@strolinka
Ich war früher auch ein liebes Mädchen. Und ich hadere immer noch damit, die Balance zu finden.
Und ich spüre vor allem Wut unheimlich schnell, wegen dem braven Mädchen, das Angst vor Mama hatte und lieber mit der Wand verschmolzen ist, als was zu sagen...
Und irgendwann wurde mir mal hochoffiziell erlaubt, wütend sein zu dürfen. Da war ich Ü30. Es war ein Erweckungserlebnis. Und jetzt spür ich nicht nur meine Wut, wenn sie nötig ist, sondern dummerweise auch die von Leuten, die sie nicht rauslassen. Und das triggert dann jedesmal aufs Neue Wut bei mir. Wie hier im Strang.
Da werd ich kribbelig, weil das so - keine Ahnung... das ist dieser Druck, der sich aufbaut, weil die Wut nicht abgelassen wird. Und ich will den nicht mehr haben.
Deshalb mag ich auch meinen Kerl so gern, der hält das nämlich aus. Wir streiten ganz hervorragend, ohne Beleidung, Abwertung oder so Zeug. Und danach ist kein Druck mehr da, bei keinem.
Wenn ich dieses "liebes Mädchen"-Zeug hier lese, ich kenn das ja...
traut euch doch einfach mal wütend zu sein!!!
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Thema: Spatzenmamas....
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27.07.2017, 14:32Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
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27.07.2017, 14:33
AW: Spatzenmamas....
Allgemein gesagt, glaube ich, dass es sehr gut wäre für Spatzenmamas, ein bisschen was von Spatzen zu lernen, und umgekehrt. Passiert nur leider eher selten, weil sie sich gegenseitig mit genau den Eigenschaften, die (wohldosiert) am anderen eigentlich für einen selbst bereichernd wären, früher oder später so entsetzlich auf den Zeiger gehen...
We are born to be happy, not perfect.
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27.07.2017, 14:35
AW: Spatzenmamas....
Ob das ok ist? Es wäre einfach eine so genannte Schattenseite, die zeigt, dass Du nicht immer alles perfekt und gut machst.
Und da stellt sich für jeden Menschen doch subjektiv die Frage: Mit welchen Schattenseiten kann ICH persönlich leben?
Ich kann zum Beispiel damit leben, dass ich momentan noch manchmal Spatzen rumtrete. Vielleicht erwische ich sogar mal einen Nicht-Spatz, aus Versehen. Ok. Irgendwie bin ich aber grad so, und ja, das ist total unperfekt und im Lehrbuch steht es anders. Aber für mich ist das grad ok, das ist ein Schattenanteil grad, den leb ich.
Und bei Dir will vielleicht mal was aus dem Schatten raus und ein bisschen abgraben, so ganz unberechtigt. Wenn niemand zum Buffet schaut, Sahne abgraben.
Die einzige Frage ist doch einfach: Kannst Du selbst mit diesem Schatten leben und ist für Dich das ok, wenn Du an der Stelle unperfekt bist? Solange Du damit niemandem nachhaltig schadest? Sondern einfach unberechtigt Sahne klaust und niemand dabei stirbt?
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27.07.2017, 14:37
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27.07.2017, 14:40
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27.07.2017, 14:40Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
Werde der Dampfkochtopf

Der Punkt ist doch der, daß "normale" Impulse als Kind unterdrückt wurden, sei es aktiv durch die Eltern oder auch passiv durch einen selbst oder auch in Kombination. Wie willst Du Dich denn "normal" ausdrücken wenn sämtliche Gefühlsregungen unterdrückt werden weil diese für die Eltern selbst eine so große Bedrohung darstellen?
Entweder man war still und duldete viel weil man das ausgleichende Element war in der Familie und nicht zusätzlich zur Last fallen wollte oder man wurde mundtot gemacht wie es bei mir der Fall war.
"Erzähls mir was passiert ist, Du brauchst keine Angst haben ich bestrafe Dich nicht!"
Ergebnis: Kochlöffel, Hand
Wie soll sich bei solchen Extremerleben ein gesundes Verhältnis von Gefühlen, dem Mitteilen von Gefühlen und dem Aushalten von Gefühlen einstellen?
Dies zu erlernen war und ist ein ganzes Stück harte Arbeit.
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27.07.2017, 14:41
AW: Spatzenmamas....
Das wär eher die kleine Strolinka, die die Sahne von der Keksetorte klaut und dann kichernd unterm Büffettisch verschwindet.

