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    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure aufbauenden Beiträge.
    Entschuldigt die etwas verzögerte Antwort. Ich pendel derzeit sehr viel und habe nun einen Teil meiner Antwort in der Bahn aufm Laptop geschrieben, während ich mir sehr geschäftig vor kam ;-)

    Ich habe in meinem Eingangspost nicht genügend herausgestellt, dass meine Tante mir angeboten hat, das Haus abzukaufen. Ich habe die „Verhandlungen“ aber abgebrochen, als sie mir unterstellt hat, ich würde ihr nicht die Wahrheit erzählen. Im Nachhinein denke ich mir, ich hätte über mein verletztes Ego stehen sollen. Wir haben auch überwiegend nur per Mail kommuniziert, da klingen Sätze oft unfreundlicher als sie gemeint sind. Ich denke mir halt, dass es für mich und die anderen Beteiligten besser gewesen wär, wäre in eine Wohnung (das Haus ist ein Mehrfamilienhaus) gezogen. So hätte meine Tante das Haus bekommen, ich hätte eine Wohnung gehabt, für die ich keine Miete und Reparaturkosten hätte zahlen müssen etc.

    Natürlich hat meine Tante ihren Pflichtteil auch nicht einklagen müssen, den habe ich pflichtgemäß gezahlt.

    Soo...nun, zu euch und meinen Antworten:

    @ilazumgeier: Ja, das Verhältnis zwischen meiner Oma und meiner Tante ist auch noch mal ein großes Thema für sich. Ich kann leider nicht abschätzen, inwiefern meine Oma dazu beigetragen hat.
    Ich glaube, was mich am meisten an der Situation stört und wofür ich mir die Schuld gebe ist, dass ich nicht auf mein Gefühl gehört habe. Ich hatte beim Notar ein sehr schlechtes Gefühl und ärgere mich, dass ich den Notartermin nicht verschoben habe, um über den Verbleib des Hauses durchdacht nachzudenken. Ich ärger mich auch, dass ich nicht genug über alle Optionen nachgedacht habe und alles aus dem Bauch heraus entschieden habe. Natürlich, ich bin Anfang 20 und noch jung, aber ich finde, irgendwann muss man beginnen, Verantwortungen für sich, seine Worte und Taten zu übernehmen.

    Die Idee, dass man sich mal gemeinsam an den runden Tisch sitzt, finde ich gut. Dadurch, dass aber keiner mit der Situation zufrieden ist, denke ich, dass wir uns nicht mehr annähern werden. Die Möglichkeit der Annäherung hätte es gegeben, wenn man sich das Haus geteilt hätte.


    @Quirin: Durch die Überlegung, dass ich das Haus nicht hätte abbezahlen wollen, aber gleichzeitig den Pflichtteil hätte auszahlen müssen, habe ich das Haus verkauft.
    Nun ist es aber ja so gewesen, dass meine Tante mir das Haus hätte abkaufen wollen und sich mit meinem Vater hätte einigen wollen (wozu er auch bereit gewesen wäre, den Pflichtteil muss man nur zahlen, wenn er auch gefordert wird. Ich wäre meinem Vater also kein Geld mehr schuldig gewesen.), nur waren meine Tante und ich bis vor kurzem so zerstritten, dass wir nicht miteinander über das Haus verhandeln konnten.

    Meine Oma hätte gewollt, dass das Haus nicht verkauft wird…natürlich hatte sie mein Wohl ebenfalls im Sinne, aber das Testament hat sie geschrieben, als es ihr seelisch äußerst schlecht ging und sie wütend auf die ganze Welt war.
    Hätte sie das Testament in einer Phase geschrieben, wo es ihr besser gegangen wäre, glaube ich, hätte sie alle Ihre Kinder und Enkelkinder besser bedacht.


    @Hedwigdohm: Das ist nicht ganz richtig, meine Tante wollte das Haus kaufen, aber bei den Verhandlungen haben wir uns gestritten, weil sie mir vorwarf, zu lügen (was nicht stimmte).

    @molto1: Das Haus hatte mehrere Wohnungen. Man hätte vereinbaren können, (oh man, wie oft habe ich jetzt schon hätte geschrieben?) dass ich in einer kostenlos leben darf. Das ist eigentlich das, was zu meinem Lebensentwurf besser gepasst hätte. Vielleicht könnte ich mir eine Eigentumswohnung kaufen, aber dann hätte ich auch wieder alle Reperaturen zu bezahlen und das ohne ein finanzielles Polster.


    @ kenzia: Ich ärger mich eher darüber, dass ich impulsiv und undurchdacht gehandelt habe und beim Notartermin nicht auf mein schlechtes Gefühl gehört habe. M.E hatte ich die Möglichkeit, das Ruder rum zu reißen, aber ich habe es nicht getan, weil die Wellen mir zu stark erschienen. Aber du hast recht, -alles- hatte ich wohl kaum in der Hand.

    Und ja es stimmt auch, dass ich wütend darüber bin, dass kein Gespräch zwischen uns möglich war…


    @jubido:
    Es ist wirklich erstaunlich, dass du mich nach so wenigen Beiträgen so treffend lesen kannst.. Aber wie lernt man sich zu vertrauen? :-/

    @GuteLaune*: Ja, die Vergangenheit kann man ohnehin nicht ändern und man muss schauen, was man aus dem was man hat, machen kann. Vielleicht war’s ja für irgendetwas gut :/

    @Opelius: mhm :-/ ..fällt mir schwer, das anzunehmen.

    @jule211: Ich glaube nicht, dass es mir zur Last geworden wäre, wenn der Eigentum meiner Tante gehört hätte und ich sozusagen Mieter wäre, ohne Miete zahlen zu müssen und ohne Eigentümer zu sein.

    @wildwusel:

    Wir konnten uns einfach all die Jahre lang nicht einigen und haben uns beleidigt. Ich habe eingesehen, dass Beleidigungen nicht weiterführen, die anderen jedoch nicht und deshalb sah ich keine Basis für eine Erbengemeinschaft.
    Meine Oma hat sehr, wie es für diese Generation anscheinend üblich ist, an allem gehangen. Ihr Wunsch wäre gewesen, dass das Haus im Familienbesitz bleibt. Dort wohnen hätte ich aber nicht unbedingt müssen, wäre aber theoretisch möglich gewesen, weil es ein Mehrfamilienhaus ist. Ich hatte auch daran gedacht, eine Wohnung zu vermieten, aber meine Oma hatte ständig Mietnomaden bei sich Zuhause und Vermieter zu sein habe ich mir nicht zu getraut.

    Meiner Oma war bewusst, in welcher Zwickmühle (Kredit um Pflichtteil abzustottern oder Erbengemeinschaft) ich mich nach ihrem Tod befinden würde, weshalb sie die Regelung um den Verbleib des Hauses offen ließ, bzw. mir überließ.

    Was letztendlich zum verbesserten Verhältnis beigetragen hat, weiß ich nicht. Vielleicht, dass ich ihr viele Zugeständnisse gemacht habe (Gartengeräte, Auto verschenkt), die ich nicht hätte machen müssen. Ich habe schon vorher versucht, eine normale Basis zu ihr zu finden, aber wurde dann wieder beleidigt.

    Ich weiß nicht, ob du meine Antworten an die anderen liest, deshalb schreibe ich’s noch mal :-)
    Für mich scheint der Verkauf falsch zu sein, weil ich in einer Wohnung des Hauses kostenlos hätte leben können ohne für Reperaturen aufkommen zu müssen, wenn meine Tante und ich alles eigentumsrechtlich geklärt hätten, wie es bei einer Eigentumswohnung der Fall wäre.
    Ich zweifel am Verkauf, weil ich nun keine Wurzeln mehr habe – zumindest fühlt es sich so an und ich habe das Gefühl, das Lebenswerk meiner Großmutter verscherbelt zu haben.
    Ich erwische mich halt bei Gedanken wie „Ach, würdest du in einer Wohnung des Hauses leben, dann könntest du einfach verreisen“ etc. So muss ich mir für meine Wohnung ständig einen Zwischenmieter suchen..

    Außerdem stehe ich nun vor der großen Frage, wie ich das Geld nun vor der Inflation schütze (und vor mir selber ;-))

    @Horus: Meine Tante bot mir an, das Haus zu kaufen, aber die Gespräche endeten dann wieder im Streit, weshalb ich keine Basis für weitere Gespräche sah. Ich denk mir irgendwie, dass ich über den Anschuldigen stehen hätte müssen, um…das Haus halt in Familienbesitz halten zu können und auch für mich persönlich immer einen Rückzugsort haben zu können.

