Ja, ich habe die Wahl und ich nutze sie. Insofern ist alles gut, ich bin auf dem richtigen Weg und nur weil er manchmal nicht leicht ist, weil außen und innen gefühlsmäßig nicht kompatibel ist, wird der Weg nicht falsch.
Ansonsten wollte ich gar nicht auf die Spatzen schimpfen, auch wenn das so rübergekommen ist. Für mich sind das nur einfach keine kleinen niedlichen unschuldigen Vogelkinder, um die man sich kümmern MUSS, weil sie sonst verhungern, sondern das sind eben egoistische Menschen, die sich so verkleiden und die Fürsorge der Spatzenmenschen ausnutzen.
Das empfinde ich als extrem unangenehmen Charakterzug, der in mir so nachträglich tatsächlich nur noch Verachtung auslöst. Das finde ich selbst nicht besonders schön, weil ich mich ungern mit negativen Gefühlen belaste, aber ich betrachte es als Schutz davor, noch einmal eine Beziehung mit so einem Menschen einzugehen und kann damit leben.
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Thema: Spatzenmamas....
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25.07.2017, 12:21Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
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25.07.2017, 12:27Inaktiver User
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25.07.2017, 12:43Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
Ich habe das auch schon getan, Resultat: Abwehr, ich sei verblendet von mir selbst, würde mich nicht "richtig" sehen. Es ging da um das Thema abnehmen und meinem Satz (zu dem ich stehe), dass ich mich mit dem Thema nicht stressen will.
Ich weiß auch nicht, geht vielleicht auch über das Thema hier hinaus, aber mein Eindruck: so lange ich "funktioniere" und z.B. sagen würde "hey, danke für die tollen Tipps, ich mache das jetzt genau, wie Du willst", dann erhalte ich Wertschätzung. Sie ist der Meinung, ich kriege meinen Hintern nicht hoch - möglicherweise sogar auch eine "Spatzenmama", die mir beibringen möchte, wie es richtig geht? Nach dem letzten skurrilen Gespräch bin ich laufen gegangen, daraufhin kam von ihr ein Lob, gut, dass sie was gesagt hätte, nun hätte ich endlich den Hintern hochgekriegt. Ich habe geantwortet, dass ich doch gar nichts geändert hätte (ich gehe tatsächlich regelmäßig laufen oder radeln oder so), kam dann "ich dachte, Du wärst auf einem guten Weg und ich hoffe für Dich von Herzen, dass Du die Kurve kriegst". Sei, wie Du nicht bist, sei, wie ich Dich gern hätte, ist mein Lebensthema irgendwie.
Und ich kann mich dank eingefahrener erlernter Strukturen so schwer davon lösen. Und sie irgendwie auch. Sie will mich schlank und fit bekommen. Und ich hätte gern eine Freundin, die mich so mag, wie ich bin. Unlösbar. Ich glaube, wir haben beide diese Helfersyndrom- und "Besserwisser"-Anteile und sind auch beide davon überzeugt, dass unser Weg der richtige ist. Aus meiner Sicht unterscheidet sie mich in dem Punkt von mir, dass es für mich nicht der "einzig gültige" richtige Weg ist.
Ich stelle fest, dass ich aus Harmoniegründen oft den Mund halte, obwohl ich etwas besser weiß. Ich reagiere aber mittlerweile unheimlich empfindlich darauf, wenn mir jemand sagen mag, dass er besser weiß als ich, was gut für mich ist. Das ist ein großes Thema für mich, und ich glaube, ich habe da ein "gesundes Mittelmaß" nie erlernt. Ich lasse mich manipulieren und ich kann auch diese Double-Bind-Klaviatur selbst sehr gut spielen.
Das ist ganz entsetzlich bei der Kindererziehung. Weil ich das selbst so hasse, lasse ich meinen Kindern oft zu viel durchgehen, "damit sie mich mögen", ertappe mich aber auch dabei diese Muster "mach das, dann hat Mami dich wieder lieb" zu bedienen. Aber da ich das erkenne, kann ich mich meist ganz gut einfangen, bevor ich tatsächlich aktiv werde und glaube, dass ich meine Kinder durchaus freilassen kann. Mir fällt das eher schwer bei Gleichaltrigen im Freundeskreis.
