Warum muß was grundlegendes falsch sein? Du hast versucht, das umzusetzen, was dir wichtig ist (Mann). Dabei hast du auf zwei Pferde gesetzt, die nicht gelaufen sind. Das ist noch nicht mal eine Pechsträhne -- es ist nur deswegen ein Desaster, weil der zeitliche und emotionale Aufwand so groß ist, daß man nicht mal eben zehn durchprobieren kann. Der nächste kann klappen. Oder der übernächste.
Verlassenwerden ist ein Schlag für's Ego -- das ist so, das geht jedem so.
Du hast aber immer noch viel. Du hast mehr als genug Geld, du hast ein Dach über dem Kopf, du hast zwei wunderbare Kinder, dein Ex unterstützt dich.
Nur, jetzt richtest du deinen Blick auf das nächste, was du nicht hast: Du hast kein Haus "und so".
Mann und Haus, das sind die klassischen Bausteine, die mit "Sicherheit" und "Anerkennung" verbunden werden. Diese (gefühlte) Sicherheit, diese (gefühlt dann geschuldete) Anerkennung fehlt dir, und du arbeitest in Jobs, die ihrer Natur nach keine Sicherheit und oft nicht viel Anerkennung geben. Du mußt viel organisieren, nur damit der Laden läuft (die typische unsichtbare Arbeit von Hausfrauen, Hausmeistern und IT-Admins), auch da sitzt immer die Angst, daß was schiefgeht, im Nacken.
Was ist es, was dir mehr fehlt: Sicherheit oder Anerkennung?
Was ist es, daß dir mehr fehlt (einen Mann mal außenvorgelassen): ein Haus (was für eines?), ein besserer Job (was ist "besser"?), mehr Freunde, mehr Ruhe und Freizeit?
Es ist ein Riesenproblem, wenn man sich mit dem vergleicht, was man von anderen sieht. Du siehst ihre Fassade. Wie es dahinter aussieht, kannst du nicht wissen. Natürlich will keine deiner Kollgeginnen am Arbeitsplatz von ihren Zweifeln und Ängsten, ihren Unsicherheiten, und all den kleinen und großen Problemen anfangen, die man bei sich selber so gut kennt. Sie sehen deine Fassade. Was sehen sie? Jemand, der viel wuppt? Jemand, der im Job besser ist als sie? Jemand, der mit seinem Leben komplett ausgelastet ist? Oder jemand, der immer wirkt, als würde ihm gleich der Himmel auf den Kopf fallen?
Du sagst, du hast eine Therapie gemacht. Hat sie dich gelehrt, daß alles, was du tust und kannst und hast und werden kannst nichts wert ist? Hat sie dir gezeigt, *wer* es dich gelehrt hat? Kannst du den Stimmen, die in deinem Kopf ständig wie bösartige Nachbarn über dich herziehen, sagen, "Ihr seid nur die Stimmen von Menschen, die weder besonders weise noch besonders wohlmeinend waren und ihre eigenen Gründe hatten, andere runterzumachen, um sich besser zu fühlen. Was ihr sagt ist nicht wahr und nicht gut und nicht wichtig, ihr könnt mich mal!"?
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 52
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23.09.2017, 08:48
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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23.09.2017, 09:54
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Ich habe nochmal versucht zu sortieren.
Also, mir fehlt zum Gefühl "Familie" der Bezug zu anderen, erwachsenen Menschen, dazu zählt der Partner, mit dem man alles mögliche teilt und bespricht, aber eben auch Verwandtschaft vor Ort, wo man einfach Teil dieser Familie ist und eingeladen wird und einlädt.
Dieser fehlt. Ich bin allein hier mit Kindern.
Ein Beispiel: ich war gestern Abend mit dem großen Kind zu einer öffentlichen Veranstaltung. Kannte wirklich viele, bin überall mal hin und wir quatschten, aber dann wendeten sich alle wieder Partnern, Omas, Freunden zu.
Ich fragte mich, warum wir immer allein irgendwohin gehen. Da kommt keine Frage, ob wir dabeisein wollen. Ich schrieb dann mehrere bekannte an, eine kam kurz nach dem Sport vorbei. Das war es schon.
Zum anderen fehlt mir Anerkennung. Für das was ich täglich leiste, aber auch im Job. Und es stimmt schon, in beiden Bereichen gibt es die wenig oder gar nicht.
Ich würde gern auch schon eine "Stimme" haben, einfach jemand sein, vor dem man Respekt hat und der etwas kann, was andere nicht können.
Ich fühle mich - unsichtbar.
