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    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Ich finde diese Angst, 'nur' im Durchschnitt oder sogar darunter zu rangieren, lässt sich bei manchen Eltern feststellen. Auch wenn der ein oder andere genau weiß, dass das eigene Kind z.B. nicht hochbegabt, aber guter Durchschnitt ist, scheint das manche Eltern schier in den Wahnsinn zu treiben und die Kinder werden weiter einem immensen Druck ausgesetzt. Wahrscheinlich eine tief verankerte Angst der bürgerlichen Mitte vor dem sozialen Abstieg. Teilweise vielleicht berechtigt, oft aber irrational wie ich finde. Ist zwar kein Massenphänomen, aber man begegnet dem jetzt definitiv häufiger.

  2. gesperrt

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    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Jule211 Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich eine tief verankerte Angst der bürgerlichen Mitte vor dem sozialen Abstieg. Teilweise vielleicht berechtigt, oft aber irrational wie ich finde.
    Die Angst ist durchaus berechtigt.

    Wenn es für viele Studiengänge ja nicht mehr reicht, einfach ein Abi zu haben, nein, es muss ein besonders gutes Abi sein; wenn sehr gut ausgebildete junge Leute sich von Praktikum zu Praktikum hangeln und auf keinen grünen Zweig kommen...

    Sprich, es geht nicht einfach um Eitelkeit oder "sich wichtig machen" oder "sich anstellen", es geht um Existenzangst.

    gruss, barbara

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    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Tja, da läuft etwas Grundsätzliches in die falsche Richtung. Was sicher auch dem föderalen Bildungssystem und dessen extremer Ungleichheit geschuldet ist. Aber klar, jeder muss ein Super Abi bauen (und wenn dann irgendwann alle Abi machen, ist das auch nix mehr Wert), sonst wird er dies und jenes nicht studieren können. Gleichzeitig finden viele klassische Ausbildungsberufe wie Mechatroniker nicht genügend qualifizierte Bewerber. Weil alle studieren 'müssen'. Nicht falsch verstehen, ich verstehe das sehr wohl inkl. Ängste. Finde das aber eine ungesunde Entwicklung. Aber das ist jetzt wohl ein Extra Thema 🤔😄und OT.....

  4. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von farrah79 Beitrag anzeigen
    Es ist meine Beobachtung, und haltlos ist diese nicht... Es gibt genügend Untersuchungen dazu, dass Menschen zur Selbstüberschätzung neigen.
    Darüber hinaus beobachte zumindest ich Machtkämpfe, die Unfähigkeit, Fehler einzugestehen und das Bedürfnis vieler Personen, sich zumindest in einer Sache anderen deutlich überlegen zu sein, ansonsten scheint das eigene Selbstwertgefühl gefährdet.
    Mit der Industrialisierung begann auch das Zeitalter der Selbstdarsteller, der Schreihälse, der Powerpointpräsentierer.
    Und ich teile Deine Beobachtung, denn auch in der Politik werden die Schreihälse gewählt. Im Hintergrund arbeiten die, die Ahnung haben und still und leise ihr Brot verdienen, selbstverständlich wesentlich weniger als die Schreihälse, die wir auch noch alimentieren.
    In den Firmen das selbe Bild, wer sich oberflächlich am besten verkaufen kann bekommt mehr. Das die breite Masse an schlafenden Schafen das auch noch insgeheim gutheisst und fördert ist die Kehrseite der Medaille!

  5. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Ich kann es nur bestätigen. Ich kann mich an alltäglichen Plaudereien kaum freuen. Berichte ich erfreuliches, wird das getoppt oder kleingeredet. Jeder stellt sich super dar. Fehler machen nur die anderen.

  6. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Mir fällt vermehrt auf, dass durchschnittliche Menschen mit der Attitüde "Ach, was bin ich chaotisch und verpeilt" kokettieren. Die echten Chaoten (auch die lieben) bezeichnen sich, meiner Erfahrung nach, hingegen nicht als solche.

