Ich habe mal auf Wiktionary nachgekuckt:
tüddeln - Bedeutungen:
[1] norddeutsch: unruhig Gegenstände betasten beziehungsweise hin und her bewegen, dabei mehr Verwirrung als Ordnung erzeugen
[2] intransitiv, norddeutsch: sich mit unwichtigen Dingen beschäftigen, Zeit verplempern
Herkunft:
von plattdeutsch: tüdern = binden, wickeln, haspeln, verwirren
Das war mir nicht so bewusst. Dass dieses Wort offensichtlich schon ein schlechtes Wort ist bzw. eine im Sinne nicht wünschenswerte Tatigkeit bezeichnet.
Ich dachte nämlich, es würde eher ein behagliches und versonnenes und in sich ruhendes und dadurch inspirierendes und andregendes und liebevoll umsichtiges Tun bezeichnen. Bzw. denke ich es. Bin mittel- über ost- bis süddeutsch sozialisiert. Wobei ich dieses Wort nicht im aktiven Wortgebrauch habe, weil es in meinen Sozialisationgebieten nicht üblich ist. Ich kenne es nur vom Hören.
Je nachden, wie jemand dieses Wort kennt, wird er diese Strangüberschrift vom Thema her also schon als eher negativ oder positiv gesichtet einordnen.
In Norwegisch und Dänisch scheint es auch eher positiv besetzt zu sein, im Sinne von "klar, deutlich erkennbar, (auch im übertragenen Sinn)". Ich habe jetzt vergessen, aus welchem Zusammenhang ich es aus dem Dänischen kenne ...
Antworten
Ergebnis 81 bis 90 von 99
Thema: umsorgen, betüddeln lassen?
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22.08.2017, 10:50Inaktiver User
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Geändert von Inaktiver User (22.08.2017 um 12:14 Uhr)
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22.08.2017, 16:17
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Auf Grund einer Krankheit bin ich schon in Rente. Kann etliches nicht mehr selber machen.
Mein Mann arbeitet Vollzeit ..... Einmal in der Woche habe ich eine Haushaltshilfe.
so weit - so gut..... aber sie macht prinzipell mehr als sie soll.
"Ich mach dies noch, ich mach jenes"
Mein Mann kommt abends nach hause, schaut sich um und fragt: "Soll ich das für Dich machen?".
Oder erledigt es ungefragt.
Da werde ich sauer, denn es sind Dinge, die ich noch selber erledigen kann
Ich will einfach nicht betüddelt werden!!!
Sie machen sich Sorgen um mich, ist ok, aber ich will mobil bleiben,
Wenn ich es selber mache, geht es langsam und mit Pausen.
Na und?
Aber es wird gemacht und ich bin stolz über das Ergebnis.
Mist.....aber sie kapieren es nicht......Gehe erst einmal auf die Menschen zu
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22.08.2017, 18:57
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
So verstehe ich das tüdern auch. Aber es wird schon so sein, dass die Art und Weise wie man das Tüdern ausführt, vielleicht sogar humorvoll gesehen werden kann. Nur das zwangstüddern und die Hartnäckigkeit die eventuell dahinter stecken kann, die könnte nervend sein. Wenn ein Tüdeler sich selbst vertüdelt, auch noch eine Möglichkeit. (Nicht zu verwechseln mit Tüftler).
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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22.08.2017, 19:06
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22.08.2017, 19:12
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Egal wie man es nennt, auch es umsorgen heißt, ist es mir lästig. Ich habe einige Kolleginnen dieser Art, sie sind außerdem auch so ungeheuer "tüchtig".
Ich verbinde damit rumwuselnde, sich stets um Andere sorgende Menschen. Mir ist das nicht geheuer, ich selbst bin gar nicht so (und bin ganz gewiss nicht neidisch
).
Mich macht sowas eher nervös.
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22.08.2017, 19:29
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22.08.2017, 19:40Inaktiver User
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22.08.2017, 19:58
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Zwischen geben und nehmen finde ich selten das Verhältnis. Menschen neigen dazu "wie du mir - so ich dir" . Ich habe aufgehört mich daran zu orientieren und fahre viel besser damit. (wenn ich überhaupt so gehandelt habe)=HopsundHuper;32245306]das ist auch ein anderes Thema als "geben" und "nehmen";-)
Geändert von Akzent (22.08.2017 um 20:06 Uhr)
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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22.08.2017, 20:00Inaktiver User
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
doppelt
Geändert von Inaktiver User (22.08.2017 um 20:03 Uhr) Grund: doppelt
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22.08.2017, 20:00Inaktiver User
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Ich mag die Frage: "Kann ich Dir was Gutes tun?" (oder, je nach Kontext: "Was kann ich Dir jetzt Gutes tun?") - sowohl selbst stellen als auch gestellt bekommen.
Diese Frage kann man sehr konkret beantworten oder verneinen, und sie beinhaltet nicht einen Hauch von Übergriffigkeit.


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