Ernsthaftigkeit hat für mich auch mit Wertschätzung zu tun.
So kann der Gegenüber ein Thema haben, welches ich selbst womöglich als "Kinderproblem" sehen könnte- dann geht es mir um die Wertschätzung des anderen, für den es nunmal wichtig IST.
Gleichzeitig kann in jedem ernsten Thema Humor - sogar böser Sarkasmus- vorkommen- warum auch nicht?
Hier geht es auch wieder nur um die Wertschätzung.
Bleibt die erhalten, dann kann ich auch über ein ernstes Thema herzhaft lachen (ist doch auch oft eine Art der Verarbeitung).
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Thema: Ernsthaftigkeit
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05.06.2017, 06:55Inaktiver User
AW: Ernsthaftigkeit
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05.06.2017, 07:31
AW: Ernsthaftigkeit
Wie muss ich mir das vorstellen? Bist du diejenige, die ständig anderthalb Stunden zu spät auftrifft zu Veranstaltungen oder Einladungen, weil du ja "Verpflichtungen hasst", und dann noch zickig wirst, wenn die Leute sich darüber ärgern und das nicht "locker und leicht" einfach akzeptieren?
oder hab ich da gerade ein komplett falsches Kopfkino?
ach nein, bei einem Fest, auch der Hochzeit, geht es ja vor allem darum, mit netten Leuten zusammen zu sein. Ob die Serviette nun dunkelvanillegelb oder hellzitronengelb ist, who cares.Dann denke ich aber auch wieder, dass eine gewisse "Ernsthaftigkeit" und Auseinandersetzung mit der Farbe der Tischdeko ggf. auch angebracht ist, da es sonst ja evtl. völlig aus dem Rahmen läuft.
ziemlich. Womöglich zu sehr.Wie ernsthaft seid ihr?
dort wo es wichtig ist, für mich oder für jemand andern.Wann seid ihr ernsthaft?
Wenn jemand mit Ernsthaftigkeit zu mir kommt, mit einem Problem, das ich womöglich albern oder überdramatisch finde - so gehe ich das ernsthaft an.
ich bin sehr für eine gewisse Strenge.Also: Ernsthaftigkeit kann Halt und Sicherheit geben. Auf der anderen Seite schwingt aber auch immer eine gewisse Strenge und Übertriebenheit mit.
Übertrieben kann das sein, muss aber nicht... Übertrieben kann auch das Umgekehrte sein, wenn es eine Person gar nicht schafft, sich mal ernsthaft auf etwas einzulassen, sondern aus allem und jedem einen Witz machen muss.
gruss, barbara
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05.06.2017, 19:31
AW: Ernsthaftigkeit
Nö, ich lasse niemanden warten. Zumindest nicht absichtlich, bzw. wenn es isch vermeiden lässt. Habe aber selber (mittlerweile) kein Problem mehr damit, wenn meine Mütter-Freundinnen so ne halbe Stunde auf sich warten lassen. Ich weiß, die tun ihr Bestes, aber mit so nem Kind kann man einfach nicht 100% planen ... Ich nehm das nicht mehr persönlich. Früher war ich selber tendenziell beleidigt, wenn meine Freunde nicht pünklich waren, mittlerweile weiß ich: das ist das Leben.
Und falls es bei mir mal später wird, dann stresse ich mich auch nicht. Ist halt so. Kommt auch nur selten vor.
Ich meine damit eher (auch aufgrund von Erfahrungen in der letzten Zeit, da hatte ich so sehr regelmäßige, mag fast sagen "reglementierte" Treffen mit einer Frauengruppe), dass es mir wichtiger ist, einen guten emotionalen Kontakt zu pflegen, als darauf zu achten, dass man sich "alle soundsoviel Tage" treffen muss, weil sonst ja die Freundschaft nix wert ist.
Habe manchmal das Gefühl, wenn ich mir andere Menschen so angucke, dass die ihre Beziehungen sehr "kategorisch" leben. Montags kommt Tante Claudia zum Kaffee, alle drei Wochen trifft man sich mit Maxi und Claus und jedes zweite Wochenende ist Mittagessen bei der Schwiegermutter.
Wer das mag, - okay. Das ganze ist meiner Meinung nach auch ein ernsthafter Umgang mit Beziehungen. Man räumt sich im Vorfeld Zeit ein und achtet darauf, dass diese dann auch "genutzt" wird. So war das auch bei meiner Frauengruppe.
Nun habe ich aber festgestellt, dass mir das zu starr ist. Ich mag es lieber freier. --- Das meine ich damit.
Wobei ich meinen Beziehungen deswegen nicht weniger Ernsthaftigkeit unterstellen würde.
Ich habe da nur einen anderen Rhythmus. - Evtl. auch eben einen "freieren".Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.
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05.06.2017, 19:34
AW: Ernsthaftigkeit
Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.
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05.06.2017, 19:56Inaktiver User
AW: Ernsthaftigkeit
Hallo Susisa,
unter Ernsthaftigkeit verstehe ich: bei der Sache sein...
Also, wenn ich mit einem Menschen rede dann ist der im Moment das Wichtigste für mich.
Ich nehme ihn ernst, konzentriere mich auf ihn.
Das kann äußerlich ganz lustig passieren.
Diese "Ernsthaftigkeit" ist eher eine Konzentration.
Ich hab mal letztens eine Verabredung platzen lassen weil es mich nervte wie sehr die Frau ständig betonte was sie alles so vorhat. Unsere Verabredung fand zwischen zwei wichtigen Aktionen statt....
Zuerst fand ich mich albern und zu empfindlich. Dann überwog aber der Gedanke spinnt die denn?
Wie soll das werden? Wir wollten uns ein Musical ansehen.
Und ich hatte auch ein wenig bange davor ihr wieder über den Weg zu laufen.
Ja, wieso denn? Sie ist doch eh zu beschäftigt.
Natürlich war das nicht das Musical was ich platzen liess. Es war erst mal so ein vorab-Treffen um eventuell die Karten zu besorgen.
Nicht ernst genommen zu werden ist ja wie übergangen zu werden.
Ich glaube, das kann man aber nicht ausdiskutieren.
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06.06.2017, 05:29
AW: Ernsthaftigkeit
Guter Punkt!
Ernstnehmen bedeutet, sich auf den anderen Menschen zu konzentrieren, ihm entgegen zu kommen, zu spüren, was will der andere, was ist ihm wichtig, wie tickt der, was ist das für eine Welt, in der er lebt?
Ernstnehmen bedeutet aber auch, bei sich zu bleiben und sich von der Wahrnehmung für den anderen nicht total ablenken zu lassen. Denn ICH bin es, der ernst nimmt, der wahrnimmt usw.
(Warum benutze ich eigentlich gerade nur männliche Artikel? ... na, egal ... ;) )
Ich glaube auch nicht, dass man das ausdiskutieren kann, wenn man nicht ernst genommen wird, bzw. sich übergangen fühlt. Da hilft, glaube ich, nur eine ganz klare Ansage und entsprechendes Verhalten:
"Mit mir nicht."
"So bin ich nicht."
"Ich wünsche mir das anders."
"Du kannst das und das ja gerne tun, aber ..."
Ausdiskutieren kann man das nicht, aber manchen Menschen kann man es e r k l ä r e n. Man muss dabei aber aufpassen, dass das nicht zu so einem "wer hat denn nun Recht"-Battle verkommt.
Machmal ist es eben einfach so, dass da zwei verschiedene - und absolut gleichwertige - Ansichten aufeinander prallen.
Für mich stellt es nach wie vor auch noch ein Rätsel dar, wann ich mich einfach zurückziehe und wann ein klärendes Gespräch lohnt. Versuch aber mittlerweile bei den kleinsten Unstimmigkeiten deutliche Signale zu verbreiten. Dafür ist das Älterwerden richtig gut, denn ich weiß immer besser, was ich will und was nicht. ;)Geändert von Susisa (06.06.2017 um 05:46 Uhr)
Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.


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