergesetzt habe. Ja, ich wollte auch eine heile Familie, drei Kinder, einen Beruf und ein Haus.
Ich war verheiratet und es war ein Fehler, den ich mit der Scheidung wieder gut gemacht habe. Eine weitere Heirat steht erst einmal nicht an.
Ich habe ein Kind und bin zufrieden mit der Entscheidung.
Ich habe einen Beruf, der mich ernährt, mir Spaß macht und mir Anerkennung bringt - trotz aller Querschläge.
Ich möchte kein Haus mehr. Ich habe in einem Haus zur Miete gewohnt und mir waren die Gartenarbeiten stets zu viel. Also ist das nichts für mich. Lieber ist mir eine kleine Wohnung mit einem Balkon, die ich mit wenig Aufwand in Schuss halte.
Für mich sind und waren stets ein paar Dinge elementar:
- Wenn ich nicht mehr weiter wusste, habe ich meinem schlafenden Kind zugesehen. Was für ein friedlicher Anblick. Da wusste ich, warum ich mich den täglichen Pflichten gestellt habe.
- Die schönsten Dinge im Leben sind kostenlos. Auf der Terrasse zu sitzen, einen Kaffee zu schlürfen und für zehn Minuten die Seele baumeln zu lassen - das gönne ich mir und das macht mich immer wieder zufrieden.
- Wenn ich zufrieden bin, strahle ich das aus. Ein Lächeln, das ich jemanden schenke, kommt immer zu mir zurück.
- Vertraue ich darauf, dass mir zur rechten Zeit geholfen wird, dann passiert das auch. Ich bin dankbar, dass ich in vielen kleinen Situationen plötzlich unerwartet Hilfe bekam.
- Wenn ich mit mir alleine zufrieden bin, bin ich auch mit einem Partner zufrieden. Irgendwann kommt wieder einer. Und bis dahin genieße ich mein Leben in vollen Zügen.
Dabadu,
beginne heute damit, mit deinem Leben zufrieden zu sein. Lächel dich im Spiegel an und sag deinen Kindern, wie lieb du sie hast. Gib auf vollem Herzen Anerkennung an sie weiter und sei freundlich zu einer anderen Person. Du wirst sehen, dein Leben wird jeden Tag ein wenig schöner.Geändert von chryseis (23.09.2017 um 16:20 Uhr) Grund: Erweiterung
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23.09.2017, 16:23
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
@Dabadu: in meinen Augen hast du einen ausgesprochen wichtigen Beruf, den du mit Stolz und Leidenschaft ausüben solltest.
Erzieher begleiten die Kinder in einer ganz wesentlichen Zeit dann, wenn ihre Eltern nicht da sind. Haben Bindungs-, Erziehungs- und Förderungsaufgaben und können wirklich einen entscheidenden Unterschied bedeuten.
Dann weißt du ja auch, was wirklich wichtig ist für Kinder - Kontakt, Gesehenwerden, Angenommensein, Liebe. Das alles ist nicht materiell.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum


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