Ich denke du fühlst dich einsam, deshalb schaust du bei anderen nach.
Einen konkreten Rat kann ich leider nicht geben, ausser dass du dich vielleicht für andere interessanter machen musst, ist auch eine Einfühlungssache, der eine findet schnell einen guten Draht zu anderen, kann sich gut 'verkaufen' ist auf einer Wellenlänge, andere tun sich schwer damit.
Ich kann nur sagen, schau nach vorne und grübel über sowas n icht nach, ich spreche da aus Erfahrung, ich war mitte 30 genauso wie du.
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Ergebnis 21 bis 30 von 47
Thema: Nicht gut genug
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02.08.2017, 16:55Inaktiver User
AW: Nicht gut genug
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02.08.2017, 16:57
AW: Nicht gut genug
Wenn das so ist, versteh ich nicht, wieso Du da rumgrübelst, ehrlich gesagt. Wenn es Dir also genügend oft nicht passiert, mit anderen Worten, genügend oft hast du guten Draht zu anderen und auch gute Freundschaften, wieso stören Dich dann ein paar wenige, bei denen es nicht funktioniert? Das ist doch normal. Man kann ja nicht mit allen und jedem befreundet sein, oder?
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02.08.2017, 17:04Inaktiver User
AW: Nicht gut genug
Mit genauer hinsehen meine ich natürlich nicht, noch genauer hinzusehen, wer dich blockiert hat und wer nicht.

Deine Interpretationen und Analysen, die würde ich mir genauer ansehen. Vielleicht hat das alles weniger mit dir zu tun als du denkst und du nimmst dich selbst, obwohl du eigentlich das Gegenteil denkst, viel wichtiger als diejenige, die dich blockiert hat.
Beziehe es nicht auf dich - nimm dich selbst zwar ernst, aber nimm dich auch weniger wichtig.
Ich kenne dieses Phänomen von einer guten Freundin - sie hat wenig Selbstbewusstsein, aber gleichzeitig nimmt sie sich selbst so wichtig, dass sie denkt, alles was andere tun oder nicht tun, habe etwas mit ihr zu tun. Was paradox klingt ist gar nicht so - denn das eine kann wirklich aus dem anderen resultieren.
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02.08.2017, 20:42Inaktiver User
AW: Nicht gut genug
Nein, das sind keine Verletzungen. Es sind zumindest keine, die andere Leute dir zufügen, die denken da ja nicht mal drüber nach. Es sind kleine Stiche, die du dir selbst zufügst, weil in meinen Augen deine Prioritäten völlig verdreht sind. Du grübelst über Bits und Bytes.
Das wahre echte Leben ist doch außerhalb von fb, wa und gedöns. Kümmere dich um das! Dann isses dir nämlich völlig egal, wer sich auf FB dingsdabumst, wer dich auf WA mit Fotos bombardiert und wer dir in der Bri in einem Strang postet
Raus!!! - geh unter Leute, in die Natur, zum Sport... LEBE - und das am besten offline.
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02.08.2017, 21:26
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03.08.2017, 22:18Inaktiver User
AW: Nicht gut genug
@Taubine: bei ein paar deiner Beispiele kam es mir so vor, dass dein Katzenjammer erst dann einsetzt, wenn die Freundschaftsbeziehung sowieso schon "durch" ist. Das ist zwar verständlich, aber zu diesem Zeitpunkt kannst du ja sowieso nichts mehr retten, und daher ist deine Verletztheit ein "unproduktives" Gefühl.
Wie weiter vorn schon geschrieben wurde: viele kommen,viele gehen,manche bleiben - so ist das doch meistens im Leben. Offensichtlich suchst du recht tiefe Freundschaftsbeziehungen; da würde ich mich fragen, warum das so ist. Nur wer sich selbst genügt, ist wirklich frei. Alles andere endet früher oder später fast immer in emotionalen Abhäbgigkeiten. Eine Option könnte sein, die Dinge auf eine breitere Basis zu stellen - suche dir ein paar Freizeit- oder Hobbygruppen, und dann warte ab, was passiert.
In deiner Verletztheit siehst du dich in diesem Konflikt immer als Opfer, doch das ist nur eine mögliche Rolle, die du einnehmen kannst, daneben gibt es noch viele weitere. Vielleicht magst du mal in diese Richtung weiterdenken.
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04.08.2017, 01:09
AW: Nicht gut genug
Und da würde ich anfangen: Das muß man unterschieden. Ist einem eine Laus über die Leber gelaufen, weil irgendwer sich nicht so verhalten hat, wie man es erwartet oder gerne gewollt hatte? Oder ist Krise, das Selbstbild ist zusammengebrochen, das soziale Umfeld verloren, man weiß nicht mehr, wer man ist, wer man sein kann, ob man den Verstánd verliert, und mit wem man noch reden kann?
Bei Kleinkram, die wohlwollenste Erklärung annehmen.
Bei großem Drama, Verletztsein zulassen, Identitätskrise annehmen, sich durcharbeiten, versuchen, daran stärker, klüger, mitfühlender zu werden.
