Ich weiß,dass es sich hierbei um ein vermutlich "riesiges Vaterthema" handelt, weshalb ich in meinem Eigangsbeitrag auch bewusst nichts beschönigen, oder um den heißen Brei herum schreiben wollte.
Daher ja auch meine Frage, wie normal es für eine erwachsene Frau ist, so zu empfinden und ob ich es nicht schon längst verwunden haben müsste.
Deine Meinung, dass ich damit am besten in einer Therapie aufgehoben wäre, kann ich demnach durchaus nachvollziehen. Ich hatte die Idee ja selbst schon.
Wie Simpleness bereits vermutete, fühle ich mich gegenwärtig aber einfach noch nicht bereit dazu, mich von diesem Wunsch endgültig zu verabscheiden...in gewisser Weise klammere ich mich noch daran, in der Hoffnung, dass ich ja vielleicht doch noch das Glück erfahre, ausleben zu können, wonach ich mich sehen. Natürlich müsste das auf eine erwachsene Weise geschehen und nicht auf die eines verletzten Kindes, das mit Sicherheit irgendwo in mir schlummert...ich halte es aber nicht für ausgeschlossen, dass ich diesen Reifungsprozess auch innerhalb einer solchen Beziehung durchlaufen kann. Eigentlich stelle ich es mir auf diese Weise sogar deutlich leichter vor.
Ich empfinde diese Sehnsucht tatsächlich als von meinem echten Vater losgelöst. Ihn und unsere Beziehung habe ich meines Erachtens aufgearbeitet und wünsch mir diesbezüglich auch gar nichts mehr von ihm. D.h., ich sehne mich nicht nach ihm (das tat ich als Kind, jetzt aber nicht mehr), sondern nach einer Beziehung, die lediglich väterliche Tendenzen aufweist. Insofern ist der "Ersatzvater-Titel" vielleicht doch etwas unglücklich gewählt...
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Thema: Ersatzvater?
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07.08.2017, 10:03Inaktiver User
AW: Ersatzvater?
Geändert von Inaktiver User (07.08.2017 um 10:10 Uhr)
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07.08.2017, 10:12Inaktiver User
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07.08.2017, 10:48
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07.08.2017, 10:52
AW: Ersatzvater?
Glaube ich dir. Versetze dich mal in eine Vater-Rolle. Was würdest du dir denn vermitteln wollen. Wenn du mentale Zärtlichkeit meinst, so ist das schon ein besonderes Verhalten, welches selten jemand kann und viel Bereitschaft dazu braucht. Muss man können. Ich gehe nicht davon aus, dass du körperliche Zärtlichkeit meinst. Denn so ein Bedürfniss verlangt immer nach mehr von beiden Seiten und macht abhängig. Wers mag. Mag nicht jeder und jede.
Allerdings Ersatz-Vater ist vielleicht wirklich nicht der richtige Ausdruck. Väterlicher Freund ist vielleicht treffender. Ein Vater in dem Sinn lässt sich meiner Meinung nach nicht ersetzen. Genausowenig wie eine Mutter . Werden doch die Rollen dann innerhalb zu sehr vermischt.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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07.08.2017, 11:50Inaktiver User
AW: Ersatzvater?
Ich habe selbst das Gefühl, dass mir in dieser Hinsicht eine gewisse Reife abgeht, die mir andere ähnlichen Alters bereits voraus haben...zwar würde ich mich ingesamt durchaus als (in jeglicher Hinsicht) erwachsen bezeichnen, dennoch entdecke ich zum Teil Bedürfnisse und Regungen an mir, die mir im Vergleich zu anderen tatsächlich kindlicher erscheinen. Ich bin allerdings generell ein sehr gefühlsbetonter Mensch, weshalb ich nicht klar ausdifferenzieren kann, woher dieser Unterschied rührt; ob es wirklich mit einem ungelösten "Vater-Defizit" einhergeht, oder nicht doch einfach nur eine Frage des Temperaments und Charakters ist.