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25.07.2017, 12:57Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
Aber genau das ist doch das, was ich mit Counterpart ausdrücken wollte. Du MUSST Dich ja nicht kümmern, Du könntest den Spatz auch lassen, wie er ist. Dann geht es zwar schief, aber das wär dann eben so. Nur, dass kannst Du - oder sagen wir besser: das kann ich - nicht ertragen. Für mich heißt das eher: ich WILL mich kümmern, damit die Sache vorangeht, damit das Zeug vom Hof ist, damit die Dinge in Schwung kommen. Ich erwarte (und das ist der größte Fehler!!!) dann, dass derjenige Spatz dann doch sieht, wie schnell und einfach das hinzukriegen ist. Und das funktioniert dann nicht, der "Lerneffekt" ist nicht da.
Meine letzte Beziehung ist quasi daran gescheitert. Er wollte z.B. bei einem Wettbewerb mitmachen, ich hab da auch mitgemacht, da gab es ein paar Voraussetzungen, lächerlich einfach. Ich hab gemacht, er nicht. Ich hab ihn erinnert, ich hab ihn motiviert, ich hab alles versucht, damit er das, was ER doch wollte, auch angeht. Keine Chance. Mittlerweile sind wir nicht mehr zusammen, aber in diesem Wettbewerb (es geht auch hier ums Abnehmen) immer noch beide aktiv. Er meldet sich immer wieder an, macht eine Runde mit, dann lässt er es schleifen. Das macht mich irre. Ich krieg da irgendwie keinen Abstand rein, denke, Mensch Kerl, wenn Du doch keinen Bock hast, warum nur machst Du das dann wieder und wieder? Und da ist eben der Punkt: nutzt er meine Fürsorge aus? Oder ist er am Ende genervt von meinen Remindern? Ich kann mir keinen Reim drauf machen, aber mittlerweile habe ich zumindest eins gelernt: es ist SEINE Sache. Und meine Aufgabe ist es: diesen elenden Schlendrian zu ignorieren. Und am Ende auf den "siehste, hab ich Dir doch gleich gesagt" Faktor zu verzichten.
In der Partnerschaft habe ich das ehrlicherweise nicht geschafft. Und er fühlte sich zumehmend als Versager an meiner Seite. Letztlich passt das nicht, dass so ein Gschaftlhuber mit einem Schluffi zusammen ist. Ich komm aber auch mit anderen Gschaftlhubern nicht klar, weil wir uns dann gegenseitig stressen. Mein Fazit: erst mal dieses bescheuerte Muster ablegen, wie auch immer das gehen soll, und dann erst wieder Beziehungen eingehen. Sonst macht mich nur der Nächste mit irgendwas irre.
Ich würde das aber nicht Egoismus nennen.
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25.07.2017, 13:31Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
Wow, hier ist ja richtig was los.
Danke dafür, daß die Allermeisten das Thema so diskutieren, wie wir es uns erhofft haben, so kann ich daraus viel Nachdenkenswertes mitnehmen.
Ich schicke Dir eine PN, das kann ich, um die Anonymität zu wahren, hier nicht so schreiben.
Wird aber etwas dauern, weil ich versuche möchte, hier im Thread die für mich interessanten Beiträge erstmal abzuarbeiten.
Ich habe, weil das Schlagwort Kontrolle nun so oft kam, da nochmal intensiver drüber nachgedacht.Den Aspekt der Kontrolle bei Spatzenmamas halte ich für gewaltig. Das möchte ich aber nicht ausführen, ohne zu wissen, von was du da genau sprichst. Vielleicht ist dir eine kurze Skizzierung möglich?
Nein, das ist es bei mir wirklich nicht, das ist nicht das, als was ich MEIN Spatzenmensch-Sein meine.
Wirst Du dann, glaube ich, verstehen.
Das ist wohl eine Gemeinsamkeit, die alle erwähnen.
Bei mir war es zum Glück nur einseitig - das ist vielleicht der Grund, warum ich manchmal das Gefühl habe, ich habe sogar beide Anteile in mir.
Bingo.und Verständnis für die Mutter zu haben, wenn der Vater auch ihr gegenüber kalt war. Und, wie stecher schreibt: Nix davon soll nach außen dringen…

Kalt ist bei mir noch extrem euphemistisch.
Bei mir nicht ganz so extrem, aber ansonsten Bingo.Grundsätzlich machen mir Menschen, Tiere und Pflanzen Freude.
