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  1. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Guten Abend Karlina und in die Runde!

    Ich möchte für die andere Seite sprechen. Es gibt Fehlentscheidungen. Wirkliche Fehlentscheidungen. Und man bekommt selten die Chance, sie wiedergutzumachen, eine richtigere Entscheidung statt der vergangenen (neu) zu treffen und den Kurs noch einmal grundlegend zu ändern.

    Wenn diese Chance da ist, und wenn Dein Herz dran hängt: Dann mach! Mach unbedingt! Ich trauere seit bald 10 Jahren - und der Schmerz und die Leere bleiben.

    Ich habe mich in meinem Leben eingerichtet, ich habe seitdem auch gute Entscheidungen getroffen, und ich bin in mancherlei Hinsicht vielleicht glücklicher, als ich geworden wäre, hätte ich mich damals anders entschieden. Es gab ja auch durchaus einen Grund, warum ich mich damals gegen eine Option entschied und einen anderen Lebenspfad einschlug.

    Der ist nicht schlecht. Ich bin sogar häufig glücklich. Der Schmerz bleibt trotzdem.

    Bescheide Dich nicht. Mach, was Du wirklich willst.

    Sin

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    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Zitat Zitat von beklamo Beitrag anzeigen
    Dieser Gedanke plagte mich auch. Und weil ich mir künftig nicht sagen möchte, dass ich trotz dieser Erkenntnis Chancen nicht ergriffen habe, nutze ich sie, sobald ich sie als solche erkenne. Und überwinde dafür Angst und Bedenken. Das ist weiß Gott nicht leicht, aber es lohnt sich.
    Ich finde mich hier auch wieder, in dem hier von beklamo, aber auch in dem, was andere geschrieben haben und möchte noch eine möglichkeit und beispiel ergänzen:

    Ich habe mich nach dem abitur gegen ein studium entschieden, das mich eigentlich interessiert hätte, weil mir bestimmte, damals wesentliche inhalte darin "quer" gingen und weil mir anderes später dazwischen kam (mein ex z.b.). Das ganze war dann für lange zeit im hintergrund, weil anderes leben und viel zu tun.

    Vor jahren ist es dann aber wieder hochgekommen, meine interessen und auch meine berufliche entwicklung gingen wieder in diese richtung, nun aber ohne studium, was mich zunächst auch nicht so gestört hat. Dann habe ich aber festgestellt, ohne studium ist in der praktischen umsetzung schon anders (und schwieriger?) als mit, also hätte ich nur, sollte ich noch?, blöd, dass ich es nicht getan habe... Dazu kommt, dass das, was mich damals so wesentlich abgehalten hatte, nicht mehr so dominierend in diesem studium ist. Ich könnte noch, hätte jetzt die möglichkeiten, aber inzwischen kommt dann noch dazu, dass ich zu alt bin, jedenfalls um mit dem studium noch beruflich was zu werden .

    Aaaaber: wenn ich das so durchdenke, dann komme ich jedesmal wieder dazu, dass sich die studieninhalte zwar entwickelt haben, ich mich aber auch und dass es inzwischen andere gründe gibt, die mich aber genauso wieder von diesem studium und dem entsprechenden berufsweg abhalten, wie schon vor vielen jahren, mal abgesehen vom alter.

    Ich habe diese möglichkeit, die eigentlich nie eine wirkliche war, so in "der nebenspur" über viele jahre mitgeschleppt und irgendwie nicht loslassen können und es wird eigentlich erst in der letzten zeit besser, wo mir immer klarer wird, dass meine entscheidung dagegen doch richtig war, dass sie gründe hatte und dass ich sie wieder so treffen würde und treffe, wenn auch inzwischen aus anderen gründen.

    arabeske
    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

  3. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich trauere seit bald 10 Jahren - und der Schmerz und die Leere bleiben.
    Kannst Du das näher erklären?
    Was genau löst den Schmerz aus?
    Worum genau geht es?

  4. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Ach, ich bin gerade wieder in einer Phase, in der ich hadere... und gestern abend war ich nicht mehr ganz nüchtern...

    Ich weiß nicht, ob ich hier soviel darüber schreiben mag. Kurz: Ich habe eine Fehlentscheidung getroffen - gegen den einen und für einen anderen Lebensweg. Beruflich - und letztlich auch persönlich. Mir fehlt das, was ich früher gemacht habe, die Arbeit, die Inhalte, das Lebensgefühl, auch die Menschen...

