Hallo ihr Lieben,
ich muss euch nun auch einmal mein Leid klagen, vielleicht kann mir hier jemand einen Rat geben!
Ich hatte ein paar langjährige Freundinnen in der alten Heimat - inzwischen wohne ich ca. 60km weiter weg, was von der Distanz doch eigentlich kein Beinbruch ist!? Ich habe mich anfangs bemüht, oft in die Heimat zu fahren und mit den Mädels was zu machen, hin und wieder kamen sie auch zu mir. Wenn ich gefragt habe ob wir etwas unternehmen, kam zumindest fast immer positive Resonanz. Irgendwann wurde mir das aber zu viel, ich wollte dass von den Mädels mal was zurückkommt, aber das wurde leider an jeder Front immer seltener. Ich war traurig darüber, hab es auf mangelndes Interesse zurückgeführt und hab mich noch mehr zurückgezogen. Ich wollte mit den Mädels alt werden, aber... Aus den Augen, aus dem Sinn...
Der Kontakt zu zwei dieser Freundinnen ist irgendwann fast eingeschlafen.
Nun aber die Krux: Eine dieser Freundinnen ist inzwischen auch weggezogen und - wie es dazu kam kann ich nicht mal sagen - wir hatten wieder mehr Kontakt. Ich mag sie wirklich aber ich bin ratlos wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll. Sie sagt zwar, sie würde sich freuen wenn ich öfters vorbeikomme, ich soll einfach bescheid sagen, ihre Tür steht immer offen, aber es kommt mir vor wie damals, dass ich immer den ersten Schritt machen muss. Das führt dazu dass ich mir wieder manchmal "lästig" vorkomme. Wie die buckelige Verwandschaft - zu denen kann man nicht nein sagen weil sie eben irgendwie zum Leben dazu gehören. Ich weiß dass das irgendwie paradox ist...
Nun habe ich mich vor 3 Wochen das letzte mal zum Kaffee bei ihr angemeldet, wir waren abends noch raus und hatten auch irre viel Spaß, aber seitdem... nichts! Ich wünsche mir einfach ein proaktives Lebenszeichen, mal Initiative! Ich weiß dass sie momentan viel um die Ohren hat mit Familie, Job, neuer Freund, sie hat viele Hobbies, ist ehrenamtlich tätig... Trotzdem merke ich dass es in mir schon wieder brodelt und ich wieder das Gefühl bekomme, meine Freundschaft ist ihr nichts wert. Irgendwo in mir drin weiß ich dass das nicht der Fall ist, aber dann überrennt mich die Enttäuschung und das werd ich bockig wie ein Kleinkind.
Tipps wie ich das in den Griff kriege?
Ich freu mich über jede Antwort!![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6
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01.06.2017, 12:15
In Bezug auf Freundschaften so unsicher...
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01.06.2017, 23:12
AW: In Bezug auf Freundschaften so unsicher...
Hi,
vielleicht denke ich zu einfach, aber wie wärs, wenn du sie mal kommen lässt?
Also, wenn du schreibst, dass sie Familie, n Job, n neuen Freund, viele Hobbys und ehrenamtlich tätig ist, weiß ich von mir, dass ich 3 Leben bräuchte, um das alles unterzukriegen :-D
Triff dich doch, wenn du die Möglichkeit hast, mit anderen Leuten...dann ist es nicht so schlimm, wenn eine Person mal "ausfällt".
Liebe Grüße
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02.06.2017, 06:35Inaktiver User
AW: In Bezug auf Freundschaften so unsicher...
Genau

Du musst lernen zu trennen- IN Dir.
Da gibt es einen Anteil, der wie ein Kleinkind bockig wird- und ein Kind ist auch oft hilf-und machtlos.
Daneben bist Du aber inzwischen auch erwachsen und in der Lage zu handeln. Du bist NICHT machtlos!
Was kannst Du also TUN?
1. Du kannst die Thematik ansprechen.
Sag, was Dir wichtig ist und was Du Dir von ihr wünschst.
Erzähle, wie Verhalten auf Dich wirkt, wie Du Dich dabei fühlst und gebe damit Deiner Freundin die Chance zu erkennen, wer Du bist und was Dir wichtig ist.
Menschen sind so oft unbedacht! Sie wollen nicht vorsätzlich verletzen.
Wenn ich allerdings gar nicht mitbekomme, dass ich verletzt habe- kann ich es auch nicht ändern
2. sollte Deine Freundin anders bewerten, dann bleibt Dir die freie Wahl, ob Du die Freundschaft aufrecht erhalten willst. Du bist eben nicht- wie ein Kind- ausgeliefert!
Als Kind haben wir oft Ansprüche, die sehr hoch sind-- das liegt daran, dass wir den Eltern total ausgeliefert sind und damit immer "mit allem was wir haben" in jedes Thema gehen.
Wir müssen lernen zu unterscheiden- welche Ansprüche sind stimmig, welche nicht?
Ist möglicherweise mein Anspruch an den Gegenüber zuviel für jemanden, der "nur" Freund ist und nicht Vater oder Mutter?
Wir sind macht-voll, wenn wir erwachsen sind- wir müssen es nur erkennen
Kennst Du die Geschichte von dem angebundenen Elefantenkind an eine Kette?
Dann kann es nicht weglaufen und lernt, dass ein Band am Bein einschränkt-- um später diese Kette nur noch gegen einen leichten STrick auszutauschen, der nur noch an einem kleinen Holzpflock gebunden ist.
Jeder große Elefant könnte diesen Strick locker lösen.
Macht er aber nicht- er hat als Kind gelernt, dass er gebunden ist und diese Erfahrung bindet ihn (im wahrsten Sinne des Wortes) ein Leben lang.
Schau Dich selbst an und erkenne, dass Du heute erwachsen bist und handeln KANNST- und zwar so, dass es DIR im Leben dient und gut tut
Geändert von Inaktiver User (02.06.2017 um 06:47 Uhr)
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02.06.2017, 16:56
AW: In Bezug auf Freundschaften so unsicher...
Liebe Lillifee,
wenn ´81 dein Geburtsjahr ist, dann bist du (genau wie ich) in dem Alter, wo Freunde nur noch ein Aspekt der Freizeit sind. Man konzentriert sich eher auf den Partner/Familie, und wenn man Lust hat, trifft man sich auch mal mit Freunden, das ist aber insgesamt und gegenseitig alles locker und unverkrampft. Freundschaft - sofern es nicht um schwerwiegende Probleme geht - definiert sich in dieser Zeit einfach anders. Man ist nicht mehr so aufeinander fixiert, bequatscht nicht mehr jeden Aspekt des Lebens bis ins Detail, überlegt sich manchmal auch ganz direkt, auf welche Freunde man gerade "kann" und welche zu welcher Art von Treffen passen. Da eigentlich jeder einen vollen Terminkalender hat, ist einem auch keiner böse, wenn man sich auch mal ein paar Monate nicht sieht.
Dazu passt auch, dass deine Freundin dich einlädt, einfach vorbei zu schauen - meine Interpretation: Sie mag dich, sie findet es angenehm, wenn du da einfach bist, sie will sich aber nicht "künstlich verabreden". Das ist wie früher bei Oma auf dem Dorf: Die Türen waren offen, die Nachbarn kamen zum Ratschen vorbei und setzen sich eine halbe Stunde in die Küche, während die Frau des Hauses Kartoffeln schälte. Das ist eine ganz angenehme, ungezwungene Atmosphäre. Man KANN das natürlich auch so interpretieren, dass sie dich einfach irgendwie dazwischenquetschen will, ohne sich groß Mühe zu machen.
Ich selbst bin in einer festen Beziehung ohne Kinder und musste mit Anfang 30 auch lernen, dass das Interesse an mir nachließ, weil einfach andere Dinge "dran" waren (Hausbau, Hochzeit, Kinder, Job). Klar finde ich es schade, dass ich - außer meinen Partner - in meinem Alter niemanden finde, der nach der Arbeit einfach mal schnell einen Kaffee trinken gehen will. Der mal einen ganzen Tag Zeit hat, in der Stadt rumzubummeln oder nur aus Spaß irgendwo hin zu fahren. Das kann ich mit meiner verwitweten Mutter machen oder einer Single-Freundin, die in einer anderen Stadt wohnt. Ich gehe einfach davon aus, dass sich das in ein paar Jahren, wenn die Lebensplanung abgeschlossen ist und die Kinder aus dem Haus sind oder mit den Eltern nichts mehr so viel zu tun haben wollen, sich alle wiederfinden.
Du wolltest mit deinen Freundinnen alt werden? Das kannst du werden. Sprich sie ggf. in ein paar Jahren wieder an - man ist manchmal erstaunt, wie anders Leute nach ein paar Jahren sind und sich über alte Freunde freuen. Da kann eine Freundschaft wieder ganz neu wachsen (selbst erlebt).
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02.06.2017, 23:03Inaktiver User
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06.06.2017, 08:40
AW: In Bezug auf Freundschaften so unsicher...
Hallo ihr Lieben,
erstmal danke für eure Tipps und Worte!!
Ja, das ist mein Geburtsjahr.
Klar weiß ich auch dass Freunde nicht mehr alles sind. Ich hab selbst vor nicht allzu langer Zeit geheiratet, wir haben einen Hund, sind auch viel unterwegs, nur Haus bauen kommt für uns nicht in die Tüte. Fast alle meine Freundinnen und auch die Kumpels meines Mannes sind in festen Händen (allerdings fast alle kinderlos) und haben neben Job noch andere Verpflichtungen und Hobbies. Trotz allem kommen die Freundschaften bei uns nicht zu kurz, ich bin recht aktiv und immer gerne unter Menschen. Ich gehe oft nach der Arbeit noch einen Kaffee oder ein Bier trinken mit Freunden, wir grillen im Sommer, bummeln durch die Stadt, gehen feiern, manchmal auch einfach ein gemeinsamer Spaziergang mit dem Hund. Mal mit Mann, mal ohne – wir sind da sehr ähnlich.
Ich mag meine „neuen“ Freunde auch, keine Frage, aber die Beziehungen werden eben nie so eng werden wie die zu den „alten“ Freunden, die sind eben was Besonderes, man ist zusammen erwachsen geworden, kennt den anderen wie seine Westentasche, das kann keiner mehr aufholen. Ich kann mich bei meiner Freundin einfach mehr fallenlassen, ihr mal mein Herz ausschütten, sie war da als ich eine wirklich schlimme Trennung erlebt habe, wir können aber auch in den guten alten Zeiten schwelgen. Darum hab ich mich wirklich gefreut dass der Kontakt wieder so aufgeblüht ist und das möchte ich auf keinen Fall wieder verlieren. Aber solange ich das Gefühl habe, dass der Kontakt von mir gesteuert wird, bleibt halt immer ein wenig die Sorge dass genau das wieder passieren könnte.
Danke Kenzia, ich glaube das muss ich mir einfach mal öfters ins Gedächtnis rufen: Sie verletzt mich nicht absichtlich. Ich habe damals, als die Freundschaften aufgrund der Distanz lose geworden sind, nichts gesagt und die Mädels mit „nicht-melden“ abgestraft. Mir war klar, dass A nach der Arbeit lieber mit B einen Kaffee trinken geht, weil sie nur 1km entfernt wohnt. Aber geknickt ist man trotzdem und dann löst wohl das bockige Kleinkind den souveränen Erwachsenen ab und man schafft es nicht über seinen Schatten zu springen.


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