Mal andersherum gefragt: wann hast du begonnen, dir Sorgen zu machen und über Bevorstehendes zu grübeln? Und seit wann beschäftigen dich Gefühle, die das Verhalten anderer Leute in dir auslösen, länger als gewöhnlich?
Gibt es in deiner Familie noch jemand, der grübelt oder sich besorgt/ängstigt?
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Ergebnis 21 bis 30 von 82
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10.07.2017, 07:36
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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10.07.2017, 07:39Inaktiver User
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
Das kommt noch dazu. Man kann sich noch nicht so sicher sein, dass man sich auf sich selbst verlassen kann, weil man das noch nicht so oft erfahren hat.
Das könnte man in kleinen Schritten üben, in dem man sich in kleinen Schritten Situationen aussetzt, wo man sich ein bisschen überwinden muss - raus aus der Komfortzone und sich was trauen was man so noch nie gemacht hat.
Das kann auch sein, sich mal allein in ein Cafe setzen.
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10.07.2017, 08:56
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
Wie fühlt sich diese Aufgeregtheit körperlich an?
Könntest Du Dir vorstellen, Aufgeregtheit zu kultivieren?
Eine Aufgeregtheit am Tag hält die Sorgen fern.Now, bring me that horizon.
Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.
Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
Kein Foster - keine Rettung.
Smashie starb am 17.09.2016.
Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.
Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.
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10.07.2017, 09:27
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
Das halte ich für einen Trugschluss. Auch wenn man "echte" Probleme hat kann man sich, zusätzlich zu den großen Sorgen, um Kleinigkeiten Sorgen machen. Oder auch zusätzlich noch größere Sorgen.
Aber ich denke, es ist schon etwas dran, dass sich das Gehirn gewissen Gedankenstrukturen angewöhnt (Sorgen machen) und wenn dann gerade keine großen/echten Sorgen da sind "stürzt" es sich halt auf die kleinen Dinge.
Ich bin auch so eine "Sorgengebeutelte", schon seit der Kindheit, bei mir geht es zeitweise auch leider schon Richtung Angststörung.
Was mir u.a. geholfen hat ist, mich tatsächlich mal mit meinen Gedankenprozessen zu beschäftigen und zu erkennen, dass da automatische Vorgänge ablaufen, die ich unterbrechen kann und von denen ich mich distanzieren kann.
Das habe ich auch im Rahmen eines Achstamkeitskurses (in der Art des hier schon erwähnten MBSR) gelernt.
Und tatsächlich finde ich es auch hilfreich, mich mit den Hintergründen von Angst zu beschäftigen, dass z.B. Sorgen und Ängste durchaus einen evolutionären Nutzen haben.
In einem Buch wurde ein Beispiel beschrieben, was ich ganz erhellend fand:
Zwei Höhlenmenschen diskutieren übers Blaubeersammeln. Der eine schwärmt von einem supertollen Blaueerbusch in einigen Kilometer Entfernung, wo er Beeren sammeln will, der andere ist skeptisch wegen der Gefahren, die auf dem Weg liegen, und bleibt zu Hause. Der Blaubeersammler wird auf dem Weg von einem Säbezahntiger gefressen, der Skeptiker überlebt.
Das ist natürlich sehr plakativ/simplifiziert, aber mir hilft dieser Gedanke dabei zu sehen, dass, wie kenzia schreibt, die Angst ja im Grunde ein Freund ist. Was nicht heißt, dass ich sie ständig um mich rum haben will, aber durch Akzeptanz kann ich die eher in den Hintergrund treten lassen als durch Bekämpfen.
Es gibt ein Buch mit dem ansprechenden Titel
"Things could go horribly, terribly wrong", was sehr kurz und unterhaltsam das Thema Akzeptanz bei Ängsten beleuchtet.
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10.07.2017, 09:36
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
ja. Sehr.
Was ist mit all den Fällen, wo der Blaubeersammler erfolgreich seine Beeren fand, sammelte und ass, während die Höhle über dem Daheimgebliebenen zusammenstürzte?
nach wie vor sterben die meisten Menschen im Bett. ^^
ja. Können sie.Es gibt ein Buch mit dem ansprechenden Titel
"Things could go horribly, terribly wrong",
Und Menschen mit etwas Fantasie kommen da schnell auf hunderte und tausende von Szenarien.
Früher oder später geht's wohl um die (viszerale, nicht intellektuelle) Erkenntnis, das die allermeisten Dinge unkontrollierbar sind - vor allem die wichtigen Dinge - und die Notwendigkeit nach einem soliden Vertrauen in die Welt und ins Leben.
Wenn man religiös ist, kann man das üben durc hGedanken wie "mein Leben ist in Gottes Hand" oder "ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand" - wie nicht Religiöse dieses Problem lösen, ist mir nicht bekannt.
gruss, barbara
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10.07.2017, 09:45
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
Aber dieses Vertrauen muss man ja entwickeln.
Das oben genannte Buch beschreibt den Ansatz der sogenannten "Akzeptanz- und Commitmenttherapie" (etwas sperrige Übersetzung aus dem Englischen), den ich für mich ganz überzeugend finde.
Es geht darum, die Unkontrollierbarkeit zu akzeptieren, um handlungsfähig zu werden/zu bleiben, damit man eben nicht immer ohne Blaubeeren dasitzt, um mal bei dem Bild zu bleiben.
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10.07.2017, 09:51
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
ja genau. Was keineswegs leicht ist in einer Welt, die für Transzendenz im besten Fall oft Nicht-Beachtung übrig hat, und im schlechtesten Fall offene Verachtung. Weil man sich als Mensch etwas anvertrauen muss, dass grösser ist als man selbst - sei es die göttliche Fürsorge, sei es das Leben, ein als freundlich wahrgenommenes Universum... wie auch immer man das formulieren mag.
Auf welche Weise wird diese Akzeptanz denn erreicht oder angestrebt, nach diesem Buch?Es geht darum, die Unkontrollierbarkeit zu akzeptieren, um handlungsfähig zu werden/zu bleiben, damit man eben nicht immer ohne Blaubeeren dasitzt, um mal bei dem Bild zu bleiben.
gruss, barbara
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10.07.2017, 10:43
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
Sehr kurz und laienhaft würde ich die ACT beschreiben als eine Kombination aus Achtsamkeit, Entspannungsübrungen und Selbst-Disziplin. Das ist zumindest das, was ich da für mich rausgezogen habe.
Der Ansatz ist, sorgenvolle Gedanken als solche zu erkennen und zu erkennen, dass man nicht eins ist mit seinen Gedanken (nennen die "Defusion"). Außerdem muss man akzeptieren, dass man keine Kontrolle über seine Sorgen/Ängste hat (da gibt es so Visualisierungs- und Körperübungen).
Und man entwickelt Strategien, trotz der Sorgen zielgerichtet zu handeln.
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10.07.2017, 11:00
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
klingt sinnvoll :-)
hm. Ich hab keine Kontrolle über die Welt. Also darüber, dass mir aus heiterem Himmel ein Klavier auf den Kopf fallen könnte. Wenn's passiert, dann passiert's eben. Kann ich nichts dafür und nichts dagegen machen.Außerdem muss man akzeptieren, dass man keine Kontrolle über seine Sorgen/Ängste hat (da gibt es so Visualisierungs- und Körperübungen).
Über meine Sorgen und Ängste habe ich aber mindestens jene Form von Kontrolle, dass ich sie unterbrechen kann, sobald ich merke, dass sie da sind. Sobald ich merke, dass ich eine Obsession entwickle in Bezug auf Klaviere, die mir aus heiterem Himmel auf den Kopf fallen könnten - kann ich was anderes machen. Ein Gedicht aufsagen, zum Beispiel. Und mir selbst sagen "zick nicht rum, das ist nur Egospinnerei, nichts Reales" und "ich kümmere mich um Probleme dann, wenn sie da sind, nicht vorher." und "was auch immer kommt, es wird irgendwie gehen. Es ist bisher auch immer irgendwie gegangen."
Das scheint ja nicht das Problem der TE zu sein; sie handelt trotz der Sorgen zielgerichtet. Ihr Wunsch ist doch, die Sorgen gar nicht mehr zu haben?Und man entwickelt Strategien, trotz der Sorgen zielgerichtet zu handeln.
gruss, barbara
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10.07.2017, 11:13
AW: Wie schaffe ich es, gelassener zu bleiben und mir weniger Sorgen zu machen?
Aber genau das funktioniert halt bei vielen Menschen nicht, bei mir zum Beispiel
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Und die TE schreibt ja auch, dass ihr rational schon klar ist, dass die Sorgen nicht sinnvoll sind, aber die Sorgen trotzdem bleiben.
Ist vielleicht Typsache, welcher Zugang einem da hilft. Für mich funktioniert der Akzeptanz-Ansatz gerade deutlich besser als der Versuch, meine Gedanken zu kontrollieren.



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