    Ich habe mind. zwei Mal versucht, das zu revidieren, aber die äußeren Umstände sowie meine inneren Blockaden haben es nicht mehr wirklich zugelassen. Es war dann auch letztlich nicht mehr so, wie ich es damals gewollt hätte - für mich hängen immer auch (die richtigen) Menschen daran. Und nun fehlen mir, noch ein paar Jahre später, die Eier, es noch mal zu versuchen. Und auch das Vertrauen in mich selbst, daß ich das wirklich will, daß ich das wirklich durchzöge... und auch, wie ich das aus meiner aktuellen Lebenssituation, die mich ja auch bindet (beruflich-finanziell), organisieren soll. So in etwa die Kurzform.

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    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Ach, Original-Sin, Willkommen im "Club". oder ???
    Wonach steht dir eher der Sinn?

    Bei mir sind es jetzt auch gut 10 Jahre, die verstrichen sind, seit ich mich "dagegen" entschieden habe. Bzw. ich habe mich einfach für etwas anderes entschieden. Aus heutiger Sicht irgendwie ein wenig surreal. Ich hatte damals die Möglichkeit fast auf einem Silbertablett serviert - aber ich habe dann was anderes, sogar was schwierigeres, gemacht.
    Die Gründe dafür sind mir klar: sehr viel Stress, das Greifen nach jedem Strohhalm (da wenig Selbstbewusstsein) und problematische Beratung.


    Ich würde auch gerne damit abschließen. Sei es, dass ich sage: "Ich habe mich damals "richtig" entschieden." oder "Ich konnte nicht anders (und das ist okay)". Oder dass ich sage:" Es war die falsche Entscheidung - aber das ist auch okay."
    Oder:
    "Ich mache das jetzt einfach noch mal. Punkt."

    Ich glaube, am wichtigsten dabei ist mir der "Punkt".
    Also damit abzuschließen oder anzufangen - und nicht mehr damit zu hardern.


    Und ich sehe, zumindest bei mir, dass da auch ein Glaubensmuster wirkt. Dass es vielleicht gar nicht die Sache selbst ist, sondern eher der Gedanke "Das Leben ist schwer und kompliziert", der mich dazu verleitet, da immer wieder drüber nachzudenken.


    Ich finde Arabeskes Haltung toll. Ich glaube, das ist eine Fähigkeit, die man sich erarbeiten kann.

    Es gibt so viele "richtige" und "falsche" Entscheidungen. Große und Kleine. Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, da war vieles immer "falsch", bzw. es wurde so kommuniziert, obwohl alle im Überfluss lebten.
    Daneben gibt es Menschen, die selbst in bescheidensten Verhältnissen glücklich sind.
    Okay, das ist vielleicht ein etwas "plattes Beispiel", aber ich denke, jeder kennt solche Menschen, denen es vielleicht irgendwie schlecht(er) geht, die aber trotzdem zurfrieden sind.

    Ich glaube, Lebensbestimmung, Sehnsucht, Bedauern, ... und ähnliches hin oder her: letztendlich liegt es an uns, den Geist zu ändern ... und nicht die Umstände um uns rum.


    Mir ist z.B. aufgefallen, dass ich, wenn ich jetzt mal diesen großen Wunsch des Studiums ignoriere und mir überlege, wie ich das, was ich mir da wünsche, in mein Leben einbauen kann, ... dass ich dann schon sehr viele Optionen hätte!
    (Kleinigkeiten, aber dennoch sehr vielfältig.)

    Aber ich tu es nicht!

    Was mir zumindest sehr deutlich zeigt, dass der Wunsch nach Leid in mir stärker ausgeprägt ist als der Wunsch "es" zu tun.
    Geändert von Karlina84 (18.06.2017 um 10:20 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Als ich vor ein paar Jahren die Grabrede für meine Großmutter vorbereitet habe ist mir so richtig aufgegangen, was ich besonders an ihr geliebt und bewundert habe.

    Sie hat im JETZT gelebt und nicht in der Vergangenheit.
    meine oma war genau so. ihr sohn, also mein vater und ich eher weniger. kann man aber ganz viel von lernen.

    kurze anekdote:
    als sie im krankenhaus lag kam der arzt und hat ihr geklärt wie ernst ihr zustand ist und das es zuende geht.
    meine oma hat gelacht und gesagt "solange sie mir nicht sagen ich bin gestern gestorben ist alles gut herr doktor"

  7. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    @original-sin

    Dann träumst Du also einem alten Lebensgefühl nach!?
    Einem Gefühl, welches Du -theoritisch- hättest verlängern können......und nun konserviert ist?
    Wie- James Dean oder Marilyn, die früh starben und deshalb solche Legenden wurden?

    Ich glaube, dass man immer nur den Weg kennt, den man gegangen ist.
    Jeder wird sich mal zurück erinnern und sich sagen "hätte ich doch nur......."- einzig, weil man diesen gegangenen Weg nun kennt und jeder andere ja nun besser erscheint.

    Wenn Du schreibst, dass Du es nachträglich nicht merh umsetzen konntest- kannst, weil Blockaden da sind-- dann kannst Du doch nciht behaupten, dass Du das wirklich willst!(und ich meine das allumfassend)

  8. Inaktiver User

    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Zitat Zitat von Karlina84 Beitrag anzeigen
    Was mir zumindest sehr deutlich zeigt, dass der Wunsch nach Leid in mir stärker ausgeprägt ist als der Wunsch "es" zu tun.
    und das ist eine ganz spannende Erkenntnis!

    Denn sie zeigt, dass Du wohl doch zufriedener bist als Du selbst denkst.

    Du bist damit übrigens in guter Gesellschaft.
    Denn es ist wahrhaftig wunderbar zu sinnieren, zu denken, sich innerlich auf- und abzubauen, sich zu verurteilen und Traumschlösser höher und höher zu errichten- als auch nur EINMAL in Aktion zu treten.

    Der beste Weg um zu "genesen" ist- dann doch mal ganz bewusst Handlungen zu vollziehen, die sich dem Original nähern.
    Und mal gaaanz genau hinsehen, hinspüren, was das denn jetzt für ein Gefühl ist.

    Ganz klar- kann das zu einer großen Enttäuschung werden........wenn der Erdachte anders ist als nun gefühlt.
    Dann nimmt man sich auch die Traumfabrik, die man so lange geheizt hat

    Ja- man ist so sicher in dieser Traumwelt- man muss sich keiner Realität stellen..........wo würde man enden, wenn man diese Wolkenwelt wegziehen würde?
    Womit dann deutlich wird, dass es auch einen guten Grund gibt, festzuhalten an alten inneren Filmen........wo wir zuhause sind, die Welt noch in Ordnung, Sicherheit und Vertrautheit........es gibt viel, was Grund ist!

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    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    Und nichts mehr übrig ist als blanke, nackte Realtität ...


    Ja, ein sehr interessanter Gedanke. Und genauso ... so seltsam!
    Es ist, als würde mir etwas weggenommen. Als würde ich mir etwas wegnehmen. Vielleicht ein kleines Bisschen so wie ein Traumschloss - das ein riesiges, dunkles und gruseliges Verlies hat. (Was oberflächlich natürlich nicht zu erkennen ist.)

    Ich sehe da aber eher eine Pflanze, irgendwas "Fremdes", das in mir wuchert, mich aber gleichzeitig auch stützt. Was bin ich ohne das? Haltlos? Ich? Frei?



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    AW: Mit nicht ergriffenen Chancen abschließen - wie?

    terry pratchett spielt mit der idee der paralleluniversen.
    in einem seiner "hexen"-bücher erfährt oma wetterwachs, die eine alleinlebende, sehr erfolgreiche hexe mit einer unerfüllten liebe zum erzkanzler der unsichtbaren universität ist, dass sie in einem paralleluniversum eine glückliche partnerschaft mit ebendiesem erzkanzler lebt, aber deshalb dort keine erfolgreiche hexe wurde.

    diese idee hat mir sofort gefallen. seitdem stelle ich mir bei bedarf einfach das paralleluniversum vor, in dem eine Platzhalterin lebt, die [insert different way of life]. das versöhnt mich mit den chancen, die ich hier in diesem universum nicht ergriffen habe.
    und noch ist die theorie der paralleluniversen nicht widerlegt, so, who knows? ^^

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