Antworten
Seite 6 von 8 ErsteErste ... 45678 LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 80
  1. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber genau das bist du - oder ich - für den größten Teil der Menschen: völlig belanglos, eine unter vielen.
    Menschen sind nie belanglos.

    Ich ehre die Idee des Nächsten im Christentum. Du kannst dich nicht um alles Elend der Welt kümmern, aber um das, dem du hier und jetzt begegnest, da kannst du vielleicht etwas tun. Du kannst einen Hungrigen speisen. Du kannst einer durstigen Pflanze Wasser geben. Du machst eine kleine freundliche Handlung.

    Ich finde die Individualität von Menschen sehr interessant, und auch berührend. Jeder Mensch ist auf seine Art ein Wunder.

    gruss, barbara

  2. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber genau das bist du - oder ich - für den größten Teil der Menschen: völlig belanglos, eine unter vielen. Einige wenige schätzen dich mehr als andere, dem Rest bist du - oder ich - egal.
    Und was das Mittelmäßige angeht: Jeder Mensch ist in (vermutlich) den meisten Dingen (mit Glück) mittelmäßig - einfach, weil niemand die Kapazität hat, in allem herausragend zu sein.
    Das sehe ich genau so und ich finds auch überhaupt nicht schlimm.

  3. Moderation

    User Info Menu

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zur Definition von Mittelmäßigkeit, mein Maßband:

    Für Eigenschaften, die mehr oder weniger normalverteilt sind (Größe, BMI, Intelligenz, Schulnoten in der Mittelstufe) würde ich alles mit weniger als eine Standardabweichung vom Erwartungswert als Mittelmaß sehen. Damit sind ~68% der Werte mittelmäßig. Charakterzüge würde ich auf einer Normalverteilung sehen.

    Sichtbare Einzigartigkeit entsteht durch einzelne Ausreißer. Je mehr Werte, desto "normaler" sind Ausreißer. Wenn ich z.B. die (normalverteilten) Eigenschaften einer fiktiven Person, von Intelligenz über Extravertiertheit bis zu Schuhgröße, bestimmen würde, indem ich drei Würfel würfele und die Ergebnisse zusammenzähle (und dann mit irgendeinem Faktor multipliziere/addiere, um eine sinnvolle Zahl von Zentimetern oder IQ-Punkten oder sonstwas zu bekommen) kämen lauter einzigartige Zahlensätze raus, und die meisten davon hätten 3er oder 4er und 17er oder 18er. Schuhgröße 34, Intelligenz 160, alles andere Mittelmaß, und komplett einzigartig!

    Für Eigenschaften auf einer nicht normalverteilten Kurve (Reichtum, Ruhm, Fertigkeiten, Kinsey-Skala, ...) ist dagegen fast das komplette des Feld unter "ferner liefen". Mittelmäßig ist es, *überhaupt nicht* Harfe spielen zu können. Mittelmäßig Harfe zu spielen ist schon weit über dem Durchschnitt der Bevölkerung, auch wenn es einem auf einem Harfenfestival anders erscheinen mag. Bei Fertigkeiten kann man sich raussuchen, wo man nicht mittelmäßig sein will!

    Deswegen ist "Angst vor der Mittelmäßigkeit" mMn ein Fall von, "wer keine Probleme hat, macht sich welche", und sollte seine Energie besser auf die nahezu gewisse nicht-Mittelmäßigkeit von geübten Fertigkeiten als auf mittelmäßige Probleme verwenden.
    Geändert von wildwusel (01.06.2017 um 13:38 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen

    Deswegen ist "Angst vor der Mittelmäßigkeit" mMn ein Fall von, "wer keine Probleme hat, macht sich welche", und sollte seine Energie besser auf die nahezu gewisse nicht-Mittelmäßigkeit von geübten Fertigkeiten als auf mittelmäßige Probleme verwenden.
    Danke!

    Du bringst es wieder mal auf den Punkt:
    genau das, was ich bereits auf Seite 1 gedacht habe (aber Dank meiner Unterdurchschnittlichkeit) niemals so eloquent formulieren könnte

  5. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Ich bin weitgehend frei von Ehrgeiz oder irgendeiner Art von zielgerichtetheit,
    ich sagte immer "ich will spielen, nicht gewinnen", der Weg ist das Ziel
    Das kommt bei den meisten Menschen gar nicht gut an

  6. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin weitgehend frei von Ehrgeiz oder irgendeiner Art von zielgerichtetheit,
    ich sagte immer "ich will spielen, nicht gewinnen", der Weg ist das Ziel
    Das kommt bei den meisten Menschen gar nicht gut an
    Das regt mich bei den Menschen, die das so äußern, auch auf - und wenn ich versuche, zu ergründen, warum, komme ich vorrangig hierzu:

    Ich nehme es so niemand ab.

    Das heißt nicht, daß Menschen nicht entspannter und weniger ziel- und leistungsorientiert sein können. Aber so ist es... irgendwie unauthentisch... extrem floskelhaft... das wirkt auch nicht buddhistisch, sondern oberflächlich und feige. Das Gegenteil von "in sich selbst ruhend", tiefsinnig, heiter, gelassen.

    Und: es nervt extrem, wenn solche Menschen dann gewinnen! Ja, und es schwingt eine Geringschätzung für die Leistung anderer Menschen (und auch für die eigene Persönlichkeit) darin mit. Es klingt einfach rundum falsch.

    Es ist so... larifari. So... argh, es macht mich aggressiv!

    Und führt auch dazu, daß ich bei solchen Menschen dann denke: "Heul nicht!" Oder auch: "Heul leiser/woanders!"

    Du möchtest dazugehören, weigerst Dich aber, am Leben teilzunehmen - und auch, Leistung zu bringen. Oder die eigene oder die der anderen anzuerkennen. Warum sollte man Dich mögen?

    Sorry, ich bin gerade grantig, und das hat nichts mit Dir zu tun. Aber ich lasse es trotzdem stehen - vielleicht bringt es Dir verständnismäßig etwas?

  7. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Daß ich das überhaupt formuliere hat damit zu tun daß es mir in letzter Zeit vor allem in den Dating Kontakten so häufig begegnet daß Leistung gefordert wird:
    Du tanzt ? Wie lange schon, in welchem Level bist du ? Hast du an Wettbewerben teilgenommen ?
    Du spielst Gitarre ? In einer Band ? Spiel mir etwas vor !
    Vom Job gar nicht zu reden, daß jemand arbeitet um Geld für seinen Lebensunterhalt zu verdienen ist heutzutage offenbar das allerletzte.
    Nur mal drei Beispiele, diese wettbewerbsorientiertheit ist mir absolut fremd.
    Ich will niemandem etwas vorspielen und tanzen zu bewerten ist absurd "schaut wie gut ich tanze"
    Mich interessiert nichtmal beim Sex ein Ziel.
    Ich will den Moment genießen.
    Einfach nur da sein.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du möchtest dazugehören, weigerst Dich aber, am Leben teilzunehmen - und auch, Leistung zu bringen. Oder die eigene oder die der anderen anzuerkennen. Warum sollte man Dich mögen?
    Dazugehören, gemocht werden durch Leistung beim Wettbewerb des Lebens ???
    Gehts noch ?


    https://www.youtube.com/watch?v=Da69-pu_pqc
    Geändert von Inaktiver User (02.06.2017 um 16:08 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das regt mich bei den Menschen, die das so äußern, auch auf - und wenn ich versuche, zu ergründen, warum, komme ich vorrangig hierzu:

    Ich nehme es so niemand ab.
    Ich schon. Es gibt mehr oder weniger ehrgeizige Menschen, und manche sind es kaum. Mir scheint, du bist sehr leistungsbetont erzogen worden? Vielleicht, wenn man das Gefühl vermittelt bekommt, nur durch seine Leistung gesehen und geschätzt zu werden, wird Wettkampf existentiell wichtig und mangelnde Leistung lebensbedrohlich.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du möchtest dazugehören, weigerst Dich aber, am Leben teilzunehmen - und auch, Leistung zu bringen. Oder die eigene oder die der anderen anzuerkennen. Warum sollte man Dich mögen?
    Warum sollte man ihn nicht mögen, wenn er seinen Wert und den anderer Menschen nicht nach Leistung bemisst?
    Welchen Wert misst du eigentlich Menschen bei, die nichts leisten können, weil sie krank oder in irgendeiner Form behindert sind?

  9. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Du möchtest dazugehören, weigerst Dich aber, am Leben teilzunehmen - und auch, Leistung zu bringen. Oder die eigene oder die der anderen anzuerkennen. Warum sollte man Dich mögen?
    Uiuiui! DAS hat er doch gar nicht geschrieben?

    Ich seh das genauso, ich muss mich nicht mit anderen messen, das gibt mir nicht nur nichts, sondern ich kann es noch dazu auf den Tod nicht ausstehen, dieses besser sein wollen als andere, um es den anderen zu beweisen.

    Ich brauch das nicht, ich bin mir selbst wert genug, und wenn ich "Leistung bringe" dann für mich, aber ich muss mich nicht mit anderen vergleichen, was das angeht.

    Und mögen hat für mich schon gar nichts mit "Leistung" zu tun. Das find ich eher schräg.

  10. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von farrah79 Beitrag anzeigen
    Warum sollte man ihn nicht mögen, wenn er seinen Wert und den anderer Menschen nicht nach Leistung bemisst?
    Welchen Wert misst du eigentlich Menschen bei, die nichts leisten können, weil sie krank oder in irgendeiner Form behindert sind?
    Das hab ich auch gedacht. Das liegt eng beieinander, jemanden dann auch nach seinem "Nutzwert" zu beurteilen, was ich eher unschön finde.

Antworten
Seite 6 von 8 ErsteErste ... 45678 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •