Ja, ich denke, das habe ich inzwischen rausgefunden. Hatte natürlich mit bekannten/erlernten Mustern zu tun, die ich in diesen Beziehungen wiederholen konnte. Diese Männer ähnelten in erster Linie meinem Vater bzw. gingen mit mir um, wie mein Vater. Der forderte viel und gab wenig. Er zog sein Ding durch (die Welt zu retten) und ich ruderte wie blöd, um von ihm wahrgenommen zu werden.
Männer, die mich umwarben, seriös, verbindlich und freundlich waren, brachten mich zum Gähnen. Mein langjähriger Ehemann war da eine Ausnahme (Gott sei dank! Wer weiß, wohin ich irgend einem von ihnen sonst gefolgt wäre...).
Mein schädlichstes Muster allerdings war, dass ich mit meiner Aufmerksamkeit in Beziehungen nicht bei mir bleiben konnte. Ich war mit meinen Antennen immer beim Anderen. Und das hat sicherlich mit meiner Mutter zu tun, die immer alle Aufmerksamkeit einforderte. Die jeden dazu brachte, auf Zehenspitzen um ihre Stimmungen herumzuschleichen.
Seit meiner letzten Trennung versuche ich, mit meiner Energie nur noch bei mir zu sein - mich selbst "satt" zu machen. Die Beschäftigung mit all diesen Fragen hat bei mir nämlich die Frage aller Fragen aufgeworfen: Kann ich überhaupt lieben oder geht es mir nur ums Geliebtwerden? Es spricht viel für Letzteres, denn ein Mann, dessen Liebe ich einfach so geschenkt bekam, war für mich immer uninteressant. Während diejenigen, für deren Liebe ich rudern musste, mich kickten. Was sich so unglaublich lebendig und spannend anfühlte, war (glaube ich heute) nicht Liebe.
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Ergebnis 11 bis 20 von 26
Thema: Beziehungsmuster
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12.09.2017, 16:51
AW: Beziehungsmuster
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13.09.2017, 12:48
AW: Beziehungsmuster
Liebe Moin,
ich kann dein Schreiben gut nachvollziehen und habe mich mit meinen eigenen destruktiven Beziehungsmustern - mittlerweile erfolgreich - auseinandergesetzt - wobei ich natürlich immer noch am Weg bin, Babysteps.
Wie du eh weißt, fühlst du dich in emotional distanzierten, kalten, unberechenbaren und unverlässlichen Gefühlsatmosphären "daheim". Das kennst du von früher. Du inszenierst es erneut, um den Verlauf zu ändern und zu heilen. (D. h., deine Eltern, deine Kindheit nachträglich zu heilen /umzuschreiben.) Bei deinen Schilderungen denke ich, dass du auch etwas Männerfeindlichkeit mitbekommen hast - die fast unbewusste Verachtung und Geringschätzung von Männern, ev. von deiner Mutter, die das latent in sich trug.
Wichtig ist für dich, DICH selbst zu heilen und deine innere Beziehungslandschaft - dann wirst du im Außen automatisch andere Männer anziehen bzw. dich von den bisherigen Typen nicht angezogen fühlen.
Das kleine Mädchen in dir und die Frau suchen Liebe. Die haben so ein großes, schwarzes Loch in sich, sind so voller Tränen, Trauer und Wut über die jahrelange Behandlung und das Fehlen von Liebe. Es wäre dir zugestanden, Moin, das fühlst du ganz genau, deine Eltern konnten es dir nur einfach nicht geben.
Du kannst es dir jetzt geben. Du selbst - DIR selbst. Ich möchte dir erzählen: Ich traf jahrelang auf Männer, die mich permanent verlassen haben. Alle drei Tage war Schluss. ich hatte so große Angst davor und habe mir das ununterbrochen wieder inszeniert. Mein Selbstwertgefühl war am Boden, aber das war noch das geringste an den Nebenwirkungen.
