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  1. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Muss das anstrengend sein!
    Ich hab grad gestern mit meinem Sohn darüber gesprochen, dass mir auffällt, wie sehr sich die junge Generation permanent selbst beobachtet und von außen sieht.

    Allein an den fb Fotos von jüngeren Bekannten merk ich das, was für einen Stellenwert die Selbstdarstellung und Selbstinszenierung einnimmt.

    Anstrengend ist das richtig Wort dafür.

    Manchmal könnte man meinen, dass das auch die permanente Selbstvergewisserung ist. Als ob sie nur existieren würden, wenn sie ständig Bildbeweise dafür liefern...

  2. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Selbstbetrug wenn man dann sich plötzlich trotz 500 Facebook freunden 1000 instagram followern usw einsam und unzufrieden in eine Depression abgleiten sieht.
    das synthetisch konstruierte online leben ist irgendwann so schön das man das echte leben gern vernachlässigt.
    Bis auf den Teil mit der Depression stimme ich dir zu. Depressionen sind vollkommen unabhängig davon, ob jemand viele oder wenig Freunde oder Bekannte hat.

  3. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    "Mittelmaß" hat für mich, und ich vermute für viele, eine negative Konnotation. Es ist eben nicht "gut". (So wie eine 3 eine mittelmäßige Note ist. Nicht schlecht - aber eben auch nicht gut.)

    Ich glaube auch gar nicht, daß es das Gegenteil zu "herrausragend", "etwas Besonderes" ist. (Also die 1. Die muß es ja gar nicht sein. Aber zumindest eine 2 ist meist machbar - jetzt auch im übertragenen Sinne. Klar kann man es sich bequem machen - aber dauerhaft unter seinen eigenen Möglichkeiten dahindümpeln? Da fehlt es mir an Wertschätzung für sich selbst.)

    Und ich finde Mittlmäßigkeit einen erschreckenden Vorwurf, eine schlimme Zuschreibung. Das hat nichts mit gesundem Maßhalten zu tun. Man muß nicht überall herausragend sein, man muß sich nicht überall anstrengen, man kann auch schlicht ganz entspannt leben. Das hat aber nichts mit "mittelmäßig" zu tun. Mittelmäßigkeit negiert für mich auch die Individualität, die wir alle haben. Einer unter vielen, austauschbar, so lala, mäßig interessant, nicht so wirklich toll in irgendwas, langweilig, beliebig - wer will das sein? Ich zumindest nicht.

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    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Jule211 Beitrag anzeigen
    ... Wahrscheinlich eine tief verankerte Angst der bürgerlichen Mitte vor dem sozialen Abstieg. Teilweise vielleicht berechtigt, oft aber irrational wie ich finde. Ist zwar kein Massenphänomen, aber man begegnet dem jetzt definitiv häufiger.
    In diesem Zusammenhang hat man dann aber letztlich keine Angst vor dem Mittelmaß, sondern vor dem "Ganz unten". Und das Mittelmaß ist dann sozusagen nur der Weg, der dahin führt.

  5. User Info Menu

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    "Mittelmaß" hat für mich, und ich vermute für viele, eine negative Konnotation. Es ist eben nicht "gut". (So wie eine 3 eine mittelmäßige Note ist. Nicht schlecht - aber eben auch nicht gut.)

    Ich glaube auch gar nicht, daß es das Gegenteil zu "herrausragend", "etwas Besonderes" ist. (Also die 1. Die muß es ja gar nicht sein. Aber zumindest eine 2 ist meist machbar - jetzt auch im übertragenen Sinne. Klar kann man es sich bequem machen - aber dauerhaft unter seinen eigenen Möglichkeiten dahindümpeln? Da fehlt es mir an Wertschätzung für sich selbst.)

    Und ich finde Mittlmäßigkeit einen erschreckenden Vorwurf, eine schlimme Zuschreibung. Das hat nichts mit gesundem Maßhalten zu tun. Man muß nicht überall herausragend sein, man muß sich nicht überall anstrengen, man kann auch schlicht ganz entspannt leben. Das hat aber nichts mit "mittelmäßig" zu tun. Mittelmäßigkeit negiert für mich auch die Individualität, die wir alle haben. Einer unter vielen, austauschbar, so lala, mäßig interessant, nicht so wirklich toll in irgendwas, langweilig, beliebig - wer will das sein? Ich zumindest nicht.
    Dein Beitrag ist für mich ein wenig widersprüchlich. Einerseits willst du selbst lieber gut sein als durchschnittlich oder gar unterdurchschnittlich :
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist eben nicht "gut". (So wie eine 3 eine mittelmäßige Note ist. Nicht schlecht - aber eben auch nicht gut.)
    Damit bringst du doch aber selbst den Vergleich ins Spiel. Für jemanden, der in irgendeinem Gebiet sehr gut ist, muss es zwangsläufig Andere geben, die schlechter sind.
    Und dann schreibst du, dass Mittelmäßigkeit die Individualität negiere. Hmm. Bin ich nur dann individuell, wenn ich sehr gute Leistungen bringe, wenn ich aber überall im Durchschnitt liege, nicht?
    Klar sind wir alle individuell (und dabei einander doch so ähnlich, was schon aus den primitivsten Grundbedürfnissen folgt, die wir alle teilen und auf die sich alles, was in unserem Leben auf der Welt geschieht, letztlich zurückführen lässt. Kein Gedanke, der nicht schon gedacht wurde etc.)

