Menschen sind nie belanglos.
Ich ehre die Idee des Nächsten im Christentum. Du kannst dich nicht um alles Elend der Welt kümmern, aber um das, dem du hier und jetzt begegnest, da kannst du vielleicht etwas tun. Du kannst einen Hungrigen speisen. Du kannst einer durstigen Pflanze Wasser geben. Du machst eine kleine freundliche Handlung.
Ich finde die Individualität von Menschen sehr interessant, und auch berührend. Jeder Mensch ist auf seine Art ein Wunder.
gruss, barbara
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Thema: Die Angst vor dem Mittelmaß
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31.05.2017, 21:59
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
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01.06.2017, 10:06Inaktiver User
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01.06.2017, 13:25
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Zur Definition von Mittelmäßigkeit, mein Maßband:
Für Eigenschaften, die mehr oder weniger normalverteilt sind (Größe, BMI, Intelligenz, Schulnoten in der Mittelstufe) würde ich alles mit weniger als eine Standardabweichung vom Erwartungswert als Mittelmaß sehen. Damit sind ~68% der Werte mittelmäßig. Charakterzüge würde ich auf einer Normalverteilung sehen.
Sichtbare Einzigartigkeit entsteht durch einzelne Ausreißer. Je mehr Werte, desto "normaler" sind Ausreißer. Wenn ich z.B. die (normalverteilten) Eigenschaften einer fiktiven Person, von Intelligenz über Extravertiertheit bis zu Schuhgröße, bestimmen würde, indem ich drei Würfel würfele und die Ergebnisse zusammenzähle (und dann mit irgendeinem Faktor multipliziere/addiere, um eine sinnvolle Zahl von Zentimetern oder IQ-Punkten oder sonstwas zu bekommen) kämen lauter einzigartige Zahlensätze raus, und die meisten davon hätten 3er oder 4er und 17er oder 18er. Schuhgröße 34, Intelligenz 160, alles andere Mittelmaß, und komplett einzigartig!
Für Eigenschaften auf einer nicht normalverteilten Kurve (Reichtum, Ruhm, Fertigkeiten, Kinsey-Skala, ...) ist dagegen fast das komplette des Feld unter "ferner liefen". Mittelmäßig ist es, *überhaupt nicht* Harfe spielen zu können. Mittelmäßig Harfe zu spielen ist schon weit über dem Durchschnitt der Bevölkerung, auch wenn es einem auf einem Harfenfestival anders erscheinen mag. Bei Fertigkeiten kann man sich raussuchen, wo man nicht mittelmäßig sein will!
Deswegen ist "Angst vor der Mittelmäßigkeit" mMn ein Fall von, "wer keine Probleme hat, macht sich welche", und sollte seine Energie besser auf die nahezu gewisse nicht-Mittelmäßigkeit von geübten Fertigkeiten als auf mittelmäßige Probleme verwenden.
Geändert von wildwusel (01.06.2017 um 13:38 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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01.06.2017, 14:05Inaktiver User
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02.06.2017, 14:58Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Ich bin weitgehend frei von Ehrgeiz oder irgendeiner Art von zielgerichtetheit,
ich sagte immer "ich will spielen, nicht gewinnen", der Weg ist das Ziel
Das kommt bei den meisten Menschen gar nicht gut an
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02.06.2017, 15:38Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Das regt mich bei den Menschen, die das so äußern, auch auf - und wenn ich versuche, zu ergründen, warum, komme ich vorrangig hierzu:
Ich nehme es so niemand ab.
Das heißt nicht, daß Menschen nicht entspannter und weniger ziel- und leistungsorientiert sein können. Aber so ist es... irgendwie unauthentisch... extrem floskelhaft... das wirkt auch nicht buddhistisch, sondern oberflächlich und feige. Das Gegenteil von "in sich selbst ruhend", tiefsinnig, heiter, gelassen.
Und: es nervt extrem, wenn solche Menschen dann gewinnen! Ja, und es schwingt eine Geringschätzung für die Leistung anderer Menschen (und auch für die eigene Persönlichkeit) darin mit. Es klingt einfach rundum falsch.
Es ist so... larifari. So... argh, es macht mich aggressiv!
Und führt auch dazu, daß ich bei solchen Menschen dann denke: "Heul nicht!" Oder auch: "Heul leiser/woanders!"
Du möchtest dazugehören, weigerst Dich aber, am Leben teilzunehmen - und auch, Leistung zu bringen. Oder die eigene oder die der anderen anzuerkennen. Warum sollte man Dich mögen?
Sorry, ich bin gerade grantig, und das hat nichts mit Dir zu tun. Aber ich lasse es trotzdem stehen - vielleicht bringt es Dir verständnismäßig etwas?
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02.06.2017, 16:00Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Daß ich das überhaupt formuliere hat damit zu tun daß es mir in letzter Zeit vor allem in den Dating Kontakten so häufig begegnet daß Leistung gefordert wird:
Du tanzt ? Wie lange schon, in welchem Level bist du ? Hast du an Wettbewerben teilgenommen ?
Du spielst Gitarre ? In einer Band ? Spiel mir etwas vor !
Vom Job gar nicht zu reden, daß jemand arbeitet um Geld für seinen Lebensunterhalt zu verdienen ist heutzutage offenbar das allerletzte.
Nur mal drei Beispiele, diese wettbewerbsorientiertheit ist mir absolut fremd.
Ich will niemandem etwas vorspielen und tanzen zu bewerten ist absurd "schaut wie gut ich tanze"
Mich interessiert nichtmal beim Sex ein Ziel.
Ich will den Moment genießen.
Einfach nur da sein.
Dazugehören, gemocht werden durch Leistung beim Wettbewerb des Lebens ???
Gehts noch ?
https://www.youtube.com/watch?v=Da69-pu_pqcGeändert von Inaktiver User (02.06.2017 um 16:08 Uhr)
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02.06.2017, 16:02
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Ich schon. Es gibt mehr oder weniger ehrgeizige Menschen, und manche sind es kaum. Mir scheint, du bist sehr leistungsbetont erzogen worden? Vielleicht, wenn man das Gefühl vermittelt bekommt, nur durch seine Leistung gesehen und geschätzt zu werden, wird Wettkampf existentiell wichtig und mangelnde Leistung lebensbedrohlich.
Warum sollte man ihn nicht mögen, wenn er seinen Wert und den anderer Menschen nicht nach Leistung bemisst?
Welchen Wert misst du eigentlich Menschen bei, die nichts leisten können, weil sie krank oder in irgendeiner Form behindert sind?
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02.06.2017, 16:06Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Uiuiui! DAS hat er doch gar nicht geschrieben?
Ich seh das genauso, ich muss mich nicht mit anderen messen, das gibt mir nicht nur nichts, sondern ich kann es noch dazu auf den Tod nicht ausstehen, dieses besser sein wollen als andere, um es den anderen zu beweisen.
Ich brauch das nicht, ich bin mir selbst wert genug, und wenn ich "Leistung bringe" dann für mich, aber ich muss mich nicht mit anderen vergleichen, was das angeht.
Und mögen hat für mich schon gar nichts mit "Leistung" zu tun. Das find ich eher schräg.
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02.06.2017, 16:07Inaktiver User



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