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    Beziehungsmuster

    Hallo an alle

    Ich habe schon einen kurzen Beitrag im "Psychologie"-Unterforum veröffentlicht, weil ich einen Therapeuten suche. Aber ich dachte, es wäre bestimmt eine gute Idee, meine Probleme in einem separaten Thread zu posten, in der Hoffnung, dass es Leute gibt, die Tipps haben oder denen es ähnlich geht.

    Im Prinzip läuft bei mir alles gut, nur die Partnerschaften nicht. Ich bin 33 und gefühlt immer wieder in der gleichen Beziehung, nur mit anderen Männern. Da ich mich in meiner Freizeit viel mit Psychologie und Lebenshilfe beschäftige, bin ich natürlich schon auf mögliche Ursachen meiner Probleme gestoßen und habe einiges erkannt. Dennoch kann ich aus eigener Kraft diese Muster nicht sprengen. In meinem Freundeskreis gibt es nur eine weitere Single-Frau (die allerdings freiwillig Single ist), der Rest besteht aus Pärchen und mir fehlt einfach ein wenig der Austausch mit Frauen, denen es vielleicht geht wie mir.

    Ich bin mit einem sehr abweisenden Vater aufgewachsen, der sich nicht für mich interessiert hat. Es gab keine Gespräche, Unternehmungen, Umarmungen, nichts. Materiell fehlte es an nichts, auch wurden viele Reisen unternommen, das war es aber auch schon. Er dominierte unsere Familie mit seinen Wünschen und Launen. Er ist regelmäßig "ausgetickt" (brüllen, Dinge werfen, drohen) und meine Mutter ließ es einfach immer zu, obwohl ich mich auch daran erinnere, dass die beiden oft Streit hatten (meist ging es ums Geld). Meine Mutter hat mir viel ermöglicht und wir können über vieles reden, aber auch sie war emotional eher abweisend. Ich erinnere mich, dass ich mich mit meinen Sorgen und Gefühlen immer alleine gefühlt und für sie Scham empfunden habe. Ich wurde als Schülerin gemobbt, wenn ich weinend nach Hause kam, hieß es zum Beispiel nur, dass sich das von alleine regelt, wenn wir älter sind. Niemand hörte mich richtig an, meist gab es nicht mal Blickkontakt, wenn ich erzählte, keine Umarmung, kein Trost, manchmal sogar genervtes Augenrollen. Mein Vater drohte mir oft mit Dingen, die völlig abstrus waren ("Wenn ich dich mal dabei erwische, dass du Drogen nimmst, schmeiße ich dich raus, weil du mich dann mit Sicherheit beklauen wirst" - da war ich 10 und wusste nicht mal, was Drogen genau sind. Bis heute habe ich niemals welche genommen. Aber ich fühlte immer diese Angst, etwas falsch zu machen oder bestraft zu werden.)
    Meine Eltern haben sich getrennt als ich Teenager war, er hat meine Mutter um Geld, aber auch mit anderen Frauen betrogen.

    Nun finde ich mich immer in Beziehungen mit Männern wieder, die sehr egoistisch sind, abweisend, kühl/emotional auf Distanz gehend, teilweise auch beleidigend werden und nie vernünftig mit mir sprechen/Dinge klären. Nur läuft das alles meist extrem subtil ab und obwohl ich im Bauch merke, dass etwas nicht stimmt, lasse ich mich auf die Beziehungen ein. Es endet immer damit, dass ich plötzlich verlassen werde. Dabei fühle ich mich von Männern angezogen, die eher unauffällig und nett wirken, teilweise auch etwas "schwach", hatte Verständnis für allerlei Baustellen (momentan arbeitslos z.B. oder jemand in meinem Alter, der noch keine Freundin hatte), habe aber durchaus auch beruflich sehr erfolgreiche Männer gedated, die auch schon lange Beziehungen hatten. Am Anfang werde ich immer extrem umworben, umschmeichelt, es wird sich Mühe gegeben, die Männer sind "hin und weg" (obwohl ich natürlich weiß, dass ich nicht perfekt bin oder aussehe wie ein Model). Ich bin eigentlich auf den ersten Blick sehr locker und witzig, offen, weit gereist, erfolgreich. Probleme, jemanden kennenzulernen habe ich nicht. Aber irgendwann kommt immer dieser plötzliche Umschwung und die Männer finden plötzlich 100 Dinge an mir nicht mehr schön/interessant, werden abweisend, spielen Spielchen, werden beleidigend, rasten aus (auch das gab es schon)... Oder machen wie aus dem nichts Schluss.
    Wenn ich ruhig und sachlich sage, was mich stört, werde ich belächelt oder ignoriert. Meist ist der Wunsch, dass ich einfach Ruhe gebe und ich habe das leider häufig auch gemacht.

    Ich könnte mich ja spätestens dann entfernen, aber ich erkenne nie, wo meine Grenzen sind, wo jemand Grenzen überschreitet, was ok ist und was nicht. Mir fehlt das Vertrauen in mich und meine Gefühle. Ich schäme mich teilweise sogar für ganz normale Gefühle. In Beziehungen fühle ich mich oft alleine. Benimmt sich der Mann daneben, verzeihe ich es sehr schnell und finde Erklärungen und gebe oft mir die Schuld.

    Ich will gar keinen Roman schreiben, tut mir leid! Aber vielleicht hat jemand von Euch Tipps, wie man Beziehungsmuster ändern kann, warum es bei mir immer genau gleich abläuft, ob eine Therapie helfen kann und und und.

    Freue mich auf Austausch!
    Moin

  2. Inaktiver User

    AW: Beziehungsmuster

    Zitat Zitat von moin2017 Beitrag anzeigen

    Nun finde ich mich immer in Beziehungen mit Männern wieder, die sehr egoistisch sind, abweisend, kühl/emotional auf Distanz gehend, teilweise auch beleidigend werden und nie vernünftig mit mir sprechen/Dinge klären. Nur läuft das alles meist extrem subtil ab und obwohl ich im Bauch merke, dass etwas nicht stimmt, lasse ich mich auf die Beziehungen ein.
    :
    Hallo,
    mir geht es ähnlich wie dir, d.h. die Sache mit den Grennzen. Bin 20 älter, hatte aber nur wenige Beziehungen, da lange verheiratet. Im Moment möchte ich aus genau diesem Grund keine Beziehung mehr.
    Dir würde ich raten auf dein Bauchgefühl zu hören, wenn es dich warnt. Dich zu fragen, WARUM du dich trotzdem auf den Mann einlassen tust. Für mich lesen sich deine Beziehungensanbahnungen an, als ob da ganz passiv bist und genauso empfindet das dein Gegenüber. Wenn er dann feststellt, dass du doch nicht so bist, hat er keine Lust mehr.
    Kannst du denn genau benennen, was dich stört?

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    AW: Beziehungsmuster

    Moin moin2017,

    Du liest Dich bei allem recht klar und sortiert.

    Vielleicht schaffst Du es, Dich in den Momenten, wo Du merkst, es verändert sich etwas zu Deinen Ungunsten (Stichwörter Abweisung, Spielchen, Beleidigungen) neben Dich zu stellen, und das Geschehen aus der Sicht einer liebenden Mutter/Schwester/Freundin zu betrachten, die Dich um Rat gefragt hat? Kann die liebe Person Dich dann fragen, was mit Dir los ist? Kann sie einen Rat aussprechen? Den Du dann wieder bedenkst und eventuell umsetzt?

    Mir hilft so ein bewusst herbeigeführter Perspektivwechsel ungemein, wenn ich mich bei Menschen schlecht oder unsicher fühle, oder mich ärgere.
    Viele Grüße vom Limonadenbaum

    "Lass Dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!"
    - Astrid Lindgren -

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    AW: Beziehungsmuster

    Moin Moin,
    ja, das alles kommt mir sehr bekannt vor. Spätestens nach den ersten Beziehungsflops in ganz jungen Jahren stellte ich mir immer wieder ähnliche Fragen.
    Mit Ausnahme meiner langjährigen Ehe zog sich ein sehr ungutes Muster durch all meine Beziehungen, obwohl meine Männer völlig unterschiedlich waren.
    Die Frage nach meinem Beuteschema (Ähnlichkeit mit meinem Vater…) fand ich zunächst zwar ganz erhellend, aber irgendwie nie ausreichend.
    Dann las ich Jean C. Jenson "Die Lust am Leben wieder entdecken: Eine Selbsttherapie" und dort fand ich Antworten und Anregungen zur Reflexion meiner Anteile an diesen unguten Mustern.
    Jensen zeigt auf, wie wir unsere kindlichen Erfahrungen in Liebesbeziehungen reinszenieren. Schon anhand unserer Wortwahl lässt sich identifizieren, wann wir in einem kindlichen "Modus" sind: "Er hat mich verlassen" vs. "Er hat sich von mir getrennt.". "Ich bin total verzweifelt" vs. "Ich bin sehr traurig/enttäuscht."

    Ich hatte nie wieder ein Buch in Händen, das ich so hilfreich empfunden habe.