Mit der Tatsache, dass meine Kindheit vorbei ist und auch nicht nachgeholt werden kann, habe ich mich bereits abgefunden. Ich stelle auch überhaupt keine Erwartungen mehr an meinen Vater, weder offener, noch unterschwelliger Natur. Dieses Kapitel ist für mich geschlossen.Anstelle eine Lösung im Außen zu suchen, Dich gedanklich in unrealistischen Tagträumereien zu verlieren stelle Dich der Tatsache,*dass Kindheit niemals nachgeholt werden kann! Verabschiede Dich von dem Wunsch nach einer Vaterfigur.
Womit ich weniger gut umgehen kann, ist die empfundene Lücke, die durch diese fehlende Erfahrung entstanden ist...diese Lücke empfinde ich aber als unabhängig von meinem echten Vater, weshalb ich in meiner Vorstellung auch nie ihn vor meinem geistigen Auge habe, sondern einen Mann, der mir ebenso wichtig und lieb werden könnte wie ein Vater, wäre er an seiner Stelle gewesen. Das bedeutet aber nicht, dass er diese Rolle tatsächlich ausfüllen müsste...ich bekomme es gerade nicht besser beschrieben.
Dabei gibt es ja gar nicht mal wenige Frauen, die mit zum Teil sehr viel älteren Männern eine Liebesbezieung führen. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass ein väterlicher Aspekt nicht auch dort zumindest hin und wieder zutage tritt, auch wenn es zumeist wohl eher geleugnet wird. Ich glaube daher nicht, dass eine solche Verbindung gänzlich unmöglich ist...ich zweifle nur daran, ob das auch in (vorwiegend) platonischer Weise möglich ist. Zudem kann ich nicht abschätzen, inwieweit ich vielleicht selbst das irgendwann gar nicht mehr trennen kann (oder möchte), sobald ich erst mal auf einen Mann treffe, der mich so umfassend anspricht, wie es bei einem Mann desselben Alters eben niemals möglich sein wird.Ich bin nicht der Meinung, wie so viele Andere hier, dass Du bei dieser Idealvorstellung bleiben und Dir jemanden passenden suchen solltest.
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07.08.2017, 12:04Inaktiver User
AW: Ersatzvater?
Das ist auch so ein Punkt, bei dem ich mir sehr unsicher bin, weil ich eben kaum abschätzen kann, wie reizvoll ein Mann es finden könnte, Erfahrungen und Perspektiven sozusagen weiterzugeben, oder umgekehrt sein Leben durch die Sicht einer wesentlich jüngeren Frau zu erweitern...ob er das in der gleichen Weise als Bereicherung empfinden könnte wie ich, oder ob ihm das eher langweilig wäre.
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07.08.2017, 12:26
AW: Ersatzvater?
Das habe ich jetzt noch mal als Hauptanliegen herausgesucht.
Und es scheint mir auch nicht völlig unrealistisch, das sich so etwas finden läßt.
Bis auf den Aspekt der Nähe.
Viele Väter längst erwachsener Töchter nehmen sicher noch eine wichtige und stabilisierende Rolle im Leben ihres Kindes ein, aber die allerwenigsten werden mit ihnen noch (kindliches) Kuscheln praktizieren.
Oder irre ich mich da?"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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07.08.2017, 12:28
AW: Ersatzvater?
Du kannst dazu meine ich, deine Position ändern oder besser anschauen. Deine Erfahrung und Perspektiven ermöglichen erstmal dahingehend eine Annäherung an das gewünschte Objekt. Oder du siehst, was jemand gut kann und dich das Ganze interessiert, so kannst du andocken. Hast du allerdings keine Ahnung von dem anderen, so kann er dich vielleicht überhaupt nicht gebrauchen. Man(n) will ja nicht nur geben oder vermitteln müssen, dafür suche dir am Besten einen Lehrer-Typen.
Je nachdem mit was sich der Mann beschäftigt hat, kann es bereichernd sein oder aber auch nicht, wenn dich sein Thema interessiert und mit deinen Bedürfnissen konform geht, ähnlich wie in einer Partnerschaft. Wenn du alltägliche Bedingungen und Erfahrungen in Beruf und sonstigem erfahren willst, gibt es wohl mehr Männer als dir lieb ist oder du vertragen kannst.
Auf der emotionalen Ebene weiß ich nach wie vor nicht so recht was du damit meinst. Besondere Menschen sind Raritäten im persönlichen Umkreis eines wahrscheinlich jeden Menschens.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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07.08.2017, 12:38
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07.08.2017, 12:42




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