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23.09.2017, 10:51
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Dabadu, zuerst lernte ich Frauen über den Frauenstammtisch, den ich monatlich besuche, kennen. Das sind fast alles Singles.
Gebe dir aber recht, dass es bei den singles am aller schwierigsten ist, Freundschaften zu schließen. Die sind wirklich oft sehr eigen. Vielleicht weil sie sehr verletzt wurden bei einer Trennung? Ich kann es mir nicht erklären. Mit diesen Frauen habe ich einen sehr lockeren Kontakt. Freundschaften entstehen sehr selten. Aber das liegt nicht an mir. Denn ansonsten kann ich ganz gut Freundschaften schließen. Und ich achte nicht darauf, ob die Frau Single ist oder gebunden.
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23.09.2017, 11:57
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Ich glaube, der Schlüssel zum Glücklichsein ist Dankbarkeit.
Du hast deine Fehler erkannt und nimmst Verantwortung für dein Leben.
Du hast studiert. Und bist im Studienort geblieben, na und? Wohin wolltest du denn sonst? Du hast ja keinen Lebenstraum aufgeben müssen, z.B. in NY leben, eine Weltreise machen, nach Australien auswandern, ein Loft in Berlin oder Hamburg zu kaufen und dort leben...
Du hast ein Kind.
Der Mann ist weg, wie so oft eben. Es passt nicht, man lebt sich ausseinander, was auch immer. Das normale Leben.
Du hast Arbeit. Teilzeit, also mehr Zeit für anderes als nur Arbeiten: Kind, Hobbies, Weiterbildung, Reisen, Sport...
Du hast jezt zwei Kinder, voll Hoffnungen für die Zukunft, Liebe, Geborgenheit, Freude, und Sorgen natürlich. Ich hätte gern Kinder gehabt, habe aber nie einen Mann gefunden, der mit mir eine Familie gründen wollte. Jetzt ist es zu spät. Was solls..
Und der zweite Mann hat doch von Anfang an nicht gepasst. Mit ihm zusammen zu bleiben, um "heile Familie" zu spielen wäre doch auch nichts gewesen.
Du hast den Richtigen noch nicht gefunden. Das passiert uns vielen so, da muss man viele Frösche küssen, bevor der "Prinz" plötzlich da steht. Das Leben eben. Deswegen hast du nicht versagt.
Ihr habt ein Dach über dem Kopf, täglich Essen, es fehlt an nichts....
Du hast einen guten Freund, freu dich und werte ihn nicht aber, weil es ja "nur" einer ist. Was nützen hunderte Freunde, wenn du ihnen nicht vertrauen kannst?
Ich glaube garnicht, dass du uninteressant bist oder etwas an dir falsch ist, und darum keine Freunde hast. Ich glaube, es ist eher diese negative Einstellung, die auch die anderen spüren. Vielleicht bist du auch eher eine stille nachdenkliche Person, und deine Mitmenschen denken, du willst gar keinen Kontakt mit ihnen.
Warum hast du keine Erfolg? Das Leben auch deins, ist voller kleiner Erfolge: zwei Kinder grossziehen, eine Arbeit, das tägliche Leben meistern...Die wenigsten haben grosse Erfolge, wie einen Nobelpreis oder so...
Vergleich dich nicht mit anderen und deren Lebensläufe. Leb dein Leben wie du es willst. Es wird immer jemanden geben, dem es besser geht als dir. Aber es gibt auch welche, die weit schlechter dran sind als du.
Ich frage mich auch, warum ist klassiche Familie so wichtig für dich? Hast du nicht schon eine kleine Familie mit zwei Kindern? Da fehlt der Lebensgefährte, ist es das was dich zu schaffen macht? Dass kein Mann dich "will"? Siehst du das so?
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23.09.2017, 12:01
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Dabadu, diese äussere Situation kenne ich z.,T von mir, aber auch einer guten Freundin
Sie hat auch 2 Kinder v 2 Vätern und es bedarf jahrelang der Logistik mit Urlauben, freien Wochenenden, Abenden .....alles allein zu regeln, keine Familie zu haben
Dazu noch Arbeit u Alltag-das ist und bleibt eine sehr anstrengende Zeit, auch und grade ohne Familie (Eltern, Großeltern, Tanten etc)
Erschöpfung und "alles ist zuviel" ist oft Thema
Wenn mans dann geschafft hat, ist man älter u das Leben hat Spuren hinterlassen
Es gibt auch Einige die bessere Umstände haben-die können Deine Situation nicht nachvollziehen oder aber bedauern sie
Mir hat es auch über Jaahre gefehlt, mehr Familie zu haben-fast noch schlimmer als keinen Mann/Vater an meiner Seite
Es war ein Riesenloch!
