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  1. Moderation

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    AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube, bei dir ist jetzt ein falscher Eindruck von der tatsächlichen Situation entstanden. Der Bekannten steht es frei meine Ratschläge anzunehmen oder es sein zu lassen.
    Jedem steht es frei, Ratschläge anzunehmen oder nicht, aber das hilft nicht immer. (Siehe die Kommode...)

    Das ist eine blöde Situation. Ich kenne das mit "Arbeitsgejammer". Und mit Depressionen. Oder einer Kombi aus beiden.

    Sie zu bitten, ihre Probleme nicht mit dir zu teilen, ist da die erste nahelegende Alternative. (Es gibt irgendwo einen "Mülleimer für Krankheiten"-Strang -- du bist nicht allein damit!)

    Persönlich würde ich einer guten Freundin sagen, "Das klingt fürchterlich und ich mache mir Sorgen um dich. Wenn du nicht zum Arzt gehen willst, was willst du statt dessen tun?" Bei einer weniger guten Freundin oder Bekannten wäre das eher, "Ich kann das nicht hören, ich kann dir nichts raten außer 'Geh zum Arzt, das ist sein Job' und ich kann nichts tun. Können wir das Thema wechseln?" (Es gibt auch noch, "Klingt furchtbar. Was erwartest du, das ich tue?")

    Ist alles nicht hundert Prozent, und sauer sein kann jeder, wie es ihm paßt (viele kommen auch wieder runter), aber damit hätte ich so etwa das gesagt, was ich über meine Haltung zu den Problemen zu sagen hätte.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. Inaktiver User

    AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen

    Mitgefühl, Analyse, Einschätzungen der Situation, Informationen, vielleicht einen Gegencheck, ob sich die Situation von außen so darstellt wie von innen, konstruktives Hinterfragen meiner Annahmen, Witze wider den Verantwortlichen an meinem Unglück, oder Linzer Torte.

    Damit ist man als der Zuhörer nicht der große Held, und man kommt sich vielleicht fürchterlich unzureichend vor, aber das ist man gar nicht. Trost und Mitgefühl sind nicht "einfach nur". Fragen wie, "Kann ich was für dich tun" oder "Kommst du klar?" sind auch selten ganz falsch.


    Okay, wenn jemand seit Jahren über Gesundheitsprobleme jammert, aber partout nicht zum Arzt will, dann lautet der einzig sinnvolle Ratschlag tatsächlich, zum Arzt zu gehen - und wenn diese Person das nicht will, dann stehe ich meistens nach der dritten, vierten Wiederholung nicht mehr als Jammerempfänger zur Verfügung.
    Das ist die Situation, wenn jemand nur jammert bzw. vom Problem erzählt, aber tatsächlich nichts Vernünftiges dagegen unternimmt.

    Jetzt gibts aber den anderen - häufigeren - Fall, dass diese Person tatsächlich in ärztlicher Behandlung ist / war. Dort nicht ernst genommen wurde oder es wurde nichts Relevantes gefunden oder sie ist in Behandlung, aber trotz Behandlung besteht das Problem nach wie vor und wird auch weiterhin bestehen, weil das Problem nicht heilbar ist bzw. nicht so schnell.
    Wenn dann die 56467te Person eine Ernährungsumstellung oder Homöopathie oder eine Schwitzhüttentherapie oder wasauchimmer vorschlägt, dann kann das nerven. Denm jaaaaaaaa, daran hat man tatsächlich selber schon gedacht, das hat man vielleicht sogar auch schon ausprobier und man hat es aus guten Gründen verworfen oder es hat nicht funktioniert.

    Natürlich sind solche Ratschläge meistens "gut gemeint" und aus der Absicht geboren, zu helfen. Bloss ... jeder einigermassen vernünftige, lösungsorientierte Mensch, der sein Problem gut kennt, wird an die meisten Laienratschläge selber schon gedacht haben bzw. sie schon von den zuständigen Fachpersonen gehört haben und seine Gründe haben, weshalb er sie nicht befolgt oder nicht mehr.
    Diese Gründe werden interessanterweise von denjenigen, die zum 5476ten Mal den gleichen Ratschlag bringen, oft nicht akzeptiert.