    Danke dir für deine Meinung :-)

    @Cariad: Ist ne tolle Idee

    @ guerteltier: danke dir.

    @ telefonietis02*: ok, das hast du falsch verstanden Lisa9 hat es richtig beschrieben. Vielleicht schaltet ihr einen Mediator ein, das hätte mir sehr geholfen.

    @ Bamboo82: Eine Alternative hätte sein können, dass mir meine Tante das Haus abkauft und wir vertraglich vereinbarne würden, dass mir eine Wohnung zustünde, ohne großartig für Reperaturen aufzukommen.

    @ stecher36: Ja, das hilft einem auf jeden Fall dabei, sich nicht selber fertig zu machen. Beim nächsten Mal möchte ich für das „dazu stehen“ einfach mehr über die Entscheidung nachdenken.


    noch einen schönen Abend
    Sunna

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    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Fehler- sofern es überhaupt war, bei so einem alten Haus- machen wird alle.

    Du hast doch eine Lebenslektion gelernt und wirst etwas und oft klüger handeln als es ohne diese Erfahrung. Alles ist für irgendetwas gut.

  3. Inaktiver User

    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass ihr genau deswegen jetzt besser miteinander auskommt, weil das Streitobjekt außer Reichweite ist? Das halte ich für möglich.

    Dass ihr jetzt gerade miteinander reden könnt, heißt übrigens natürlich nicht, dass es eine gute Idee gewesen wäre, wenn du in ihrem Haus wohnst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dann neue Konflikte auf euch zugekommen wären.

  4. Inaktiver User

    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    @molto1: Das Haus hatte mehrere Wohnungen. Man hätte vereinbaren können, (oh man, wie oft habe ich jetzt schon hätte geschrieben?) dass ich in einer kostenlos leben darf.
    Hätte man. Wenn die Tante das auch so gewollt hätte.

    Ich erwische mich halt bei Gedanken wie „Ach, würdest du in einer Wohnung des Hauses leben, dann könntest du einfach verreisen“ etc. So muss ich mir für meine Wohnung ständig einen Zwischenmieter suchen..
    Warum braucht man einen Zwischenmieter, wenn man in den Urlaub fährt?

  5. Inaktiver User

    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Hallo Sunna,

    danke für Deine Infos- und wenn ich das so lese- dann denke ich "mach drei Kreuze, dass das Haus nun weg ist und Du frei Dein Leben leben kannst-friedlich und unbelastet"!!

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Ich habe die „Verhandlungen“ aber abgebrochen, als sie mir unterstellt hat, ich würde ihr nicht die Wahrheit erzählen. Im Nachhinein denke ich mir, ich hätte über mein verletztes Ego stehen sollen.
    Sunna- das ist ein heeres Ziel aber DA verlangst Du wohl was viel von Dir!

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Was letztendlich zum verbesserten Verhältnis beigetragen hat, weiß ich nicht. Vielleicht, dass ich ihr viele Zugeständnisse gemacht habe (Gartengeräte, Auto verschenkt), die ich nicht hätte machen müssen. Ich habe schon vorher versucht, eine normale Basis zu ihr zu finden, aber wurde dann wieder beleidigt.
    Magst Du das mal genauer beschreiben?
    Was für Zugeständnisse?
    Das klingt für mich nach emotionaler Erpressung und ordentlicher Manipulation.

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Meiner Oma war bewusst, in welcher Zwickmühle (Kredit um Pflichtteil abzustottern oder Erbengemeinschaft) ich mich nach ihrem Tod befinden würde, weshalb sie die Regelung um den Verbleib des Hauses offen ließ, bzw. mir überließ.
    Du liebst Deine Oma- aber es letztlich nicht schön, Enkel - so jung- mit einer solche Erblast samt bestehenden Problemen zu belasten!
    Jetzt trägst DU an Deinen Gedanken und allen anderen gehts gut- super!

    Deine Oma hat an sich gedacht- an das, was sie wollte- und wie sie es am besten erreichen kann.
    Das ist menschlich aber letztlich einfach nicht wirklich schön für Dich, denn Du bist nun aufgerieben durch etwas, was DU gar nicht hättest regeln können (nicht so, wie Du es idealerweise gewünscht hast oder evtl auch Deine Oma)- Dir aber aufgebürdet wurde.