Auch im übertragenen Sinn. Für mich hätte das ewig so weitergehen können, wenn ich nicht irgendwann an einen Mann geraten wäre, den ich in seinen persönlichen Defiziten derart füttern musste, dass für mich wirklich kein Krümel mehr übrig blieb.
Insgesamt danke ich Dir sehr für Dein ErzählenMein Spatzenmama-Gen traf bloß unglückseligerweise auf bestimmte Prägungen und Sozialisierungen im Elternhaus, die bewirkt haben, dass ich mich in dieser Beziehung gefangennehmen ließ. Sie waren der Käfig, in dem ich als Spatzenmama zusammen mit dem unersättlichen Spatz steckte.
, denn es zeigt exemplarisch einen ähnlichen Verlauf, wie ich ihn hatte.
Bei mir geht es in erster Linie um das emotionale Kümmern- das in frühster Kindheit geprägt wurde,
das lange ungeweckt schlummerte- und zu einem sehr ungesunden Kreislauf wurde, als ich auf meinen Spatzen traf.
Denn mein Spatz ist brillant, toll, hochintelligent, insgesamt gesehen extrem liebenswert und liebenswürdig.
Aber genau wie Du es beschreibst gibt es einen emotionalen Anteil in ihm, in dem er selbst erhebliche Defizite erleben und durchleiden mußte und wie Himiko schrieb, dachte ich damals in meiner jungen Naivität, daß allein mein Da-Sein für ihn ihm schon Linderung bringen würde.
Auch ich habe/hatte so viel Liebe zu verschenken, war damals so stabil und gefüllt davon, war so voller Kraft und Lebendigkeit.
Ich war noch kein - bewußter- Spatzenmensch, ich habe einfach das getan, was ich immer tat- ich wollte, daß es den Menschen, die ich liebe, mit mir und durch mich besser geht als ohne mich.
Und auch das kann ich, wiederum ganz objektiv, so wird es mir jedenfalls (ohne nachfragen zu müssen) häufig zurückgemeldet, sogar manches Mal hier im Forum bei meinen Beiträgen.
Ich habe/hatte mich im Blick - und immer auch mein Gegenüber.
In meinem Fall war es aber so, daß ich da größeres Leid bei meinem Spatz spürte (und auch anvertraut bekam), als ICH - so dachte ich- es selbst kannte.
Ich will nicht retten, ich habe das Gefühl, ich muß.
Also stellte ich in bestimmten Bereichen meine Bedürfnisse immer wieder zurück, denn seine schienen wichtiger, weil schmerzhafter.
Das hast Du für ich ebenfalls sehr zutreffend beschrieben.Es fühlt sich für mich richtig an, eine Spatzenmama zu sein, denn die war ich schon immer, ich würde verbogen sein, wenn ich es ändern wollte. Ich muss nur aufpassen, nicht wieder in einen Käfig gesteckt zu werden. Was Lockvögel betrifft, habe ich inzwischen aber einen richtig guten Riecher.
Nochmal, ich dränge mich niemandem auf, sondern ich re-agiere meistens nur.
Das war auch so ein Schlüsselsatz, der früh in solchen Diskussionen "Betroffener" gefallen ist.
Diese Art Über-Mutter-Typ, die einige hier beschreiben, drängt sich rein, drängt sich auf.
All das tue ich nicht- solange nicht mein "Beistand" angefordert wird, bei mir meist emotional, aber tatäschlich ab und zu auch sächlich.
Denise71 hat das in einem weit späteren Post wunderbar beschrieben, was für einen Typus Spatz auch ich meine.
Man weiß als Spatzenmensch-Typus vorher, das kann nur scheitern, es ist nur die Frage, in welchem Moment,
der Spatz macht erst mal in blindem Aktivismus- um dann aus dem Scheitern zu lernen.
Ich habe die Situation vorher schon in 3-5 Varianten gedanklich durchgespielt und kenne schon 3 Wege, wie es nicht klappt, aber eben auch Möglichkeiten, wie es klappt.
Und das sorgt gerade in Paarbeziehungen für großen Frust, denn beide sind frustriert,
der, der es vorhergesehen hat und der, der erlebt, wie die "Unkerei" oder "Negativität" doch wieder zutrifft.
