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Thema: Spatzenmamas....
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27.07.2017, 12:29Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
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27.07.2017, 12:36Inaktiver User
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27.07.2017, 12:37Inaktiver User
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27.07.2017, 12:39
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27.07.2017, 12:44Inaktiver User
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27.07.2017, 12:47
AW: Spatzenmamas....
Du sprichst Denise an, aber unter anderem ja offensichtlich auch über mich. Du hast damit auch durchaus recht.
Nur: eines der ganz zentralen Dinge, die mir geholfen haben, meine Kindheit zu überleben, war, dass ich mir fest vorgenommen habe: ich will nicht so werden wie die Menschen meiner Umgebung. Ich will nicht in einer Welt leben, in der man die Schmerzen und Bedürfnisse anderer übersieht, weil es für einen selbst bequemer ist, in der man bei Konflikten andere erniedrigt und beleidigt, nur um zu bekommen, was man will, oder weil man sich nicht beherrschen will, in der einem jedes Mittel recht ist und sich sein angeschlagenes Selbstbewusstsein aufbessert, indem man seine Macht über andere missbraucht. In der man andere, schwächere Menschen vorschiebt und benutzt, um die eigenen Interessen durchzusetzen und selbst besser dazustehen. In der man wegschaut, wenn andere misshandelt werden, weil man zu feige ist, einzugreifen.
NEIN!!!! ICH NICHT!!!!
Lieber tot sein. Wörtlich.
Und gleichzeitig ging es mir wie Denise:
Es ist nicht so, dass ich mich nicht wehren könnte. Ich kann Menschen mit Worten in der Tat sehr übel verletzen. Im Notfall weiß ich schon, wie das geht....
Aber genau das will ich eben nicht, oder, wie gesagt, nur im Notfall.
Auch bei mir hat sich dieses: entweder schweigen oder nur verbrannte Erde hinterlassen, mittlerweile verändert. Aber das ist halt ein andauernder Prozess.
Ein Liebhaber von mir, der als Kind sexuell missbraucht wurde, sagte mir mal nach einer Situation, in der wir uns ziemlich missverstanden hatten: „Ich wollte Dich nicht zwingen, weil ich selbst gezwungen worden bin...“
Und das ist es, was ich meine. Ich halte mich nicht nur deshalb zurück, weil ich brav sein und mich an die Regeln halten möchte, weil ich sonst Angst kriege. Das auch, das werde ich auch nie völlig verlieren, aber das spielt mittlerweile gar nicht mehr so eine Rolle. Ich halte mich vor allem deshalb noch manches Mal zurück, weil ich einfach weiß, was Menschen anderen Menschen antun können. Und weil ich das nicht will.
Das heißt nicht, dass ich glaube, dass es da absolute Sicherheit gäbe. Ich habe Menschen schon verletzt und werde das wieder tun, keine Frage. Manchmal ist es einfach Doofheit von mir, manchmal liegt es in der Natur der Umstände und ist unvermeidlich, manchmal hat es noch andere Gründe. Aber ich bin da vorsichtig, vorsichtiger vermutlich als viele andere. Und ich werde das auch bleiben. Das heißt nicht, dass ich nicht immer weiter daran arbeite, den Abgrund zwischen „Schweigen“ und „Verbrannte Erde“ zu schließen, zu experimentieren und viele Zwischenwege zu finden. Das tue ich und entwickle mich da bewusst und gerne weiter. Aber: ich mache das in meinem Tempo.
Wenn ich in meinem jetzigen Entwicklungsstand bei anderen Aggressionen hervorrufe, kann ich das durchaus nachvollziehen. Nur: das ist nicht mein Problem. Und es ist auch nicht meine Verantwortung.We are born to be happy, not perfect.
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27.07.2017, 12:49
AW: Spatzenmamas....
Genau. Eben mal so...

@ Stecher
We are born to be happy, not perfect.
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27.07.2017, 12:53
AW: Spatzenmamas....
Die Nicht-Balance kommt daher, dass Du ganz lange die Wut unterdrücken musstest oder nicht integriert hast, wie Du selbst schreibst, zu lange wartest, bis Du sie zulässt. Dadurch staut sie sich an. Deshalb ist dieser Teil roh, unbearbeitet, unintegriert, unbehandelt. Je mehr Du den kennenlernst, zulässt, zu schleifen beginnst, umso "normaler" wird er, umso gesünder wird Deine Grenzsetzung.
Ich schreibe das, weil das bei mir so war.
Das ist auch der Grund, wieso ich mein inneres Mädel noch ab und zu treten lasse heute. Mensch, was hat die einen durchgemacht als Kind. Immer nur den anderen schauen, Feuer löschen, wann durfte die schon mal wütend und unperfekt sein? Was hat die gewuppt früher! Und dann hab ICH sie als Erwachsene auch noch viel zu lange in die alten Rollen und Muster gedrängt und ihr das nochmals angetan! Und dann musste sie NOCHMALS zurückstehen, als ich endlich meine Muster entdeckte und an denen rumarbeiten musste.
Und dann, irgendwann, als ich es endlich gerafft hatte und mehr Ruhe einkehrte und ich begann, meine Fürsorge endlich auf SIE zu richten, ja da hatte sie dann auf einmal endlich Platz, um auch mal sauer und traurig zu sein. Und das gönn ich ihr. Denn heute fühle ich mit IHR mit, nicht mit anderen.
Und zuerst war sie richtig sauer. Da kam Wut, gross, unbearbeitet. Und dann wurde es immer besser, aber nur weil ich ihr gesagt habe, ja ich versteh Dich, ich versteh Deine Wut, die darf sein. Und jetzt ist es nicht mehr roh, sondern ab und zu noch ne kleine trotzige traurige erschöpfte Wut, aber insgesamt ist das Mädel jetzt fröhlich. Aber weil ich ihr zu lange nicht geschaut habe, lass ich sie heute noch ab und zu treten. Das hat sie verdient.
Und irgendwann werd ich ihr dann mal sagen, schau, jetzt glaub ich, brauchst Du es nicht mehr, oder? Weil jetzt ist doch schon lange alles gut und ich vergesse Dich auch nicht mehr. Jetzt können wir damit aufhören, was meinst Du?
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27.07.2017, 13:03Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
@ Himiko Dein Post #306

....und deins auch Strolinka #308. Ich werde das jetzt mit in den Tag nehmen und sacken lassen.Geändert von Inaktiver User (27.07.2017 um 13:09 Uhr)
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27.07.2017, 13:09
AW: Spatzenmamas....
Es ist nicht so, dass ich nicht verstehe, was Du meinst. Aber für mich ist das was Unaufgelöstes drin in Deinem Posting. Du schaffst für mich einen Gegensatz, den es gar nicht gibt, und deshalb frage ich mich, wieso Du diesen Gegensatz für mich (!) künstlich schaffst.
Der Gegensatz, den Du aus meiner Perspektive schaffst: Entweder man ist mitfühlend und im Verständnis für den anderen und zeigt seine eigene Wut/Trotz/Trauer nicht ODER man zeigt das und erniedrigt somit den anderen und ist ungerecht und tut dem anderen was an.
Diesen Gegensatz gibt es für mich in gesunder Streitkultur nicht. Du kannst Wut, Trotz, Trauer, Bedürfnisse zeigen, ohne den anderen zu erniedrigen.
Die Spatzenmütter, und so war ich früher auch, schaffen den Sprung in den gesunden Fluss zwischen Licht und Schatten noch nicht, so kommt mir das vor. So als ob Du Dich nur dafür entscheiden könntest, sanft und gütig und mitfühlend zu sein, auf Kosten von eigener Wut und Trauer. Aber die Rechnung ist eher so: Du kannst mitfühlend sein, aber gleichzeitig auch wütend und traurig.
Mein letztes Posting zum inneren Mädel, so empfind ich das. Mein inneres Mädel ist manchmal wütend, ohne dass sie andere damit verletzen oder erniedrigen will. Und das darf sie. Sie ist trotzdem ein mitfühlendes Mädel. Es gibt da keinen Gegensatz drin, wo man sich für die eine oder andere Seite entscheiden müsste.



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Irgendwann wirst Du nur noch ab und zu kurz treten, so wie ich ich jetzt. Und irgendwann werde auch ich gar nicht mehr treten, sondern nur noch denken: Ah, ein Spatz. Hm, ok, fällt mir jetzt auch nix zu ein.