    Sunna- ob die Lösung, die Du dir nun denkst, tatsächlich so gekommen wäre- wage ich zu bezweifeln.
    Wenn ich lese, dass Du Zugeständnisse machen musstest damit was Ruhe einkehrt- dann frage ich mich, wie berechtigt das war?
    Wie sehr hatte Deine Tante Vorteile, weil Du Frieden wolltest, jünger bist und Dich liebe arrangieren als streiten wolltest?

    Das wird hier nicht deutlich- aber beim Lesen klang es für mich nun nicht wirklich gut.
    Für mich, war Dein Entschluss absolut richtig.

    Ich kann Dir aus eigener Geschichte sagen, dass in meiner Herkunftsfamilie auch zwischen Großeltern und Eltern ein jahrzehntelanger Konflikt geherrscht hat. Als es bei einem Haus ans Erbe ging, flogen auch ordentlich die Fetzen.
    Da dieses Haus - in meinen Augen- echt ein Traum war- habe ich lange gedacht "wie schade- ich hätte es doch übernehmen können".
    Heutzutage NUR gut, dass sowas nicht möglich war!
    Ärger und Verstrickungen einer Familie, können wunderbar als Spielplatz auf ein Haus gelegt werden.
    Nie hätte es bei diesem Haus wirklich Frieden gegeben-- und genauso sehe ich das bei Dir.

    Oder wie lange wäre das "günstige Wohnen" auf Dauer gut gegangen? ja auch mit gerichtlicher Regelung wären da Bande geknüpft worden, die Dir -jetzt scheinbar- Sicherheit gegeben hätten, in Wirklichkeit eiserne Fesseln geworden wären, von denen Du Dich nur wieder unter Stress und Schmerzen hättest lösen können. Danach sieht es für mich zumindest aus.
    Geändert von Inaktiver User (11.05.2017 um 15:58 Uhr)

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    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Sunna sei froh dass du das Haus los bist.
    Das hätte nur weiter zu Streit und Stress geführt.
    Und zu deiner Sorge wegen Geld und Inflation : wieso kaufst du nicht davon eine leistbare Eigentumswohnung für dich?
    Dann brauchst du dir auch um Zwischenmieter keine Gedanken zu machen.
    Sorry, aber ich finde du hast alles richtig gemacht.

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    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oder wie lange wäre das "günstige Wohnen" auf Dauer gut gegangen? ja auch mit gerichtlicher Regelung wären da Bande geknüpft worden, die Dir -jetzt scheinbar- Sicherheit gegeben hätten, in Wirklichkeit eiserne Fesseln geworden wären, von denen Du Dich nur wieder unter Stress und Schmerzen hättest lösen können. Danach sieht es für mich zumindest aus.
    Ja, solche Konstrukte mit kostenlos wohnen lassen stehen doch auf sehr wackeligen Füßen, selbst wenn die familiären Verältnisse einigermaßen gut sind. Wenn ihr jetzt schon zerstritten seid (deine Tante wirft dir vor zu lügen!) kann das doch nur schiefgehen.
    Und dir hätte ja in der beschriebenen Konstellation die Wohnung auch nicht gehört, das heißt eine wirkliche Sicherheit wäre das nicht gewesen.

    Ich habe den Eindruck, du machst dir sehr viele Gedanken über deine Familienmitglieder und zu wenig über dein eigenes Wohlbefinden. Und du übernimmst überproportional Verantwortung, auch für das (Fehl)verhalten der anderen.

    Kommt mir sehr bekannt vor, ich habe mich in unserer zerstrittenen Familie auch lange als Verantwortliche gefühlt, die irgendwie die Dinge kitten muss.

    Aber du bist nicht verantwortlich für das Handeln der anderen Familienmitglieder und ich finde, du hast die Situation so gut gemeistert wie möglich ist.

    Und du bist doch noch so jung. Wenn Wohneigentum tatsächlich dein Ziel ist hast du mit dem Kapital aus dem Verkauf eine gute Grundlage und kannst sicherlich eine günstige Finanzierung kriegen.