Ganz genau das.Ich biete mein Da-Sein an und es ist an meinem Gegenüber, ob ihm das was bedeutet oder nicht.
Insofern kann ich hier für mich auch wenig mit dem Bild anfangen, daß von einigen gezeichnet wird, daß es ein Überkümmern ist.
Himmel, im schrittweisen Zitieren stoße ich erst jetzt auf diese Stelle,Nein, ich will nicht "retten", ich habe das Gefühl, ich muß, weil das so an mich rangetragen wird und mir best. Menschen viel bedeuten.
oben habe ich es ja fast wortwörtlich so geschrieben.

Das zeigt, wie sehr best. Mechanismen greifen.
Ich mußte soooooo lachen, wir treffen uns dann auf Seite 17.
Denn schon das unterscheidet uns scheinbar von "normalen" Menschen.
Denise, Du und ich haben schon in diesem kleinen Beispiel dieselbe Herangehensweise, auch Denise schreibt, sie wolle chronologisch vorgehen, ich möchte das ebenso.
Denn ich möchte gerne jedem, der hier bereichernde Beiträge schreibt, gerecht werden und ich möchte vor allem auch all diese Beiträgen würdigen als das was sie sind, Puzzleteile, die es wert sind, genau betrachtet zu werden.
So aber agieren die wenigsten.
Für uns ist es selbstverständlich, andere aber machen es anders- und geraten dabei wahrscheinlich weniger unter Druck.
ich habe mittlerweile verstanden, daß ich auf "Unterstützen" und "jemanden mit tragen" gepolt bin.M. E. ist das einfach ein Fakt. Wie sich der erklärt, weiß ich auch nicht genau. Von mir selbst kenne ich mit den „Spatzen meines Lebens“ ein Gefühl inniger Vertrautheit, großer Berührtheit, überwältigender Zärtlichkeit, das eben einfach da ist, obwohl und trotzdem...
Wieder, das war keine freie Entscheidung, ich kannte gar nichts anderes.
Um es platt zu sagen, wenn die Familie französisch spricht, dann ist das die Muttersprache.
Meine "Muttersprache" ist gleichzeitig auch, Freude zu bereiten und Schmerz zu mindern.
Aber den Mechanismus habe ich erst als weit Erwachsener kapiert, weil ich eben unser Familienkonstrukt, das nach außen so normal wirkte, extrem geschützt habe.
Seit ich mir erlaube, mir bewußt zu sein, daß ich in einer extrem dysfunktionalen Familie aufwuchs und darauf geprägt wurde, kann ich vieles anders=besser machen und mich selbst besser schützen.
Vorher war aber Familienschutz das höchste Gut- ohne je thematisiert zu werden.
Ich danke Dir.
Dafür, dass Du verstehst, dafür, dass es Dich berührt und dafür, dass Du Dir die Mühe nimmst, es zu sagen.


An dem Punkt bin ich gerade, und es fällt mir verdammt schwer, entweder mich zu retten oder ihn.Auch nicht, wenn er selbst reingesprungen ist, obwohl er weiß, dass das Wasser tief ist und er nicht schwimmen kann? Obwohl Du ihn schon tausendmal gerettet hast und er auch zum 1001. Mal direkt wieder reinspringt, achtlos? Wenn Du merkst, Du wirst Dein Leben damit verbringen, ihn aus dem Wasser zu ziehen und zu nichts anderem kommen? Und dass, wenn Du irgendwann nicht mehr kannst, er doch ertrinken wird ? Weil nämlich nur er entscheiden kann, dass er leben will? Und Du ihn davon abhältst, zu dieser Erkenntnis zu gelangen, weil Du ja immer da bist, um dafür zu sorgen, dass seine Entscheidung nie ernsthafte Konsequenzen hat?
Ich sehe nach Jahren des Kämpfens darum, uns beide zu retten, langsam keinen gangbaren Weg mehr.
Was unter anderem geholfen hat, war, dass es zumindest teilweise schon Beschreibungen für mein Problem gab. Mein Vater ist Alkoholiker und Spatzenmama-Verhalten hat in vieler Hinsicht Ähnlichkeit mit Co-Abhängigkeit.
Zum Teil auch mein Thema.
Meine Therapeutin hat nach einigen Erzählungen von mir mich ganz ruhig gefragt, ob mir eigentlich bewußt wäre, wieviele Alkohol-Tote ich in meinem weiteren Umfeld hätte? Nein, war mir nicht bewußt, war ja für mich "normal".
Ergänzung: nicht ich habe ein Alkoholproblem, das war zweideutig, das wollte ich klar stellen.
Es entbehrt für mich nicht einer großen Portion Ironie und Komik, daß Du dem Spatzen-Mensch-Typ mal allgemein Übergriffigkeit diagnostizierst, aber schon meinen Beitrag Nr. 2 nicht wirklich verstanden zu haben scheinst.

Wir wollen konstruktiven Austausch (einiges von Dir war auch durchaus konstruktivOder wollt Ihr lieber unter Euch bleiben? Dann kommt Ihr nur nicht weit, fürchte ich. Weil es das Yin nicht ohne das Yang, das Plus nicht ohne das Minus, das Schöne nicht ohne das Hässliche und das Licht nicht ohne den Schatten gibt...
), aber ich kann Strolinkas Art zu dem Thema in diesem Thema gerade besser annehmen und damit aufnehmen als Dein zum Teil.
Und DANN denke ich auch darüber nach, ob das mit der Übergriffigkeit zutrifft oder nicht-
gerade weil mir das von anderer Seite auch "vorgeworfen/attestiert" wurde.
Aber ich bin für mich noch nicht zu einem abschließenden Ergebnis gekommen.
Geändert von Inaktiver User (25.07.2017 um 15:39 Uhr) Grund: Ergänzung
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25.07.2017, 13:31
AW: Spatzenmamas....
Also jetzt springe ich doch mal und mach dann erst später wieder auf Seite 4 weiter...
Meine Antwort lautet: „Nein, aber...“
Bestehende Beziehungen, egal ob Freundschaft oder Liebe, konnte ich nie verändern, obwohl ich mich wirklich sehr bemüht habe (und zwar nicht auf Spatzenmama-Art und Weise, sondern mit allem, was kommunikativ so empfohlen wird, also bei sich bleiben, klare Grenzen, keine Schuldzuweisungen, das tun, was man sagt, dass man tun wird etc.).
Allerdings sieht es jetzt so aus, als ob aus zwei potentiellen Freundschaften, die mir zumindest teilweise „auf Spatzenart“ („à la facon du piaf“
) angeboten wurden und die ich (mit Bedauern, aber klar) ausgeschlagen habe, jetzt, Jahre später (in einem Fall 10, im anderen 5 Jahre, also lang) möglicherweise doch etwas „Unspatzenmäßiges“ würde. Ich weiß noch nicht genau, aber werde berichten.
Wobei wir eben nie die „Spatzenmuster“ zusammen hatten. Ich habe damals ganz klar sofort gesagt, ja, ich wäre interessiert, aber so nicht.
Es handelt sich auch nicht um „Vollzeitspatzen“, wenn ich mal so sagen darf, m. E. haben sie nur Spatzenanteile. Und sie haben sich in der Zeit, die vergangen ist, meiner Wahrnehmung nach sehr weiter entwickelt im Sinne von: „selbst mehr Verantwortung für ihr Wohlbefinden übernehmen“. Dadurch können / konnten sie dieses Spatzenverhalten – das m. E. immer heißt: „Ja, ich weiß, ich benehme mich unmöglich, aber liebst Du mich trotzdem? Bütte, bütte....
“
möglicherweise ablegen.* Und dadurch geht jetzt was. Vielleicht...
Wichtig ist vielleicht auch noch, dass ich absolut keine Erwartungen hatte. (Erwartungen sind bei Spatzen tödlich. Über die kriegen sie Dich immer.) Ich hatte ja diese Erfahrung bereits gemacht, dass das nie ging, auch nicht mit Menschen, mit denen ich eine lange Geschichte hatte und die, wie ich weiß, wirklich sehr an mir hingen. Wenn es mit denen schon nicht ging, dachte ich, warum sollen zwar interessante, aber doch unvertraute Frauen auf meine Bedingungen eingehen, zumal wenn es auch nur um eine Freundschaft geht? (Liebe /Verliebtheit ist ja doch meistens auch noch motivierender.)
Aber anscheinend habe ich da falsch gedacht.
Mein Zwischenstand: ein Spatz, der Dich schon mal als Spatzenmama „hatte“, wird sein etabliertes Beziehungsmuster mit Dir nie ändern. Da kannst Du tun, was Du willst.
Falls es die gegenteilige Erfahrung geben sollte, werde ich persönlich sie in diesem Leben selbst nicht mehr machen (höchstens vielleicht beobachten). Denn ich stehe als Spatzenmama nicht mehr zur Verfügung.
Ja, bei Spatzenmamas funktioniert das halt auch mit dem Verständnis einfordern.
Von einem Spatzen hingegen kannst Du Verständnis fordern, bis Du blau im Gesicht wirst...
*Hierzu noch dies:
Die Muster sind unterschiedlich. Spatzenmamas erwarten Liebe dafür, dass sie lieb und brav sind und funktionieren. Was Spatzen wollen, ist geliebt werden, obwohl sie nicht lieb und brav sind und nicht funktionieren. Lieb und brav sein und funktionieren wäre für sie also völlig kontraproduktiv (solange sie in ihrem Muster sind).
(Ein weiterer Grund, warum ich kein Spatz sein wollen würde. Spatzen müssen nämlich immer alles kaputt machen. Deswegen. Weil sie trotzdem geliebt werden wollen. Und es ist ja absehbar, dass das irgendwann – vielleicht früher, vielleicht später – sowas von in die Hose geht...
)
Geändert von Himiko (25.07.2017 um 13:40 Uhr)
We are born to be happy, not perfect.
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25.07.2017, 13:34
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25.07.2017, 13:45Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
@sternenfliegerin
Ich "diagnostiziere" keine Übergriffigkeit. Zumindest (vermutlich) nicht als Intention des Helfen-wollenden. Sondern möglicherweise als Ergebnis - also wie das ankommen kann bei dem, dem geholfen werden soll:
Will der das wirklich? Hat der explizit danach gefragt? Woher weiß die "Spatzenmama", dass Hilfe überhaupt vonnöten ist? Ist sie das wirklich? Lebt der "Spatz" (allein diese Attribuierung hat was unglaublich Herablassendes in meinen Augen!) denn so schlecht, wenn ihm nicht "geholfen" wird? Und wer entscheidet, ob es wirklich schlecht ist?
DAS sind die Fragen, die den Spatzenmamas nicht gefallen. Ich weiß. Ich stelle sie aber trotzdem. Weil sie die andere Seite zeigen. Das Yang Eures Yins...
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25.07.2017, 13:46
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25.07.2017, 13:53Inaktiver User
AW: Spatzenmamas....
Das ist ein total interessanter Aspekt, so habe ich das noch nie gesehen. Macht in meiner Symbiose-Theorie aber auch Sinn, oder? Der Spatz braucht die Aufmerksamkeit und bekommt sie, wenn er "nicht funktioniert" von der Spatzenmama.
Ein "braver Spatz", der sich helfen lässt, der daraus lernt... wird er am Ende auch für die Spatzenmama uninteressant?
Denn:
Ist das nicht am Ende auch sehr egozentrisch? Wer bin ich, dass ich mich anmaße, ein Mensch würde irgendwie "verbessert" werden müssen durch mich? Dass ich annehme, ihm würde es jetzt besser gehen? Vielleicht findet er sich ja genau so toll, wie er ist, so - schlampig, vergesslich, wasweißich.
Vielleicht ist es für meinen Ex völlig okay, ständig diesen Wettbewerb schleifen zu lassen und ihm ging es nicht einen Deut besser, würde er fleißig dort mitmachen. Es stört am Ende nur MICH? Ergo: Es "dass es MIR besser geht, wenn ich mich um die Menschen kümmere und sie aus meiner Sicht verbessere"?
Weil ich selbst eingeimpft bekam, ich müsse nur alles "richtig" machen, dann würde ich geliebt, versuche ich jetzt, allen Menschen, die ich liebe, dabei zu helfen, alles "richtig" zu machen? Maße mir damit an, zu wissen, was "richtig" ist? Habe eigentlich nur selbst Stress damit, dass ich mich gefühlt um alles kümmern muss, weil es sonst in die Binsen geht? Weiß ich denn wirklich, dass es das sonst tut? Ist es nicht oft völlig schnurz, ob es in die Binsen geht und nur ich hab da ein Problem mit?
Damit zahne ich gerade total herum... vielleicht passt das auch gar nicht hierher, dann sorry



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