Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 40
  1. Moderation

    User Info Menu

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Du siehst dich als komplett fremdbestimmt. Gemocht zu werden ist lebensnotwendig, nicht gemocht zu werden eine existenzielle Bedrohung. Wovor hast du Angst? Was kann passieren? Ist das ein Problem? Wie könntest du damit umgehen, wenn es eines ist? Wo hast du diese Angst gelernt? Was gibt dir diese Angst? Worüber müßtest du nachdenken oder was müßtest du konfrontieren, wenn du sie nicht hättest?

    Gefühle sind erst mal nicht im Recht oder im Unrecht. Sie sind. Recht und Unrecht ist für Handlungen und Urteile.

    Du versuchst, davon abgesehen, etwas komplett unmögliches: Du versuchst, die Handlungen, Gedanken und Gefühle anderer Leute zu kontrollieren. Das zu können ist eine Superschurkenfähigkeit, und du hättest in kürzester Zeit die X-Men, die Avengers, die Justice League und die Laundry am Hacken. Willst du auch nicht.

    Es kann natürlich auch sein, daß dein Umfeld aus lauter Geiern besteht, und eine permanente Panik eine stinknormale Überlebensreaktion ist. Guck dir die Leute um dich rum an. Geier, Barracudas und Komododrachen? Dann ändere dein Umfeld! Denn die Leute änderst du nicht. Und dich änderst du höchstens in etwas, das so giftig ist, daß es keiner mehr beißt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. User Info Menu

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was es nicht leichter macht ist, dass wir auf dem Dorf leben. Jeder kennt jeden. Das hat auch viele schöne Seiten, aber der ständige Druck nur ja nicht ausgeschlossen zu werden und zu sein, macht mich fertig.
    Hallo Lilane,

    wer ist denn hier "wir"? Wohnst du mit deiner eigenen Familie auf dem Dorf oder wohnst du da mit deinen Eltern zusammen?

  3. Inaktiver User

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Zusammen,


    Für mich ist es auch kaum auszuhalten, mal doof gefunden zu werden oder ignoriert usw… ich grübele da sehr sehr lange darüber nach und es zieht mich extrem nach unten.
    Ist es wirklich so wichtig, mit jedem gut auszukommen? Auch innerhalb der Familie habe ich ständig das Gefühl mich extrem zu bemühen und doch nicht viel zurück zu erhalten, was ich wiederum als Makel empfinde. Mit der Familie „muss man“ doch ein gutes Verhältnis haben.
    Erst einmal muss man gar nichts. Mit der Familie nicht und mit anderen auch nicht.

    Ich kenne solche Gefühle. Früher habe ich immer gegrübelt, warum mich jemand nicht mag oder sich nicht für mich interessiert.

    Überleg mal, ob du JEDEN magst. Wenn nein, gibt es da immer eine handfeste Begründung, oder kannst du manche Leute einfach nicht gut ab? Ist dir denn JEDER sympathisch? Nein?

    Siehst du, genauso geht es den anderen Leuten auch.

    Du schreibst, du kannst dich auch schlecht abgrenzen. Mach kleine Schritte. Sag einfach mal nein, sei es zu einer Verkäuferin, ob's etwas mehr sein darf oder dass du keine Schuhpflege zu den neuen Pumps kaufen möchtest, sag mal "nein, ich möchte nicht" zu Freunden oder Familienmitgliedern, die dich in die Pflicht nehmen wollen.

    Glaub mir, die Welt dreht sich weiter, wenn du nicht jedem gefallen möchtest und für dich selbst einstehst, niemand wird dir deshalb böse sein.

    Wenn doch, dann hat er dich benutzt und ist ein Ar***.
    Den brauchst du dann künftig nicht mehr.

    Und noch etwas: ich glaube nicht mal im Ansatz nehmen dich andere Menschen so wichtig, wie du vielleicht denkst. Wenn dich mal jemand ignoriert, war er vielleicht einfach in Gedanken.

    Vielleicht bist du mit einer Art Leistungsdruck erzogen worden? Liebe muss man verdienen? Wer leistet, wird gelobt/wahrgenommen? Es ist schwer, das loszuwerden, aber es funktioniert.

    Ich empfehle das Buch "Am Arsch vorbei geht auch ein Weg". Amüsant und lehrreich und es entlarvt viele Verhaltensmuster, in denen man vermeintlich gefangen ist.

    Nur Mut! Du packst das!

  4. User Info Menu

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Wichtig aus meiner Sicht ist, mit kleinen Schritten anfangen.
    Wie Tirilli schon schreibt, einfach mal im Laden zu was " Nein danke" sagen.
    Und vielleicht solltest du mal zu Ende überlegen, was ist denn wenn jemand dich nicht mag? Welche Folgen hat das?

    ...vermutlich gar keine ...aber einfach mal gedanklich alles durchgehen.

