Ich finde diese Angst, 'nur' im Durchschnitt oder sogar darunter zu rangieren, lässt sich bei manchen Eltern feststellen. Auch wenn der ein oder andere genau weiß, dass das eigene Kind z.B. nicht hochbegabt, aber guter Durchschnitt ist, scheint das manche Eltern schier in den Wahnsinn zu treiben und die Kinder werden weiter einem immensen Druck ausgesetzt. Wahrscheinlich eine tief verankerte Angst der bürgerlichen Mitte vor dem sozialen Abstieg. Teilweise vielleicht berechtigt, oft aber irrational wie ich finde. Ist zwar kein Massenphänomen, aber man begegnet dem jetzt definitiv häufiger.
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Thema: Die Angst vor dem Mittelmaß
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28.05.2017, 14:03
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
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28.05.2017, 14:43
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Die Angst ist durchaus berechtigt.
Wenn es für viele Studiengänge ja nicht mehr reicht, einfach ein Abi zu haben, nein, es muss ein besonders gutes Abi sein; wenn sehr gut ausgebildete junge Leute sich von Praktikum zu Praktikum hangeln und auf keinen grünen Zweig kommen...
Sprich, es geht nicht einfach um Eitelkeit oder "sich wichtig machen" oder "sich anstellen", es geht um Existenzangst.
gruss, barbara
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28.05.2017, 15:41
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Tja, da läuft etwas Grundsätzliches in die falsche Richtung. Was sicher auch dem föderalen Bildungssystem und dessen extremer Ungleichheit geschuldet ist. Aber klar, jeder muss ein Super Abi bauen (und wenn dann irgendwann alle Abi machen, ist das auch nix mehr Wert), sonst wird er dies und jenes nicht studieren können. Gleichzeitig finden viele klassische Ausbildungsberufe wie Mechatroniker nicht genügend qualifizierte Bewerber. Weil alle studieren 'müssen'. Nicht falsch verstehen, ich verstehe das sehr wohl inkl. Ängste. Finde das aber eine ungesunde Entwicklung. Aber das ist jetzt wohl ein Extra Thema 🤔😄und OT.....
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29.05.2017, 10:21Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Mit der Industrialisierung begann auch das Zeitalter der Selbstdarsteller, der Schreihälse, der Powerpointpräsentierer.
Und ich teile Deine Beobachtung, denn auch in der Politik werden die Schreihälse gewählt. Im Hintergrund arbeiten die, die Ahnung haben und still und leise ihr Brot verdienen, selbstverständlich wesentlich weniger als die Schreihälse, die wir auch noch alimentieren.
In den Firmen das selbe Bild, wer sich oberflächlich am besten verkaufen kann bekommt mehr. Das die breite Masse an schlafenden Schafen das auch noch insgeheim gutheisst und fördert ist die Kehrseite der Medaille!
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29.05.2017, 11:01Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Ich kann es nur bestätigen. Ich kann mich an alltäglichen Plaudereien kaum freuen. Berichte ich erfreuliches, wird das getoppt oder kleingeredet. Jeder stellt sich super dar. Fehler machen nur die anderen.
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29.05.2017, 11:07Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Mir fällt vermehrt auf, dass durchschnittliche Menschen mit der Attitüde "Ach, was bin ich chaotisch und verpeilt" kokettieren. Die echten Chaoten (auch die lieben) bezeichnen sich, meiner Erfahrung nach, hingegen nicht als solche.
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29.05.2017, 12:20
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
... aber jeder ist es in fast allem, wenn überhaupt!
Wenn man allerdings jemanden neu kennenlernt, sagt man ja nicht, in wievieler Hinsicht man total uninteressant ist, ("Ach, tatsächlich, ich habe auch noch keinen Nobelpreis gewonnen, so ein Zufall!") sondern inwiefern man was besonderes ist, an den sich jemand erinnern könnte und der was zu erzählen hat.
Leider fühlen sich manche da in so eine Konkurrenzsituation getrieben, wo sie immer noch einen draufsetzen müssen. Das ist eher eine nur knapp mittelmäßige Konversationsfähigkeit, nehme ich an.
Naja, ich kann vielleicht besser daherreden als die meisten, aber gib mir Nadel und Faden in die Hand und ein durchschnittlicher Schimpanse ist mir weit überlegen. Wenn man überdurchschnittlich sein will, muß man wissen, in was.
Ich bin durch einen Großteil meiner Schullaufbahn gegangen als die, die in jedem Fach (außer Kunst und Handarbeit) eine Zwei Minus hat. Das ist bequem, aber man kriegt in jedem Fach die Leute, die in dem Fach eine Eins haben, als leuchtendes Beispiel vorgehalten.
Wie Robin Mogan über die Leute schrieb, die ihr sagen, "Aber du bist doch niiiiieee 48! Du siehst so viel jünger aus!" schrieb, "Liebe Leute, so sieht 48 aus. Wir wissen das nur nicht." All die Leute, die wir gewohnheitmäßig für Ende 30 halten? Ende 40!
Geändert von wildwusel (29.05.2017 um 12:42 Uhr) Grund: Postingkonsolidierung
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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29.05.2017, 12:25
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
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Geändert von wildwusel (29.05.2017 um 12:25 Uhr) Grund: Postingkonsolidierung
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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29.05.2017, 12:49
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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29.05.2017, 15:39Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Ist es nicht eher umgekehrt? Ich klebe mir ein Etikett auf und erwarte, dass alle Welt Fragen dazu stellt. So ein aufgeklebtes Etikett fällt ja schliesslich auf, es erfüllt an prominenter Stelle seine Funktion.
Wie kann ein Etikett je zutreffen? Ein Apfel wird -auch mit der entsprechenden Etikette- niemals eine Chiquita Banane und wenn er es sich noch so sehr wünscht.


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