    Zu Deiner Frage nach einer Therapie:
    Meiner Meinung nach hängt der Erfolg einer Therapie in erster Linie von der Wahl der passenden Person ab.
    Es gibt einen relativ neuen Therapieansatz, der bei dieser Art von Problemen sehr vielversprechend ist: Schematherapie.
    In Deutschland wird sie immer in einem Atemzug mit Borderline genannt. Sie wurde aber nicht für Borderliner "erfunden", sondern für Probleme, die mit dysfunktionalen kindlichen Mustern zusammenhängen.

    Viel Erfolg
    Lea

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    AW: Beziehungsmuster

    In Deinem speziellen Beziehungsmuster finde ich mich zwar nicht wieder, aber generell merke ich auch, dass immer wieder dasselbe Muster abläuft. Bei Männern, die mich interessieren, werde ich stocksteif, mein Selbstwertgefühl verkrümelt sich unter dem nächsten Teppich und ich versuche mir nicht anmerken zu lassen, dass mir die Männer gefallen. Versuche mich betont sachlich und kumpelig zu geben. Ergebnis: Die Männer finden mich maximal nett, ein Beziehungsinteresse kam nie auf.

    Extrem anfällig bin ich für Männer, die mich als Affaire wollen und mich deshalb umgarnen. Deren Aufmerksamkeit sauge ich auf wie ein Schwamm. Ich finde sie zwar meist nicht anziehend und schonmal gar nicht verursachen sie Herzklopfen oder Schmetterlinge bei mir, aber alleine die Tatsache, dass mir eine männliche Person (vermeintliche) Aufmerksamkeit als Frau widmet, reicht, um mich "einzufangen".

    Verstehe ich mich mal mit einem mir wohlgesonnenen Mann richtig gut, ohne jedoch sexuelle Anziehung zu spüren, leide ich unheimlich, wenn er nur Freundschaft will. Ich würde sofort eine Beziehung zu ihm eingehen, egal ob da von meiner Seite mehr ist oder nicht.

    Überflüssig zu sagen, dass ich noch nie eine klassische Beziehung im Sinne von "beidseitig verliebt" hatte.

    Alles in allem sehr kranke Verhaltensmuster, die natürlich ihren Ursprung in der Kindheit haben. Vater früh weg durch Scheidung, immer ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihm gehabt. Mutter extrem misstrauisch und negativ eingestellt gegenüber Männern.

    Ändern kannst Du nur selber etwas, indem Du Deine eigenen Verhaltensweisen reflektierst und bei Deinen Handlungen wirklich bei Dir bleibst, anstatt immer zu überlegen, wie gewisse Handlungen beim anderen ankommen würden. Das ist aber ein langer und steiniger Weg. Jetzt mit Mitte 40 fange ich langsam an, dahinterzukommen.

    Ich mache seit einem guten Jahr wieder Therapie (die zehnte?) und habe zum ersten Mal das Gefühl, dass ich anfange, die Zusammenhänge zu verstehen. Erstaunlicherweise weniger durch irgendwelche Tipps der Therapeutin (oder merke ich das nur nicht?), sondern durch eigene Überlegungen.

  6. Inaktiver User

    AW: Beziehungsmuster

    Hallo moin2017,

    interessiert er dich noch, dein Strang? Weil der "Austausch", den du dir wünschst, ja auch bedeutet, dass die Fragen, die aufkommen, diskutiert/beantwortet werden...

    Hm, zu deinem Thema: ich denke, eine Analyse des Beziehungsthemas geht sowohl mit als auch ohne Therapeut. Ohne ist es halt etwas aufwändiger, weil man sich das psychologische Wissen anlesen muss.

    Bindungstheorie – Wikipedia

    Und dann kann man eben tiefer einsteigen. Und sieht recht schnell, dass frühkindliche Prägung sehr schwer allein änderbar ist. Nicht unmöglich, aber eben schwer. Ein Therapeut kann helfen. Und wenn es auch nur darauf hinausläuft, sich selbst besser zu kennen, Alarmsignale schädlicher Beziehungsmuster schneller zu erkennen und sich in Sicherheit zu bringen...

    Vielleicht hilft dir sogar ein wenig die BriCom dabei:

    Mr. Mc Münchhausen



    Viel Glück.
    Geändert von Inaktiver User (10.09.2017 um 07:56 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Beziehungsmuster

    Hallo liebe Moin,

    ich habe - auch weil ich hier eine sehr gute und kompetente Therapeutin auf diesem Gebiet gefunden habe - sehr gute Erfahrungen mit der Schematherapie gemacht, eine, bzw. die vielleicht tiefenpsychologischste Form der Verhaltenstherapie, also kassenzugelassen. Google das einfach mal und als Buchempfehlung dazu "Sein Leben neu erfinden" von Jeffrey Young - ich habe mir das selbst vor einigen Wochen bestellt; ich kenne zwar die Schemata mittlerweile und hatte mir das Buch zu Beginn der Therapie von meiner Therapeutin schon mal ausgeborgt und quasi inhaliert, aber es liest sich so tröstlich und ist vor allem auch ein Praxisbuch und trotz des höheren Preises (für mich jedenfalls) jeden Cent wert, das ich nicht in meinem Regal missen möchte.

    Alles Liebe dir
    Panamissy

  8. User Info Menu

    AW: Beziehungsmuster

    Danke an alle, die hier geantwortet haben Ich bin froh, dass ich nicht alleine bin und es der richtige Ansatz ist, bei meinen frühkindlichen Mustern zu schauen. Danke auch für die vielen Buchtipps, ich habe mir alle notiert.

    Panamissy, das Buch habe ich tatsächlich schon einmal gelesen, es hat mir damals die Augen geöffnet und mich zum ersten Mal begreifen lassen, warum ich wie handle. Leider merke ich, dass ich alleine (noch) nicht so gut aus den Mustern ausbrechen kann.

    Freunde helfen mir dabei, Warnsignale schneller zu erkennen, aber das Thema sitzt so tief, dass ich mich zu "gesünderen" (für mich gesünder) Männern gar nicht erst hingezogen fühle. Es ist schwer zu erklären. Eine Mischung aus familiärem Gefühl ("Ach, das kenne ich schon, damit kann ich umgehen") und einer riesigen Portion "Der wird mich nicht verlassen, da....". Hinzu kommt das Bedürfnis, einen Mann aufwerten zu wollen, was ziemlich bescheuert klingt, wenn man bedenkt, dass es um mein Selbstbewusstsein nicht sehr gut bestellt ist. Ihr seht schon, richtig gut beschreiben kann ich das alles nicht, was da so in mir vorgeht.

    Es wundert mich einfach, dass ich unbewusst immer Männer suche, die mich (zuerst) als "zu gut für sie" betrachten, die meist noch nicht angekommen sind, wo sie hinwollen und die mich dann irgendwann "ausspucken". Fast so, als würden sie den Respekt verlieren oder denken, es könnte was mit mir nicht stimmen, weil ich mir jemanden ohne Job ausgesucht habe oder oder oder. Oder sie denken plötzlich, sie könnten jemand Besseren haben, sobald sie X oder Y erreicht haben. Dann denke ich manchmal "Wow, jahrelang interessiert sich keine Frau für dich und nach mir denkst du jetzt, du könntest Germany's Next Topmodel daten?". Das erscheint mir so verzerrt, da ich auf der einen Seite wohl möchte, dass man mich bewundert, mich als etwas Besonderes sieht, andererseits bin ich unsicher und extrem kritisch mit mir, gerade, was mein Aussehen betrifft.

    Kann es denn sein, dass viel auch mit der Rolle der Mutter zu tun hat? Meine Mutter war (und ist) sehr beliebt, sah als junge Frau wahnsinnig gut aus, war begehrt, talentiert. Noch heute ist sie sehr schön, hat eine tolle Ausstrahlung, ist lustig und nett und kommt bei Menschen gut an. Sie hat sich damals meinen Vater rausgesucht, der eher unscheinbar war, egoistisch, eingebildet, (noch) erfolglos, nicht so beliebt.. Die Ehe war eher kühl, distanziert, alles lief nach dem Willen meines Vaters, wir alle haben seine "Ausraster" gefürchtet. Will ich unbewusst die Rolle meiner Mutter einnehmen und einen Mann, der ähnlich wie mein Vater ist, dazu bringen mich und somit auch meine Mutter besser zu behandeln?

    Lalapanzi, hast du Tipps in Sachen Therapie/Therapeutensuche? Die Frau, die mich beraten und analysiert hat, nimmt leider keine weiteren Patienten auf und ich suche bisher erfolglos nach jemandem, bei dem ich mich wohl fühle, der Zeit & freie Therapieplätze hat (auch leider ein Faktor).

    lea_rose, oh ja, die Wortwahl spielt definitiv eine große Rolle, daran habe ich auch viel erkannt. Bei mir ist es immer so, dass ich eher die passive Rolle einnehme. Und es ist viel "überdimensionaler" Kummer dabei: "Niemand liebt mich", "War ja klar, dass du wieder verlassen wirst", "Bei allen klappt es, nur bei dir nicht". Vielleicht wäre auch die Heilung des inneren Kindes noch ein guter Ansatz. Hast du dich damit schon beschäftigt?
    Ich fühle mich oft als Erwachsene so, wie ich mich als kleines Mädchen gefühlt habe. Ich glaube, ein großer Faktor ist, dass ich als Kind mit meinen Problemen umgehen sollte wie ein Erwachsener. Dadurch habe ich nie gelernt richtig zu leiden, in den Schmerz zu gehen, mit dem Wissen, dass jemand da ist, der mich auffängt. Damals haben auch meine "Fantasiewelten" begonnen. Ich habe immer Tagträume von meinem "großen Comeback" gehabt. Auf der einen Seite gibt das Kraft, auf der anderen Seite ist es immer noch passiv, da ich auf einen "Retter" warte und darauf, dass alle widrigen Umstände sich ändern. Dabei genüge ich alleine, so wie ich bin, auch wenn nicht alles perfekt ist.
    Es ist kein leichter Weg, aber ich will ihn gehen.

    Freue mich auf mehr Austausch und Eure Erfahrungen!

    PS: Lese mich gerade in die Bindungstheorie ein. SEHR interessant!

  9. User Info Menu

    AW: Beziehungsmuster

    Zitat Zitat von moin2017 Beitrag anzeigen

    lea_rose, oh ja, die Wortwahl spielt definitiv eine große Rolle, daran habe ich auch viel erkannt. Bei mir ist es immer so, dass ich eher die passive Rolle einnehme. Und es ist viel "überdimensionaler" Kummer dabei: "Niemand liebt mich", "War ja klar, dass du wieder verlassen wirst", "Bei allen klappt es, nur bei dir nicht". Vielleicht wäre auch die Heilung des inneren Kindes noch ein guter Ansatz. Hast du dich damit schon beschäftigt?
    Ich fühle mich oft als Erwachsene so, wie ich mich als kleines Mädchen gefühlt habe.
    Ja, ich habe mich mit verschiedenen Ansätzen der Arbeit mit dem inneren Kind beschäftigt. Die Schematherapie arbeitet mit inneren Kindern (dem verletzten, dem wütenden, dem impulsiven und dem glücklichen Kind…). Noch vor ein paar Jahren haben viele Therapeuten die Nase gerümpft über die Arbeit mit dem inneren Kind. Das hat sich mit dem großen Erfolg der Schematherapie geändert.
    Was ich großartig an diesem Ansatz finde ist, dass Du relativ schnell lernst, zu erkennen, wenn Du in einem "Kindmodus" unterwegs bist und Deinen "Erwachsenenmodus" stärken kannst.

    Bei mir war es so, dass ich in Liebesbeziehungen ständig in einen Kindmodus (verletztes Kind, Angst vor dem Verlassenwerden) umgeschaltet habe, während ich im Rest meines Lebens ziemlich tough und unabhängig bin. Liebesbeziehungen haben mich immer mit ganz tief liegenden Verletzungen konfrontiert und mancher Mann war einfach nur Statist in meiner ganz eigenen (Re)Inszenierung meiner Beziehungen zu meinen Eltern.

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Muster Deiner Beziehungen etwas damit zu tun hatten, dass die Männer irgendwann Deine Bedürftigkeit gespürt haben. Dass sie im Verlauf eine Art Switch von der ursprünglich starken (scheinbar überlegenen) Frau zu einer emotional bedürftigen (schwachen) Frau wahrgenommen haben.

    In jungen Jahren gab es unter meinen Freundinnen einen running-gag bez. meines "Beuteschemas": Verkrachte Existenzen, verkannte Genies, heimliche (verarmte) Söhne griechischer Reeder, Schafhirten in den Pyrenäen… Wo meine Freundinnen abgewunken haben, wurde es für mich erst interessant. Je härter die Nüsse, an denen ich mir die Zähne ausbeissen musste, desto reizvoller…
    Geändert von lea_rose (11.09.2017 um 22:31 Uhr)

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    AW: Beziehungsmuster

    Oh wow, damit kann ich mich auch gut identifizieren. Und ich musste wirklich lachen, denn auch bei mir gibt es diesen running gag Je verkorkster und "unattraktiver", desto interessanter für mich. Die Beispiele ("heimlich verarmte Söhne griechischer Reeder" etc.) ist total lustig Hast du rausfinden können, wieso du dich so zu diesen Männern hingezogen fühlst?

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