    LG

  5. User Info Menu

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Zitat Zitat von GirlInTheGreenScarf Beitrag anzeigen
    Hmmm, ich würde fast sagen, dass es auch ein wenig nach mangelndem Selbstwertgefühl und -bewusstsein klingt. Wie sieht es damit bei dir aus?
    Genau in diese Kerbe würde ich auch schlagen.

    Wer sich stark nach außen richtet, dort Anerkennung sucht, wendet sich logischerweise nicht nach innen. Selbstbewusstsein, Stärke, auch mal allein sein können (und keine Angst davor zu haben) kann man m.E. nur, wenn man sich selbst mag und akzeptiert, sich selbst genug ist. Dazu muss man sich intensiv mit sich selbst beschäftigen, sich selbst lieben und akzeptieren lernen. Das kann ein jahrelanger Prozess sein, und je mehr man in eine Peergroup (Teenie-Clique, Schulklasse, Dorf) eingebunden ist, aus der man so schnell nicht hinauskommt, desto schwerer ist es, dafür die nötige mentale Freiheit zu haben.

    Ganz stumpf gesagt: Wenn du dich selbst okay findest, ist es nicht mehr so bedrohlich, wenn andere dich (vermeintlich) nicht okay finden (und sei es nur ein paar Minuten lang, weil man sich mal streitet). Du kannst dann zu dir stehen und hast nicht so eine Panik, "verstoßen" zu werden, weil die anderen und ihre Meinung gar nicht mehr so wichtig sind - du hast ja dich!
    Gut ist, dass du offenbar bereits einen offenen Zugang zu deinen Gefühlen hast ("ich war absolut bei mir"), das ist schonmal eine Menge wert. Jetzt musst du noch lernen, für dich einzustehen.
    "Wenn du erstmal Feminismus hast, das wirst du so schnell nicht wieder los."
    (Gerburg Jahnke)

  6. User Info Menu

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was es nicht leichter macht ist, dass wir auf dem Dorf leben. Jeder kennt jeden. Das hat auch viele schöne Seiten, aber der ständige Druck nur ja nicht ausgeschlossen zu werden und zu sein, macht mich fertig.
    Bin ich noch normal?

    Ist alles sehr wirr und undurchsichtig? Gerne beantworte ich natürlich eure Fragen. Freue mich, wenn es jemand liest und sich Gedanken macht. Danke eure Lilane
    Obwohl Du mehrere Themen und Empfindungen in Dein Posting gepackt hast, liest es sich für mich weniger verwirrend als Du Dich zu fühlen scheinst. Du schreibst, dass Du Mitte 30 bist und in einem Dorf lebst. Bist Du in diesem Dorf auch aufgewachsen? Vielleicht lebst Du in überholten Strukturen, die nicht mehr oder nur noch teilweise zu Dir passen. Vielleicht hilft Dir ein neuer Impuls, beispielsweise durch

    -Umzug oder erst einmal renovieren,
    -neues Hobby oder Weiterbildung,
    -eine Reise (kann auch eine Kurzreise an einen nicht allzu weit entfernten Ort sein, auf den Du schon immer neugierig warst, ein Wellness-Wochenende oder ein Wochenend-Seminar zu einem interessanten Thema),
    -etwas Neues ausprobieren, auch mal alleine in ein Restaurant oder ins Theater / Kino gehen.

    Für mich liest sich Dein Post so, als fühltest Du Dich fest gefahren. Komm einfach in Bewegung und folge schrittweise Deinen Ideen.

  7. Inaktiver User

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Wer mich nicht mag, muss halt noch etwas an sich arbeiten.

    Bei dem Beispiel von Deiner Mutter ist mir der Begriff "zurück gemotzt" aufgefallen.

    Heißt das nun, dass Du begonnen hast mit "motzen" und nicht einfach ausgedrückt hast was Dich stört?
    Vielleicht ist es ja einfach so, dass deine Kritik an einer Situation oder dem Verhalten einer anderen Person sehr vorwurfsvoll rüberkommt?

    Auch dieses Grübeln, wer sich jetzt wann wie lange usw meldet klingt nach einer Erwartung von Dir nach anderen? Was erwartest Du? Bewunderung? Liebe?

    Mir erscheint, als wärest Du mit mit Dir selbst nicht ganz im Reinen, da ist es natürlich schwierig diesen inneren Konflikt nicht unterbewusst auf seine Umwelt zu übertragen, weil es bisweilen auch einfacher ist die Verantwortung für die eigene Zufriedenheit abzugeben.

    Diese Erwartungen spüren deine Mitmenschen und es ist kein schönes Gefühl, wenn jemand um einen herum sich bemüht um etwas zu erhalten, und nicht einfach etwas tut, weil er es möchte.

    Was würdest Du denn tun, wenn Dich jemand von der Pflicht befreit, Dich bemühen zu müssen?
    Wenn Du einfach nur tust, was DU wirklich möchtest?