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    AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn man schon lange mit einem Problem schwanger geht, ist man der absolute Experte für dsa Problem. Praktisch alles, was jemand anders einfallen kann, hat man schon probiert und ist damit gescheitert.
    Ja, und selbst wenn das Problem eigentlich kein Problem ist hält das Leute nicht von Ratschlägen ab. Ich kann echt nicht mehr zählen, wie oft mir Leute schon ungefragt Ratschläge für den Umgang mit einer chronischen Erkrankung gegeben haben (die gut behandelt wird und mir keinerlei Probleme verursacht, außer dass ich bestimmte Dinge nicht essen darf, weshalb dieses Thema dann auf den Tisch kommt).

    Klar, ist gut gemeint, aber irgendwann nervt es. Wobei ich nicht sauer bin, wenn mir jemand Ratschläge gibt, es sei denn die Person ist sehr aufdringlich.

    Aber ich vermute, was Sonja201 schildert ist der Fall, dass jemand sehr gerne ausführlich über seine Probleme redet und eigentlich keine Lösung sondern ein Publikum für Jammern will. Das nervt auch.

    @Sunna94: eine Verständnisfrage: haben die Personen C und D dir ungefragt gesagt, dass du zuviel über deine Probleme redest? Oder hast du danach gefragt? Und was ist die Konsequenz, möchten diese Personen mit dir keine Zeit mehr verbringen?

    Die Geschichte mit der Freundin des Mitbewohners hört sich für mich ehrlich gesagt so an, dass das von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Du kannst mir ihrem Freund ja offensichtlich gar nicht, das ist schon in langjährigen Freundschaften eine schwierige Konstellation, aber bei einer gerade entstehenden Bekanntschaft ist das sicherlich eine große Hürde. Zumal ihr ja offensichtlich auch sehr unterschiedliche Vorstellungen von Freizeitgestaltung habt.

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    AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen

    Hallo ihr,

    ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende, danke für eure Antworten. Es freut mich, dass sich ein ähnliches Thema ergeben hat, über das ihr euch austauscht.
    Ich geh dann sogleich auf eure Beiträge ein:


    @Horus: Das klingt so einfach :s .

    @Susisa: Hi Susisa, ich finde es mutig, Leute ziehen zu lassen, weil es bedeutet, sich einzugestehen, dass es nicht mehr passt und möglicherweise die Erfahrung zu machen, allein zu sein und auf Dauer wohl einsam.
    Ich denke aber auch, dass es auf der Erde genügend Menschen gibt, um seinen „Deckel“ zu finden. Für mich, im Gegensatz zu dir, ist es halt sehr wichtig, dass beide Seiten den Kontakt aufrechterhalten und man sich regelmäßig trifft.
    Danke dir für die Fragen, ich werde sie mir mal durch den Kopf gehen lassen.

    @kenzia: ja, nur ist das „annehmen“ einer als unangenehmen Situation nicht gerade die Stärke von Menschen. Irgendwie will man Probleme ja doch immer lösen, was hier ja auch thematisiert wird. Ich werde aber mal versuchen, den Fokus mehr darauf zu legen, Spaß in meiner eigenen Gesellschaft zu empfinden. Ich mag es auch viel Zeit mit mir zu verbringen und würde mich eher als introvertiert bezeichnen, aber manchmal sehnt man sich dann natürlich nach Zugehörigkeit, wie du ja auch in deinem letzten Absatz geschrieben hast.
    Krampfhaft Anschluss finden zu wollen, halte ich aber auch für nicht sinnvoll.

    @Nicole1965: Ich wäre schon gerne locker und schlagfertig – wie wird man das ?;-) Geht das überhaupt?

    @Spatz22: Danke für deinen Rat :-).


    @NurZuGast: Ja, meine Vorstellung von Freundschaft ist auch, dass man mal ein Problem hin- und herwälzt, aber auch, dass man sagen kann, wenn es einem zu viel wird.

    @wildwusel: Hi Wildwusel, schön wieder von dir zu lesen.
    Also, ich brauche keine 1.000 Freunde und 10.000 FB-likes, aber ich hätte schon gerne ein paar Freunde, mit denen ich mich regelmäßig treffen kann.
    Mit dem „ich mach nichts“ aus dem Gedicht wollte ich irgendwie die verfahrene Situation beschreiben, dieses nichts mit sich selber länger anfangen wollen, wenn man zu lange allein war. Ich würde einfach gerne Menschen kennen, zu denen ich mich verbunden fühle und mit denen ich das Leben gemeinsam erlebe, weil… weil?…es einfach schöner ist – findest du nicht?
    Ich will dabei auch nicht Probleme rumwälzen, sondern reden, quatschen, philosophieren und ja auch rumalbern ;-) Das i-Tüpfelchen wäre, wenn ich jemanden kennenlernen würde, der den Anspruch an sein Leben hat, die Welt mit irgendeinem Projekt, mit irgendeiner Idee ein kleines bisschen besser zu machen.


    Zu meinen Mitbewohnern: Also, ich habe einfach keine Lust mehr mich für sie anzustrengen, weil nichts/ zu wenig zurückkommt. Wenn ich Mitbewohner A frage, wie’s ihm geht, fragt er mich häufig nicht mals wie’s mir geht. Mitbewohner B ist unordentlich und wenn ich die Küche putze, sieht es in 2 Stunden wieder aus wie vorher. Und Mitbewohnerin C (die, die fest Freundin von Mitbewohner B und die beste Freundin von Mitbewohner A) ist, redet manchmal schlecht über ihre „Freunde“ und hält im „Falle des Falles“ zu ihrem besten Freund, Mitbewohner A.

    Klar, könnte ich mich trotzdem zu ihnen ins Wohnzimmer setzen und rumalbern, aber ich habe einfach keine Lust dazu. Ich fühle mich total distanziert von ihnen und sehe keine gemeinsame Basis, weil wir derzeit an ganz anderen Punkten in unserem Leben sind. Ich mach dann lieber mein Ding als in eine Beziehung zu investieren, in der ich keine Zukunft sehe. Als ich eingezogen bin, sie sich also für mich entschieden haben, war ich zu dem auch noch ganz anders. Ich hab gekifft, hatte Bock zu feiern, das hat sich im letzten Jahr alles komplett verändert, bzw. mir ist viel stärker bewusst geworden, dass ich etwas anderes in meinem Leben suche. Kiffen, Serien schauen, Video spiele schauen – das ist mir zu hedonistisch geworden, dafür ist mir mein Tag zu kurz.
    Andere würden sagen, ich solle ausziehen... aber ich hänge an der Wohnung, weil sie sehr zentral gelegen ist und man schnell überall ist. Außerdem müsste ich mich entscheiden, ob ich in die Stadt meines Arbeitsortes ziehe (ich pendle lange) oder, ob ich innerhalb der Stadt, die ich liebe, umziehe, wo es aber wenig Arbeitsplätze für meinen Ausbildungsberuf gibt. Ich hänge daran, nette Gespräche mit den Besuchern/Bekannten meiner Mitbewohner zu führen. Gestern traf ich aus Zufall die über uns wohnende Nachbarin, die eine Bekannte des Mitbewohners A, ist aus Zufall im Supermarkt und sie grüßte mich mit „Hallo Nachbarin :-)“
    Das war so schön für mich, weil es in mir ein Gefühl von Zugehörigkeit und Angekommen sein weckte. Das einzige Problem an der Sache ist, dass meine Mitbewohner und ich nicht auf einer Wellenlänge sind und ich mich auch nicht an deren Wellenlänge anpassen möchte, um Teil der Gruppe sein zu können.


    „Woran erkennst du, daß dir jemand echte Zuneigung entgegenbringt?
    Was daran empfindest du als Belastung oder Risiko?“

    Vielleicht ist es auch nicht „echte Zuneigung“, sondern ein zu viel an Zuneigung. Wenn mich jemand mit Liebe überschüttet, wird mir das schnell zu viel und ich ziehe mich zurück. So war das bei meiner letzten Arbeitsstelle, ich war bei vielen geschätzt, viele suchten den Kontakt zu mir und das war mir einfach zu viel, weshalb ich die Reißleine gezogen hab. Normalerweise bin ich immer diejenige, die sehr viel gibt und wenn es mal andersrum ist, fällt es mir schwer zu sagen „du, das ist mir zu viel“, ich zieh mich dann eher zurück. Ich glaube, die Zuneigung ist nicht mein Problem. Mein Problem ist es nett zu vermitteln, wenn es mir zu viel wird.


    Zu dem Punkt „Zuverlässigkeit“.
    Ich habe noch nie darüber nachgedacht, was für Personen ich durch Unzuverlässigkeit anziehe – danke dir für diesen Gedankenanstoß. Beziehen kann man diesen Satz aus meinem Eingangspost auf sämtliche Bereich, auf Privates und die Arbeit.
    Mich haben Bekannte deshalb auch schon scherzhaft als „Fähnchen im Wind“ bezeichnet.
    Ich mache das auch wirklich nicht extra und will auch keinem schaden. Ich entscheide und merke dann das die Entscheidung doch nicht so gut war, dann versuche ich den anderen Weg einzuschlagen und heraus kommt irgendein halbgarer Murks mit dem alle unzufrieden und vor den Kopf gestoßen sind. Ich habe mir deshalb sogar schon ein Selbsthilfebuch zum Thema „Bessere Entscheidungen treffen“ gekauft.


    Ich werde einfach mal mehr unter Leute gehen, die ähnliche Interessen wie ich haben :-)
    Danke dir.


    @ Shingen: Hi, also, ich würd mir einfach 3-4 Freunde wünschen, die in meiner Nähe wohnen und mit denen ich auf einer Wellenlänge bin – also letzteres :-)
    Kennst du ein paar gute Seiten zum Thema Introversion? Ich finde die meisten Seiten stellen Introversion immer als Krankheit war, als Leid. Ich denke, es ist wichtig sich „ich bin in Ordnung, du bist in Ordnung“ zu vergegenwärtigen und konstruktiv mit seinem gefühlten (?) Anderssein umzugehen.


    @guerteltier:

    Hi Guerteltier,
    also Personen C und D haben mir dies ungefragt gesagt. Und mir fällt gerade eine weitere Person ein, die mir dies mitgeteilt hat. Also, wenn einem das schon 3 verschiedene Personen sagen, scheint ja echt was dran zu sein und ich habe es einfach nicht bemerkt.
    Wenn ich mal recht überlege, ist bei mir in den letzten Jahrzehnten immer irgendetwas gewesen. Stress mit den Eltern, Unzufriedenheit mit der Ausbildung, Unzufriedenheit mit den Beziehungen, Unzufriedenheit mit mir selbst, Unzufriedenheit mit der Wohnung/ dem WG-Leben...irgendetwas war immer. Aber wie auch schon geschrieben, ich möchte das wirklich ändern und versuche meine Probleme mehr mit Humor zu nehmen und weniger über sie mit meinen Lieben zu sprechen.
    Komischerweise wird man dann von den selben Personen, nach diesen Problemen gefragt…
    Naja, aber besser als sie jemanden aufzuhalsen.

  5. Inaktiver User

    AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen

    @Sunna: in deinem letzten Post liegt irgendwie der Schlüssel zu deinem Problem: du willst Nähe, aber dann doch wieder nicht; willst commitment, bist aber selbst Fähnchen im Winde; hast hohe Ansprüche an andere, die du für dich aber selbst auch möglicherweise nicht erfüllst usw usw
    - kann es sein (und das ist nicht despektierlich gemeint), dass dir noch ein Stück vom "Erwachsensein" fehlt, so, als wäre die Persönlichkeit noch nicht "rund", als wärst du irgendwie nicht angekommen?

  6. Inaktiver User

    AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen

    Liebe TE,

    schau mal hier:

    typische Eigenschaften HSP | Hochsensibilitaet.org

    Mir kommt es so vor, als ob Du Dich gerade mit den "problematischen Seiten" dieser Art Persönlichkeit auseinandersetzt.

    Zu einigen Deiner geschilderten Situationen habe ich noch Anmerkungen.

    Z.B. beschreibst Du, dass Du manchmal Entscheidungen triffst und sie dann wieder umwirfst. Das gefällt Dir nicht und Du befürchtest, Du seist nicht verlässlich.
    Was ich so erlebe, kommt es bei vielen Menschen oft vor, dass Entscheidungen revidiert werden. Das ist ganz normal. Es ist jedoch auch oft so, dass als Grund dafür dann Notlügen verwendet werden. Z.B. Jemand möchte plötzlich nicht mehr zur Party kommen und sagt, es sei was ganzganz Dringendes dazwischen gekommen oder er könne absolut nicht kommen oder so.
    Ich könnte mir vorstellen, Du möchtest keine Notlüge verwenden und neigst z.B. eher dazu, zu sagen, dass es Dir "zuviel" wird und fühlst Dich dann defizitär, nach dem Motto "oh Mann jetzt kann ich schon wieder nicht dazu stehen, was ich gesagt habe...".
    Hey das ist LEGITIM. Das ist das Leben und total ok. Mach Dich deshalb nicht fertig.
    Ich finde es aber sehr gut, dass du versuchst, zu besseren Entscheidungen zu kommen.
    Ich kenne die Problematik sehr gut und habe mir mal vorgenommen, eine Entscheidung "nicht sofort" zu treffen, sondern noch kurze Bedenkzeit zu erbitten.
    Z.B. hat mich neulich ein Kollege gefragt, ob ich für ihn einen Dienst übernehmen könnte. Ich habe spontan "ja" gesagt, weil man will ja solidarisch sein. Später habe ich gesehen, dass mir dieser Dienst überhaupt nicht passt. Trotzdem habe ich mich gebunden gefühlt, den Dienst natürlich gemacht und mich lange Zeit geärgert...wenn ich erstmal in Ruhe geschaut hätte, wäre mir das nicht passiert.

    Du schreibst, auf Deiner letzten Arbeitsstelle haben sich Leute zu viel an Dich gehängt und Dich mit ihrem Kontaktwunsch bedrängt. Sogar hast Du deshalb gekündigt. Aus einem solchen Grund zu kündigen finde ich irgendwie krass. da solltest Du ganz dringend mal hinschauen.
    Du musst lernen, Dich mehr abzugrenzen. Es kann ja nicht sein, dass Du Dich derart nicht wehren kannst, dass Du die Flucht ergreifen musst!
    Auf der anderen Seite ist so eine Situation typisch für eine HSP. Wir sind Leute, mit denen man gerne Probleme bespricht, weil wir gut zuhören können. Wir neigen dazu, vereinnahmt zu werden, weil wir können schlecht nein sagen. Ausserdem sind wir schnell reizüberflutet, weil unsere Antennen immer auf Empfang sind und wir viel mehr Infos bekommen als Andere, die diese besser von sich fernhalten können. Deshalb brauchen wir mehr Zeit für uns alleine, damit wir wieder zur Ruhe kommen!
    Aber Du wirst das alles selbst nachlesen können.

    Last not least ist absolut nachvollziehbar, dass Du eine Art stabile Situation für Dich zu gestalten versuchst: mit den Nachbarn, den Arbeitskollegen, den Mitbewohnern...und eine Scheu davor hast, "schon wieder" umzuziehen, alles umzustürzen, wo das Leben an sich doch irgendwie schon so unsicher ist...
    trotzdem stellst Du Dir die Frage, ob Deine Situation jetzt so das Richtige ist...ich denke, es wird einen Moment geben, an dem Du Dich entscheiden kannst. Du hältst jetzt die Augen offen und wirst merken, wenn sich etwas anbietet, dass für Dich richtig ist.

    HSPs haben oft ein mulmiges Gefühl, wenn es um Neues geht und neigen zu Aengsten. Wir sind da einfach nicht so mutig und müssen uns manchmal überwinden, etwas Neues zu machen.

    (Richtig gut finden wir es, ein paar richtig gute Freunde zu haben und das möglichst ein Leben lang...das gibt uns Stabilität und Sicherheit...)

    Last not least Dein Bedürfnis, Leute kennen zu lernen, die das Leben und die Welt "ein bisschen besser machen". Man kann aus z.B. Umweltschutz- politischem oder sozialem Engagement zwar viel Wertschätzung nehmen und auch Befriedigung, aber es kann auch anstrengend sein. Pass auf Deine energetischen Ressourcen auf.

  7. Moderation

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    AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    ich hätte schon gerne ein paar Freunde, mit denen ich mich regelmäßig treffen kann.
    Um was zu tun?
    Das könnte dir einen brauchbaren Hinweis geben, wie du auf die richtigen Leute treffen könntest.

    "Den Anspruch hat, die Welt mit irgendeinem Projekt ein bißchen besser zu machen" ist ein sehr guter Ansatz -- da hat man immer was zu tun und zu planen und zu träumen und zu schimpfen und zu reden. Sympathie und Stil spielen natürlich eine Rolle. Mit manchen kann man gar nicht, und nur mit wenigen so richtig gut. Aber man hat schon mal was gemeinsam.
    Was machst du an Projekten? Was würdest du gerne machen? Triffst du dabei Leute, die dich interessieren könnten oder die du auf Anhieb toll findest und besser kennenlernen möchtest?

