Hallo zusammen,
wie ihr vielleicht anhand meiner Threads sieht, ist es bei mir emotional gesehen etwas stürmisch.
Ich freue mich wieder über eure Meinungen und versuche mein Problem mal so treffend wie möglich zu beschreiben:
Es belastet mich, dass ich wenig soziale Beziehungen habe.
oder in Prosa, um den Beitrag aufzulockern ;-):
" Wenn mich jemand fragt, was ich den ganzen Tag so mache,
kann ich nur sagen, dass ich nichts mach - geniert schmiere.
Ich hätte so gern ne Clique, ne Truppe. Ich wär so gern Teil einer Gruppe.
Und dabei verfluche ich mein dämliches Gesuche, die etlichen Versuche. Die Sehnsucht, das Bedürfnis, das Verlangen, und all das um wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder an den selben Punkt anzugelangen: Weder ich noch ihr könnt mit mir etwas anfangen".
So, ich hol nun weiter aus: Das war schon ganz früh so - dadurch, dass meine Eltern viel umgezogen sind und sich auch nicht darum gekümmert haben, dass ich Kontakt zu Gleichaltrigen bekomme. In der Grundschule wurde ich dann auch gemobbt, weil ich anders war und in der weiterführenden Schule besserte es sich dann langsam, um dann wieder auseinanderzubrechen, als andere nach der 10. Klasse die Schule wechselten.
Ich fing dann irgendwann an zu kiffen und zu trinken, um dazu gehören. Ich wusste nicht, wer ich bin, aber das Kiffen und das Feiern verschafften mir eine Identität, einen Halt.
Ich habe nach einer Zeit aber gemerkt, dass die Leute, die ich auf den Partys kennen gelernt habe, keine richtigen Freunde sind und es mir auch keinen Spaß macht, einen Tag vom Wochenende voll durchzuhängen und habe das Kiffen stark reduziert.
Als ich nach meiner Ausbildung nicht übernommen wurde, aber in einem anderen Bundesland eine unbefristete Stelle fand, nahm ich das zum Anlass um „neu anzufangen“ und zog dafür in eine WG (zwei Jungs) um schneller neue Leute kennen zu lernen.
In der WG war immer viel los und ich lernte viele neue Leute kennen, die alle Bekannte meiner Mitbewohner waren.
Ich fühlte mich in der WG aber dennoch unwohl, weil meine Mitbewohner und ich keine Gesprächsthemen und gemeinsame Interessen fanden und sie zudem auch sehr viel kifften (mir hat das Kiffen nichts mehr gegeben, weshalb ich komplett aufhörte). Da ich mich aber sehr gut mit der Freundin von Mitbewohner A verstand, war die nicht stimmende Chemie mit den anderen Mitbewohnern für mich ausblendbar.
Nun ist es so, dass ich mich aus dem WG-Leben, das hauptsächlich aus kiffen und Serien gucken bestand, ausgeklinkt habe, weil ich gerne draußen bin und ich mich mit Mitbewohner B auch nicht wirklich verstehe. Die Kommunikation mit Mitbewohner A und B besteht nur aus „hi“.
Aus irgendeinem Grund ist es nun aber so, dass die Freundin von Mitbewohnern A und ich uns auch nicht mehr verstehen. Wir schreiben uns nicht mehr, sie sagt mir nicht mehr Bescheid, wenn sie etwas unternimmt. Ich habe sie darauf angesprochen und sie meinte, ich würde mich abkapseln. Was ja auch stimmt, weil ich keine Lust auf Serien schauen und Kiffen habe. Auf meine Unternehmungen hat sie aber auch keine Lust. Sie hat auch mal viel über eine gute Freundin von ihr hergezogen und daraufhin habe ich sie gefragt, ob sie auch über mich lästern würde. Vielleicht kam ab dem Punkt heraus, dass ich ihr zu einem gewissen Teil misstraue.
„Nicht richtig vertrauen können“ ist auch noch so ein Problem von mir und eine Grunderfahrung aus meiner Kindheit.
Wenn mir jemand wirklich echte Zuneigung entgegenbringt, dann stoße ich diese Person zurück, weil es mir zu viel wird, weil ich damit nicht umgehen kann.
Gleichzeitig verhindert dieses Verhalten auch, dass Raum für neue, stabile Beziehungen entsteht. Ich frage mich auch, wie lange es dauern wird, bis diese Person dann auch das Interesse an mir verliert.
Dadurch, dass ich nicht weiß was ich will, schnell Entscheidungen fälle, diese bereue, mich umentscheide, „verschreck“ ich, glaube ich, neue Bekanntschaften.
Derzeit gehen alle Bekannte von mir auf Abstand. Wenn so viele Menschen sich von einem „verabschieden“, dann kann es ja nicht nur an den anderen liegen, sondern auch an einem selbst.
Person C hat gesagt, dass ich ihr in letzter Zeit zu viel über Probleme sprechen würde, Person D sagte mir dies ebenfalls. Ich hatte meinen Job gekündigt, fand nichts Neues und war emotional an einem Tiefpunkt.
