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  1. Inaktiver User

    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, ich denke nicht, ich frage nach.
    Das find ich richtig gut!

  2. Inaktiver User

    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ganz grundsätzlich: aus meiner Sicht - ja. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Frauen auf der Schulter des "Versorgers" ausruhen und nicht mal in der Lage sind, selbst eine Glühbirne zu wechseln oder eine Lampe anzuschließen. "Sich vom eigenen Umfeld helfen lassen" als Lebenseinstellung, das muss man ja nicht unterstützen.

    Ich habe aber umgekehrt kein Problem damit, wenn sich jemand "professionell" helfen lässt (z. B. ein Umzugsunternehmen beauftragt, anstatt die komplette Verwandt- und Bekanntschaft zu mobilisieren, oder den Elektriker kommen lässt, wenn man wirklich nicht weiß, wie man eine Lampe anschließt). Ich mag nur nicht meine Zeit dafür verwenden, anderen bei etwas zu helfen, was sie entweder selbst können (sollten) oder alternativ besser organisieren könnten. Dabei scheitert es ja selten am Geld (wenn jemand wirklich finanziell nicht in der Lage ist, professionelle Umzugshelfer zu bezahlen, packe ich natürlich mit an), sondern am Willen, es auszugeben.

    Geht meiner Einstellung komplett entgegen. Elektrik mal ausgenommen (Strom ist mir unheimlich gg) helf ich gerne überall, auch wenn die "Gehelften" sich durchaus nen Handwerker leisten könnten. Eine der schönsten Erinnerungen in freundschaftlicher Hinsicht ist der Tag, an dem ich mit meiner Freundin bei ihr im neuen Haus das Wohnzimmer tapezierte, da der Herr des Hauses auf Geschäftsreise war - wir hatten einen sagenhaften Tag g.

    Und "die komplette Verwandtschaft" für Umzüge etc. mobilisieren ist bei uns hier NORMAL.

    Wir haben jetzt ne ziemlich große Renovierung hinter uns und alles alleine gemacht (Mann und ich) wir mögen das. Aber Möbel über Etagen zu schleppen - so bekloppt sind wir dann doch nicht. Also gabs zwei Anrufe, pro Sohn einen, und in zwei Anläufen war das erledigt. Ich finde die Lebenseinstellugn "sich vom Umfeld helfen lassen" nicht negativ - ich finde, das gehört zum gesunden Miteinander unter Verwandten und Freunden.

    PS: Immer vorausgesetzt, jeder begreift den Unterschied zwischen "helfen lassen" und "ausnutzen"

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    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... viele empfinden es, offensichtlich ... als abwertend ....... wenn hilfe da ist, angeboten wird etc.
    Jetzt muss ich mal wortklauben ;).

    Wenn ich Hilfe angeboten (!) bekomme, dann empfinde ich das überhaupt
    nicht als abwertend, im Gegenteil. Die Unterstützung kann ich, je nach Situation,
    auch gerne annehmen oder natürlich auch ablehnen.

    Aber - um nochmals auf das Beispiel in besagtem Strang zurückzukommen, der
    ja der Hintergrund Deiner Frage war - würde es besagte TE vorziehen, ihren
    eigenen Kaffee zu kochen und ihr eigenes Geschirr zu benutzen.

    Wer sich dennoch darüber hinwegsetzt, ist (in meinen Augen) aufdringlich.

    Außerdem sind für mich Hilfsangebote und "Betüddeln" nicht das Gleiche.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist Hilfe erfragen ein Zeichen von Schwäche?
    Nein, so allgemein gesprochen nicht.
    Es kommt halt immer darauf an, worum es sich handelt, wer die Gefragten sind, etc.

    Für mich persönlich bedeutet Hilfe annehmen auch immer, dass ich
    mich erkenntlich zeige. Es ist mir ein Bedürfnis, dass die Waagschale nie
    kippt.

  4. Inaktiver User

    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Wobei ich "betüddeln" jetzt nicht mit Hilfe beim Umzug in Zusammenhang bringen würde - das ist ganz klar Hilfe, auf die man angewiesen ist, weil niemand ein Klavier alleine in den zweiten Stock schleppen kann.

    Für mich ist das so eine Art gluckenhaftes Verhalten, das mehr in Richtung Bevormundung geht. Und das kann ich wirklich gar nicht ausstehen.

  5. gesperrt

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    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    die meisten menschen- weiss ich nicht. viele empfinden es, offensichtlich, nach den letzten tagen hier, als abwertend bis ..................... wenn hilfe da ist, angeboten wird etc.

    für mich war es auch, früher, einfacher zu helfen als hilfe anzunehmen. und hilfe einzufordern- das hat meine fähigkeiten völlig überfordert. aber man/frau lernt ja immer noch dazu.