    (Als ich an die Uni kam, habe ich Studentenvertretung/Politik gemacht. Ich bin trotz meiner Schüchternheit zu den Treffen geschlappt, habe geschwiegen, bis ich was kluges zu sagen hatte (es ist erstaunlich, wie einen die Leute für klug halten, wenn man schweigt anstatt etwas dummes zu sagen! ), und habe mich freiwillig gemeldet, wenn es etwas zu tun gab, wovon ich fand, daß ich es gut konnte oder es interessant wäre, es zu versuchen. Im Grunde kann ich alle Freundschaften, die ich heute habe, die nicht noch aus der Schulzeit stammen, auf die Entscheidung, in die Studentenvertretung zu gehen, zurückführen. Das *alleine* hätte nicht gereicht -- aber "Sachen können" und "Interessen haben" ist universell. Meine *Katzen* können Sachen und haben Interessen.)


    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Zu meinen Mitbewohnern: Also, ich habe einfach keine Lust mehr mich für sie anzustrengen, weil nichts/ zu wenig zurückkommt.
    Muß ja auch nicht. Paßt halt nicht. Dann geht man zivilisiert miteinander um, zahlt seine Miete, erfüllt den Putzplan, und gut ist.
    Ist auch oft streßfreier als Freundschaft und WG zu vermischen.

    Und, ist doch schön, wenn dich die klassischen "Zeittotschlager" wie Fernsehen und Videospiele nicht interessieren -- obwohl man auch aus Zeittotschlagern gesellige und kreative Gemeinschaften mit tiefschürfenden und abgehobenen Gesprächen aufbauen kann. Dann sind es keine "Zeittotschlager" mehr für einen. Aber für dich sind's welche, dann ist es besser, sie zu meiden.

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist es auch nicht „echte Zuneigung“, sondern ein zu viel an Zuneigung. Wenn mich jemand mit Liebe überschüttet, wird mir das schnell zu viel und ich ziehe mich zurück.
    Wie äußert sich das? Flirten? Dich mit Geschenken und Komplimenten zuwerfen? Ständig anrufen oder Messages mit Bildchen schicken? Dich penetrant einladen? Jeden Smalltalk in ein tiefschürfendes Gespräch über viel zu private Themen umzuwandeln?

    Die normale Art, zu vermitteln, daß es einem zu viel wird, ist, "tut mir leid, das ist total lieb von dir, aber nein". Oder, mit der Grenze etwas weiter draußen, "Nein, ich möchte das nicht/ich habe daran kein Interesse". Oder noch weiter draußen, "ich schätze dich als Kollege, aber ich möchte nicht Arbeit und Privatleben vermischen." Und/oder jedes Signal vermeiden, daß sagt, "ich möchte dir näher kommen."

    Du kannst dich abgrenzen, ohne dich zurückzuziehen. Zäune sind eine alternative zur Flucht, und gute Zäune, sagt man, machen gute Nachbarn. Es ist hilfreich, zu wissen, wo du den Zaun hinstellen willst. Vielleicht magst du ja mit einem Kollegen gerne mal segeln gehen, aber nicht eure jeweiligen vermurksten Kindheiten analysieren!

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Ich entscheide und merke dann das die Entscheidung doch nicht so gut war
    Ist das eine Art von Perfektionismus?

    Oft weiß man nicht mal im Nachhinein, welche Entscheidung jetzt optimal gewesen wäre. In dem Moment, wo man ein Entscheidung trifft, ist "gut genug" gut genug. Ständig seine Pläne zu ändern, macht das Leben unglaublich anstrengend -- für einen selber und für die Leute um einen rum. Es gibt nur ganz wenige Entscheidungen, die so folgenschwer sind, daß "gut" wichtiger ist, als "zügig, durchführbar, und durchgeführt." Und *das* sind meist welche, wo man sich im laufenden Betrieb ohnehin nicht mehr umentscheiden kann.

    Vor allem wegzulaufen, das in die Nähe kommt, ist auch eine Entscheidung. Aber eine, die man immer wieder trifft.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: wenig soziale Beziehungen, kein Teil des Ganzen

    Hallo ihr Lieben,

    danke, dass ihr mir Tipps und Ratschläge gebt :-)

    =>
    @Kara_Thrace:
    mhm, also wenn ich die für mich passenden Menschen gefunden hätte, dann behaupte ich, dass ich integerer wär. Wie ist es denn bei euch? Habt ihr für euch die „passenden Freunde“ und in wie weit freundet ihr euch auch mit ihren Macken und Kanten an? Inwie weit hängt die Zufriedenheit mit den äußeren Umständen mit der inneren Balance zusammen?