  8. Inaktiver User

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wer mich nicht mag, muss halt noch etwas an sich arbeiten.
    Das ist ja mal ein geniales Argument. Merk' ich mir!

  9. User Info Menu

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Liebe Liane!

    Vielleicht hilft Dir bei Deinen Überlegungen ein völlig anderer Gedankenansatz, damit es "Klick" macht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Auch Abgrenzung ist ein unheimlich schweres Thema für mich. Wenn mir z. B. mal wirklich was gegen den Strich geht, braucht es bei mir wirklich sehr lange, bis ich mal was sage oder dann vielleicht auch mal beleidigt bin oder „explodiere“.
    Kürzlich habe ich mich von meiner Mutter extrem ungerecht behandelt gefühlt. Als ich echt sauer war und ihr das auch sagte, wurde nur zurück gemotzt, warum ich immer so schnell hochgehe. Und ganz normal ist das doch auch nicht...
    Obwohl ich da absolut bei mir bin und ich auch gefühlstechnisch absolut „im Recht bin“ nagt das wochenlang an mir, doch falsch zu sein, falsch reagiert zu haben, zu empfindlich bin usw…
    Es ist eigentlich total unfair den anderen gegenüber, sich zurückzunehmen und nicht gleich zu Beginn zu sagen, was einem gegen den Strich geht.

    Denn erstens können die anderen nicht hellsehen (das erwartest Du mit dieser Haltung) und zweitens bist Du damit nicht greifbar, weil Du Deinen Standpunkt nicht vertrittst, Du versteckst Dich damit. Das Gegenüber wird längere Zeit davon ausgehen, dass es ok ist und wird dann verwirrt reagieren, wenn es Dir reicht.

    Und sich zu Recht getäuscht fühlen von Dir.

    Sich abzugrenzen bedeutet nicht in erster Linie Mut, sondern Aufrichtigkeit. Nicht nur sich selbst, sondern vor allem dem Anderen gegenüber.

    Vielleicht hilft Dir diese Überlegung dabei, das nächste Mal mehr von Dir zu zeigen.

    Deine Meinung, Deine Gefühle zu vertreten, Dich "sichtbar" zu machen dem Anderen gegenüber. Das wäre ein faires Verhalten, denn Du lieferst eine Information. Wie der Betreffende dann mit dieser Information umgeht, ist seine Entscheidung. Aber er hat zumindest die Wahl, die Du ihm im Falle des "Liebseins" nimmst.

    Liebsein ist genaugenommen eine Täuschung.

    Ich weiß, das klingt jetzt ein wenig nach Angriff, soll es aber überhaupt nicht sein. Sondern die dunkle Seite der Eigenschaft, die man auf den ersten Blick als nett einschätzt. Und so gesehen, tut man nicht nur sich selbst, sondern auch dem Anderen keinen Gefallen, wenn man sich nicht abgrenzt.

    Liebe Grüße
    Zio

  10. User Info Menu

    AW: Aushalten nicht gemocht zu werden - raus aus der Harmoniesucht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Auch Abgrenzung ist ein unheimlich schweres Thema für mich. Wenn mir z. B. mal wirklich was gegen den Strich geht, braucht es bei mir wirklich sehr lange, bis ich mal was sage oder dann vielleicht auch mal beleidigt bin oder „explodiere“.
    Kürzlich habe ich mich von meiner Mutter extrem ungerecht behandelt gefühlt. Als ich echt sauer war und ihr das auch sagte, wurde nur zurück gemotzt, warum ich immer so schnell hochgehe. Und ganz normal ist das doch auch nicht...
    Obwohl ich da absolut bei mir bin und ich auch gefühlstechnisch absolut „im Recht bin“ nagt das wochenlang an mir, doch falsch zu sein, falsch reagiert zu haben, zu empfindlich bin usw…
    Ich kannte das bei mir auch. Ich konnte - wenn überhaupt nur etwas entgegnen, wenn das Fass überlief. Und dann habe ich oft extrem (für die Anderen) reagiert, die ja nicht wussten, wie lange mich schon etwas gestört hat.

    Heute ist das anders. Wenn mich etwas stört und die Beseitigung dieser Störung mir (!) wichtig ist, dann schlafe ich i.d.R. zunächst eine Nacht darüber und spreche dies danach ruhig an. Anfangs hatte ich dabei extremes Herzklopfen und auch heute ist es nicht immer einfach. Aber der Erfolg gibt dieser Methode Recht!

    Fang an, das zu üben. Du hast hier ja schon einige Tipps bekomnmen. Man kann - zum Glück - alles lernen, wenn man es möchte. Zwar ist das nicht immer einfach, aber jedes Erfolgserlebnis wird dich bestärken, weiterzumachen.
    Die Größe eines Menschen ist daran zu erkennen, wie er Geschöpfe behandelt, von denen er keinen Vorteil zu erwarten hat
    (Teddy, Polizeihund in Berlin)

Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •