ich finds schwierig, wenn man über die prioritäten von andern so urteilt - dir sind deine nachbarn und gemütliche grillnachmittage wichtig und bedeuted für dich leben, andere fühlen sich lebendig, wenn sie möglichst viele unterschiedliche kulturen kennengelernt haben. nichts davon ist besser oder schlechter und nichts davon ist die einzig gültige antwort auf ein lebenswertes leben.
die menschen, die sich vielleicht nicht mit ihren nachbarn treffen wollen - leben diese menschlichkeit einfach anders aus - es kommt ja immer auch auf die phase im leben an und was einem wichtig ist. wenn leute heute 7x umziehen, hat man zu nachbarn ein anderes verhältnis, als wenn man sein lebenlang in der selben ortschaft lebt...
kann mir schon vorstellen, dass es für viele komisch klingt, aber das geht einfach sehr schnell. im sommer sind hochzeiten, taufen, geburtstage...dann noch urlaube oder städtereisen oder paarzeit und der sommer ist quasi vorbei. gerade wenn man eigentlich aktiver ist - gibts eben viele feiern und veranstaltungen...und menschen, die mir das ganze jahr wichtig sind, sind es eben auch, wenn dann ein grillfest in der nachbarschaft ansteht, was grundsätzlich sicher nett klingt, aber wenn man davor oder danach noch was vorhat - stresst es eben und darum lässt man es sein.
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27.05.2017, 08:54
AW: Freunde/Sozialleben out oder nur bei den Anderen
Liebt Menschen und benutzt Dinge, weil das Gegenteil niemals funktioniert - The Minimalists
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27.05.2017, 11:03Inaktiver User
AW: Freunde/Sozialleben out oder nur bei den Anderen
Sehe ich auch so. Aber "heutzutage" (wie es früher war, weiß ich nicht) scheint es total aus der Mode gekommen, anderen Menschen auch andere Vorlieben zuzugestehen. Jedenfalls entsteht für mich dieser Eindruck, vor allem hier in der Bri.
Warum z.B. sollten Menschen, die ihr Leben lang lieber zurückgezogen gelebt haben, im Alter plötzlich darunter leiden? Gesellige Typen leiden doch im Alter auch nicht unter ihrer Geselligkeit, also what?
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27.05.2017, 11:10Inaktiver User
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27.05.2017, 12:34
AW: Freunde/Sozialleben out oder nur bei den Anderen
Hallo Taubine
Ich bin recht ähnlich gestrickt, was mich aber von den von Dir beschriebenen Leuten unterscheidet ist, dass ich zwar meistens alleine sein will, aber meine Freunde trotzdem immer einlade und es dann auch geniesse. Treffe mind. 2-3x die Woche Freunde von mir, jedoch nur zuhause.
Seit über 1 Jahr gehe ich nicht mehr aus, also Party machen. Ich werde 27 Jahre alt und bin nur noch gerne in der Natur oder gehe fein essen, alles andere worauf ich früher Lust hatte, ist mir heute zu anstrengend haha
Ich möchte es ruhig und gemütlich haben und lade deshalb auch lieber die Leute zu mir nachhause ein.Glück ist das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenem Handeln.
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27.05.2017, 12:43
AW: Freunde/Sozialleben out oder nur bei den Anderen
Dann zeigen sich hier klare Unterschiede zu einem erfüllten Privatleben. Ich verbringe lieber meine Zeit mit mir und meinen Lieben, als mir in angesagten und oder unangesagten Stadtteilen Gedanken über fremde Menschen zu machen.
Anscheinend kennst du deine Freunde doch nicht so gut, sonst hättest du die Absage nicht als eine solche erkannt.
Die zahlen aber nicht dein Gehalt, dein Essen und deine Miete. Und ich engagiere mich lieber in meinem Beruf als mir den falschen Mann ans Bein zu binden, nur damit ich nicht arbeiten muss. Aber lies mal in den Strängen, in denen Menschen von ihrer Arbeitslosigkeit berichten. Die ersten, die weg sind, sind die "Freunde".
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27.05.2017, 12:47
AW: Freunde/Sozialleben out oder nur bei den Anderen
Ich bin in einigen Ehrenämtern engagiert und mache das gerne. Aber ich stimme dir zu, in meiner privaten Welt halte ich mich tatsächlich für einzigartig, so dass mir meine Zeit für die meisten anderen zu schade ist. Dann kommt mein Heiligenschein in die Ecke.
Seltsamerweise suchen Andere die Freundschaft zu mir und ich werde oft eingeladen. Verstehen die das eigentlich nicht?
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27.05.2017, 13:50
AW: Freunde/Sozialleben out oder nur bei den Anderen
ich kenne tatsächlich Leute, die in Sozialkontakte "investieren". Da ist Geselligkeit weniger ein genuines Bedürfnis als eine Art Versicherung. Sicher nicht verkehrt, aber halt auch so gar nicht meins
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27.05.2017, 14:36
AW: Freunde/Sozialleben out oder nur bei den Anderen
Das ist jetzt etwas OT, aber ich glaube, dass diese Anerkennung oft gar nicht kommt. Gerade bei Frauen wird doch Familienarbeit als selbstverständlich hingenommen.
Trotzdem hat bei den Leuten, die ich so kenne (mich selbst eingeschlossen), Familie und Partner die oberste Priorität, da stehen dann halt Freunde und Bekannte im Zweifelsfall eher zurück.
Ja, ich finde Small Talk wahnsinnig anstrengend und mir gibt das überhaupt nichts. Aber das finde ich auch nicht schlimm. Wenn ich mit jemandem dauerhaft nur Small Talk betreiben kann ist das für mich keine tragfähige Beziehung, sondern maximal eine sehr lose Bekanntschaft.
Ausgenommen Familie, wo mit manchen Familienmitgliedern sinnvolle Gespräche auch schwer möglich sind. Aber da ist natürlich eine andere Bindung da. Trotzdem fand ich z.B. die Pflichtbesuche bei den Omas meines Mannes immer wahnsinnig anstrengend (weil hier jemand das Thema Altenheimbesuche angesprochen hat) und zäh, meinem Mann ging es übrigens ähnlich (den Omas möglicherweise auch).
Viel besser war es, wenn man in größerer Runde z.B. gegrillt hat und die Omas dabei eingebunden hat, oder einfach mal zusammen auf der Terrasse gesessen hat und jeder hat so vor sich hingewurschtelt. War für alle deutlich entspannter und nicht so gezwungen.
Ich finde es auch nicht so leicht, neue Bekanntschaften zu schließen und manchmal finde ich das auch schade. Aber das liegt nicht daran, dass alle anderen als Eremiten leben sondern dass viele neben der Familie schon einen großen Freundes- und Bekanntenkreis haben/im Verein engagiert sind (wir sind zugezogen in eine Gegend mit sehr "intakten" Strukturen - in der Großstadt ist es sicher noch mal anders).
Ist bei uns und im Freundeskreis auch oft so, mit dem ausgebucht sein. Aber die "Buchungen" sind ja in der Regel soziale Anlässe, und irgendwie kommt es dann doch so hin, dass wir jedes Wochenende jemanden treffen.
Und wenn ich an jemandem Interesse habe dann bemühe ich mich auch darum einen gemeinsamen Termin zu finden.
Wenn immer nur Aussagen wie "zu stressig" kommen und auch keine Alternativvorschläge würde ich erstmal davon ausgehen dass die Person kein Interesse hat an einer näheren Bekanntschaft und mich auf andere Leute konzentrieren.
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27.05.2017, 15:00
AW: Freunde/Sozialleben out oder nur bei den Anderen
Hallo ereS und alle Anderen,
das kann ich nur unterschreiben aus eigener Erfahrung. Ich verabrede mich zwar, aber das kommt eben ziemlich selten vor.
Arbeiten gehen (ein Weg 30 Kilometer, was heute aber kein langer Arbeitsweg ist, aber man steht im Stau und will pünktlich
am Pendlerparkplatz sein, damit man in die Bahn zum Arbeitsplatz einsteigen kann, wohne auf dem platten Lande), Therapien und Sport mit dem Jüngsten, Besuch im Pflegeheim 1x die Woche bei sehr anhänglicher Mutter (ist so wie es ist).
Das geht mal nicht eben zu Fuss. Hausaufgabenüberwachung, Essen kochen und vieles Mehr. Und es gibt Tage da muss alles
husch husch gehen, gar nicht lange aufhalten. Und durch irgendwann ist mal die Luft raus.
LG Jedi
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27.05.2017, 15:24
AW: Freunde/Sozialleben out oder nur bei den Anderen
Wenn ich Anerkennung für Kuchen will, nehme ich an einem Backwettbewerb teil, fürs Kümmern wäre das Ehrenamt. Mit Leuten setze ich mich zusammen, weil ich mit ihnen zusammensein will, das geht bei mir allerdings nicht ohne was zu Essen. und natürlich möchte ich nicht, dass das Zeug höflich runtergewürgt wird, aber kommentieren muss es auch niemand. Sehr spät haben wir gemeinsame Freunde gefunden, mit denen mein Mann und ich gleichermaßen gerne zusammen sind, alle paar Wochen mal, es können auch Monate verstreichen. Ansonsten hat jeder seine eigenen, da ist der Partner mal dabei, mal nicht. Mein Mann könnte täglich Leute um sich haben und hat das meistens auch, aber bei uns nur in mittleren Intervallen, eben weil mir das zu viel ist. Mit manchen Nachbarn besteht freundlicher Grußkontakt, mit einigen setzt man sich schon mal spontan zusammen, aber das läuft ganz locker, und da sagt man dann auch, wenns grade nicht passt. Habe ich hier schon erwähnt, dass ich Spontanbesucher erschieße?



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