Danke für die Empfehlung, liebe Babette!
Ich suche schon seit längerem ein gutes Buch, das mich in dieser Angelegenheit weiterbringen kann und der Klappentext liest sich schon mal ziemlich vielversprechend.
Mir gefällt ja vor allem dieses Zitat:
"Keiner Frau ist es vom Schicksal bestimmt worden, ihr Dasein als kümmerliches, unauffälliges Nagetiert zu führen, als dressiertes Mäuschen, das es nicht fertigbringt, einen mächtigen, wolfsartigen Satz nach vorne zu machen, sich auf die Jagd zu begeben und das Unbekannte zu erforschen."
das mich in gleich mehrerer Hinsicht angesprochen hat und das nicht nur, weil mir der Kosename "Mäuschen" ziemlich vertraut ist, sondern weil ich schon länger davon überzeugt bin, nur davon profitieren zu können, mutiger zu werden und mich auch mal ins Ungewisse zu wagen, statt mich immer nur mit bereits abgesteckten Pfaden zufrieden zu geben. Ich habe immer sehr viel Wert darauf gelegt, dass andere meine Wege für gut befinden und gar nie so sehr darauf geachtet, wo genau ich eigentlich hin will...bzw. bn ich bei fehlender Zustimmung wohl jedes Mal viel zu schnell davor zurückgeschreckt, mich ausschließlich auf mich selbst verlassen. Dieses Vertrauen in mich selbst ist also generell nicht so stark ausgeprägt, wie ich es mir wünschen würde...und ich habe wirklich keine Lust mehr darauf, mich als "dressiertes Mäuschen" zu fühlen, dem Wohlverhalten im Zweifel wichtiger erscheint als die eigene Erfüllung.
Meinst du damit "menschliche Begegnungen", die mir widerfahren könnten? Ich erhoffe mir durch eine solche Freundschaft mit einem Mann ja keineswegs bloße Bedürfniserfüllung, sondern ganz besonders auch Weiterentwicklung. Ich glaube wirklich daran, dass ich an einem solchen Kontakt auch aktiv wachsen und in gewisser Weise (nach)reifen könnte...Ich denke, dass Dein Freund Recht hat. Es geht im Grunde um Dein Frau-Werden. Da werden Dir sicher ganz interessante Begegnungen "widerfahren". Aber erledigen musst Du das selbst. Du trägst ja schon alles in Dir.
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Thema: Ersatzvater?
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10.08.2017, 11:25Inaktiver User
AW: Ersatzvater?
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10.08.2017, 12:07Inaktiver User
AW: Ersatzvater?
Für wen genau wäre es deiner Meinung nach irgendwann nicht mehr erträglich?
Jein...ich leugne dieses Risiko zwar nicht und insbesondere, dass es sich aus der Sicht meines Freundes so darstellen muss, der sich nachvollziehbare Sorgen um unsere Beziehung macht und vor allem wohl darum, mich zu verlieren; gleichzeitig halte ich es aber nicht für ausgeschlossen, dass es bei einer angenehm glimmenden Glut bleiben könnte, die gar nie zu einem alles verzehrenden Feuer entfachen muss, sondern vielmehr eingebettet ist in eine von Wärme und Zuneigung geprägte Atmosphäre.
Man muss seine Sexualität doch nicht negieren, nur um sie nicht in den Vordergrund gedrängt zu wissen. Man kann wissen und akzeptieren, dass sie zwischen Mann und Frau wohl immer ein Thema sein wird und sich dennoch bewusst dagegen entscheiden, ihr nachgeben zu wollen.
Sollte ich mich jedoch wider besseren Wissens verlieben, trotz der jetzigen Liebe zu meinem Freund, müssten die Karten ohnehin neu gemischt werden und alles, worüber ich mir momentan Gedanken mache, wäre hinfällig....aber das ist ja nicht der Fall, den ich anstrebe und folglich auch nichts, was ich heraufbeschwören möchte.
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10.08.2017, 12:23
AW: Ersatzvater?
M.E. und meiner eigenen Erfahrung nach, ist das nicht immer Thema - bei mir jedenfalls nicht.
Und zwischen (Ersatz)Vater und Tochter sowieso nicht!
Und diese eben doch sexuelle Konnotation, die du der Sache gibst, irritiert mich sehr.
Da geht es eben nicht um einen väterlichen Freund, einen (etwas) älteren Mann, mit dem du eine Freundschaft möchtest und von dem du Anregungen für dein Leben möchtest.
Das solltest du dir eingestehen. Selbst wenn es keinen Sex gibt (und auch kein Kuscheln!), ist es doch untreu, jemanden zu suchen, mit dem es knistert und den man dann regelmäßig treffen möchte.
(Etwas anderes ist es, wenn man eben jemanden trifft, bei dem es knistert - dann geht es darum, wie man in einer Beziehung damit umgeht - das kann aber durchaus auch "Kontaktabbruch" sein).
So einfach ist das nicht.Sollte ich mich jedoch wider besseren Wissens verlieben, trotz der jetzigen Liebe zu meinem Freund, müssten die Karten ohnehin neu gemischt werden und alles, worüber ich mir momentan Gedanken mache, wäre hinfällig....aber das ist ja nicht der Fall, den ich anstrebe und folglich auch nichts, was ich heraufbeschwören möchte.
Es geht ja schon auch darum, sich in die Situation des Mannes zu versetzen - und sich vorzustellen, "was für einer" das sein könnte bzw. wer bereit sein könnte, das zu machen.
So wie du das schreibst, kann es kein gebundener sein (obwohl du oben geschrieben hast, dass das nicht schlecht wäre - was ich durchaus nachvollziehen kann. Aber du willst eben doch "zu viel" und willst eine Gratwanderung machen, deren Gefährlichkeit du m.E. falsch einschätzt).
Und ein Single wird sich auf dieses "Distanziert-Sexuelle" auch nicht einlassen - wieso sollte er?
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10.08.2017, 12:30Inaktiver User
AW: Ersatzvater?
Glaub mir, ich habe bereits darüber nachgedacht...und ich bin auch nicht mehr beleidigt. Das war ich im ersten Moment, weil er mit dieser Aussage für mein Empfinden den Finger in eine Wunde gelegt hat, von der er ganz genau gewusst hat, dass sie weh tun würde.
Ich konnte anschließend aber durchaus noch normal und auch selbstkritisch mit ihm darüber sprechen, sowie eingestehen, dass mir tatsächlich das Gefühl fehlt, vollständig erwachsen zu sein...und ich mir von einer solchen Beziehung unter anderem auch erhoffe, dies ändern zu können, aber nicht als Ersatz für eigene Arbeit, sondern nur als eine Art förderlicher Rahmen, in dem es mir deutlich leichter fallen würde, Bereiche meines Selbst zu entwickeln, die ich bislang eher klein gehalten habe.
Ja, das stimmt vermutlich...dieser Weg würde sich gegenwärtig aber nach erneutem Verzicht anfühlen. Und eine Beziehung sollte doch auch in der Lage sein, schwierigere Zeiten zu überdauern. Mein Partner hat mir immer das Gefühl gegeben, für mich da sein und meiner Entwicklung niemals im Wege stehen zu wollen, selbst dann nicht, wenn er selbst nichts aktiv dazu beitragen könne...vielleicht waren das aber ja nur schöne Worte, weil er sich bislang darauf verlassen konnte, dass ich nichts tun würde, womit er letztlich nicht auch einverstanden ist. Doch sollte ich dann nicht erst recht für mich selbst einstehen und herausfinden, was ich will?Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass du deinem Schmerz mit Hilfe eines Therapeuten am besten ins Auge sehen, ihn akzeptieren und mit ihm leben lernen könntest... Das würde deine Beziehung auch nicht so strapazieren.
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10.08.2017, 12:45Inaktiver User
AW: Ersatzvater?
"Was ICH will..."
Ich wollte immer ein Pony - hab nur nie eins bekommen. Gut, schlechtes Beispiel.
Ich denke, du gibst dich einer Illusion hin.
Du kannst keine Kindheit zurückholen.
Du kannst mit einem fremden Mann nicht nachholen, was dein Vater hätte tun sollen.
Du kannst dich aber sehr wohl so annehmen wie du jetzt bist - nämlich erwachsen! Mit einem brüchigen Männerbild. So what? M. E. verbeißt du dich zu sehr in dieses Thema, statt dich so anzunehmen wie du bist: Mit diesem gefühlten Loch, mit dem Schmerz, mit dem Vermissen von was auch immer (das hab ich ja immer noch nicht kapiert).
Nein - was du tust ist, im übertragenen Sinne; mit den Füssen stampfen und immer noch ein Pony wollen, obwohl kein Pony dieser Welt dein Gewicht würde tragen können, einfach weil du nun mal ERWACHSEN geworden bist und deshalb schlicht und ergreifend zu groß und zu schwer für ein Pony bist.
Lernen, ob nun mit oder ohne Begleitung, damit umzugehen, dass du eben so bist, wie du bist - eben weil du diese oder jene Erfahrung NICHT hast, weil du vielleicht absurden Vorstellungen vom "perfekten Papa" nachjagst, einfach lernen, der Realität ins Auge zu schauen und das Leben so zu genießen, wie es JETZT ist, das halte ich für eine erwachsene, clevere Handlungsweise. Ein Ehrenamt in Seniorenheim kann du immer noch machen. Aber dann bitte aus den richtigen Motiven.
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10.08.2017, 12:57Inaktiver User
AW: Ersatzvater?
Das sehe ich ganz genauso. Ich glaube, du wirst die Lücke deiner Kindheit nur mit einer Therapie schließen können.
Wenn du deinen Plan, einen Ersatzvater zu suchen, weiterverfolgst, wird das dein Beziehung sehr belasten, wenn nicht sogar ganz zerstören.
Hör dir doch an, welche Möglichkeiten ein Therapeut kennt, um deine Verlustlücke zu schließen.
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10.08.2017, 13:04Inaktiver User
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10.08.2017, 18:19
AW: Ersatzvater?
Ich glaube, dass Sexualität - oder das Bedürfnis des Kuschelns - hier ohnehin nur ein Platzhalter ist. In der Vergangenheit habe ich mich mehrfach in Männer "verknallt", die mir das geboten haben, was ich unbewusst gesucht habe. Heute denke ich, dass das viel Nähe und Wachstumsschmerz war, aber mit irgendeiner Form von Erotik oder Sexualität hatte das gar nichts zu tun. Das Gefühl ist aber intensiv - und vielleicht ordnet das Hirn, das trotz allem erwachsen ist, ab einem Punkt im Leben jedes heftige Gefühl zwischen Mann und Frau automatisch in die Schiene ein. Weiß nicht genau. Aber so erkläre ich mir das heute.
@Sophya
Du schreibst ja eigentlich ganz gut, was Dir fehlt. Das Ausprobieren, das Über-Die-Brücke-Begleiten, das Ermutigen, das Orientierung-Geben. Das "Komm, probier's mal, ich zeig Dir, wie es geht und wenn Du fällst, dann bin ich ja noch da." Das ist ziemlich exakt das, wofür der Animus steht. Deshalb wundert mich nicht, dass Du es mit einer "Vaterfigur" in Verbindung bringst. Aber ich habe einen Teil dieses Bedürfnisses am Ende in Frauennetzwerken erfüllt bekommen. Der Vater ist hier also echt "nur" ein Symbol, eine innere Figur, die das für Dich bindet. Alles kein Grund, in Panik zu verfallen.Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.
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11.08.2017, 06:38Inaktiver User
AW: Ersatzvater?
Damit hast du meine bislang ja eher diffuse Sehnsucht wirklich wunderbar in Worte gefasst

Dass diese Bedürfnisse als Animus offenbar universell bei jedem Menschen anzutreffen sind, finde ich in gewisser Weise sogar entlastend; weil es mir zeigt, dass ich in dieser Hinsicht eben nicht "falsch" fühle, oder Übermenschliches zu brauchen glaube, sondern sich dieser empfundene Mangel sogar recht eindeutig auf eine Unterrepräsentierung (stabilisierender) männlicher Anteile in meinem bisherigen Seelenleben zurückführen lässt.
Und diese Erkenntnis hat gerade etwas richtiggehend Heilsames für mich
Ich möchte nun doch versuchen, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich mich mit der Suche nach einer konkreten Vaterfigur höchstwahrscheinlich auf dem Holzweg befinde und meinen Fokus stattdessen mehr auf mich und die Möglichkeiten richten, die mir selbst zur Stärkung meiner Persönlichkeit zur Verfügung stehen.Deshalb wundert mich nicht, dass Du es mit einer "Vaterfigur" in Verbindung bringst. Aber ich habe einen Teil dieses Bedürfnisses am Ende in Frauennetzwerken erfüllt bekommen. Der Vater ist hier also echt "nur" ein Symbol, eine innere Figur, die das für Dich bindet. Alles kein Grund, in Panik zu verfallen.
Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja der eine oder andere förderliche Kontakt sogar ganz von selbst, sobald ich die ersten Schritte in die richtige Richtung unternommen habe. Wenn ich meine Hoffnungen so stark und ausschließlich an ein konkretes Bild im Außen knüpfe (den väterlichen Mann), werde ich im Gegenzug vielleicht blind für die vielen anderen wertvollen Begegnungen, die noch meinen Weg kreuzen könnten. Das fände ich sehr schade und möchte ich daher unbedingt vermeiden.
Danke für euren hilfreichen Input!
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11.08.2017, 06:58Inaktiver User
AW: Ersatzvater?

Das liest sich sehr positiv. Schön. Und weißt du was? Dieses "über die Brücke helfen" (schönes Bild), mir scheint, es gibt da schon jemanden in deinem Leben, der sich dafür eignet, wenn du ihn lässt...



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