Hallo,
vor einiger Zeit bin ich über das Master Key System gestolpert. Hier geht es um das Gesetz der Anziehung, was wir in unser Leben ziehen und warum.
Gleich im ersten oder zweiten Kapitel habe ich bereits hinschmeißen "müssen". Da wird gesagt, dass man Vertrauen aufbauen soll zu den Mitmenschen und dass das natürlich am besten geht, in dem man mit ihnen spricht usw. Eigentlich logisch.
Leider ist es so, dass ich das nicht kann. Mir leuchtet das auch ein, dass, wer sich abkapselt, viele Probleme hat mit der Umwelt. Zu meinen Kollegen schaffe ich es auch nicht, ein gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen. Die wissen von mir eigentlich so gut wie nichts, obwohl ich bereits seit über 10 Jahren da arbeite. Sie können es zum Glück akzeptieren, bis auf eine Ausnahme. Naja, es ist schon nicht so einfach.
Ich habe immer Angst davor, dass ich nicht so akzeptiert werde wie ich in Wirklichkeit bin. Schnell sind die Menschen bei der Hand und lästern oder man wird ständig kritisiert, keine Ahnung. Manchmal möchte man auch nicht hören, dass man blöd ist, weil man sich dies und jenes hat bieten lassen. Eigentlich weiß man es selbst, schafft aber nicht den Absprung o. ä.
Ein wichtiger Aspekt ist, dass bei mir die Abgrenzung nicht so gut funktioniert und ich daher ganz gerne alleine bin. Wenn man näher an Menschen heranrückt und sich eine Bindung abzeichnet, dann fühle ich mich in der Falle. Zum einen, weil ich diesen Menschen dann ganz schlecht was abschlagen kann. Wohl fürchtet man, dass man schnell wieder in Ungnade fällt. Außerdem sind diese Menschen ja ganz dicht an einem dran und können leicht manipulieren, heißt, dich so breitquatschen, dass du gar nicht mehr in der Lage bist Nein zu sagen. Daher meide ich sowas lieber.
Ich würde ja vielleicht auch mal Nein sagen. Doch oft interessiert es die Menschen nicht und es wird solange weitergearbeitet, oft dann auch hintenrum, bis sie haben, was sie wollen. Und da fängt das Problem an, dass ich es einfach nicht mitkriege, wenn ich wieder mal reingelegt werde.
Heißt also: Vertrauen aufbauen durch Reden mit anderen, macht mir Angst, da die Menschen so wieder Gelegenheit bekommen, mich eben durch Reden zu manipulieren.
Meinem Partner geht es nicht viel anders. Allerdings ist er so gestrickt, dass er Kontakte viel mehr braucht als ich. Vertrauen kann er aber trotzdem nicht und auch beziehungstechnisch hatten/haben wir dadurch sehr viele Probleme. Komisch ist aber, dass grade da dann Vertrauen aufgebaut wird, wo man erst recht nicht sollte. Man wird einfach oft reingelegt und das kostet sehr viel Geld und auch Zeit (mach mal hier, mach mal da).
Die Taktik "Kleiner Finger - ganzer Arm" ist äußerst beliebt. Hast dich mal auf etwas eingelassen, was eigentlich völlig nichtssagend und harmlos ist, werden sofort die Grenzen wieder aufgeweicht. Dann heißt es nur noch: ja, jetzt hast du das gemacht, jetzt kannst du aber doch auch noch XY. Nun stell dich doch nicht so an. Eine einzige Katastrophe, die einem jegliches Interagieren mit Menschen total verleidet.
Oder auch immer wieder gerne genommen: Y wird von X total ausgenutzt und man wird irgendwie mit reingezogen. Dann heißt es oft, ich mach's ja nicht für X, sondern für Y. Letztlich kommt aber dasselbe raus dabei.
So viel zum Gesetz der Anziehung. Irgendwie bin ich ein Magnet für solche Leute, die einen ausnehmen. Mein Mann noch viel mehr, da er ja auch die ganzen Kontakte hat. Ich habe im Prinzip keine. Irgendwie weiß ich auch gar nicht so viel mit Menschen anzufangen. Und mir reicht auch die Energie nicht wirklich aus dafür.
Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen mit Master Key System o. ä. Gibt es dafür auch eine Anleitung? Nachdem ich das gehört habe, dass ich Vertrauen aufbauen sollte zu den Mitmenschen durch reden mit ihnen usw. habe ich abgeschaltet und grübele nun, wie ich denn das bloß hinkriegen soll.
LG
Regenbogenfrau
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Ergebnis 1 bis 10 von 43
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06.05.2017, 11:47Inaktiver User
Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
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06.05.2017, 11:57Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Hallo Regenbogenfrau,
meiner Erfahrung nach lassen sich solche tiefen Verhaltensstrukturen nicht leicht im Alleingang beheben oder ändern. Das Master Key System ist an sich gut aber eben nicht für jeden Typ geeignet, wie Du ja selbst bemerkt hast.
Vielfach werden solche Systeme auch zu vereinfacht dargestellt und wenn man dann Fragen hat, die unweigerlich auftreten, dann braucht es jemanden, der einem aus seinem Loch rausholt indem er einen Weg aufzeigt oder Mißverständnisse aus dem Weg räumt.
Du bist sogar eher in der Gefahr Dich in ungute Situationen zu begeben, da das Programm in Dir noch so mächtig ist, daß sämtliche Warnimpulse ausgeschaltet sind. Es ist wahrscheinlich auch so, daß Du selber noch Gas gibst obwohl Du schon die Wand siehst bei der Du wieder aufschlagen wirst weil Du (noch) nicht in der Lage bist ein Nein so zu formulieren, daß Du es zusammen mit Deiner Angst vor Ablehnung und den daraus folgenden Konsequenzen tragen könntest.
Ohne Begleitung halte ich das Master Key System nicht für Dich geeignet.
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06.05.2017, 12:31Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Hallo Stecher36,
lieben Dank für deinen Beitrag.
Ja, so dachte ich mir das schon. Das System, das mich vor solchen Menschen warnt oder Situationen, die nicht gut für mich sind, funktioniert leider nicht. Also sehe ich das mal so, dass ich daran zuerst arbeiten sollte, bevor ich mit dem Master Key System weiter mache. Außerdem fehlt mir eine ganz wichtige Grundlage, um überhaupt einigermaßen erfolgreich mein Leben gestalten zu können.
Was könntest du mir empfehlen, wie ich das beheben kann? Ich nehme an, du meinst Psychotherapie?
LG
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06.05.2017, 13:27Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Ich kenne Master Key nicht, würde aber mal grundsätzlich hinterfragen, ob es sinnvoll ist, sich sozialkontakt-technisch komplett umzukrempeln. Hast du denn eine besondere Not damit, d.h. fühlst du dich irgendwie einsam oder gelangweilt? Ansonsten gibt es ja eigentlich keinen Grund, den Bekanntenkreis aufzubohren.
Ich bin z,B. auch jemand, der viele Bekannte, aber wenig bis keine "Freunde" hat, und das finde ich aber auch in Ordnung. Mir sind "Plattformen" lieber als einzelne Beziehungen; ich gehe z.B. gern zum Stammtisch meines Alumni-Vereins oder zu meiner Sportgruppe (die auch gemeinsame Events außerhalb des Sports organisiert). Mein Fokus liegt ganz klar auf dem Beruf, und jede tiefere Beziehung zu anderen musste sich dem immer unterordnen und zerbrach letztlich daran (Umzüge, keine Zeit/Energie für regelmäßige gemeinsame Aktivitäten etc.). Ich habe aber auch so ein erfülltes Leben und sehe daher nicht, was es mir bringen würde, einzelne Beziehungen gezielt zu vertiefen bzw. das von dir erwähnte Vertrauen aufzubauen. Wie gesagt, wenn da keine "Not" ist, gibt es ja auch keine Notwendigkeit.
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06.05.2017, 13:50
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Regenbogenfrau, ich habe von dem Master Key System keinen blassen Schimmer, aber ganz kurz:
#1 Du kannst nicht anders sein, als du in Wirklichkeit bist. Du kannst nur weniger sein.
#2 Vertrauen mußt du zuallererst dir selber, daß du imstande bist, Grenzen zu setzen und nichts wegzugeben, was du dir nicht leisten kannst, zu verlieren.
#3 Je konstistenter und direkter du bist und je besser du Grenzen setzen kannst, desto mehr ziehst du anständige und faire Leute an. Je mehr du allen gefallen willst und immer für die springst, die gerade am meisten nerven, desto mehr ziehst du Geier und Hyänen an.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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08.05.2017, 11:08Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Die klassische Psychotherapie ist meiner Meinung nach wenig hilfreich. Meiner Erfahrung nach wäre etwas was den Körper miteinbezieht viel besser. (z. B. Atemtherapie, therapeutisches Reiten, Malen, Schreiben, Tanz, etc.)
Dein Verhalten, daß Deine Hilfsbereitschaft schnell ausgenutzt wird liegt meistens darin begründet, daß Du Dich immer schon verbiegen musstest um geliebt oder akzeptiert zu werden. Aufmüpfiges Verhalten wurde vielleicht mit Liebesentzug bestraft?
Jetzt könntest Du sagen, Mist so ein Scheiß ich bin der Depp vom Dienst. Ja derzeit schon noch, aber es gibt auch eine positive Kehrseite, Du bist im Grunde Deines Herzens ein hilfsbereiter und zupackender Mensch, der leider in einer Zeit der Dummschwätzer, Schaumschläger und Egoisten ziemlich schnell an seine Grenzen kommt.
Du bist bereits auf der Suche nach Lösungen bleib weiter dran!
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08.05.2017, 12:21
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09.05.2017, 10:26Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Hallo Regenbogenfrau,
ich glaube, wie Du die Menschen beschreibst- genau so ist der Mensch!
Es hat für mich nichts mit Anziehung zu tun, denn die Struktur des Menschen ist so, wie Du es aufgezählt hast.
Menschen wollen ihre Bedürfnisse erfüllen und dazu nehmen sie alles, was sie "kriegen können".
Machthungrig, gierig, besitzergreifend, fordernd, raumeinnehmend und manipulativ (und man kann noch mehr finden)- ja so ist der Mensch- und zwar letztlich- jeder!
Wir werden von vielem geleitet- auch, was diese Verhaltensweisen angeht- daher klingt das nun sicher schlimm und wir werden weder uns selbst noch unsere Freunde so beschreiben. Diese ganzen Verhaltensweisen stecken dennoch in uns und auf die eine oder andere Art leben wir das auch aus (gerne maskiert, so dass man es kaum erkennen kann).
Viel Einfluss hat dabei auch der direkte Gegenüber.
Und je weniger ich selbst Raum einnehme, mir das REcht nehme auch mal was zu sagen, zu tun, zu fragen oder auch Grenzen zu ziehen- desto mehr wird sich der andere nehmen.
Das geschieht auch oft ganz unbewusst, woher soll man wissen, dass der andere dort eine Grenze hat, wenn er nichts sagt oder signalisiert?
Es hat also alles mit Abgrenzung zu tun- aber nicht mit Anziehung- so würde ich es jedenfalls verstehen.
Und, dass man sich bei schlechten Erfahrung zurück zieht- halte ich nur für eine logische Schlussfolgerung.
Warum sollte ich in Kontakt gehen, wenn ich immer wieder neu verletzt werde?
Für mich ein stimmiges Verhalten.
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09.05.2017, 11:52
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Genauso haben aber alle (bis auf, altertümlich gesagt, Psychopathen) das Bedürfnis, angenommen zu werden, respektiert zu werden, zu helfen, Gerechtigkeit zu schaffen... Manchmal auch über die Grenzen anderer hinweg, leider.
Der Mensch ist die sozialste Spezies des Planten, und zum guten wie zum schlechten durch sein Verhältnis zu anderen Menschen definiert, und zurückzubleiben oder "draußen" zu sein kommt im inneren Urmenschen an als "von Löwen gefressen werden".
Deswegen lassen sich Menschen so viel bieten, wenn sie keinen anderen Weg finden, "drinnen" zu sein. Denn was der Mensch auch ist, ist: immens lernfähig. Wir lernen gute Strategien ebenso wie schlechte, um unsere Grundbedürfnisse nach Leben, Sicherheit, Anerkennung erfüllt zu finden.
Keine Grenzen zu setzen ist eine schlechte Strategie. Zumal in einer Zeit, wo wir uns auf die Fahnen geschrieben haben, daß auch Leute, die irgendwie komisch oder nicht wie wir sind, ein Recht auf ein Leben in Würde haben, und das so ansatzweise sogar umgesetzt kriegen. Da kann man auch ein bißchen draußen sein, weil man irgendwie komisch ist, man kann sagen, "ich mach das allein" und trotzdem nicht von Löwen gefressen werden. Auch eine Verbesserung.
Man sollte die Menschen nüchtern sehen, aber sich bewußt machen, daß man dazugehört, hilft ja alles nichts. (Es sei denn, man ist vom Planeten Krypton oder Gallifrey oder so... und selbst dann...)
Stimmig, ja. Aber nicht alternativlos, wenn es nicht das Ergebnis bringt, das man möchte.Geändert von wildwusel (09.05.2017 um 12:05 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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09.05.2017, 14:03Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Ich würde es nicht als "schlecht" bezeichnen- denn wir lernen genau diese Strategie ja oft, wenn wir Kind sind und es um das nackte Überleben geht. Also ist diese Strategie durchaus gut- erst mal.
Erst später- wenn wir "groß" sind, ist diese Strategie nicht mehr nützlich..
jepp- wir gehören dazu, alle kommen wir mit "demselben" an und haben so auch die Chance, damit umgehen zu lernen.
jepp- so ist es.


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