  8. Moderation

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    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Ich habe die „Verhandlungen“ aber abgebrochen, als sie mir unterstellt hat, ich würde ihr nicht die Wahrheit erzählen.
    Gut so. Die Art, wie deine Tante die Verhandlungen geführt hat, erscheint mir nicht vertrauenerweckend. Und ohne Vertrauen kein Geschäft.

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Im nachhinein denke ich mir, ich hätte über mein verletztes Ego stehen sollen.
    Der Moment dafür ist nicht, wenn eine sechs- oder siebenstellige Summe im Spiel ist. So etwas wirkt als Verstärker aller Konflikte, allen Kummers und aller schlechter Eigenarten.

    Ich habe den Eindruck, du fühlst dich unsicher und heimatlos. Ich weiß nicht, wie dein Verhältnis zu deiner Großmutter war, aber kann es sein, daß du dich durch ihren Tod (weiter?) entwurzelt fühlst, und das Haus, in dem sie lebte, für dich so etwas wie eine Zuflucht war, zumindest in der Vorstellung?
    Jetzt ist er es nicht mehr und du fürchtest, daß das deine Schuld ist.

    Hätte das anders laufen können? Klar. Es hätte immer alles anders laufen können. Du hättest das Erbe ausschlagen können und das Weite suchen. Du hättest deiner Tante (und deinem Vater?) alles geben können, was sie wollten, wenn sie dir dafür nur ein kleines Eckchen lassen, von dem du glauben kannst, es sei deins.

    Wie heimisch und sicher hättest du dich gefühlt, ohne Miete oder Hausgeld zu zahlen im Haus von jemandem zu leben, der dich als Lügnerin bezeichnet und dir Anwälte auf den Hals schickt, wenn sie glaubt, es lohnt sich für sie? Jemanden, den du schon jetzt mit Opfergaben und Tribut kaum besänftigen konntest? Hast du mal über die Dynamik von "wohnt in meinem Haus und zahlt nichts" nachgedacht? Das Ausmaß an Horrorszenarien, das sich da anbietet, würde zwei Staffeln Reality-TV füllen!

    Du hast Verantwortung übernommen. Du hast geguckt, was du tun konntest, und das getan, was euch alle aus den Verstrickungen befreit. Das hat einen Preis. Alles hat einen Preis. In dem Fall ist der Preis deine Trauer um ein Leben, das kurz in Reichweite schien: ein Heim und Geborgenheit und eine "heile" Familie. Aber Trauer vergeht, wenn du dich nicht an ihr festklammerst, und die Trauer um Unerreichbares nicht mit einer entgangenen Gelegenheit verwechselt, durch die magische Kraft von Verantwortung und Bescheidenheit (oder Probleme-mit-Geld-totwerfen) alles nach deinem Wunsch zu regeln.

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Aber wie lernt man sich zu vertrauen? :-/
    editiert, weil ich die falche Frage beantwortet habe.


    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Meiner Oma war bewusst, in welcher Zwickmühle (Kredit um Pflichtteil abzustottern oder Erbengemeinschaft) ich mich nach ihrem Tod befinden würde, weshalb sie die Regelung um den Verbleib des Hauses offen ließ, bzw. mir überließ.
    Dann hat sie dir zugetraut, in einer verzwickten und belastenden Lage das Beste zu tun.
    Und meiner Meinung nach hast du das.

    Das Lebenswerk deiner Großeltern ist ein finanziell gesicherter Start ins Erwachsenenleben für dich. Nutze es und hänge dich nicht an hätte müßte könnte haben sollte auf.

    Zitat Zitat von Sunna94 Beitrag anzeigen
    Außerdem stehe ich nun vor der großen Frage, wie ich das Geld nun vor der Inflation schütze (und vor mir selber ;-))
    Das Problem haben erstaunlich viele, und es gibt Lösungsstrategien. Mehr darüber im Forum, "Wie legen Sie Ihr Geld an".
    Geändert von wildwusel (11.05.2017 um 17:13 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Bitte, glaub' allen, die Dir hier schreiben, dass Erbengemeinschaften in den meisten Fällen dazu führen, dass die Situation _nicht_ besser wird, sondern immer schlimmer...

    Selbst wenn Ihr eine Vereinbarung getroffen hättet, dass Du eine der Wohnungen in dem Haus kostenlos bewohnen darfst - es wäre immer eine Folge dieser Erbengemeinschaft gewesen. Unter Garantie hätte Deine Tante nach einiger Zeit gedacht: 'Warum kriege ich eigentlich keine Miete für diese Wohnung?' Dass sie einen finanziellen Ausgleich zu einem anderen Zeitpunkt erhalten hat, das wäre in Vergessenheit geraten.

    Ein sauberer Schnitt - eine Trennung der finanziellen Verbindungen - und dann kann es auf emotionaler Seite wieder was werden, das ist meine Erfahrung aus allen Erbengemeinschaften, die ich schon im Umfeld beobachten konnte. Der finanzielle Aspekt eignet sich immer hervorragend dazu, emotionale Themen mit reinzuflechten und die emotionalen Themen noch weiter mit Zündstoff zu versehen.

    Mach etwas aus dem Geld, das zu jetzt zur Verfügung hast - ohne schlechtes Gewissen. Wenn Du glaubst, Immobilienbesitzt passt zu Dir und Deiner Lebensphase - dann schaue Dich nach einer geeigneten Wohnung/Haus um.

    PS: ich sehe jetzt Wildwusels Post - der drückt das noch viel treffender aus, was ich sagen wollte - genau 'Wohnt in meinem Haus und zahlt keine Miete' - der Garant für Dauerstress...

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    AW: Irreparablen Fehler begangen

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin wirklich erstaunt darüber, wie treffend ihr meine Lage beschreibt und freue mich sehr über jede einzelne von euren hilfreichen Antworten.
    Mittlerweile kann ich den Verkauf mit mehr Abstand betrachten. Ich bin vorhin zum Haus gefahren und als ich da war, fand ich das Haus sehr beklemmend.
    Ihr habt recht, wer weiß, was für neue Probleme entstanden wären und dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist, lässt die Frage offen, ob es anders hätte kommen können.


    @Cara123
    Man kann aus allem seine Lehren ziehen, das stimmt

    @Cariad: Letztendlich ist es meine Vorstellung gewesen, dass sich Dinge anders zum Besseren gewendet hätten…wissen kann ich’s natürlich nicht.


    @ molto1: dachte da an längere Urlaube, wie work & travel :-D

    @kenzia:
    Hi Kenzia, danke für deine Antwort
    Sie wollte halt noch andere Gegenstände haben, die man hätte verkaufen können. Ich habe sie ihr jedoch überlassen, weil beide Seiten davon Vorteile hatten.

    @Emullia: hehe, danke für den Zuspruch.
    Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wo ich länger wohnen möchte. Ist mir auch irgendwie zu früh, um mir wieder ne Immobilie ans Bein zu binden..

    @guerteltier: danke

    @wildwusel: ja, es stimmt, dass ich mich heimatlos fühle und nur bei meiner Oma Zuflucht gefunden habe. Das Haus war ein Ort, an dem ich einen Teil meiner Kindheit verbrachte hatte. Irgendwie schwirrte in meinem Kopf der Glaube, dass ich allein alles hätte retten können, aber dafür ist schon zu viel zu früh von zu vielen kaputt gemacht wurden.


    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Das Lebenswerk deiner Großeltern ist ein finanziell gesicherter Start ins Erwachsenenleben für dich. Nutze es und hänge dich nicht an hätte müßte könnte haben sollte auf.
    *„ Ja, das kann einen wirklich verrückt machen bzw. äußerst unglücklich machen @.@

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Das Problem haben erstaunlich viele, und es gibt Lösungsstrategien. Mehr darüber im Forum, "Wie legen Sie Ihr Geld an".
    * hehe :-) werde dort mal vorbei schauen.


    @Ichbinsdochnur: Ja, mit dem Geld kann jetzt jeder etwas individuelles machen Ich habe auch schon von einem Bekannten gehört, dass sich die Wogen geglättet haben, nachdem jeder seinen Teil bekommen hat und der ‚Zankapfel’ weg war.
    Erfahr ich ja gerade selber..



    Wenn so viele Personen sich bei einem Thema so einstimmig sind, kann ich ja nicht so arg daneben gelegen haben. Ich werde aber dennoch versuchen meine Lehren aus dem Ganzen zu ziehen und mich dann umschauen, wie ich das Geld sinnvoll anlege.

    Ich möchte euch allen noch mal herzlich für eure Antworten danken und wünsche euch einen guten Start in die Woche

    Sunna94

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