Wann ist dem Selbstausdruck besser Genüge getan?
Hallo zusammen!
Ich bräuchte mal eure Schwarmintelligenz zu der obigen, bewusst provokant formulierten Frage.
Wenn man so durch das Internet surft, findet man mehr und mehr Seiten, auf denen verschiedene Menschen zeigen, was sie so denken/können/wollen.
Angefangen bei Tante Erna, die ihren neusten Krimi bewirbt, über Roswitha, die hübsche Marmeladenglässchen verkauft, bis hin zu Shakra Votisvinga, der für Herzensenergie und Weltfrieden anbetbar ist. Daneben auch viele Designer, Fotografen - manche beruflich ausgebildet, andere "einfach so", weil es ihnen Spaß macht.
Und natürlich: fast jedes Facebook-Profil, Instagramm-Account, unzählige Blogs usw.
Menschen stellen sich und ihr "Selbst" dar. Fast jeder hat irgendwas, womit er sich selbst verwirklicht. Selbstverwirklichung (+ Wortgeschwister)sind auch die Stammbeine vieler Coaches, die einem dabei helfen wollen.
1.) Warum ist das so? Was ist da los, dass auf einmal fast jeder irgendwie "kreativ" ist und das auch zur Schau stellt? Warum fühlen sich Menschen, die das nicht tun, schon irgendwie fehl am Platze oder unzureichend?
2.) Wo ist die Grenze? Ist Selbstverwirklichung sozusagen ein Menschenrecht (siehe hier:
Life, Liberty and the pursuit of Happiness - Wikipedia ) und es gilt jeder darf machen, was er will, so lange er keinem (außer sich selbst evtl.) weh tut?
Das Internet schafft, das ist klar, die Möglichkeit dazu, alles von sich online zu stellen. Ich wage auch zu behaupten, dass fast jeder eine Schar von Menschen findet, die das, was gemacht wird, für gut befinden oder sich darin wiederfinden können.
So landet Tante Ernas Krimi dann bei Kindle-Direct-Publishing und wird knapp 100 Mal verkauft. Dabei hätte ihn ein Verlag nie akzeptiert. Dann verkauft Roswitha ihre hübschen Marmeladengläschen, zahlt aber selber noch drauf, weil sie sich bei ihrer letzten Gläserbestellung verklickt hat. Dann wenden sich viele Menschen in Gebeten an Shakra Votisvinga, doch der Weltfrieden tritt immer noch nicht ein. Aber vielleicht bald.
Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, worum es mir in etwa geht.
Hinter all dem steckt auch eine ganz persönlich "Selbst"-Frage, denn - wer hätte es gedacht - bin auch ich dabei, so ein kleines, kreatives Online-Business aufzubauen. Möglicherweise fehlt mir einfach nur der dazu nötige Narzissmus, bzw. das Selbstbewusstsein, ... ganz sicher aber fehlt mir der Maßstab, woran ich erkennen könnte, ob das, was ich tu, auch "wirklich" brauchbar ist.
Oder mal sehr hart ausgedrückt: ab wann es eventuell auch einfach nur noch peinlich ist.
Ich bin grundsätzlich ein Typ, der nach dem Motto verfährt, Leben und Leben lassen. Aber es täte mir weh, wenn ich höre, wie z.B. hinter Tante Ernas/Roswithas/Shakra Votisvinga Rücken böse getuschelt wird, obwohl gerade letzterer bestimmt schon längst über allen Dingen schwebt.
Und wie viele Instagramm-Bilder oder Facebook-Posts wurden wohl schon bereut?
Bin gespannt auf eure Einschätzung!![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 14
-
27.07.2017, 11:49Inaktiver User
Wann ist dem Selbstausdruck besser Genüge getan?
Geändert von Inaktiver User (27.07.2017 um 11:57 Uhr)
-
27.07.2017, 12:21
AW: Wann ist dem Selbstausdruck besser Genüge getan?
So ganz weiss ich nicht auf was du hinaus willst.
Du bastelst was? Und willst es verkaufen? Was machst du beruflich? Und wieso muss das in den sovcials gepostet werden?The world doesn't disappear when you close your eyes.
-
27.07.2017, 12:23
AW: Wann ist dem Selbstausdruck besser Genüge getan?
Sie verdienen daran, was sonst?
Und ich ergänze -auch du bist ja hier im Forum unterwegs, recht detailliert übrigens, was ist denn deine Motivation, hier im Forum Beiträge zu posten und zu diskutieren?
Moderatorin im Forum
Trennung und Scheidung,
Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
Über das Kennenlernen
Reine Familiensache
-
27.07.2017, 12:48Inaktiver User
AW: Wann ist dem Selbstausdruck besser Genüge getan?
Die meisten Menschen, die ich kenne, machen keine Verkaufsaktionen im Internet.
Und wer etwas verkaufen will - egal ob Yoga-Kurs, selbstgemachte Marmelade oder Gebäudeversicherungen - muss eben sein Produkt rühmen. Vertriebler im weitesten Sinne sind meiner Erfahrung nach ein ganz bestimmter Menschenschlag. Sie verkaufen ein Bild von sich selbst, und das Produkt wird nebenbei mit verkauft. Dabei kriegt man dann und wann auch mal eine Torte ins Gesicht ... Wer das dann hinterher bereut, ist in dem Job falsch aufgehoben.
-
27.07.2017, 13:03Inaktiver User
AW: Wann ist dem Selbstausdruck besser Genüge getan?
Genau. Bastelarbeit, grafischer Natur, die verkauft werden.
Gepostet werden "muss" es nicht. Es kann gepostet werden, was letztendlich nichts anderes als Werbung darstellt. Z.B. in den "richtigen" FB-Gruppen, auf dem eigenen Blog, der eigenen HP usw.
Je mehr Klicks, desto höheres Ranking (z.B. bei Google usw.). Daneben arbeite ich mit Tags, die meine Produkte auch auffindbar werden lassen, wenn man gezielt danach sucht.
Worauf ich hinaus will?
Nun, wir "kennen" uns ja auch dem anderen Strang. Mein Partner bezeichnete eine meiner Ideen vor kurzem als "peinlich", weil mir dabei ein Fehler unterlaufen ist.
Wahrscheinlich stelle ich deswegen diese Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen Können und Peinlichkeit. Mal anders formuliert.
Ich brauch da für mich Klarheit.
-
27.07.2017, 13:06Inaktiver User
-
27.07.2017, 13:09Inaktiver User
-
27.07.2017, 13:31
AW: Wann ist dem Selbstausdruck besser Genüge getan?
Genau wir kennen uns 😊
Wenn dein Freund dich verunsichert frag ihn nicht mehr. Vielleicht hat er keine Ahnung.
Ich bin hauptberuflich Modedesignerin und da auch sensibel. Nichts gegen Kritik aber nicht von Leuten die keine Ahnung haben. Und peinlich? Das ist wohl ganz unpassend. Du wehrst dich nicht genug du ziehst keine Grenzen.The world doesn't disappear when you close your eyes.
-
27.07.2017, 14:02Inaktiver User
AW: Wann ist dem Selbstausdruck besser Genüge getan?
Danke, liebe Ice,
bin dem gerade auf der Spur. Warum und wieso. Du hast vollkommen Recht. Grenzen ziehen (von wem lasse ich mich kritisieren/wer darf das/ was lasse ich zu?) und setzen (Wut äußern, z.B.) sind wichtige Themen.
Nicht im "normalen" persönlichen Bereich, da bin ich glücklicherweise gut aufgestellt, aber was dieses kreative Schaffen anbelangt, bin ich noch sehr empfindlich.
Deshalb gehe ich dem auch gerade auf den Grund.
Toll, dass Du aus Deinem Schaffen einen Beruf gemacht hast! Ich habe damals (zu einer Zeit, als die Weichen noch anders hätten gelegt werden können), leider nicht den Mut dazu gehabt.
Aber es gibt ja dieses Internet ... und so ein wenig träumen und tun, das wird ja noch erlaubt sein. -Sofern ich mir selbst die Erlaubnis dazu geben kann und mal mit meinen seltsamen Gefühlen diesbezüglich zurecht komme.
-
27.07.2017, 14:10
AW: Wann ist dem Selbstausdruck besser Genüge getan?
Erst dachte ich: Neid
Jetzt denke ich: Unsicherheit. Wer vom eigenen Produkt nicht überzeugt ist, sollte sich keinesfalls in die Selbständigkeit jedweder Art begeben, denn Gegenwind musst Du da schon aushalten, bis Du Deine 100 Käufer Deines Romans gefunden hast z.B.. Und das ewige: "Bei Aldi gibt es das aber für 3,99." Eine Freundin von mir strickt Mützen, Handschuhe, Schals für Märkte und hört das ständig und dauernd. Aber sie verkauft auch super, d.h. für sie lohnt es sich, sie muss sich aber auch ne Menge Mist anhören. Du klingst mir auch irgendwie recht überheblich, wie Du über die Roman-Seniorin und über die Marmeladen-Frau schreibst, bist Du ganz sicher, dass Du das wirklich willst? Ich nicht.... bin auch ich dabei, so ein kleines, kreatives Online-Business aufzubauen.
Bin gespannt auf eure Einschätzung!


Zitieren