Generell: Viele Leute auf vielen unterschiedlichen Zusammenhängen kennen und mögen.
Man steckt nicht drin, aber die beiden Beispiele, die du nennst, würde ich allenfalls als Verletzungn der Eitelkeit betrachten. Kategorie Mückenstiche: Es juckt, es nervt. Kein Grund den Sanka zu rufen.
Welchen Effekt haben die von dir genannten Beispiele auf dein Leben? Inwiefern ändern sie, wer du bist oder wer du sein kannst? Wie schränken sie sich ein, was geht nicht mehr? Kannst du diese Unsicherheit und diese Einschränkung kompensieren?
Genug für was?
Ich betrachte Großzügigkeit und respektvollen Umgang als Minimum für Leute, mit denen ich was zu tun haben will. Nicht als besonderes Alleinstellungsmerkmal oder eine zu honorierende Leistung.
Ständig, Ich gerade immer wieder in mentale Zustände, wo ich von mir erwarte, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche kompromißlos edel, hilfreich, gut, vernünftig, kompetent, und konstruktiv zu sein. Jede Abweichung macht mich rasend, weil ich ein schlechter Mensch bin, und Rasend-werden und sich-leid-tun sind Abweichungen.
Inzwischen merke ich, wenn das wieder passeiert, und sage mir, "Wusel, du tust es wieder. Laß es."
Und weil ich damit inzwischen viel Übung habe (und viel Übung darin, mich an das zu erinnern, was ich wirklich will, was mir wichtig ist), lasse ich es auch.
An was?
Ist das die Erfahrung, die du als Kind von deiner Familie mitbekommen hast? Daß Liebe etwas ist, das man sich erarbieten muß, indem man andererer Leuts Ansprüche erfüllt? Wie erwartest du,daß sich diese Art von Liebe ausdrückt? Darin, daß du nie fallengelassen wirst, solange du "gut genug" bist?
Das ist keine Liebe. Das ist ein Arbeitsvertrag.Geändert von wildwusel (04.08.2017 um 13:52 Uhr) Grund: Tippfuhler
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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04.08.2017, 01:27
AW: Nicht gut genug
Indem du dir auf irgendeine Weise klar machst, daß diese emotionalen Unannehmlichkeiten nicht ändern, wer du bist oder sein kannst.
Indem du dir soziale Ziele setzt, die du erreichen kannst. Indem du dich nicht von Dingen abhängig machst, die du nicht kontrollieren kannst, und nicht glaubst, du könntest Dinge kontrollieren, die du nicht kannst.
Indem du Leute findest, die dich mögen und dich toll finden, und ihnen nachsiehst, daß sie auch nur Menschen sind.
Indem du dir klar wirst, was du willst, und woran du merkst, wenn du es bekommst. Indem du lernst, nach Sachen zu fragen, die du bekommen möchstest, und weißt, wie du mit beliebigen Antworten darauf jeweils umgehst.
Unsicherheit, Sorge und Mißvergnügen, wenn Leute sich nicht so benehmen wie man denkt, daß sie es tun sollten, ist völlig normal. Denn das heißt ja immer, daß die Welt nicht ganz so ist, wie man sie sich vorgestellt hat, daß man selber nicht ganz so weise ist, wie man geglaubt hat, und daß, wenn man in einer Sache falsch gelegen hat, ja noch in ganz anderen falsch liegen könnte, und was macht man dann?
(Ja, völlig normal in seinem Unglück zu sein ist etwas enttäuschend.)
Teeniehaft wirkt, das an beiläufigen Distanzkommunikationsformen festzumachen, aber die Formen gibt's ja alle schon seit 20 Jahren oder mehr, wenn man damit aufgewachsen ist, hört man nicht auf einmal damit auf, nehme ich an. Hätte meine Großmutter mir gesagt, "scher dich doch nicht draum, was die Leute am Telefon sagen, wer es ernst meint, schreibt Briefe" hätte mir das auch nicht groß geholfen! Aber du solltest klären, ob soziale Medien für andere die gleiche Relevanz haben wie für dich.
Für mich sind diese ganzen "Kontakte" so was wie Newsletter-Abos. Klar ist es toll, wenn alle Welt lesen will, was ich schreibe, aber wenn nicht, ist das allenfalls eine Aussage über meine Schreibe und eher eine über ihre Zeit oder den Mangel daran. Und es landen auch eine Menge Newsletter ungelesen im Katzenklo.
Großzügiger und toleranter werden?
Gegen wen oder was kämpfst du ?Geändert von wildwusel (04.08.2017 um 13:54 Uhr) Grund: mehr tippfehler. kommen die immer über Nacht?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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10.08.2017, 08:56Inaktiver User
AW: Nicht gut genug
Danke für die vielen Beiträge. Es sind wirklich viele gute Denkanstösse und Richtungen dabei.