Mit Person E habe ich mich gestritten, weil ich eifersüchtig war und sauer war, wenn sie Treffen absagte. Andere Personen melden sich lediglich sporadisch bei WhatsApp… das genügt mir irgendwie nicht.
Aus meiner WG werde ich bald ausziehen, aber man nimmt sich ja dennoch mit.
Ich versuche nicht mehr so viel über meine Probleme zu reden und Dinge lockerer zu nehmen, aber dennoch empfinde ich meine sozialen Beziehungen als mangelhaft. Sie geben mir nicht das, was ich brauche, beziehungsweise von dem zu wenig.
Erwarte ich vielleicht zu viel? Andere bekommen Halt von ihrer Familie, ihrem Partner – das habe ich alles nicht.
Ich frage mich, was ich falsch mache. Warum ich die Leute verschrecke, warum die Leute den Kontakt zu meiden.
Was kann ich tun, um stabile Beziehungen aufzubauen?
Danke für's Lesen :)
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 28
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21.05.2017, 11:15
wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen
Geändert von Sunna94 (21.05.2017 um 11:43 Uhr)
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21.05.2017, 11:30Inaktiver User
AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen
Weniger reden, mehr handeln.Was kann ich tun, um stabile Beziehungen aufzubauen?
Will sagen: Leute mit gemeinsamen Interessen / Hobbys suchen und zusammen was unternehmen. (Was anderes als saufen, kiffen und quatschen, natürlich).
Gemeinsamer Sport. Gemeinsame Kulturinteressen. Gemeinsame Reisen / Entdeckungsfahrten.
Gemeinsame Interessen und Tätigkeiten verbinden viel mehr, als ewiges Gequatsche und ständige Problemsezierung.
Voraussetzung ist natürlich, dass du selbst weisst, was deine Interessen, Stärken, Leidenschaften sind, und diesen nachgehst. Mit anderen Worten: dass du auch mit dir ganz allein klar kommen kannst.
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21.05.2017, 11:36
AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen
Na, den ersten Schritt tust du doch schon, weil Du hier schreibst, was Du Dir wünschst.
Du könntest das jetzt noch konkretisieren. Was genau erwartest Du von einer Beziehung? Wie muss diese sein, damit Du Dich wohlfühlst?
Weißt Du, sooo alt bin ich zwar noch nicht, aber ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass es soooooo viele verschiedene Menschen gibt. Und darunter sind auch welche, die super zu einem passen!
Wichtig ist in erster Linie, dass Du weißt, was Du willst.
Ich habe z.B. viele Menschen "verlassen" oder besser vielleicht "gehen lassen", weil ich gemerkt habe, es passt einfach nicht. Dann habe ich mich hingesetzt und überlegt, was ich eigentlich will. Und seit einiger Zeit läuft es unglaublich gut, ich lerne ständig neue, nette Leute kennen, die mich scheinbar auch richtig mögen.
Ich bin z.B. niemand, der sich so oft treffen müsste. Wenn es klappt, wunderbar. Wenn ich mal zwei, drei Monate nichts höre, auch okay. Irgendwann frage ich dann mal nach oder es ergibt sich was. Toll!
Das ist so mein Ding.
Aber ich habe auch Menschen kennengelernt, die müssen sich ständig sehen. Das funktioniert dann für die wunderbar, aber ich persönlich muss dann halt sagen: nee, so bin ich nicht.
Klappt auch ganz gut, seitdem ich das offen kommuniziere.
Das bezog sich jetzt nur auf einen kleinen Teil: die Häufigkeit der Treffen.
Unten mal ein paar hilfreiche Fragen, wie ich finde. Es ist egal, wie Du sie beantwortest, hauptsache, du bist dabei ehrlich zu dir selbst. Was willst du?
Es wird - egal für was du dich entscheidest - Menschen geben, die das "erfüllen" können.
Was man sich noch fragen kann:
- worüber möchte ich reden? (Smalltalk, Probleme, "Sachliches", ...)
- wie wichtig ist mir Gegenseitigkeit (gegenseitige Besuche, reicht es mir, wenn ich diejenige bin, die fährt; Geschenke macht; anruft ... )
- welche Hobbies mag ich? (Dabei findet man die passensten Leute, denke ich.)
- welche Interessen habe ich? (siehe oben)
...
Alles Gute, Du bist auf dem Weg!
Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.
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21.05.2017, 14:23Inaktiver User
AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen
Wenn Deine sozialen Beziehungen jetzt gerade mangelhaft sind- dann ist das jetzt so- Punkt.
Nehme das doch als Tatsache einfach mal hin- nehme es wahr und lass es da sein.
Das ist eine Erfahrung, die Du machst und nur, weil es sich nicht gut anfühlt- muss man es nicht gleich "wegmachen"
Man bekommt nicht mal eben so gute soziale Kontakte.
Also richte doch Dein Leben jetzt einfach mal nur für Dich ein!
Mach, was Dir gut tut- probiere Dich aus und lege den Fokus nur auf Dich.
1. macht das Spaß, denn niemand ist spannender als wir selbst
2. werden auf diese Weise ganz von alleine die Menschen in Dein Leben treten
Deine Sehnsucht nach Verbindung- teilst Du letztlich mit allen Menschen- Du bist also nicht wirklich alleine
Diese Sehnsucht darf auch da sein- aber wie wir auch mal Sehnsucht nach Urlaub oder Schokolade haben und dem nicht immer nachgeben können- muss man auch diese Sehnsucht nicht zwanghaft oder dringend nachgeben.
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21.05.2017, 14:40
AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen
Oben schreibst du doch, dass du sie selbst zurückstößt.Ich versuche nicht mehr so viel über meine Probleme zu reden und Dinge lockerer zu nehmen, aber dennoch empfinde ich meine sozialen Beziehungen als mangelhaft. Sie geben mir nicht das, was ich brauche, beziehungsweise von dem zu wenig.
Dann können sie dir ja gar nichts geben.
Kann es sein, dass du Kritik zu persönlich nimmst?Ich frage mich, was ich falsch mache. Warum ich die Leute verschrecke, warum die Leute den Kontakt zu meiden.
Was kann ich tun, um stabile Beziehungen aufzubauen?
Die meisten Leute schwätzen viel, wenn der Tag lang ist. Manches gut manches schlecht, anderes nur einfach so....
Du könntest ihnen z.B. antworten: "Lass mich über meine Probleme reden, ich find sie wichtig."
Das wäre ein lockerer Umgang mit solchem Feedback. Es ist überhaupt nicht locker, wegen ein bisschen Kritik sich komplett selbst in Frage zu stellen.
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21.05.2017, 20:48
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21.05.2017, 20:57Inaktiver User
AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen
Wenn man anderen von seinen Problemen erzählt, ist das durchaus ein Vertrauensbeweis. Man kann also nicht sagen, du stößt andere ab und schenkst ihnen kein Vertrauen. Im Gegenteil. wenn dir nun schon öfter gesagt wurde, du redest zuviel über Probleme, zeigt das eher, dass du Menschen zu früh zu viel Vertrauen schenkst, womit sie nicht richtig umgehen können, weil sie damit überfordert sind. Zwischen Rückzug und Aufdrängen müsstest du das richtige Maß finden, das wäre meine Idee.
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21.05.2017, 22:06
AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen
Warum sollte das so sein? Wenn die Menschen mit entgegengebrachtem Vertrauen und Offenheit nicht umgehen können ist das doch deren Problem. Es gibt so viele verklemmte, ängstliche, abgekapselte Leute, die dann so blöd reagieren. Wenn ich eine Jobkrise hätte und Freunde mir sagen würden, ich würde zu viel über Probleme reden, wären sie meine "Freunde" gewesen. Ich hatte vor 2 Jahren so eine Situation. Ich glaubte, 3 Freundinnen (langjährig) zu haben, als es eine schwierige Situation mit meinem Mann gab. Er hat mich verletzt und was haben die Damen sich aufgespult wie unmöglich sein Verhalten sei. Mir wurde zu Abhaken geraten, ich wollte uns aber nicht aufgeben. Das hat keine verstanden und alle 3 waren auf mich wütend und haben sich mit blödesten Ausreden vom Acker gemacht. Mittlerweile weiß ich, dass sie eine Liebe wie ich und mein Mann sie teilen einfach gar nicht kennen und daher auch nicht nachvollziehen können. Waren das für mich passende Freundinnen?
Und so verstehe ich auch die TE. Echte Freundschaft muss belastbar sein sonst ist es sowieso nur eine Schönwetter-Bekanntschaft. Wenn man Nähe sucht wie die TE braucht man auch Leute, die Nähe aushalten, da muss bisschen Probleme wälzen drin sein, wenn es auf Gegenseitigkeit beruht.
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21.05.2017, 22:38Inaktiver User
AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen
Sie schrieb von "Person C, D, E", nicht: "Freunden".
Für mich klingt es, als würde sie die Leute noch nicht mal richtig kennen, sondern ziemlich schnell mit ihren Problemen überfallen, nachdem ein wenig Smalltalk gehalten wurde.
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22.05.2017, 23:28
AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen
Hallo zusammen,
ich bin zu müde, um heute auf alle einzugehen (werde ich die Tage nachholen!) , möchte aber auf jeden Fall klar stellen,
dass ich fremden Leuten nicht meine Probleme aufhalse. Was aber stimmt ist, dass ich früher sehr viel über Politik gesprochen habe, vieles kritisiert habe und auch sehr gerne philosophische Gespräche über den "Sinn des Lebens" und das Universum geführt habe. Für mich interessant, für andere schwere Kost. Das ging jetzt die letzten paar Jahre so, seit 2 Monaten versuche ich lockerer und witziger zu sein und das "Schwere" irgendwie anders auszuleben.
Ich sagte "Person A", weil die Personen keine Freunde für mich sind, sondern bestenfalls Bekannte.
@agathe13: Aber was kann man Freunden denn geben? Also, ich habe ein offenes Ohr, unternehme gerne viel, kann gut zu hören... scheint trotzdem nicht zu passen.


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