Hab ich ausprobiert.
War ihm auch egal.
Hat er halt weggeschoben, auf Seite. Neben den Schreibtisch. Auf meinen Schreibtisch. Irgendwo hin, wo gerade Platz war. Mitnichten dahin, "wo es hingehört". Wenn er aufgeräumt hat, dann "seinen" Bereich. Ich müsste "aufgeräumt" schreiben, denn das Zeug wanderte dann halt aus seinem Blick.
Gegen Ende unserer Beziehung hab ich mir eine programmierbare Fernbedienung gekauft und so weggelegt, dass sie für ihn nicht sichtbar war, weil ich es irgendwann leid war, die von ihm irgendwo hingelegte originale zu suchen, wenn die Kinder mal Sandmännchen gucken wollten. "Wo ist die Fernbedienung?" als allabendliche Frage seinerseits, mit diesem "DU hast sie zuletzt gehabt, die Kinder haben ja geschaut"-Unterton.
Ich könnte ein Buch schreiben über diese ganzen absurden Dinge, die sich hier abspielten. Schimmel im Kaffeevollautomat, weil er "vergessen" hatte, das Zeug da rauszumachen. Ich trinke keinen Kaffee, DAS hab ich ausgesessen. Es stank manchmal widerlich. Ich bin manchmal richtig ausgeflippt und aggressiv geworden, ich war im Burnout, gar keine Frage.
Und wenn dann meine Eltern zu Besuch kamen... mein altes Schema, liebe Tochter, Du kannst nicht mal richtig einen Haushalt führen. Mein Vater, der hier "für mich" aufräumte, meine Mutter, die mir Vorträge hielt, wie man das "richtig" macht. Mein Ex, der sich verpisste, damit er nicht im Fokus stehen musste. Da war ich dann wieder zurück in meinem Kindheitstrauma.
Gott, wenn ich an diese Zeit zurückdenke, es gruselt mich selbst. Ich kann dieser Geliebten echt nur dankbar sein, dass sie diesem Elend ein Ende bereitet hat.
Aber ich stelle eben auch fest, dass ich leider immer wieder solche Männer anziehe, die sich über kurz oder lang darauf verlassen, dass ich es schon anpacke. Ich schrieb hier ja auch schon über den Fassadenmann. Die verkaufen sich super - auch mein Ex hat einen verantwortungsvollen Job mit Leitungsfunktion gehabt - aber hinter der Fassade...
Nach dem letzten Mann, der mich wieder verlassen hat, bin ich allein. Und scheue mich echt, wieder jemanden näher ranzulassen. Ich weiß ganz genau was mich bewegt, ich habe eine Therapie gemacht, es geht mir richtig gut. Aber ich habe dennoch einige Triggerpunkte. Die Spatzen kennen die, reißen ihren Schnabel auf und zack agiere ich wieder in alten Mustern.
Ich wünsche mir nichts sehnlicher als einen Menschen, der das "versteht" und nicht ausnutzt, aber die scheinen wahre Goldschätze zu sein und sind schon "vom Markt". Oder selbst dabei, ihre weiblichen Spatzen zu füttern.
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Thema: Spatzenmamas....
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26.07.2017, 20:23Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
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26.07.2017, 20:24
AW: Spatzenmamas....
Ich persönlich finde diese Bezeichnung auch irreführend. Deine Einwände leuchten mir sehr ein.
Wie würdest du diese Dynamik, von der hier gesprochen wird, bezeichnen? (Ich hatte "Helfer-Syndrom" vorgeschlagen, weil ehrlich gesagt, kenne ich so auch nur als das. Scheinbar war das aber für die meisten hier so gar nicht stimmig, was auch nachvollziehbar war für mich).
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26.07.2017, 20:29Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
In mir beim Schreiben auch. Ich kann das voll nachvollziehen. Und ich schreibe hier Gottseidank über eine Vergangenheit, die sich nicht in meine Gegenwart auswirkt. Der letzte Mann hat von mir kaum bis keine Hilfe bekommen, ich glaube fast, zu ihm war ich sogar manchmal zu rabiat. Weil ich die Nase voll hatte. Ich fühle mich nicht als Opfer, ich habe das ganz bewusst gemacht und ich hatte jede Menge Handlungsoptionen (habe ich ja auch dargelegt), ich habe einfach die für mich am besten passende gewählt und mich höllisch geärgert, dass alle anderen Optionen klüger, aber für mich und mein Wohlbefinden schlechter waren.
Mit meinen Kindern zum Beispiel gehe ich nicht so um. Da habe ich aber eine andere Rolle, wenn die ihr Zeug nicht erledigen, kann ich erzieherisch eingreifen.
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26.07.2017, 20:31
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26.07.2017, 20:31Inaktiver User
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26.07.2017, 20:34Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
Ich sags mal so: diskutieren ist die Suche nach Verständnis und Konsens. Du wolltest ihn von deiner Strategie überzeugen, er hat es anders gesehen bzw. sich gar keinen Kopp darum gemacht....
DANN, ausgehend von dieser festgefahrenen Situation, fängt sich wehren erst an.
Es ist auch nicht so, dass jeder Streit fruchtbar ist. Das ist für mich inzwischen auch ein Aspekt einer tragfähigen Beziehung: dass streiten letztendlich eine fruchtbare Auseinandersetzung ist.
Bei dir und deinem Partner - hat offensichtlich schon diese Basis gefehlt, ihr ward da einfach von verschiedenen Planeten.
Puh....Ich habe alles gegeben, Familie, Job, Haushalt unter einen Hut zu bekommen, aber ich hatte überhaupt keinen Partner dabei. Als er weg war hat sich in unserer Familienstruktur nichts, aber auch gar nichts geändert. Ich war doch eh schon für alles verantwortlich. Das finanzielle Loch war sehr erschreckend, das war auch "sein Thema" und ich hatte nicht die Zeit mich darum auch noch zu kümmern. Unterversicherungen, falsche Versicherungen (noch auf die Wohnung, nicht aufs Haus), irrwitzige Abos und Mitgliedschaften, vertrödelte Rechnungen und eine hanebüchene Hausfinanzierung... am Ende habe ich ja das Haus übernommen. Er denkt heute noch, ich hab ihn über den Tisch gezogen damit, aber leider hätte ich sonst all das hineininvestierte Geld (meiner Eltern) verloren. Er kam mit nichts und ging mit nichts. Und hat im Grunde trotz der langen Ehejahre kaum Spuren hinterlassen.
Das ist schon noch ein Tacken mehr als Mülltonne!?
Mein Eindruck ist: dieses sich abarbeiten an jemand, der nicht Willens oder in der Lage ist - dass ist es, was zermürbt. Und kein echtes Gefühl dafür zu haben, ob der Frust überhaupt berechtigt ist... ist man nur nicht locker genug?
Könnte das sein?
Weißt du - ich habe was ähnliches erlebt eben... der letzte Partner (frisch getrennt) war quasi der Gegenentwurf zu meinem langjährigen EX. Das war so eine Milchmädchenrechnung von mir.Ich hätte ihn direkt wieder verlassen "müssen", aber mir hat nach einem sehr dominanten Partner, den ich davor 9 Jahre hatte, total gefallen, dass er mich "machen lässt". Meine Güte, ich hab das überhaupt nicht erkannt!
Du bist nicht allein, falls dir das ein Trost ist?
IDas ehrt dich - und ist eine wichtige Erkenntnis, finde ich.ch kann ihm nicht mal das Blutegel unterstellen, ihm ist das WIRKLICH nicht wichtig.
Ja genau.Sehr langer Rede kurzer Sinn: ich hab mich gewehrt, wieder und wieder das Gespräch gesucht, ihn angemotzt, ihm Vorwürfe gemacht, es ausgesessen, whatever. Aber ich hab's irgendwann dann doch gemacht. Und mich gefragt: Nur weil ich es halt anfangs ihm zuliebe ausnahmsweise gemacht habe?
Deine Interventionen waren ihm weniger lästig als das zu machen, was du von ihm wolltest.
Endlose Frustrationstoleranz kann auch eine Waffe sein (Scherz! Und leider wahr!)
Dann kommt doch irgendwann der Moment.... sagen wir mal: du bist 3x zur Bar, er kein mal.... wo du denkst: hm....In meiner Welt ist das eher so ein "eine Hand wäscht die andere". Ich bring Dir ein Getränk von der Bar mit, Du gehst das nächste Mal. Und immer und überall sind dann da diese Spatzen, die denken: geil, sie ist gegangen, sie kennt den Weg, sie kann es wieder tun. Sowas kommt in meiner Denke nicht vor! Wenn mir jemand hilft, helfe ich ihm auch mal oder ich zeige ihm, dass mich das echt freut. Das ist meine Baustelle, anscheinend. Ich bin zu nett zu anderen.
