Zunächst :mit dem Vorwurf, dass ich pauschalisiert habe, hast du natürlich recht, niemand und jeder ist natürlich übertrieben.
Ich denke auch, dass man sich klein fühlt, wenn man so sehr die Bestätigung braucht, aber woher kommt das denn, dass so viele diesen, im Grunde ist es ein Minderwertigkeitskonplex, haben.
Da muss es doch einen Mangel geben, zu wenig Verbundenheitsgefühl, zu wenig echte Liebe und Nähe, das Vertrauen eben, dass man okay ist wie man ist.
Dein Beitrag gefällt mir sehr gut.
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Thema: Die Angst vor dem Mittelmaß
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27.05.2017, 16:35
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
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27.05.2017, 16:37
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27.05.2017, 16:43
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Ich beobachte das auch. Und muss zudem gestehen, dass ich solche Wünsche auch schon mal hatte. Ich weiß noch, wie die Geburtstags-CD für Reinhard Mey zum 60 ten rauskam. Viele namhafte MusikerkollegInnen hatten seine Lieder dabei neu interpretiert, ihm zu Ehren. Ich hörte die CD und dachte, wie toll es doch sein muss, soviele Menschen mit der eigenen Musik zu begeistern und so wertgeschätzt zu werden. Und wünschte mir, in irgendetwas auch besonders zu sein. Nützte aber nix, ich bin immer noch Durchschnitt, wie die meisten Menschen.
Diese Gedanken hatte ich allerdings zu einer Zeit, in der es mir gar nicht gut ging. Ich steckte in einem emotionalen Loch und fühlte mich mit meinen Bedürfnissen so gar nicht gesehen. Von daher glaube ich, dass der Wunsch, gesehen zu werden, auch bei den anderen Menschen, die so fühlen, die Ursache ist.Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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27.05.2017, 16:49Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Klar ist das Ausgangsposting pauschal ausgedrückt - aber deswegen nicht wirklich falsch. Gerade hier in der Bri posten doch reihenweise wahre Wunderwesen: beruflich einfach nur top, mit Personalverantwortung und totaler Selbstbestimmung (und soviel Zeit, dass sie jederzeit hier posten können statt zu arbeiten), selbstverständlich stets geschmackvoll gekleidet in hochwertige Kleidungsstücke, immer auf dem Laufenden, sei es in der Politik oder in aktuellen wissenschaftlichen Fragen, mit tollem Liebesleben, super Freundeskreis, ausgefallenem Hobby .... Und selbstverständlich jünger aussehend.

Ich muss hier wirklich sehr oft grinsen.
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27.05.2017, 16:54
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Dein Beispiel finde ich wiederum total sympathisch und auch, dass du es erzählst.
Den Wunsch, ein Star zu sein, finde ich gar nicht verwerflich und menschlich.
Was mich mehr verstört sehr oft ist einfach Selbstüberschätzung, mangelnde Reflektionsfähigkeit. Das viele ihre Grenzen nicht kennen und damit einhergehende Arroganz.
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27.05.2017, 17:04
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27.05.2017, 19:25
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27.05.2017, 19:46Inaktiver User
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27.05.2017, 20:35Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Ich muss über die geballte Herrlichkeit der Wunderfrauen auch gelegentlich schmunzeln, aber nach meinem Empfinden sind sie hier im Forum ganz klar in der Minderheit.
Im wahren Leben ist es wahrscheinlich ähnlich. Die Profilneurotiker fallen einem einfach besonders stark auf.
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28.05.2017, 07:04Inaktiver User
AW: Die Angst vor dem Mittelmaß
Du musst nur in die Geschichte blicken und es ist letztlich sehr klar, warum soviele Menschen mit dem Gefühl von "Mangel" herum laufen.
Wir - heute- sind praktisch die erste Generation, die sich so offen und intensiv mit der Psyche befassen - was Wirkung hat und wie der Mensch darauf reagiert.
Welchen Wert hat der Einzelne?
In unserer heutigen Zeit wird dieser relativ hoch angesetzt- so gab es das noch nie.
Der Einzelne war nicht wichtig, es ging um das Überleben und Kinder hatten erst recht wenig Wert.
Noch dazu gab es nur eine kurze "Kinderzeit"- viel früher als heutzutage wurden Kinder wie Erwachsene behandelt und zb zu Arbeiten eingesetzt.
Schau in Deine eigene Geschichte und Du wirst genug Gründe finden, warum es Deinen Eltern nicht möglich war, Dir mit aller Liebe und Hingabe das Gefühl zu geben, dass Du zutiefst geliebt und angenommen bist. Willkommen als vollkommenes Wesen mit allem, was in Dir ist.
Und es ist ja nicht nur das Thema des Einzelnen sondern vom Kollektiv- wenn man alleine nur den Krieg anschaut.....2. WK, 1. WK und wann gab es in der Geschichte jemals wirkliche Ruhezeiten? Ganze Völkerstämme waren traumatisch durch Kriege "verseucht"- und wer soviel Verletzung in sich trägt- hat genug mit sich selbst zu tun. Man kann nur das weitergeben, was man in sich hat und das erhalten dann die Kinder.
Die Gründe für Minderwertigkeitsgefühle sind vielfältig und sie sind sehr weit verbreitet.
Es hat einfach jeder "seine Macken" und ich finde- das eint uns doch dann wieder......ein Teil vom Ganzen und doch individuell



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so ist es. was gedankenlosigkeit in den eigenen äußerungen betrifft, ist ein großteil der bevölkerung leider sehr deutlich überdurchschnittlich.


