Antworten
Seite 3 von 9 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 82
  1. Moderation

    User Info Menu

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Zitat Zitat von GreenEye123 Beitrag anzeigen
    ich bin sehr glücklich und behütet aufgewachsen. Das Verhältnis zu meinen Eltern war und ist sehr liebevoll, auch konnte ich stets auf sie vertrauen bzw mich auf sie verlassen. Ich weiß wirklich nicht, warum ich in einigen Dingen so ängstlich bin.

    Meine Außenwelt nimmt mich auch eher als jemanden wahr, der alles spielend auf die Reihe kriegt. Ich möchte auch keinesfalls, dass meine drei Kinder das Gefühl bekommen, ich sei unsicher oder ängstlich, sondern ihnen das Gefühl von Sicherheit geben.

    Mal andersherum gefragt: wann hast du begonnen, dir Sorgen zu machen und über Bevorstehendes zu grübeln? Und seit wann beschäftigen dich Gefühle, die das Verhalten anderer Leute in dir auslösen, länger als gewöhnlich?


    Gibt es in deiner Familie noch jemand, der grübelt oder sich besorgt/ängstigt?
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  2. Inaktiver User

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Womöglich hast du die Erfahrung noch nicht - oder nicht sehr intensiv - gemacht, dass du ein schweres Problem hattest, es lösen konntest, und dir nachher sagen konntest "na siehste, Unkraut verdirbt nicht, auch das hat mich nicht umgehauen!"
    Das kommt noch dazu. Man kann sich noch nicht so sicher sein, dass man sich auf sich selbst verlassen kann, weil man das noch nicht so oft erfahren hat.

    Das könnte man in kleinen Schritten üben, in dem man sich in kleinen Schritten Situationen aussetzt, wo man sich ein bisschen überwinden muss - raus aus der Komfortzone und sich was trauen was man so noch nie gemacht hat.

    Das kann auch sein, sich mal allein in ein Cafe setzen.

  3. User Info Menu

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Wie fühlt sich diese Aufgeregtheit körperlich an?

    Könntest Du Dir vorstellen, Aufgeregtheit zu kultivieren?

    Eine Aufgeregtheit am Tag hält die Sorgen fern.
    Now, bring me that horizon.

    Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.

    Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
    NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
    Kein Foster - keine Rettung.
    Smashie starb am 17.09.2016.
    Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
    Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.

    Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.

  4. User Info Menu

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Zitat Zitat von Caramac Beitrag anzeigen
    Du hast ein sorgenfreies Leben und bisher viel Glück gehabt.
    Vielleicht machst Du Dir deshalb um Kleinigkeiten Sorgen.
    Nicht böse gemeint, aber wenn Du "echte" Probleme hättest, wären Dir diese Dinge egal.
    Das halte ich für einen Trugschluss. Auch wenn man "echte" Probleme hat kann man sich, zusätzlich zu den großen Sorgen, um Kleinigkeiten Sorgen machen. Oder auch zusätzlich noch größere Sorgen.

    Aber ich denke, es ist schon etwas dran, dass sich das Gehirn gewissen Gedankenstrukturen angewöhnt (Sorgen machen) und wenn dann gerade keine großen/echten Sorgen da sind "stürzt" es sich halt auf die kleinen Dinge.

    Ich bin auch so eine "Sorgengebeutelte", schon seit der Kindheit, bei mir geht es zeitweise auch leider schon Richtung Angststörung.

    Was mir u.a. geholfen hat ist, mich tatsächlich mal mit meinen Gedankenprozessen zu beschäftigen und zu erkennen, dass da automatische Vorgänge ablaufen, die ich unterbrechen kann und von denen ich mich distanzieren kann.
    Das habe ich auch im Rahmen eines Achstamkeitskurses (in der Art des hier schon erwähnten MBSR) gelernt.

    Und tatsächlich finde ich es auch hilfreich, mich mit den Hintergründen von Angst zu beschäftigen, dass z.B. Sorgen und Ängste durchaus einen evolutionären Nutzen haben.