  7. Moderation

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    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von farrah79 Beitrag anzeigen
    Niemand möchte mittelmäßig sein,
    ... aber jeder ist es in fast allem, wenn überhaupt!

    Wenn man allerdings jemanden neu kennenlernt, sagt man ja nicht, in wievieler Hinsicht man total uninteressant ist, ("Ach, tatsächlich, ich habe auch noch keinen Nobelpreis gewonnen, so ein Zufall!") sondern inwiefern man was besonderes ist, an den sich jemand erinnern könnte und der was zu erzählen hat.

    Leider fühlen sich manche da in so eine Konkurrenzsituation getrieben, wo sie immer noch einen draufsetzen müssen. Das ist eher eine nur knapp mittelmäßige Konversationsfähigkeit, nehme ich an.

    Zitat Zitat von farrah79 Beitrag anzeigen
    Das ist wohl so. Und ist das nicht eine menschenfeindliche Einstellung? Denn wenn ich nur was wert bin, wenn ich besser bin als... was ist dann mit denen, die weniger leisten oder darstellen, können oder wollen?
    Naja, ich kann vielleicht besser daherreden als die meisten, aber gib mir Nadel und Faden in die Hand und ein durchschnittlicher Schimpanse ist mir weit überlegen. Wenn man überdurchschnittlich sein will, muß man wissen, in was.

    Zitat Zitat von farrah79 Beitrag anzeigen
    das Bedürfnis vieler Personen, sich zumindest in einer Sache anderen deutlich überlegen zu sein, ansonsten scheint das eigene Selbstwertgefühl gefährdet.
    Ich bin durch einen Großteil meiner Schullaufbahn gegangen als die, die in jedem Fach (außer Kunst und Handarbeit) eine Zwei Minus hat. Das ist bequem, aber man kriegt in jedem Fach die Leute, die in dem Fach eine Eins haben, als leuchtendes Beispiel vorgehalten.

    Zitat Zitat von farrah79 Beitrag anzeigen
    Ein kleines, scheinbar harmloses Beispiel, aber die Betreffenden werten damit gleichzeitig die Gleichaltrigen ab!
    Wie Robin Mogan über die Leute schrieb, die ihr sagen, "Aber du bist doch niiiiieee 48! Du siehst so viel jünger aus!" schrieb, "Liebe Leute, so sieht 48 aus. Wir wissen das nur nicht." All die Leute, die wir gewohnheitmäßig für Ende 30 halten? Ende 40!
    Geändert von wildwusel (29.05.2017 um 12:42 Uhr) Grund: Postingkonsolidierung
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Moderation

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    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    .
    Geändert von wildwusel (29.05.2017 um 12:25 Uhr) Grund: Postingkonsolidierung
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Moderation

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    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mir fällt vermehrt auf, dass durchschnittliche Menschen mit der Attitüde "Ach, was bin ich chaotisch und verpeilt" kokettieren.
    Sich ein Etikett aufzukleben erspart viel Erklärungsaufwand und stellt klar, was man keine Lust hat, auszudiskutieren.

    Man muß dann damit leben, daß man entsprechend dem Etikett behandelt wird, bis das Etikett zutrifft.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Inaktiver User

    AW: Die Angst vor dem Mittelmaß

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Sich ein Etikett aufzukleben erspart viel Erklärungsaufwand und stellt klar, was man keine Lust hat, auszudiskutieren.

    Man muß dann damit leben, daß man entsprechend dem Etikett behandelt wird, bis das Etikett zutrifft.
    Ist es nicht eher umgekehrt? Ich klebe mir ein Etikett auf und erwarte, dass alle Welt Fragen dazu stellt. So ein aufgeklebtes Etikett fällt ja schliesslich auf, es erfüllt an prominenter Stelle seine Funktion.

    Wie kann ein Etikett je zutreffen? Ein Apfel wird -auch mit der entsprechenden Etikette- niemals eine Chiquita Banane und wenn er es sich noch so sehr wünscht.

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