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  1. gesperrt

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    AW: Spatzenmamas....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    4) Die unangenehme Erkenntnis: ich schaffe es nicht, an hilflosen Spatzen vorbeizugehen. Ich brauche wohl noch ein paar Runden...
    Solange Du die Spatzen noch als hilflos empfindest, bist Du noch drin, würde ich auch sagen.

    Kannst Du der Vorstellung schon Freude abgewinnen, wenn Du hier liest, dass einige Spatzen inzwischen als abstossend empfinden und nach ihnen treten wollen? Nix hilflos, A.....loch!!! Macht das was mit Dir, wenn ich Dir das sage? Oder ist das blosse Theorie für Dich?

  2. gesperrt

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    AW: Spatzenmamas....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, da hast du vollkommen recht und die Betonsteine sind ein tolles Bild dafür.

    Was passiert wäre, wenn ich ausgetickt wäre:
    Ich hätte ihn mit Worten vernichtet und zwar auf eine Art und Weise, die für die Beziehung irreparabel gewesen wäre. Da bin ich einfach zu "verkehrt" in mir drin gewesen. Grenzen setzen habe ich erst nach dem Ende dieser Beziehung gelernt, IN dieser Beziehung konnte ich entweder wortlos schlucken oder explodieren und vernichten. Beides weder hilfreich noch zielführend.
    Siehst Du, da ist n böser Wutteil in Dir, der ist sogar gross, den musst Du integrieren. Der ist schon ok, er ist nur so gross, weil Du ihn nicht integrierst und unterdrückst und immer nur im Verständnis und Liebe und Sanftheit zu sein versuchst.

    Sobald Du integrierst, wirst Du ganzheitlicher. Und Dinge fliessen.

    Wieso unterdrückst Du den?

  3. Inaktiver User

    AW: Spatzenmamas....

    Zitat Zitat von Strolinka Beitrag anzeigen
    Ja aber da läuft dann doch genau das Spatzenmama-Dings schief. Wieso sollst Du schweigen? Es gibt doch nicht nur: Entweder ich rede und verletze den anderen überkrass, oder ich schweige. Ne, sagen, was Du denkst!

    Und bei Dir bleiben. Nein, Du willst nicht absichtlich verletzen, und das ist schon ok so. Aber bleib bei Dir, Du springst schon wieder rüber zum anderen, siehst Du das? DU sagst einfach mal Deine Bedürfnisse, ob das den anderen dann verletzt ist erst der nächste Schritt, der kommt erst danach. ....
    Ja, natürlich läuft dieses ganze Spatzenmama-Dings schief. Das ist ja der Grund für diesen Strang und nein, natürlich bin ich heute ganz anders, aber das war eben ein Lernprozess.

    Mir ist schon bewusst, dass die alleinige Äußerung meiner Bedürfnisse den anderen nicht verletzt, aber meinen Ex-Mann haben meine Bedürfnisse einfach nicht interessiert. Für ein von mir geäußertes Bedürfnis hat er mehrere von ihm geäußerte Bedürfnisse gegenüber gestellt und mir so das Gefühl gegeben, es wäre unverschämt, dass ich es überhaupt wage, ein Bedürfnis anzumelden, wenn so viele Bedürfnisse von ihm unerfüllt geblieben sind. Dabei war es übrigens vollkommen unerheblich, ob das der Wahrheit entsprach oder nicht.

    Heute bin ich ganz anders. Heute sage ich, was mir wichtig ist und ich hake nach, wenn ich merke, dass der andere das nicht so wichtig nimmt wie es mir ist bis es verstanden wurde. Aber das war und ist ein langer Lernprozess, den ich überhaupt nur mit Hilfe von sehr lieben Menschen durchleben konnte, bei denen ich mich fallen lassen und sagen konnte: ich habe keine Ahnung, was jetzt richtig oder falsch ist, aber was du gerade gemacht hast, fühlt sich furchtbar für mich an und das ist jetzt gerade mein Gefühl. Hilf mir da wieder raus. Und sie tun es. Sie verstehen es nicht immer, ziemlich oft sogar nicht, aber sie stellen es nicht in Frage, sondern nehmen mich so wie ich bin und das gibt mir Sicherheit, ein Gefühl von angenommen werden und dann können wir ganz in Ruhe darüber reden, warum wer was gemacht hat und warum das in wem welche Reaktion hervorgerufen hat.