Ich habe mich dann - u a nach der Lektüre des Buches "Sich einlassen und Loslassen" von Verena Kast - ganz eingelassen auf meine Traurigkeit, Verzweiflung, mein Scheitern, meine Enttäuschung. ich habe das, was ich immer verhindern wollte, umarmt - verstehst du? ich konnte das Muster nie lösen, weil ich wie ein Hase vor dem Fuchs davon gerannt bin und VERMEIDEN wollte. Ich bin stehen geblieben, habe mich umgedreht und gesagt: Ich akzeptiere jetzt das, was ich am meisten fürchte und fliehe, als Teil des / meines Lebens.
Nacht für Nacht habe ich geweint und mich selbst getröstet. Mich in den Arm genommen, buchstäblich, gesagt, wenn dich alle verlassen, kleine Lil, dann bin ich, große Lil, immer noch da für dich. Habe mir bewusst gesagt: Du brauchst nicht gewürdigt, wertgeschätzt, bestätigt, bejaht werden von diesem Mann oder anderen Männern oder irgendjemandem. Ich, große Lil, würdige dich, bejahe dich, wertschätze dich, stehe an deiner Seite.
Das klingt jetzt furchtbar doof, aber ich schwöre dir, die beiden Maßnahmen hatten Wirkung. Vielleicht kannst du etwas damit anfangen und eine Analogie zu dir und seinen Mustern bilden.
Von herzen alles Gute!
Lil

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13.09.2017, 16:28
AW: Beziehungsmuster
Lil, was für ein mutmachender, warmherziger Beitrag

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14.09.2017, 16:10
AW: Beziehungsmuster
Das Problem hatte ich früher auch, aber haargenau ;).
Nach zwei gescheiterten Beziehungen dieser Art begab ich mit in psychotherapeutische Behandlung. Auf meine Frage an die Therapeutin, warum ich mir immer solche Männer aussuche, antwortete sie, dass ich meinen Vater suchen würde. Hab ich erst nicht verstanden, denn mein Vater war zwar lieb und nett aber eben völlig ungeeignet für das Leben an sich und ein Trinker. So jemanden suchte ich wirklich nicht. Daraufhin meinte sie, ich würde eigentlich meinen Wunschvater suchen als Partner, aber da ich ja nun mal nur diesen einen nicht gerade idealen Vater kennen würde, nämlich meinen, würde ich unbewusst immer wieder in dieses Muster hineingehen, weil ich das kenne.
Nachdem ich mir das bewusst gemacht habe, habe ich angefangen Männer zu daten, nur um mich mit Ihnen irgendwo zu treffen, was zu trinken und zu reden und herauszufinden, wie sie so ticken. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, emotionale Distanz zu halten, keine neue Beziehung anzufangen, einfach nur trainieren, nicht wieder auf solche Schwätzer hereinzufallen. Das hört sich leicht an, war aber ein hartes Stück Arbeit. Nun, ich bin meinem Vorsatz nicht ganz treu geblieben. Am Ende dieser drei Monate dauernden Phase habe ich meinen späteren Mann kennengelernt, aber da konnte ich die Spreu vom Weizen schon ganz gut trennen und Männer wie ihn hätte ich früher gar nicht zur Kenntnis genommen. Er ist das genaue Gegenteil von allen früheren Partnern. Mittlerweile sind wir seit fast 15 Jahren verheiratet und immer noch sehr glücklich.It`s not only fine feathers that make fine birds.
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14.09.2017, 16:39
AW: Beziehungsmuster
Danke für deinen Beitrag! So ähnlich geht es mir auch und ja, du hast recht, ich denke, als Liebe kann man das nicht wirklich bezeichnen. Ich versuche gerade in meinem Kopf eine Erklärung für meine Partnerwahl und Parallelen zu meinem Elternhaus zu finden, denn bei einigen meiner gescheiterten Beziehungen ist es für mich noch nicht so klar.
Ein aktuelles Beispiel war, dass ich jemanden über das Internet kennengelernt habe, der im Ausland lebt. Wir haben uns nicht übers Online-Dating kennengelernt, sondern über ein Forum, da wir ein gemeinsames Hobby haben. Zuerst war es nur Austausch, ganz nüchtern. Irgendwann fand er dann (warum auch immer), dass ich mit ihm flirten würde, was nicht stimmte. Er brach den Kontakt ab. Wenige Wochen später schrieben wir nochmal, wieder nur sachlich und nüchtern. Daraus entwickelte sich langsam eine Freundschaft, dann irgendwie "mehr", so weit man das sagen kann, wenn man auf unterschiedlichen Kontinenten lebt. Er wollte mich letzten Monat, nach monatelangem Schreiben, besuchen, es war alles geplant. Dann sagte er plötzlich alles ab, brach den Kontakt ab, er "fühle nichts mehr" und "die Distanz sei zu groß". Weder Freunde, noch Familie haben verstanden, wieso ich überhaupt mit ihm schreibe, skype usw., da er ein 32jähriger "Mann" ist, der seit Jahren nicht arbeitet, weil er auf seinen Durchbruch als Autor wartet (das Buch muss erst noch geschrieben werden!). Er lebt bei den Eltern, hatte noch nie eine Beziehung, war aber sehr anspruchsvoll, was das Aussehen anging. Er fand mich klasse und hübsch und witzig und ich habe all die Warnzeichen ausgeblendet, weil ich das "Bedürfnis" hatte (ganz tief innen, sicherlich nicht vom Verstand her), ihn trotz dieser Punkte zu mögen und zu unterstützen. Ich mochte die Romantik an der Sache und habe mich in dieses "Das muss einfach vorbestimmt sein" hineingesteigert. Im Endeffekt lief es wie immer: ich wurde irgendwann, von einer Sekunde auf die andere abserviert.
Und hier auch wieder das Muster: bisher hatte er keinen Erfolg mit Frauen, beruflich hat er nichts auf die Reihe bekommen, er lebt auf Kosten der Eltern.. und nun, nachdem er ein paar Monate auf der "Beziehungswelle" mit mir geritten ist, ist er plötzlich aktiver, hat neue Freunde auf Facebook, usw. (Ich gucke inzwischen nicht mehr, da es mich nur runterzieht). Ich weiß, es klingt furchtbar kindisch und einer Frau Anfang 30, die mitten im Leben steht, beruflich Erfolg hat usw., nicht würdig, aber diese Art Muster zieht sich durch all meine Beziehungen (auch wenn ich vorher echte Beziehungen hatte, mit Männern, die arbeiten und schon Freundinnen hatten). Ich werde "gehyped", bin super verständnisvoll, usw... und dann ist es vorbei und der Mann hat scheinbar ein besseres Leben als zuvor (zumindest wirkt es auf mich jedes Mal so). Ich fühle mich irgendwie ausgesaugt und durch mein inneres Kind knabbere ich sogar an diesem "virtuellen" Beziehungsende seit Wochen. Das ist doch verrückt. Meine Freunde haben mich natürlich alle vor ihm gewarnt. Nicht, weil er nicht nett war, sondern einfach von Beginn an völlig beziehungsunfähig und alle haben kommen sehen, dass er den Besuch in Deutschland nicht durchziehen wird.
Ein Beispiel von mehreren, das sicher extrem ist durch die Tatsache, dass wir uns nie begegnet sind.
Aber welche Art Muster ist das? Schwache Männer? Der Wunsch, jemanden zumindest anscheinend zu "beleuchten"? Fantasie vs. Realität? Auch er war wieder ein Mann, der nach Impuls gehandelt und egoistisch war, nicht streiten konnte und dem vieles nicht gut genug war ("Ich habe Frauen immer abgelehnt in der Vergangenheit, weil sie nicht perfekt für mich waren"). Habe ich das Bedürfnis, jemanden, der zu hohe Ansprüche hat, diesen aber selbst gar nicht gerecht wird, für mich zu gewinnen? Das erinnert nämlich schon an meinen Vater. Er hat oft herablassende Kommentare über Frauen abgegeben, sich über meine Weiblichkeit lustig gemacht (Witze, wenn ich meine Tage hatte, blöde Kommentare zu meinen ersten Make-Up-Versuchen etc.), fand sich selbst aber wahnsinnig toll. Will ich es nun schaffen, jemanden dazu zu bringen, mich zu lieben, der meinem Vater ähnelt?
Ich weiß es nicht.
Fakt ist, dass auch mein Vater völlig überzogene Bilder von sich selbst hatte.. und ich habe ihm das geglaubt, auch wenn die Realität anders war. Ich wollte wohl irgendwie, dass mein Vater so toll ist, wie er selbst behauptet, denn dann hätte es in meinem kindlichen Verstand Sinn gemacht, dass er sich so verhält. Vielleicht ist das die Parallele zu heute?
Die Geschichte ist mir schon sehr peinlich
Aber ich schreibe sie auf, um (auch für mich) klarer zu sehen. Jedes Feedback ist willkommen
Geändert von moin2017 (14.09.2017 um 16:51 Uhr)
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14.09.2017, 16:43
AW: Beziehungsmuster
Was ein wunderschöner Beitrag, liebe Lil! Das klingt überhaupt nicht doof, sondern nach etwas, das ich auch tun muss. Ich muss der kleinen "Moin" in mir die Liebe geben, die sie nicht bekommen hat oder zumindest nicht so, wie ich es gebraucht hätte. Ich habe mir immer jemanden gewünscht, der meine Gefühle ernst nimmt, mich tröstet und aufbaut, aber vielleicht muss ich das für mich sein. Dein Beitrag hat mir viel Mut gemacht, vielen Dank!
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14.09.2017, 16:47
AW: Beziehungsmuster
@Loinette
Danke für deinen Beitrag! Es freut mich, dass du mit Hilfe der Therapie etwas bewegen konntest und toll, dass du sogar so schnell deinen jetzigen Mann gefunden hast
Eine Bekannte von mir (wir haben inzwischen aber nicht mehr allzu viel Kontakt) meinte einmal, dass sie auch eine Therapie gemacht hat, um nicht immer in katastrophalen Beziehungen zu landen. Sie meinte, man fängt unterbewusst schon recht bald an, andere Männer anzuziehen bzw. die Falschen abzustoßen, das würde ganz subtil passieren. Sie hat auch innerhalb einen Jahres nach Therapiebeginn ihren jetzigen Mann kennengelernt. Auch er ist das totale Gegenteil zu den Männern, die sie davor hatte.
Ich danke dir also dafür, dass du bestätigt hast, dass eine Therapie und "An sich arbeiten" wirklich etwas bringt!
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14.09.2017, 18:45
AW: Beziehungsmuster
Ein paar Ideen/Bilder habe ich schon zu Deinen Beschreibungen. Ich zähle einfach mal auf, was mir durch den Kopf geht, vielleicht passt ja irgendwas für Dich?
-Die Männer laben sich an Dir und Du bleibst "verbraucht" zurück.
-Ihre Messlatte hängt hoch und Du passt Dich an.
-Dein eigener Anspruch/Deine Bedürfnisse sind nachrangig. Du schaust auf sie und sie schauen auf sich.
-Da ist keine Augenhöhe.
-Vielleicht gibt Dir ihre anfängliche Unterlegenheit Sicherheit?
-Du wünscht Dir jemanden, der Deine Gefühle ernst nimmt, Dich tröstet und aufbaut, aber Du suchst jemanden, den Du trösten und aufbauen musst. Als müsstest Du Dir das, was Du Dir wünscht, erst mühsam erarbeiten. Als müsstest Du in Vorleistung gehen, bevor Du "ernten" darfst. Nur erntest Du nie, sie rennen vorher weg.
Aus solchen Mustern kann man ja Glaubenssätze über sich selbst ableiten und schauen, woher die kommen und ob man die heute wirklich noch in seinem Leben haben will.
Also z.B. in Deinem Fall: Ich muss mir Liebe erarbeiten...
Ich habe die ganze Zeit ein Bild vor Augen: Ich sehe Dich in der Tür zu einem Raum stehen, in dem es zwei Tische gibt: Einer ist reichlich gedeckt mit dampfenden Suppen und leckerem, gesunden Essen, schönem Geschirr und einem bequemen Stuhl.
Der zweite muss erst geputzt und gedeckt werden und auch die Speisen müssen erst zubereitet werden.
Du setzt Dich nicht an den gedeckten Tisch, Du krempelst erstmal die Ärmel hoch und machst Dich an die Arbeit….
Das klingt alles ganz schön nach vonhintendurchdiebrustinsaugemäßiger Bedürfnisbefriedigung :-).Geändert von lea_rose (14.09.2017 um 19:00 Uhr)
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14.09.2017, 19:34
AW: Beziehungsmuster
Ich finde es oft hilfreicher, "Muster" im Kleinen zu suchen ("was geschieht in dem Augenblick, wenn. .." ) als im Großen ("was haben meine Partner gemeinsam") und in einem selbst ("was geschieht in mir..") als auf den anderen bezogen ("warum zieht er mich an?").
Im Großen und im Anderen wird es nach meiner Erfahrung oft verkopft/semantisch und zu wenig verankert im eigenen Gefühl - und nur wenn der affektive und intrinsische Zusammenhang hergestellt ist, "weiß " man es wirklich. Und kann spüren und zeitgleich verstehen, wenn es wieder geschieht, und sich dann anders verhalten.
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14.09.2017, 20:25
AW: Beziehungsmuster

Es ist bei mir länger her, dass ich mich mit alten Beziehungsmustern bei mir beschäftigt habe, und ich bin jetzt auch schon länger in einer gesunden Beziehung... aber Dein Posting Mary, so ähnlich war auch bei mir der Schlüssel, gewisse Muster abzulegen. Der Fokus auf mich selbst und festzustellen, was passiert in mir, wenn ein gewisser Typ Mann vor mir sitzt.
Wenn man auf sich selbst achtet, dann erfühlt und erkennt man dieses Gefühl, und erkennt es wieder, wenn es bei einem nächsten Mann wieder kommt. Und dieses Gefühl hilft einem - auch aus meiner Erfahrung - mehr, nicht in gewisse Muster zu fallen, als wenn man das Gegenüber zu durchleuchten versucht.
Ganz praktisch, und das mag jetzt erst mal schräg klingen, aber mir hat das Bildliche sehr geholfen: Ich habe dieses Gefühl in meinem Fall in eine körperliche Vorstellung umzumünzen versucht, damals.
Ich habe mir einen kleinen von mir abgetrennten Körperteil vorgestellt, wie einen abgetrennten Ellenbogen zum Beispiel. Den hab ich dann bildlich an mich gebunden. Also wie wenn man einen abgetrennten Arm an sich bindet, mit einem Seil. Dieser abgetrennte Arm stand für dieses Gefühl, das zu unguten Männern rüberspringen will.
Wenn ein gewisser Typ Mann dann vor mir sass, konnte ich den abgetrennten Arm fühlen, wie er sich aus dem Seil, angebunden an meinen Körper, losreissen und rüberspringen will. Das habe ich dann immer gefühlt. Und dann habe ich das Seil ein bisschen enger gezogen und mir gesagt: Du bleibst schön bei mir, da gehörst Du nicht hin.
Bei Männern, die diesem Typ nicht entsprachen, wollte der abgetrennte Körperteil nicht rüberspringen. Da fühlte sich alles ruhig an.
So blieb ich immer in meinen eigenen Emotionen und habe gelernt, auf diese zu achten, und nicht auf diejenigen des Gegenübers.
Der abgetrennte, angebundene Arm stand auch für Defizite aus meiner Kindheit, die nach Auflösung suchten. Und mit der körperlichen Vorstellung des "Angebundenseins" schuf ich für mich eine Beziehung zu meinem erwachsenen Ich, das auf den kindlichen Teil aufpassen soll.
Heute empfinde ich diesen "Arm" nicht mehr als abgetrennt und angebunden, sondern als bereits ruhig bei mir seiend.



Je verkorkster und "unattraktiver", desto interessanter für mich. Die Beispiele ("heimlich verarmte Söhne griechischer Reeder" etc.) ist total lustig
Hast du rausfinden können, wieso du dich so zu diesen Männern hingezogen fühlst?
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