    Ich finde es macht einen riesigen Unterschied, ob gefragt wird, ob man Hilfe will. Es gibt schon Personen die eher einen Helferkomplex haben als tatsächliches Interesse an der Person. Das sind dann meistens die, die jemanden ungefragt überrollen.

    Wenn man gerade tatsächlich hilflos ist, weil z.B. sehr krank, dann kann "ungefragtes überrollt werden" extrem unangenehm sein.

  6. gesperrt

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    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist Hilfe erfragen ein Zeichen von Schwäche?
    Nein ich denke auf keinen Fall, eher sogar im Gegenteil.

    Ich frage sehr gern um Hilfe und finde es auch wichtig, da ich die richtigen Leute um Hilfe fragen will, eben genau die Leute die nachher nicht mit einem "Schuldschein" vor der Tür stehen.

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    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wobei ich "betüddeln" jetzt nicht mit Hilfe beim Umzug in Zusammenhang bringen würde - das ist ganz klar Hilfe, auf die man angewiesen ist, weil niemand ein Klavier alleine in den zweiten Stock schleppen kann.

    Für mich ist das so eine Art gluckenhaftes Verhalten, das mehr in Richtung Bevormundung geht. Und das kann ich wirklich gar nicht ausstehen.
    Wollte mich jemand betüddeln (schon das Wort!), würde ich mich wehren. Wenn ich Hilfe brauche, melde ich mich und dann wird mir in der Regel geholfen. Und so halte ich es auch.
    Mein ganzes Leben habe ich noch nie jemanden gerne verwöhnt oder ihm bei Dingen geholfen, die er ganz allein kann.
    Ich bin einfach nicht der Typ dafür und so käme auch sicher niemand auf die Idee.

    Wenn ich das Gefühl habe, jemand könnte meine Hilfe brauchen, frage ich. Aber mir käne zum Beispiel niemals in den Sinn, ungefragt bei jemandem mit Kaffee und Kuchen vor der Tür zu stehen weil die Person das meiner Meinung nach vielleicht brauchen könnte.
    Sowas verstehe ich unter Betüddeln, das ist was Gluckenhaftes und fühlt sich für mich unangenehm an.

    Wenn ich krank bin und mein Mann kocht Tee oder Suppe, freue ich mich. Finde ich allerdings selbstverständlich, mache ich umgekehrt auch. Wenn jemand krank im Bett liegt und wird alle halbe Stunde mit irgendwas anderem "verwöhnt", finde ich das eher nervig als schön.
    Beispiele, die mir zum Thema einfallen.
    Jemanden mal ein bisschen verwöhnen ist was anderes, eher Kleinigkeiten.

  8. Inaktiver User

    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Für mich persönlich bedeutet Hilfe annehmen auch immer, dass ich
    mich erkenntlich zeige. Es ist mir ein Bedürfnis, dass die Waagschale nie
    kippt.
    nur einfach "nur" mal was annehmen- geht nicht? hast du dann das gefühl etwas zu schulden? schuldig zu sein?

  9. Inaktiver User

    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    nur einfach "nur" mal was annehmen- geht nicht? hast du dann das gefühl etwas zu schulden? schuldig zu sein?
    Da bin ich ganz bei dir brighid- ich käme wirklich nicht auf die Idee, wenn mir jemand hilft- dann wie ein inneres Anschreiben zu haben und "ich muss für Ausgleich sorgen" zu denken.
    Was hat sowas dann mit einem offenen liebevollen Geben zu tun?

    Wird allerdings so sein- nicht jeder kann erwartungsfrei geben oder gar nehmen.
    Gerade das Nehmen hat für viele ja einen negativen Beigeschmack.

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    AW: umsorgen, betüddeln lassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    nur einfach "nur" mal was annehmen- geht nicht? hast du dann das gefühl etwas zu schulden? schuldig zu sein?
    Es kommt ganz darauf an, worum es sich handelt.

    Wenn der Nachbar mein Paket entgegennimmt, dann nehme ich das an, einfach so ;).

    Handelt es sich jedoch um eine größere Gefälligkeit, dann möchte (!) ich mich erkenntlich
    zeigen. Es geht um eine Geste der Wertschätzung für diesen Gefallen, und so verstehen
    es die Betreffenden auch. Nicht mehr und nicht weniger.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich käme wirklich nicht auf die Idee, wenn mir jemand hilft- dann wie ein inneres Anschreiben zu haben
    und "ich muss für Ausgleich sorgen" zu denken.
    Was hat sowas dann mit einem offenen liebevollen Geben zu tun?
    Von "muss" habe ich auch nichts geschrieben, und so denke ich auch nicht.
    Es ist mir einfach ein Bedürfnis. Und das impliziert sowohl Freiwilligkeit als
    auch die Tatsache, dass ich mich gerne und nicht aus Pflicht "revanchiere".

    Du brauchst mir die Worte nicht im Mund rumdrehen --- von wegen, was das
    mit offenem, liebevollem Geben zu tun hat.

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