    In einem Buch wurde ein Beispiel beschrieben, was ich ganz erhellend fand:
    Zwei Höhlenmenschen diskutieren übers Blaubeersammeln. Der eine schwärmt von einem supertollen Blaueerbusch in einigen Kilometer Entfernung, wo er Beeren sammeln will, der andere ist skeptisch wegen der Gefahren, die auf dem Weg liegen, und bleibt zu Hause. Der Blaubeersammler wird auf dem Weg von einem Säbezahntiger gefressen, der Skeptiker überlebt.

    Das ist natürlich sehr plakativ/simplifiziert, aber mir hilft dieser Gedanke dabei zu sehen, dass, wie kenzia schreibt, die Angst ja im Grunde ein Freund ist. Was nicht heißt, dass ich sie ständig um mich rum haben will, aber durch Akzeptanz kann ich die eher in den Hintergrund treten lassen als durch Bekämpfen.

    Es gibt ein Buch mit dem ansprechenden Titel "Things could go horribly, terribly wrong", was sehr kurz und unterhaltsam das Thema Akzeptanz bei Ängsten beleuchtet.

  5. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Zitat Zitat von guerteltier Beitrag anzeigen
    In einem Buch wurde ein Beispiel beschrieben, was ich ganz erhellend fand:
    Zwei Höhlenmenschen diskutieren übers Blaubeersammeln. Der eine schwärmt von einem supertollen Blaueerbusch in einigen Kilometer Entfernung, wo er Beeren sammeln will, der andere ist skeptisch wegen der Gefahren, die auf dem Weg liegen, und bleibt zu Hause. Der Blaubeersammler wird auf dem Weg von einem Säbezahntiger gefressen, der Skeptiker überlebt.

    Das ist natürlich sehr plakativ/simplifiziert,
    ja. Sehr.

    Was ist mit all den Fällen, wo der Blaubeersammler erfolgreich seine Beeren fand, sammelte und ass, während die Höhle über dem Daheimgebliebenen zusammenstürzte?

    nach wie vor sterben die meisten Menschen im Bett. ^^



    Es gibt ein Buch mit dem ansprechenden Titel "Things could go horribly, terribly wrong",
    ja. Können sie.

    Und Menschen mit etwas Fantasie kommen da schnell auf hunderte und tausende von Szenarien.

    Früher oder später geht's wohl um die (viszerale, nicht intellektuelle) Erkenntnis, das die allermeisten Dinge unkontrollierbar sind - vor allem die wichtigen Dinge - und die Notwendigkeit nach einem soliden Vertrauen in die Welt und ins Leben.

    Wenn man religiös ist, kann man das üben durc hGedanken wie "mein Leben ist in Gottes Hand" oder "ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand" - wie nicht Religiöse dieses Problem lösen, ist mir nicht bekannt.

    gruss, barbara

  6. User Info Menu

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Früher oder später geht's wohl um die (viszerale, nicht intellektuelle) Erkenntnis, das die allermeisten Dinge unkontrollierbar sind - vor allem die wichtigen Dinge - und die Notwendigkeit nach einem soliden Vertrauen in die Welt und ins Leben.
    Aber dieses Vertrauen muss man ja entwickeln.

    Das oben genannte Buch beschreibt den Ansatz der sogenannten "Akzeptanz- und Commitmenttherapie" (etwas sperrige Übersetzung aus dem Englischen), den ich für mich ganz überzeugend finde.

    Es geht darum, die Unkontrollierbarkeit zu akzeptieren, um handlungsfähig zu werden/zu bleiben, damit man eben nicht immer ohne Blaubeeren dasitzt, um mal bei dem Bild zu bleiben.

  7. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Zitat Zitat von guerteltier Beitrag anzeigen
    Aber dieses Vertrauen muss man ja entwickeln.
    ja genau. Was keineswegs leicht ist in einer Welt, die für Transzendenz im besten Fall oft Nicht-Beachtung übrig hat, und im schlechtesten Fall offene Verachtung. Weil man sich als Mensch etwas anvertrauen muss, dass grösser ist als man selbst - sei es die göttliche Fürsorge, sei es das Leben, ein als freundlich wahrgenommenes Universum... wie auch immer man das formulieren mag.


