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    Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Im Forum Schule/Uni/Studium gibt es einen Beitrag von mir, aus dem sich die jetzige Frage ableitet. Wer mag, kann gerne mal rübersurfen: http://http://bfriends.brigitte.de/f.../508151-a.html

    Um es kurz zu machen: Ich habe eine frühere Möglichkeit, auf die mich mein Gefühl immer wieder hingewiesen hat, nicht wahrgenommen. Mittlerweile gäbe es theoretisch wieder die Chance, dort anzusetzen und es einfach zu tun, aber ich bin nun eine gestandene Frau - und jetzt wieder als Studentin "anzufangen" fühlt sich, bei aller Leidenschaft, die ich für das mögliche Studium empfinde, irgendwie auch seltsam und falsch an.

    Besser finde ich den Gedanken mit den Mitteln und Möglichkeiten, die ich heute habe, mir das Leben so einzurichten, dass es (besser) zu mir passt.

    Ich habe beim Nachdenken über die Studienfrage festgestellt, dass ich mir selber öfter mal ein Bein stelle, was vergangene, nicht ergriffene Chancen anbelangt. Dazu passt ein Spruch (ich weiß leider nicht, von wem der ist), "Wir bereuen nicht das, was wir getan haben, sondern das, was wir nicht getan haben."

    Da stecke ich also gerade irgendwie voll "drin".

    Ich kann mir erklären, kann verstehen, warum ich damals so und nicht anders gehandelt habe. Aber ich hardere auch damit, dass ich damals z.B. nicht so auf mich hören konnte (= nicht genug Selbstbewusstsein hatte), um es einfach zu tun.
    Paradoxerweise führt das heutige mit-mir-Hardern ja zu einem ganz ähnliche Effekt: Ich stelle mich infrage, was meinem Selbst eher schadet als hilft, zumal es sich um - im Prinzip - alte Kamellen handelt.

    Es ist nicht nur der Job (bzw. die Möglichkeiten, die ich durch das andere Studium gehabt hätte), sondern bezieht sich auch auf verflossene Liebschaften und zum Teil auch auf Gegebenheiten, wo mir zum damaligen Zeitpunkt einfach der Weitblick fehlte (z.B. Ausschlagung eines Erbes, womit ich damals nix zu tun haben wollte, was mir heute aber doch irgendwie finanziell ganz gut helfen würde).

    Tja. Ich denke auch, dass ich damit nicht alleine bin. Jeder bereut bestimmt irgendwas. Ich würde gerne lernen, besser damit umzugehen. Denn wie ich oben schon schrieb, bringt es mir ja überhaupt nix, um nicht zu sagen: es schadet sogar! - Wenn ich mich weiter mit diesen mal mehr mal weniger starken Selbstvorwürfen quäle.

    Freue mich über eure Gedanken, Literaturtipps, Videolinks ... was auch immer euch dazu einfällt.

    - Danke.

  2. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Zitat Zitat von Karlina84 Beitrag anzeigen
    Es ist nicht nur der Job (bzw. die Möglichkeiten, die ich durch das andere Studium gehabt hätte), sondern bezieht sich auch auf verflossene Liebschaften und zum Teil auch auf Gegebenheiten, wo mir zum damaligen Zeitpunkt einfach der Weitblick fehlte (z.B. Ausschlagung eines Erbes, womit ich damals nix zu tun haben wollte, was mir heute aber doch irgendwie finanziell ganz gut helfen würde).
    Ich greife mal diesen Absatz heraus, weil sich daran meiner Meinung nach gut zeigt, dass du damals so gut gehandelt hast, wie du es damals konntest. Du nennst es "fehlenden Weitblick" - das finde ich eine sehr negative Bewertung deiner selbst. Menschen lernen aus Erfahrungen, und wenn du damals diese Erfahrungen noch nicht gemacht hattest, kannst du dir das doch nicht vorwerfen - oder nachtragen. Offenbar hast du inzwischen daraus gelernt, denn du bewertest die damalige Situation mit deinem heutigen Wissen, deiner Erfahrung eben, anders. Aber wie hätte dir das damals, mit deinem damaligen Wissen, deiner damaligen Erfahrung, möglich sein sollen?

    Vielleicht hilft es dir, deine Blickrichtung zu ändern, so wie du es am Beispiel des Studiums getan hast:
    Besser finde ich den Gedanken mit den Mitteln und Möglichkeiten, die ich heute habe, mir das Leben so einzurichten, dass es (besser) zu mir passt.
    Ich glaube, es ist ein wenig so wie mit dem halb gefüllten Glas: Die Pessimistin sieht verpasste Gelegenheiten, die Optimistin hält nach neuen Chancen Ausschau - und findet sie dann auch.

    Es gibt diese Übung: "Das Gute im Schlechten". Am Beispiel des Erbes: Dadurch, dass du damals klar wusstest, was du wolltest, ist dir zwar Geld entgangen. Aber sicher hast du auch etwas gewonnen dadurch: vielleicht innere Unabhängigkeit, das gute Gefühl, die eigene Position verteidigt zu haben, eine notwendige Abgrenzung von etwas, das nicht deines war... Was auch immer du damals gewonnen hast, führe dir das doch noch mal klar vor Augen, und zwar in positiver Formulierung. Also nicht "ich konnte mich raushalten", sondern "ich habe mir meine Freiheit bewahrt", nicht "ich wollte nix damit zu tun haben", sondern "ich konnte ausprobieren, wie es sich anfühlt, mich aus einem Zusammenhang zu lösen, der mir nicht gut tat". Vielleicht hilft es dir, noch einmal klar zu formulieren, was du gewonnen hast mit deiner Entscheidung damals.

    Mit einer Entscheidung hadern heißt für mich, immer wieder darüber nachzudenken, was hätte sein können, wenn... , ohne allerdings die Möglichkeit zu haben, diese Entscheidung tatsächlich rückgängig zu machen. Bei manchen Entscheidungen, besonders, wenn andere davon mitbetroffen waren wie in Liebesdingen, gibt es die Möglichkeit, den anderen auch nach langer Zeit noch um Verzeihung oder um Verständnis zu bitten, ihm oder ihr vielleicht einen Brief zu schreiben. (Manchmal muss man den Brief noch nicht einmal abschicken, es hilft, die Gedanken aufzuschreiben und für sich selbst damit klären und abschließen zu können.) Es hilft vor allem, sich klar zu machen, dass Gedanken über Dinge, die man nicht mehr ändern, verbessern, bereinigen kann, eine gigantische Verschwendung von Energie und Lebenszeit sind.

  3. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    also ich bereue kaum noch was. völlig ohne jede Technik, Video oder Buchtipp. darum weis sich auch gar nicht ob das normal ist nicht von selbst über so was wegzukommen.
    kenne gut vertane Chancen im bezug auf verpasste oder übersehene Gelegenheiten eine frau aufzureissen bis hin zu viel grösseren vertanen Chancen mit viel mehr Tragweite.
    die grösste war wohl das ich keinen wert auf schule gelegt habe und dann auf die schiefe bahn gekommen bin.
    das hat jahre gedauert zu kompensieren und hat meine Aufstiegschancen auch irgendwo gedeckelt.

    bewusst wurde mir das mit anfang mitte 20. dann von mitte 20 bis 30 hab ich mir überlegt wie man es hätte besser machen können. danach bis so 35 hab ich mir überlegt WARUM es gelaufen ist wie es ist.
    da wurde mir bewusst mit der Lebenserfahrung von heute würde ich alles anders machen.
    ohne Lebenserfahrung mit dem selben rahmenparametern vermute ich eine große Chance alles genau so gemacht zu haben.

    und das ist es doch eigentlich. das leben ist eh ein riesieger Butterfly effect der nur bedingt kontrollierbar ist. klar es lohn sich die fehler von gestern nicht zu vergessen und heute nicht zu wiederholen, bei der zukunftsplanung auch keine bekannten fehler einzubauen aber solange man lebt lernt man dazu und das meist aus fehlern.
    jeder fehler ist also teil eines wachstumsprozesses. mit bedauern bin ich eigentlich fertig. wüsste nicht wann ich das letzte mal was bedauert hätte. im übrigen war es zumindest in meinem leben so das die grössten positiven schübe und Richtungsänderungen meine Reaktionen auf ungeplante vermeintliche schicksalsschläge waren.
    Beispiel: Job verloren den ich gehasst hab aber von mir aus noch lange nicht gekündigt hätte, nach 2 Monaten arbeitslosem gezittere einen viel besseren Job gefunden.
    Freundin abgehauen, Job verloren - neue Freundin kennengelernt, mit ihr das land verlassen, neue Ausbildung, seitdem (15 jahre her) viel bessere berufliche perspektiven. bin in der zeit unheimlich gewachsen.
    ich hab da noch viem mehr aber zu persönlich bzw ... aber allen pregnanten positiven wendungen in meinem leben gingen negative Ereignisse voraus.
    Geändert von Inaktiver User (18.06.2017 um 11:28 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    .
    Geändert von Inaktiver User (16.06.2017 um 22:25 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    "Das Tragische an Erfahrung ist, dass man sie erst macht, nachdem man sie gebraucht hätte"

  6. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen- wie?

    Indem Du erkennst, dass JEDER gegangene Weg eine Chance ist- nicht nur das, was wir nicht gewählt haben.
    Indem Du erkennst, dass es für jede Wahl einen guten Grund gab und gibt.

    Man kann sich mit jeder Entscheidung zutiefst befassen und abwägen, durchdenken, hinspüren, und und und.....um letztlich- wenn man seinem Innersten folgt (und nicht nur dem Verstand)- wieder beim ersten Gefühl zu landen.
    Ganz oft ist der spontane erste Eindruck der, dem wir durchaus stimmig folgen können.
    Stell Dir vor, dass alles so richtig war, wie es gekommen ist! Was macht das mit Dir?

    Ob der damals nicht gegangene Weg nun DIE Lösung für ein heute- glücklicheres/besseres Leben wäre-- ist doch total unklar!
    Ist es nicht auch ein Ausweichen vor dem bestehnenden Zustand, wenn ich mich auf das fokussiere, was alles hätte gewesen sein können?
    So brauche ich nie im Jetzt ankommen und dort meine ganze Wirkung ausleben

  7. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen- wie?

    Indem Du erkennst, dass JEDER gegangene Weg eine Chance ist- nicht nur das, was wir nicht gewählt haben.
    Indem Du erkennst, dass es für jede Wahl einen guten Grund gab und gibt.

    Man kann sich mit jeder Entscheidung zutiefst befassen und abwägen, durchdenken, hinspüren, und und und.....um letztlich- wenn man seinem Innersten folgt (und nicht nur dem Verstand)- wieder beim ersten Gefühl zu landen.
    Ganz oft ist der spontane erste Eindruck der, dem wir durchaus stimmig folgen können.
    Stell Dir vor, dass alles so richtig war, wie es gekommen ist! Was macht das mit Dir?

    Ob der damals nicht gegangene Weg nun DIE Lösung für ein heute- glücklicheres/besseres Leben wäre-- ist doch total unklar!
    Ist es nicht auch ein Ausweichen vor dem bestehnenden Zustand, wenn ich mich auf das fokussiere, was alles hätte gewesen sein können?
    So brauche ich nie im Jetzt ankommen und dort meine ganze Wirkung ausleben

  8. User Info Menu

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Ich hatte entweder grosses Glück... oder was auch immer...

    Es gibt eigentlich nichts, was ich als vertane Chance sehe.

    Gut, beruflich hätte ich mehr erreichen können- wenn ich keine drei Töchter bekommen hätte. Aber... es gibt schon Jobs, wo ich denke, ach ja, das wäre auch was...das wäre ich gerne geworden. Aber die sind so zeitaufwendig, dass ich dann weder Kind noch Kuh hätte. Und das würde ich auch nicht wollen....

  9. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Zitat Zitat von Karlina84 Beitrag anzeigen
    Dazu passt ein Spruch (ich weiß leider nicht, von wem der ist), "Wir bereuen nicht das, was wir getan haben, sondern das, was wir nicht getan haben."
    .
    Ehrlich gesagt finde ich Sprüche wie diesen nicht so zielführend; selbst wenn man sich ernsthaft bemühen würde, alles umzusetzen, worauf man Lust hat, wird man feststellen, dass das Leben sowieso zu kurz ist und sich manche Dinge auch einfach gegenseitig ausschließen.

    Bei den meisten Menschen ist es doch so, dass sie das, was sie wirklich wollen, schon umsetzen; den Rest wollen sie dann halt nicht so dringend. Ich würde so was dann nicht "falsche Entscheidung", sondern "Mangel an Blutdruck" nennen.

    Ein weiterer Punkt, der mit dem Blutdruck einher geht, ist Zielstrebigkeit. Nach meiner persönlichen Lebenserfahrung unterscheiden sich Männer und Frauen da oft ziemlich - Frauen tanzen oft auf vielen Hochzeiten und vergessen dabei, eigene (langfristige) Ziele zu stecken und zu verfolgen, während Männer oft alles auf eine Karte setzen und sich dann verzocken oder den Rest des Lebens schlichtweg ausblenden. Die Frage, die du dir nun stellen könntest, wäre, wie es bei dir mit Blutdruck und Zielstrebigkeit aussieht. Zielstrebigkeit kann man grundsätzlich "üben", Blutdruck ist aber entweder da oder eben auch nicht.

  10. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Ja, aber ist "Blutdruck" nicht ein krankheitsbesetzter Ausdruck, grüble ich gerade?

    Ich denke, gelassenes Herangehen an Chancen kann's bringen
    Geändert von Inaktiver User (16.06.2017 um 22:12 Uhr)

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