Von daher : keine Tipps, aber große Hochachtung
Es wird Zeit für eine neue Signatur
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23.09.2017, 12:29
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Liebe TE, mir geht es von den äußeren Umständen sehr ähnlich wie dir - aber ich bin so ziemlich glücklich mit meinem Leben.
Alleinerziehend mit einem Kind (2 Jahre), verantwortungsvoller, anstrengender Job in Teilzelt (trotzdem meist durchschnittlich mehr als 40h/Woche - Ärztin mit BereitschaftsDiensten, die ja nicht als Arbeitszeit gerechnet werden, obwohl man auf der Arbeit ist und auch überwiegend arbeitet.), keine Familie in der Nähe und einen Kindsvater mit eingeschränkter Belastbarkeit, der selbst Karriere macht.
Ja, es ist anstrengend und hart. Ja, mir ist das alles auch manchmal zu viel. Und ja, ich habe mir das auch anders vorgestellt. Aber ich muss aus den gegebenen Umständen jetzt das Beste machen.
Was ich allerdings habe/mache - ich hab viele Freundinnen und kümmere mich um die Freundschaften, man kann sich ja auch gut auf dem Spielplatz treffen.
Ich hab ein Hobby und versuche da oft auch was mit anderen zu machen. Und ich bin sowieso ein fröhlicher Mensch.
Und mein Leben ist wertvoll, auch wenn ich kein Haus habe und so schnell keinen Facharzt machen kann.
Ist halt so. Ich würde mal chillen und schauen, was dir gut tut und was du tun kannst.
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23.09.2017, 12:32Inaktiver User
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Keine Ahnung wozu ich überhaupt hier geschrieben habe.:-D
Geändert von Inaktiver User (23.09.2017 um 15:13 Uhr)
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23.09.2017, 12:34
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Genau, Twix...ich bin immer erschöpft.
Auch stolz auf mein Organisationstalent.
Und doch fehlt mir ein Gegenüber. Eine Gemeinschaft. Ich habe ernsthaft schon überlegt, in eine kirchliche Gemeinde einzutreten.
Wie geht es dir heute, was würdest du rückblickend anders machen?
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23.09.2017, 12:39
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Wenigstens ÖD, aber halt nix, wozu ich ein Studium gebraucht hätte.
Geändert von Dabadu (24.09.2017 um 21:49 Uhr)
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23.09.2017, 12:53
AW: Ich bin so unglücklich über mein Leben...
Ich hätte nichts anders machen können - das war Teil ds Problems:
Es gab keine Familie!
Ich hatte keinen anderen Beruf und einen Wechsel in der Situation wäre nicht gegangen
Die Geldprobleme waren extrem und die konnte ich nicht ändern
Meine Freundschaften -die hatte ich!- lebten unter anderen Umständen und Versuche mir "passende Leute" zu suchen, scheiterten daran, dass ich sowas nicht praktisch lösen kann-ich fühle mich angezogen oder nicht
Und nur mit Menschen sein, die mich nicht erfüllen-so ticke ich nicht
Ich habe Jahre "durchgehalten und durchgezogen"
Wirklich Jahre!
Und erst als die Umstände sich änderten, änderte sich auch mein Leben- seit langem werde ich derart vom Leben beschenkt-ohne etwas dafür zu tun
Damals hätte ich es ersehnt und auch gebraucht-da kam nix

Heute brauch ichs nicht und bin dankbar und demütig und weiß es zu schätzen und genießen
Meine Freundin muß noch etwas durchhalten, sie lebte Einiges von mir zeitversetzt nach
Was auch bedeutet, dass sie älter ist, wenn sie die Kinder groß hat
Ihr Thema war u.A !! einen unerfüllenden Beruf zu haben und sich wg der Kinder u Geld nicht austoben zu können
Und "wer nimmt mich noch mit 60"
Tja , nun hat sie tatsächlich "aus heiterem Himmel" eine berufliche Veränderung "geschenkt bekommen
Auch zu einem Zeitpunkt, mit dem sie nicht gerechnet hätte -die Kids sind kurz vor "fertig" , es ist grade hart, aber sie sieht das Licht am Ende des Tunnels
In der Situation in der Du noch bist.....kann es bedeuten, erst mal nur "durchstehen"
In diesen Zeiten konnte ich mich selbst kaum ertragen, bzw die Frage "wie geht es Dir"
Gab so wenig Erbauliches:-(Es wird Zeit für eine neue Signatur


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