    @saltnpepper:

    Hi,
    es ist erstaunlich, dass man HSP-Züge aus meinem Beitrag rauslesen kann o.o ich hab mich vor ein paar Jahren mal damit befasst und in Erwägung gezogen, HSP zu sein – abschließend kann ich das nicht beurteilen. Ich kann mich jedoch sehr mit dem Punkt „Stabilität in ein paar guten Freunden“ und dem nicht-richtig-abgrenzen können, identifizieren. Wie gehst du damit um?

    Mehr Zeit nehmen ist bestimmt hilfreich, aber manchmal hat man diese nicht, gesteht diese sich nicht ein und man will sofort agieren. Was könnte es für Indikatoren geben, um im Moment Entscheidungen zu treffen, die sich im Nachhinein als „richtig“ herausstellen?
    Wann fühlen sich Entscheidungen für euch „richtig“ an und stellen Sie sich auch nach längerer Zeit als richtig heraus?

    Aber ja, ich denke, es ist im Leben wichtig, sich und seine Fehler (so lang sie nicht zu destruktiv zu sind) mit etwas Humor zu nehmen oder sich „zumindest“ nicht deshalb zu verteufeln. Aber wie nimmt man Dinge an? :O Wie setzt man sich durch?

    Ich weiß nicht, ob ich Angst vor Entscheidungen habe. Ich bin mit Entscheidungen eher sehr vorschnell und hab im letzten Jahr schon so einige Karren in den Sand gesetzt, weshalb ich jetzt Angst habe wieder Dinge zu verschlimmbessern :-/ Ich mein, andere schaffen es doch auch irgendwie für sich zufriedenstellende Entscheidungen zu treffen >.< Wie machen andere das?
    Würdest du denn aus einer WG ausziehen, in denen das Zusammenleben mit den Mitbewohnern nicht klappt, dir aber sonst alles andere gefällt und du energiespendende Bekanntschaften mit anderen Leuten geschlossen hast? Wie grenzt du dich ab?
    Bzw. wie setzt man sich durch?


    @wildwusel:
    Danke dir für den Gedankenanstoß. Ich würde gerne mit Menschen Musik und Sport machen, oder halt auch einfach draußen auf der Decke liegen und quatschen
    Es geht mir auch nicht sooo stark, um das „was“, sondern eher um das „das“…auf einer Wellenlänge sein, sich zu verstehen...
    Ich zieh mir ja auch manchmal „trash“ rein. Und wie du es auch beschrieben hast, mit manchen Menschen kann man aus Trash auch Schönes bauen, aber mit meinen Mitbewohnern stimmt die Chemie nicht mehr, weshalb ich mich frage: bin ich einfach „falsch“ das es nicht klappt?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wie äußert sich das? Flirten? Dich mit Geschenken und Komplimenten zuwerfen? Ständig anrufen oder Messages mit Bildchen schicken? Dich penetrant einladen? Jeden Smalltalk in ein tiefschürfendes Gespräch über viel zu private Themen umzuwandeln?
    Mhm, also auf meiner Arbeit äußerte sich dies durch „übermuttern“ einer älteren Kollegin (,die auch selber Mutter ist).
    Wobei ich bei meiner Arbeit auch deutlich überfordert war und öfters auf dem Schlauch stand.
    Ein Abteilungsleiter aus einer anderen Abteilung hat eine Kollegin, mit der ich die Mittagspause verbrachte, gefragt, ob alles mit mir in Ordnung wäre, weil er von anderen darüber erfahren hätte, wie ich auf der Toilette geweint hab (peinlich, aber wahr @.@)
    Letztendlich und im Nachhinein war das Ausmaß wohl in Ordnung, aber zu dem Zeitpunkt war mir das zu viel.
    Ich glaube, Kommunikation und soziale Interaktion wird mir zu viel, wenn ich das Gefühl habe, ich kann den Erwartungen des Gegenübers nicht entsprechen ô.ô Unterschwellige Erwartungen sind z.B. miteinander zu reden, Witze zu reißen und lustig zu sein.


    Wie machst du das denn mit deinen Entscheidungen? Was trägt dazu bei, dass du mit deinen Entscheidungen zufrieden bist, auch wenn die Dinge sich anders entwickelt haben, als du es dir vorgestellt hast?

    Und kleiner Themensprung: Für was hast du dich dann so in der Studentenvertretung eingesetzt? :-)


    euch noch einen schönen Abend

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