    Gerade dann, wenn jemand sich selbst produziert und als Star über alle anderen glänzen will, braucht er doch die Mittelmäßigen, denn sonst könnte er ja nicht gänzen.
    Ich denke genau wie du, dass wir alle besonders sind , aber auch, dass wir so ähnlich sind, je nach Perspektive.

  6. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Einer unter vielen, austauschbar, so lala, mäßig interessant, nicht so wirklich toll in irgendwas, langweilig, beliebig - wer will das sein? Ich zumindest nicht.
    Aber genau das bist du - oder ich - für den größten Teil der Menschen: völlig belanglos, eine unter vielen. Einige wenige schätzen dich mehr als andere, dem Rest bist du - oder ich - egal.
    Und was das Mittelmäßige angeht: Jeder Mensch ist in (vermutlich) den meisten Dingen (mit Glück) mittelmäßig - einfach, weil niemand die Kapazität hat, in allem herausragend zu sein.

  7. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    " Mittelmäßigkeit negiert für mich auch die Individualität, die wir alle haben. Einer unter vielen, austauschbar, so lala, mäßig interessant, nicht so wirklich toll in irgendwas, langweilig, beliebig - wer will das sein? Ich zumindest nicht.
    Was tust Du gegen diese Art von Mittelmässigkeit bzw. was tust Du dafür, nicht Mittelmass zu sein?

  8. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bis auf den Teil mit der Depression stimme ich dir zu. Depressionen sind vollkommen unabhängig davon, ob jemand viele oder wenig Freunde oder Bekannte hat.
    wollte depressionen nicht pauschalisieren aber ich denke schon wenn ein mensch vereinsamt ist das auch nährboden für eine depression. dazu kommt das die ständige selbstdarstellung eben ein trügerisches selbstbewusstsein bildet. ein selbstbewusstsein das nur auf seine beste, vielleicht auch manipulierte beste seite beruht. man schaft sich ein selbstbewusstsein das in der realität aber nciht stand hält und damit leicht zusammenbricht in der freien wildbahn. das wiederum animiert sich dorthin zurückzuziehen wo man sein selbst bild und bewusstsein manipulieren und modellieren kann, also zb instagram, facebook, etc. man wird abhängig von bedeutungslosen "likes" und stützt sein selbstbewusstseinnur noch darauf. im echten leben traut man sich immer weniger, vereinsamt und naja an dem punkt ist es meisst nicht weit bis zu einer depression. selbstbewusstsein sollte eben rund sein und nciht nur auf die schokoladenseite gestützt.

  9. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Weil ich direkt gefragt wurde: Ich bin tatsächlich in ziemlich vielen Dingen überdurchschnittlich gut. Und das macht das Leben nicht unbedingt leichter.

    Es gibt auch Dinge, da bin ich katastrophal schlecht. Kann ich auch mit leben.

    Ich störe mich wirklich an den Worten "Durchschnittlichkeit" und "Mittelmaß". Jeder hat doch etwas oder wünscht sich etwas, wo er besonders ist - und eine Sache reicht völlig aus! Und es muß auch keine berufliche Qualifikation sein, es kann ebenfalls eine soziale sein. Oder man ist für einen anderen Menschen etwas ganz Besonderes. Ich bin da durchaus bei Farrah - und beim Kleinen Prinzen.

    »Natürlich«, sagte der Fuchs. »Du bist für mich nur ein kleiner Junge, ein kleiner Junge wie hunderttausend andere auch. Ich brauche dich nicht. Und du brauchst mich auch nicht. Ich bin für dich ein Fuchs unter Hundertausenden von Füchsen. Aber wenn du mich zähmst, dann werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzigartig sein. Und ich werde für dich einzigartig sein in der ganzen Welt …« [Quelle: Der Kleine Prinz - Antoine de Saint-Exupéry]

    --> der ganze Text

    ***

    Darüber hinaus bin ich persönlich ein sehr ehrgeiziger Mensch mit fatalem Hang zum Perfektionismus. Deswegen ist "Mittelmaß" für mich persönlich sehr negativ besetzt. Eine entspannte(re) Haltung gegenüber den eigenen Stärken und Schwächen hingegen finde ich sehr attraktiv und bin da selbst auch bei mir dran...

  10. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    wollte depressionen nicht pauschalisieren aber ich denke schon wenn ein mensch vereinsamt ist das auch nährboden für eine depression.
    Das ist richtig, aber: Nicht jeder Mensch, der viel allein ist, vereinsamt auch, und nicht jeder Mensch, der Depressionen hat, ist viel allein.

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