    So lernen wir beide. Ich, welche Reaktion "normal" wäre, weil das, was bei mir angekommen ist gar nicht das war, was gemeint war und der andere weiß, wo ich empfindlich bin und wo zukünftig vielleicht ein paar erklärende Worte mehr notwendig sind, damit ich besser verstehe, was wirklich gemeint ist und nicht meiner Interpretation überlassen bin, die im Zweifelsfalle vollkommen falsch ist.

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    AW: Spatzenmamas....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mittlerweile, nach 5jährigem Beschäftigen mit der ganzen Thematik, kenne ich die Mechanismen, die da bei mir greifen und verstehe vor allem, wodurch sie verursacht wurden.

    Aber bisher ist es so, daß ich erlebe, wie Verantwortung um seelisches Wohlbefinden aktiv (aber demjenigen sicher nicht bwußt) an mich herangetragen wird und ich nur die Option habe, deren Schmerz zu lindern- oder meinen.

    Da ich wohl vertrauter bin mit meinem, weil er mir schon früh in den Rucksack getan wurde (ein sehr passendes Bild des von mir sehr geschätzten Nutzers Bodenstaubsauger) und diese Verantwortung so ganz nebenbei praktisch von Kindheit an hatte, wähle ich bisher eigentlich immer die Version, ihren Schmerz zu lindern und meinen hintenanzustellen.

    Vielleicht ist es so eine unbewußte Hoffnung, wenn ich das tue, dann tut das auch irgendwann mal jemand für mich,
    ich weiß es nicht.
    Also für mich kann ich sagen, dass es definitiv so ist bzw. war (wobei ich das erst im Nachhinein durchschaue). Ich habe als Kind gespürt, dass ich nicht bekommen kann, was ich brauche: geliebt und geschützt zu werden, genau so wie ich bin und mich nach meiner eigenen Natur entwickeln zu dürfen, weil meine Eltern (jeder auf seine Art) selbst noch so bedürftig sind. Sie können mich nicht füttern, weil sie selbst noch gefüttert werden müssen. Und ich habe - ja eigentlich nicht gedacht, sondern gespürt: wenn ich sie füttere, dann sind sie irgendwann satt und können mich dann so füttern, wie ich das brauche. Und das Muster habe ich später wiederholt.
    Weil es aber über das Gefühl ging, habe ich das nicht erkennen können. Denn ein Gefühl von mir von "Ich muss geliebt /versorgt werden" hat sich gewissermaßen direkt übersetzt in " Eltern müssen geliebt /versorgt werden". Das hat sich (erstmal) untrennbar verbunden. Daraus erkläre ich mir auch, dass ich es gar nicht aushalten konnte, wenn andere in meiner Gegenwart hungrig waren. Der Drang, sie zu füttern, war bei mir genau so stark wie der Drang eines hungrigen Babys, an der Brust seiner Mama zu trinken. Da hatte sich was verschoben, aber zu einem Zeitpunkt, wo mir das alles noch nicht bewusst sein konnte.
    Ich kann mit Maryquitecontrarys Beschreibung da sehr viel anfangen:
    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Gerade bei Kindern von depressiven, traumatisiert-geschwächten oder emotionell instabilen Hauptbindungspersonen, meistens eben der Mutter, sehen wir, wie das Kind sich indie Versorgerrolle hineinentwickelt.

    Wir sehen das bei den Kindern (unter anderem in eigens dafür designten strukturierten Observationen) so:
    wenn sie noch Babies/Kleinkinder sind, dann zeigen sie oft Anzeichen von Mangel. Sind still, ernst, haben weniger Gefühlsausdruck, machen sich teilweise beinahe unsichtbar. Wenn sie aber erfahren, dass sie eine positive, stabilisierende Wirkung auf das Elternteil haben durch bestimmte Verhaltensweisen, gerade zum Beispiel Lächeln, Munterkeit, dann zeigen sie das Verhalten häufiger. Orientieren sich am Gesicht und Blick des Erwachsenen, beginnen vermutlich, dessen Regungen immer mehr und die eigenen Regungen weniger zu registrieren.
    Im Vorschulalter dann sehen wir, wie das Verhältnis praktisch auf den Kopf gestellt ist: das Kind beobachtet aufmerksam das Elternteil, liest dessen Bedürfnisse und "beantwortet" sie, das alles auf Kosten von eigenen Bedürfnissen, sowohl denen nach Unterstützung und Schutz/Trost, als auch nach Spiel.