Für ja-aber sollte das eher so eine Alexis Colby-Nummer (Kennt die hier noch wer??!) sein: Ans Büffet gehen in klackernden Highheels und elegantem Etuitkleid, 2 kg Lachs auf den Teller hieven und dann den irritiert dreinguckenden Spatz in gespielter Süffisanz fragen: "Schätzchen, wars das schon mit dem Lachs?"
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27.07.2017, 14:42
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27.07.2017, 14:43Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....

So wieder Klugschiss von mir aber mitlerweile dürftest es ja gewohnt sein, Du gehörst halt jetzt zu den Skeptikergroupies (ich wusste gar nicht, daß ich ne Fangemeinde habe)
Um sich überhaupt wütend geben zu können und zwar nicht die Alltagswut sondern die Wut, die ganz tief verborgen ist gibts eine Bedingung:
Du musst diese Wut überhaupt spüren.
Und ich spreche jetzt nur für mich, da jede Wutregung von Außen unterdrückt wurde und zwar massiv habe ich diese Wut bis vor kurzem überhaupt nicht gespürt so verdrängt habe ich sie.
Mir haben schon viele Leute gesagt, Mensch stecher, Du bist so wütend und ich dachte mir immer, die haben doch einen an der Klatsche ich fühle keine Wut, nix nada und das war nicht gelogen.
Diese kalte Wut hat mich körperlich angegriffen und zum ersten Mal im Leben habe ich diese Wut jetzt gespürt als mein Vater gestorben ist und meine Mutter meinte ich hätte gefälligst diesen Platz zu besetzen und fing an mich erneut zu bemuttern. Ich dachte erst ich bin im falschen Film, eine Frau mit 80 will mir plötzlich vorschreiben was ich zu tun habe und was nicht.
Tja jetzt ist die Wut da und wie und ich spüre sie auch ziemlich deutlich und ich kann sie produktiv nutzen, denn sie verleiht mir ungeheuere Kraft. Ich bin auch überzeugt, daß ich falsch gepolt wurde in meiner Gefühlswelt und in meinem Erleben dazu ein paar Beispiele:
Meine Mutter ist eine bodenständige, erzkatholische harte Frau, die am liebsten daheimhockt und keinen Fuß aus dem Dorf macht.
Wollte ich in Urlaub fahren (so um die 30 war ich damals) ging das in etwa so:
Fahr nicht, Du hast mehr Stress mit einpacken und wenn Du wiederkommst dann mit waschen und bügeln, spar Dir die Arbeit bleib daheim.
Nö ich fahre! Wirklich wohin? In die Türkei! Mit den Kindern? Ja klar!
Und wenn das Fluzeug abstürzt? Hä? Ja dann sind wir tot! Und pass auf in der Türkei kannst Du entführt werden! Hä? Und Du kannst krank werden was dann?
Wirklich aber auch wirklich jede Unternehmung wurde durch eine Angstkaskade von meiner Mutter kommentiert und das war ja nicht einmal, das ist ja grundlegend so.
Und ich dachte mir dann immer warum kann ich mich nicht auf den Urlaub freuen, was isn mit mir los, warum bin ich so angespannt, usw.Geändert von Inaktiver User (27.07.2017 um 14:57 Uhr)
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27.07.2017, 14:45



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Wow, super. Sei mehr Spatz!

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