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Thema: umsorgen, betüddeln lassen?
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18.08.2017, 12:39Inaktiver User
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
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18.08.2017, 12:58Inaktiver User
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Geht meiner Einstellung komplett entgegen. Elektrik mal ausgenommen (Strom ist mir unheimlich gg) helf ich gerne überall, auch wenn die "Gehelften" sich durchaus nen Handwerker leisten könnten. Eine der schönsten Erinnerungen in freundschaftlicher Hinsicht ist der Tag, an dem ich mit meiner Freundin bei ihr im neuen Haus das Wohnzimmer tapezierte, da der Herr des Hauses auf Geschäftsreise war - wir hatten einen sagenhaften Tag g.
Und "die komplette Verwandtschaft" für Umzüge etc. mobilisieren ist bei uns hier NORMAL.
Wir haben jetzt ne ziemlich große Renovierung hinter uns und alles alleine gemacht (Mann und ich) wir mögen das. Aber Möbel über Etagen zu schleppen - so bekloppt sind wir dann doch nicht. Also gabs zwei Anrufe, pro Sohn einen, und in zwei Anläufen war das erledigt. Ich finde die Lebenseinstellugn "sich vom Umfeld helfen lassen" nicht negativ - ich finde, das gehört zum gesunden Miteinander unter Verwandten und Freunden.
PS: Immer vorausgesetzt, jeder begreift den Unterschied zwischen "helfen lassen" und "ausnutzen"
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18.08.2017, 13:16
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Jetzt muss ich mal wortklauben ;).
Wenn ich Hilfe angeboten (!) bekomme, dann empfinde ich das überhaupt
nicht als abwertend, im Gegenteil. Die Unterstützung kann ich, je nach Situation,
auch gerne annehmen oder natürlich auch ablehnen.
Aber - um nochmals auf das Beispiel in besagtem Strang zurückzukommen, der
ja der Hintergrund Deiner Frage war - würde es besagte TE vorziehen, ihren
eigenen Kaffee zu kochen und ihr eigenes Geschirr zu benutzen.
Wer sich dennoch darüber hinwegsetzt, ist (in meinen Augen) aufdringlich.
Außerdem sind für mich Hilfsangebote und "Betüddeln" nicht das Gleiche.
Nein, so allgemein gesprochen nicht.
Es kommt halt immer darauf an, worum es sich handelt, wer die Gefragten sind, etc.
Für mich persönlich bedeutet Hilfe annehmen auch immer, dass ich
mich erkenntlich zeige. Es ist mir ein Bedürfnis, dass die Waagschale nie
kippt.
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18.08.2017, 13:25Inaktiver User
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Wobei ich "betüddeln" jetzt nicht mit Hilfe beim Umzug in Zusammenhang bringen würde - das ist ganz klar Hilfe, auf die man angewiesen ist, weil niemand ein Klavier alleine in den zweiten Stock schleppen kann.
Für mich ist das so eine Art gluckenhaftes Verhalten, das mehr in Richtung Bevormundung geht. Und das kann ich wirklich gar nicht ausstehen.
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18.08.2017, 13:28
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Ich finde es macht einen riesigen Unterschied, ob gefragt wird, ob man Hilfe will. Es gibt schon Personen die eher einen Helferkomplex haben als tatsächliches Interesse an der Person. Das sind dann meistens die, die jemanden ungefragt überrollen.
Wenn man gerade tatsächlich hilflos ist, weil z.B. sehr krank, dann kann "ungefragtes überrollt werden" extrem unangenehm sein.
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18.08.2017, 13:34
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
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18.08.2017, 13:46
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Wollte mich jemand betüddeln (schon das Wort!), würde ich mich wehren. Wenn ich Hilfe brauche, melde ich mich und dann wird mir in der Regel geholfen. Und so halte ich es auch.
Mein ganzes Leben habe ich noch nie jemanden gerne verwöhnt oder ihm bei Dingen geholfen, die er ganz allein kann.
Ich bin einfach nicht der Typ dafür und so käme auch sicher niemand auf die Idee.
Wenn ich das Gefühl habe, jemand könnte meine Hilfe brauchen, frage ich. Aber mir käne zum Beispiel niemals in den Sinn, ungefragt bei jemandem mit Kaffee und Kuchen vor der Tür zu stehen weil die Person das meiner Meinung nach vielleicht brauchen könnte.
Sowas verstehe ich unter Betüddeln, das ist was Gluckenhaftes und fühlt sich für mich unangenehm an.
Wenn ich krank bin und mein Mann kocht Tee oder Suppe, freue ich mich. Finde ich allerdings selbstverständlich, mache ich umgekehrt auch. Wenn jemand krank im Bett liegt und wird alle halbe Stunde mit irgendwas anderem "verwöhnt", finde ich das eher nervig als schön.
Beispiele, die mir zum Thema einfallen.
Jemanden mal ein bisschen verwöhnen ist was anderes, eher Kleinigkeiten.
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18.08.2017, 15:03Inaktiver User
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18.08.2017, 15:36Inaktiver User
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Da bin ich ganz bei dir brighid- ich käme wirklich nicht auf die Idee, wenn mir jemand hilft- dann wie ein inneres Anschreiben zu haben und "ich muss für Ausgleich sorgen" zu denken.
Was hat sowas dann mit einem offenen liebevollen Geben zu tun?
Wird allerdings so sein- nicht jeder kann erwartungsfrei geben oder gar nehmen.
Gerade das Nehmen hat für viele ja einen negativen Beigeschmack.
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18.08.2017, 16:05
AW: umsorgen, betüddeln lassen?
Es kommt ganz darauf an, worum es sich handelt.
Wenn der Nachbar mein Paket entgegennimmt, dann nehme ich das an, einfach so ;).
Handelt es sich jedoch um eine größere Gefälligkeit, dann möchte (!) ich mich erkenntlich
zeigen. Es geht um eine Geste der Wertschätzung für diesen Gefallen, und so verstehen
es die Betreffenden auch. Nicht mehr und nicht weniger.
Von "muss" habe ich auch nichts geschrieben, und so denke ich auch nicht.
Es ist mir einfach ein Bedürfnis. Und das impliziert sowohl Freiwilligkeit als
auch die Tatsache, dass ich mich gerne und nicht aus Pflicht "revanchiere".
Du brauchst mir die Worte nicht im Mund rumdrehen --- von wegen, was das
mit offenem, liebevollem Geben zu tun hat.




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schuldig zu sein?