    Die Annahme ist, dass das Kind höchsten Streß, entsprechend traumatischem Streß, empfindet, wenn der Erwachsene zu oft so schwach, abwesend, unzugänglich usw ist und in seiner Not Strategien entwickelt, das dysfunktionale Elternteil bei der Stange zu halten und die unerträgliche Situation dadurch mehr zu kontrollieren.
    (Die entsprechende Bindungsstrategie heißt auch "controlling-caregiving").

    Bei mir kam ein weiteres Thema dazu, über dessen Existenz ich erst hier las:
    Doublebinds.

    Man muß als Kind zwangsläufig besser in Mimik, Körperhaltung und gesagten Worten und vor allem Schweigen lesen als andere Menschen, wenn ein wichtiger Mensch in der Kernfamilie so agiert.
    Stimmt! Hatte ich mir seltsamerweise noch nie so konkret in Bezug auf meine Kindheit überlegt – obwohl ich das Thema an sich kenne und sehr bewusst damit umgehe.
    We are born to be happy, not perfect.

  5. Inaktiver User

    AW: Spatzenmamas....

    Zitat Zitat von Strolinka Beitrag anzeigen
    Und noch eine kleine Ergänzung an Dich, Denise: Es hat mich berührt, wie Du beschrieben hast, wie Du mit heutigem gesunden Partner immer noch Ängste ausstehst, wenn Du nein sagst. Das hatte ich vor ein paar Jahren auch noch.

    Ich wollte da noch was reinwerfen: Versuch, LUST daran zu entwickeln, Dein Eigenes reinzuwerfen. Egal, ob Dein Eigenes gerade ja, nein, vielleicht ist.

    Bei mir ging es über die Lust. Ich bekam Lust, mich zu entdecken und reinzuschmeissen, als ich aus den alten Mustern rausgetaucht war. Ich wollte mich da echt ganz neu kennenlernen, ich empfand das als lustvoll, befreiend.

    Vielleicht hilft Dir das als Ansatz, wähl mal den Weg über die Lust anstatt über die Angst. Angst macht eng, Lust macht weit.
    Das ist sehr lieb von dir, aber bei meinem Partner habe ich tatsächlich keine Angst (mehr) "ich" zu sein. Er gibt mir da sehr viel.

    Diese Angst hatte ich bei einem Freund, der für mich sehr wertvoll ist und da muss ich offensichtlich in mir selbst noch sicherer werden, denn diese Angst ist scheinbar unbegründet.

  6. Inaktiver User

    AW: Spatzenmamas....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da bin ich zwiegespalten. Mir haben mehrere Erkenntnisse eigentlich geholfen:

    1) Seine grundsätzliche Strategie ist geblieben..... MEIN Verhalten hat sich da geändert. Seins nicht.
    ....
    3) Die gute Erkenntnis: ich übernehme gern Verantwortung und es tut mir rasend gut, Dinge zu organisieren. Am liebsten für mich und/oder für Leute, die das wirklich wertschätzen können.

    4) Die unangenehme Erkenntnis: ich schaffe es nicht, an hilflosen Spatzen vorbeizugehen. Ich brauche wohl noch ein paar Runden...
    Da bin ich bei dir. Seine Strategie hat mein Ex-Mann auch nicht geändert und so wie es aussieht, lebt er weiter als Spatz nun bei einer anderen Spatzenmama. Mich hätte mal interessiert, ob er sich bei einer Nicht-Spatzenmama anders benommen hätte. Rein aus Neugier.

    Punkt 4 habe ich hinter mir, Spatzen kommen mir nicht mehr in die Nähe. Dafür hat sich das irgendwie umgekehrt: In mir drin bin ich völlig verunsichert, immer mal wieder in Angst lebend, doch wieder einen Spatzen um mich zu haben und es nicht zu merken. Mich selbst stressend mit meiner ständigen Hab-Acht-Stellung, meinem Misstrauen, meiner Angst. Aber vielleicht muss das so sein. Manchmal wäre es mir lieb, wenn jemand von außen sagen würde: "Alles ist gut, das muss so sein." oder aber "Pass auf, du läufst da geradewegs in das nächste falsche Verhaltensmuster rein."

  7. Inaktiver User

    AW: Spatzenmamas....

    Zitat Zitat von Strolinka Beitrag anzeigen
    Denise, wenn ich Dein Posting lese, dann kommt mir spontan der Impuls hoch, dass Du Deine so genannt "bösen" Seiten noch besser integrieren könntest. Wut, Unperfektion, Impulsivität, Unverständnis, Trotz. Natürlich sollten all diese Dinge nicht überhand nehmen.
    .....

    So lieb und gut seid Ihr nicht immer. Und weisst Du was: Das ist gut so. Das macht Spass, das ist interessant, das gibt Dir Färbung, Erdung, Leben.

    Ja, da hast du vollkommen recht und nein, ich bin alles andere als lieb und gut - eigentlich, so im Ganzen . Ich arbeite daran und ja, das tut gut

  8. gesperrt

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    AW: Spatzenmamas....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dafür hat sich das irgendwie umgekehrt: In mir drin bin ich völlig verunsichert, immer mal wieder in Angst lebend, doch wieder einen Spatzen um mich zu haben und es nicht zu merken. Mich selbst stressend mit meiner ständigen Hab-Acht-Stellung, meinem Misstrauen, meiner Angst. Aber vielleicht muss das so sein. Manchmal wäre es mir lieb, wenn jemand von außen sagen würde: "Alles ist gut, das muss so sein." oder aber "Pass auf, du läufst da geradewegs in das nächste falsche Verhaltensmuster rein."
    Ach wie gut ich mich darin wiedererkenne vor einigen Jahren! Immer misstrauisch, dass sich doch wieder ein Spatz reinschleicht in mein tolles Leben. Ich war Columbo, Sherlock Holmes, Miss Marple, um überall Spatzen aufzufinden, die bösen doofen Spatzen, ich find Euch schon... bis... ich gemerkt habe, ne, die sind gar nicht mehr in meinem Leben drin. Offenbar hab ich tatsächlich keine mehr reingelassen.

    Das braucht etwas Zeit, bis Du Dir selbst in den neuen Mustern vertrauen kannst. Dein Misstrauen für eine gewisse Zeit ist normal, denn es ist noch neu. Irgendwann, mit mehr Routine, normalisiert sich das. Und dann wirst Du auch keine Wolkenkratzer mehr nach Spatzen werfen, die Du auf der anderen Strassenseite siehst. Irgendwann wirst Du nur noch ab und zu kurz treten, so wie ich ich jetzt. Und irgendwann werde auch ich gar nicht mehr treten, sondern nur noch denken: Ah, ein Spatz. Hm, ok, fällt mir jetzt auch nix zu ein.

  9. Inaktiver User

    AW: Spatzenmamas....

    Zitat Zitat von Strolinka Beitrag anzeigen
    Siehst Du, da ist n böser Wutteil in Dir, der ist sogar gross, den musst Du integrieren. Der ist schon ok, er ist nur so gross, weil Du ihn nicht integrierst und unterdrückst und immer nur im Verständnis und Liebe und Sanftheit zu sein versuchst.

    Sobald Du integrierst, wirst Du ganzheitlicher. Und Dinge fliessen.

    Wieso unterdrückst Du den?
    Weil er zerstört. Ich kann nicht "ein bisschen wütend" sein. Das ist bei mir wie "ein bisschen schwanger sein". Es dauert, bis ich wütend werde, aber wenn ich dann wütend bin, dann gleicht das einem Vulkanausbruch, der alles irreparabel zerstört, was sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen kann. Also verhindere ich den Ausbruch, indem ich einen gigantischen Deckel drauf lege und dafür sorge, dass der Ausbruch im Inneren stattfindet.

    Aber du hast im Prinzip natürlich vollkommen recht. Ich darf nur nicht warten bis ich wütend werde, sondern muss die Dinge zur Sprache bringen, solange sie mich "nur" stören.

  10. Inaktiver User

    AW: Spatzenmamas....

    @stecher
    Mit deinem heutigen Posting an mich hast du genau das getan, was die Skeptiker hier schon lange schreiben. Ungebeten und ohne nachzufragen, ob der Empfänger bereit und willens ist, hast du mit Ratschlägen/Coaching um dich geworfen.


    QUED

    Ich bin hier raus.

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