Was wird aus dem "hm...."?
Ich sage mal was hoffentlich nicht zu provokantes: es hat AUCH mit dem Selbstbild zu tun: großzügig sein, nicht aufrechnen, hilfsbereit auch ohne Dank & Lohn.....
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26.07.2017, 20:37
AW: Spatzenmamas....
Wenn ich auch eher ungern mit pseudopsychologischem Vokabular um mich werfen will, aber: Das ist passiv-aggressiv in Vollendung. Dein Exmann schien keine Schmerzgrenze zu kennen, richtig? War bei meinem Schlamperhosenmann echt ähnlich. Er hatte z.B. Schulden. Die Briefe blieben verschlossen. ICH öffnete sie, entsetzt, ihm vorlegend, Augen aufreißen, oh Gott! rufend, au weh, da musst du reagieren, guck, da die Nummer, du musst da anrufen, du musst Raten aushandeln, sonst...- hat ihn nicht gekratzt.
Die Eltern meines Schlamperhosenmannes. Ich lieh denen Geld (allein das!
). Ausgemacht war: Betrag X monatlich an mich zurück. Der Vater meines Schlamperhosenfreundes hielt sich nicht dran. Immer Ausreden. Als Schluss war, immer Ausreden. Ich wieder vermittelnd, fast bittend, komm, lass uns doch fair bleiben. Bitte halte dich an die Abmachung.
Wieder nix.
Ich innerlich Hut hoch.
Mein Therapeut, nüchtern fragt er mich: "Wie lange wolln sie das Spiel noch mitspielen?" Ich: "Hääh?" Er: "Man zeigt ihnen ja ganz offensichtlich, was man von ihnen und ihren Ansagen hält." Ich: (Fresse runter).
Ich bin zum Anwalt gegangen. Einem Bullen. Die Korrespondenz lief dann nur noch über die Kanzlei. An diesem Abend köpfte ich ne Flasche Sekt und hörte 1 Stunde lang von Boney M Moskau.
Ich dachte: "Jetzt mit Anwalt krieg ich meine Kohle sicher rasch." HAH! Weeeeit gefehlt: Denn auch die Eltern meines Exfreundes waren völlig schmerzbefreit. Die reagierten GAR nicht. Und zwar so lange, bis der Gerichtsvollzieher kam. Und den haben sie nicht reingelassen. Sogar der Gerichtsvollzieher musste erst mit Knast (!!!) drohen.
Da habe ich auf sehr heilsame Weise erfahren dürfen: Eltern ohne Schmerz-Grenzgefühl => Kinder ohne Schmerz-Grenzgefühl. Und wieder musste ich lächeln.
So entstand langsam mein Flaggschiff.
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26.07.2017, 20:43
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26.07.2017, 20:46Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
Sehe ich inzwischen auch so. Hatte mal einen Ratgeber gelesen, weil ich schwer verliebt war (in einen anderen Mann nach der Scheidung) - "Wenn Männer mauern" - und dachte, ich les nicht richtig. Aber die Erkenntnis kam nun zu spät. Und ich glaube, das hat auch nur prima so funktioniert, weil ich so fein drauf reagiert habe.. Oder agiert? Ich weiß es nicht.
Seine jetzige Frau "tickt" anders, und er tickt bei ihr auch anders. So weit ich das so mitbekomme. Von daher scheint das nicht alles in Stein gemeißelt zu sein. Ich schildere die Entwicklung ja auch bloß aus meiner Sicht. Aus seiner würde man vermutlich etwas von einer grundlos hysterischen ständig nörgelnden psychisch kranken Frau hören oder so. Wir sind glaub ich beide recht froh, dass wir uns los sind. Und ich freu mich ja auch immer ein bisschen, wenn mich jemand "tröstet" und sagt, das das alles schon sehr abgefahren war. Geb ich ja zu, natürlich hab ich auch wahnsinnig großen Anteil an dem ganzen Gefüge.
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26.07.2017, 20:47Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
Ich finde die Bezeichnung "Spatzenmama" auch irgendwie... naja...
Verniedlichend.
Als wollten die, die sich so bezeichnen auch in der Bezeichnung noch lieb sein.
Finde ich eher irritierend. Man weiß auf den ersten Blick nicht, ob das jetzt was feines ist oder nicht.



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