Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 120
-
14.05.2017, 09:49
AW: Vom Umgang mit (mini) Enttäuschungen
-
14.05.2017, 10:02Inaktiver User
AW: Vom Umgang mit (mini) Enttäuschungen
Mir geht es überhaupt nicht um nett tun, gar nicht. Ich bin sehr direkt und offen.
Aber hier geht es um enttäuscht, gekränkt, verletzt sein - das hat für mich in der Häufung was manipulatives.
Ich möchte mich nicht rechtfertigen müssen, ob ich jemanden treffen will, das ist dann eben so. Wenn sich der andere davon tief getroffen fühlt - dafür kann ich nichts und ich möchte dafür auch nicht die Verantwortung übernehmen.
Gekränkt sein hat was mit geringem Selbstwertgefühl zu tun, dafür können andere nichts, und ich habe keine Lust dafür die Verantwortung zugeschoben zu bekommen. Ich kenn das, und habe solche Kontakte früher oder später beendet, weil das zu anstrengend wurde. Dahinter steckt für mich eine Anspruchshaltung, dass ich demjenigen was zu geben hätte - was aber auf Freiwilligkeit beruht.
-
14.05.2017, 10:06
AW: Vom Umgang mit (mini) Enttäuschungen
Ok, da gebe ich dir Recht.
Wenn es aber um Absagen geht sehe ich die Sache anders - das Gegenüber hat Zeit reserviert, sich darauf eingestellt, ggfalls andere Dinge abgesagt.
Dann ohne wichtigen Grund abzusagen, evtl sogar mehrmals - das ist schlechter Stil und von solchen Leuten distanziere ich mich dann auch.
Unzuverlässigkeit mag ich nicht.
-
14.05.2017, 10:08Inaktiver User
AW: Vom Umgang mit (mini) Enttäuschungen
Eine Absage an sich find ich nicht unfreundlich. Und wenn man öfter keine Lust hat eine Person zu treffen - wieso dann den Kontakt künstlich aufrechterhalten? Andererseits muss man das auch nicht immer persönlich nehmen.
Mir ist das alles zu schwer bei dir, man trifft sich normalerweise wenn beide Lust und Zeit und Energie haben, wenn nicht, dann nicht. Davon hängt nicht mein Leben ab, und ich bin auch nicht dafür zuständig anderer Leute Erwartungen zu entsprechen, die das so todernst nehmen.
Ich finde nachwievor, dass du da sehr um sowas kreist - anstatt es einfach abzuhaken, man hat sich da jetzt nicht getroffen und basta.
Es gibt doch erfüllendere Themen im Leben als sich da immer so reinzubeissen in diese negativen Empfindungen, was bringt dir das denn???
Zu einer Lesung o.ä. geh ich übrigens immer, wie andere schon schrieben, aus Loyalität und als Unterstützung. Das finde ich selbstverständlich, das ist mein Freundschaftsbegriff.
-
14.05.2017, 10:11Inaktiver User
AW: Vom Umgang mit (mini) Enttäuschungen
Das geht mir genauso.
Es ist eine Frage der Perspektive: bin ich enttäuscht und gekränkt bleib ich passiv und schieb dem anderen die Verantwortung zu. Ich leb mir leichter, wenn ich das nicht tue sondern eben selbst die Konsequenzen ziehe und mich distanziere.
Bei der Freundin die wegen Krankheit abgesagt hat versteh ich das Misstrauen nicht ganz. Ich versteh unter Freundschaft auch, dass ich jemand ein gewisses Vertrauen entgegenbringe. Sie ist dann zu ihrem Freund gefahren, ja, kann ja sein dass sie das weniger anstrengend fand als sich mit einer Freundin zu treffen zum Quatschen? Da würd ich erstmal nichts unterstellen.
-
14.05.2017, 10:13
AW: Vom Umgang mit (mini) Enttäuschungen
Siehst du - für deine Lesung-Freundin wäre das sicher nicht so nett zu hören.
Und deine 3-Monats-Freundin stuft dich wahrscheinlich auch nicht so hoch ein.
Das weißt du evtl, vielleicht auch nur unbewusst, weil du selbst oft auch so denkst - und bist daraufhin gekränkt.
Ich glaube, man kann das entweder nur akzeptieren oder sich so enge und gute Freunde suchen bei denen der Mechanismus nicht greift.
Anstelle deiner Lesungs-Freundin würde ich mir jetzt aber auch überlegen wie jemand, den ich so häufig sehe, mich nicht unterstützen mag. Wenn ich jemanden alle zwei Wochen sehe rechne ich diese Person zu den engeren Freunden, und die unterstütze ich schon bei sowas (spreche jetzt von mir).
-
14.05.2017, 10:14
-
14.05.2017, 10:17Inaktiver User
AW: Vom Umgang mit (mini) Enttäuschungen
Wenn ich krank bin oder kurz vor einem wichtigen Event, dann hab ich auch keinen Sinn für epische Mitteilungen. SMS heisst Short Message - aus gutem Grund, wie ich finde.Die Bekannte hat dann mit "Das ist ja schade" und niedergeschmettertem Emoticon reagiert. Mehr nicht.
Und das fand ich schon ziemlich traurig irgendwie - und hatte dann ein schlechtes Gewissen.
Ich hätte mir irgendwie gewünscht, dass sie sowas schreibt wie: "Okay, erhol dich gut und selber schuld" Zwinkersmiley ... komme also nicht damit klar, dass sie mir ihre Enttäuschung so offenkundig mitteilt und hatte ein sehr schlechtes Gewissen.
-
14.05.2017, 10:23Inaktiver User
AW: Vom Umgang mit (mini) Enttäuschungen
Ich würde den Kontakt zu Menschen, denen ich unterstelle sie würden mich nicht wertschätzen, schon gar nicht intensivieren oder weiter fortführen. Aber eigentlich komm ich auf die Idee gar nicht... und such auch nicht nach Beweisen dafür oder denk da viel drüber nach.
Bei den mir bekannten Konstellationen führte das aber immer dazu, dass diejenigen gar keine längerfristigen Beziehungen hatten, weil sie von ein und jedem früher oder später enttäuscht wurden. Da muss man schon aufpassen, finde ich, dass man nicht Opfer seiner übersteigerten Erwartungshaltung wird. Wie gesagt, für eine leichte Kränkbarkeit, die aus einem instabilen Selbstwert rührt, können andere nichts. Wer so drauf ist findet meiner Erfahrung nach immer einen Anlass sich wieder schlecht behandelt fühlen zu können, der sucht förmlich danach und bestätigt sich das immer wieder selbst.
-
14.05.2017, 10:31Inaktiver User
AW: Vom Umgang mit (mini) Enttäuschungen
Ich kann das teilweise nachvollziehen.
Aber bei dem markierten Satz beurteilst du, warum jemand gekränkt ist, hier "unterstellst" du ein instabilen Selbstwert. Stell dir einen anderen Fall vor: jemand sagt dir eine Lesung ab, die du unter Loyalität in einer Freundschaft einsortiert hast und du bist deshalb gekränkt. Was ist dann? Auch instabiler Selbstwert? Oder hat dann dein Gekränkt-sein eine Berechtigung?



Zitieren