Ich versuche mal auf etwas einzugehen. Jemand schrieb, ob ich vielleicht zu intensive Freundschaftsbeziehungen suche. Ja diese Frage stelle ich mir eben in dem gesamten Kontext auch und überlege dann eben, ob das dann der Grund für viele Enttäuschungen ist. Wahrscheinlich versuche ich so irgendwie die Bestätigung zu bekommen wie auch immer. Wobei ich es einfach unglaublich schön finde, wenn man tiefe Beziehungen eingeht. D. h. jetzt nicht, dass ich 10 gute Freunde habe oder brauche (zeitlich nicht möglich), aber so 2-3 ist doch schön. Und ich trete meinen Freunden gegenüber immer sehr wertschätzend auf. Also sage ihnen auch ab und zu, wie sehr ich sie mag. Mache kleine Geschenke etc… Zurück kommt nur sehr wenig und da frage ich mich dann oft, warum das so ist? Liegt es an mir? Liegt es an den Anderen?
Ganz schlimm ist es für mich, wenn ich eigentlich alles gebe, also wirklich nett bin, hilfsbereit, aufmerksam, verständnisvoll etc… und trotzdem davon kaum bis gar nichts zurückkommt. Und mich nervt das, dass ich das so sehr brauche und im Grunde ja die Menschen auch in dem Sinne ja instrumentalisiere. Es ist ein Teufelskreislauf und ich möchte nicht zum Spielball von anderen werden oder sein, aber ich schaffe es nicht diese Denke ab zu legen und lechze ständig nach Anerkennung und Bestätigung – es ist widerlich.
Auch tue ich mir unheimlich schwer glaube ich Grenzen zu setzten. Einfach auch mal Tacheles zu reden, wenn mir was sauer aufstößt, wenn ich enttäuscht bin und falls ich es dann doch mal gemacht oder versucht habe, konnte ich oft die Reaktionen nicht aushalten und das macht doch auch Selbstbewusstsein aus oder?
Und ja das mit dem Wichtignehmen habe ich schon richtig verstanden. Auf der einen Seite bin ich gar nicht so und wäre wahrscheinlich überrascht wie wenig sich die Leute wirklich um einen Gedanken machen, aber gefühlstechnisch kommt das bei mir nicht an und ich weiß nicht wie ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann.
Nur bei ganz Wenigen Menschen habe ich das Gefühl, dass sie sich um mich „bemühen“. Bitte nicht falsch verstehen, mir muss man nicht ständig den A…. pudern oder Bauch pinseln. Aber ich will ja das Gefühl haben, für manchen Menschen wichtig zu sein. Dass sie gerne mit mir zusammen sind, Zeit verbringen und auch traurig wären, wenn es nicht so wäre…
Ach das hört sich alles so selbstmitleidig an. Mich kotzt es selber tierisch an (entschuldigt die Wortwahl). Es zieht mir unglaublich viel Energie ab, das ständige Grübeln und bewerten etc., aber ich komme nicht davon los.
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15.08.2017, 23:53Inaktiver User
AW: Nicht gut genug
Einer sehr guten Freundin von mir ging das ähnlich. Ich bin dagegen eher am anderen Endes des Spektrums angesiedelt, und obwohl wir uns sehr lange kennen, war sie eine Weile sehr gekränkt darüber, dass ich bestimmte "Motivationsnachrichten" zum Thema Freundschaft nicht so erwidert habe, wie sie sich das erwartet hatte. So was ist aber einfach nicht mein Ding, das hatte überhaupt nichts mit ihr zu tun. Wir haben da mal offen drüber geredet (wir kennen uns schon sehr lange, da konnte man das machen); sie hat verstanden, dass sich Wertschätzung einfach unterschiedlich ausdrückt, und dass sie z. B. verschiedene Dinge, die von mir kamen und die ich für mich als besonderen Ausdruck der Wertschätzung ihr gegenüber bezeichnet hätte, schlichtweg gar nicht wahrgenommen hat. Bei ihr ist es so, dass viele ihrer Freundschaftsbeziehungen von Verlustängsten geprägt sind, und die kleinen Geschenke und Aufmerksamkeiten dienen im Wesentlichen dazu, sich der Aufmerksamkeit des anderen rückzuversichern. Das brachte mich aber immer sehr in Zugzwang, da ich immer nicht richtig wusste, wie ich das erwidern sollte (ich bin kein besonders kreativer Mensch, was Geschenke und Aufmerksamkeiten angeht), mir ist das selbst eher unangenehm,wenn ich so was bekommen, das hat aber nichts mit der Sache/dem Geschenk oder der Person zu tun, sondern eher mit der Erwartungshaltung, die sich dahinter verbirgt.
Letztlich hat meine Freundin diese Phase überwunden, glaube ich, aber das war Teil eines größeren Problemkomplexes, wegen dem sie eine Therapie gemacht hat. Heute sind diese Themen deutlich weniger wichtig für sie als früher, da sie sich einfach andere Inhalte in ihrem Leben geschaffen hat und gar nicht mehr die Zeit fürs "Hirnen" hat.
Wie du siehst, gibt es da vermutlich keine "schnelle" Lösung, aber die gute Nachricht ist: man kann diese Gefühlshaltung überwinden.


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