    Es geht darum, die Unkontrollierbarkeit zu akzeptieren, um handlungsfähig zu werden/zu bleiben, damit man eben nicht immer ohne Blaubeeren dasitzt, um mal bei dem Bild zu bleiben.
    Auf welche Weise wird diese Akzeptanz denn erreicht oder angestrebt, nach diesem Buch?

    gruss, barbara

  8. User Info Menu

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Auf welche Weise wird diese Akzeptanz denn erreicht oder angestrebt, nach diesem Buch?
    Sehr kurz und laienhaft würde ich die ACT beschreiben als eine Kombination aus Achtsamkeit, Entspannungsübrungen und Selbst-Disziplin. Das ist zumindest das, was ich da für mich rausgezogen habe.

    Der Ansatz ist, sorgenvolle Gedanken als solche zu erkennen und zu erkennen, dass man nicht eins ist mit seinen Gedanken (nennen die "Defusion"). Außerdem muss man akzeptieren, dass man keine Kontrolle über seine Sorgen/Ängste hat (da gibt es so Visualisierungs- und Körperübungen).
    Und man entwickelt Strategien, trotz der Sorgen zielgerichtet zu handeln.

  9. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Zitat Zitat von guerteltier Beitrag anzeigen
    Der Ansatz ist, sorgenvolle Gedanken als solche zu erkennen und zu erkennen, dass man nicht eins ist mit seinen Gedanken (nennen die "Defusion").
    klingt sinnvoll :-)


    Außerdem muss man akzeptieren, dass man keine Kontrolle über seine Sorgen/Ängste hat (da gibt es so Visualisierungs- und Körperübungen).
    hm. Ich hab keine Kontrolle über die Welt. Also darüber, dass mir aus heiterem Himmel ein Klavier auf den Kopf fallen könnte. Wenn's passiert, dann passiert's eben. Kann ich nichts dafür und nichts dagegen machen.

    Über meine Sorgen und Ängste habe ich aber mindestens jene Form von Kontrolle, dass ich sie unterbrechen kann, sobald ich merke, dass sie da sind. Sobald ich merke, dass ich eine Obsession entwickle in Bezug auf Klaviere, die mir aus heiterem Himmel auf den Kopf fallen könnten - kann ich was anderes machen. Ein Gedicht aufsagen, zum Beispiel. Und mir selbst sagen "zick nicht rum, das ist nur Egospinnerei, nichts Reales" und "ich kümmere mich um Probleme dann, wenn sie da sind, nicht vorher." und "was auch immer kommt, es wird irgendwie gehen. Es ist bisher auch immer irgendwie gegangen."



    Und man entwickelt Strategien, trotz der Sorgen zielgerichtet zu handeln.
    Das scheint ja nicht das Problem der TE zu sein; sie handelt trotz der Sorgen zielgerichtet. Ihr Wunsch ist doch, die Sorgen gar nicht mehr zu haben?

    gruss, barbara

  10. User Info Menu

    AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Sobald ich merke, dass ich eine Obsession entwickle in Bezug auf Klaviere, die mir aus heiterem Himmel auf den Kopf fallen könnten - kann ich was anderes machen. Ein Gedicht aufsagen, zum Beispiel. Und mir selbst sagen "zick nicht rum, das ist nur Egospinnerei, nichts Reales" und "ich kümmere mich um Probleme dann, wenn sie da sind, nicht vorher." und "was auch immer kommt, es wird irgendwie gehen. Es ist bisher auch immer irgendwie gegangen."
    Aber genau das funktioniert halt bei vielen Menschen nicht, bei mir zum Beispiel .
    Und die TE schreibt ja auch, dass ihr rational schon klar ist, dass die Sorgen nicht sinnvoll sind, aber die Sorgen trotzdem bleiben.

    Ist vielleicht Typsache, welcher Zugang einem da hilft. Für mich funktioniert der Akzeptanz-Ansatz gerade deutlich besser als der Versuch, meine Gedanken zu kontrollieren.

Antworten
Seite 3 von 9 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •