Vielleicht mal gucken, was ist Vertrauen? Woran erkenne ich, ob ich jemandem vertrauen kann oder nicht? Oder funktioniert das gar nicht?
Ist Vertrauen ein Waffenstillstand? Da wo ich mich entspannen kann und weiß, mir passiert nichts? Und wenn jemand dich bekämpfen will, dann hat sich's mit Vertrauen? Da wo es nur Streit gibt und Zank, was ist da mit Vertrauen?
Wenn jemand sehr nett ist, kann er auch hinterlistig sein und man fällt auf ihn rein.
Wie merkt man das, dass man jemandem vertrauen kann? Wenn ich zurückhaltend bin und Angst habe, zu viel von mir preis zu geben, dann werden andere misstrauisch und trauen mir nicht. Ich traue mir ja auch selber nicht viel. Bin unsicher.
Man lernt neue Leute kennen, woran kann man erkennen, dass die Person vertrauenswürdig ist?
LG
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08.06.2017, 13:08Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
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08.06.2017, 13:39Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
@wildwusel
Ja, das hast du wirklich schön beschrieben.
Ich kann solche Sachen immer schwer beschreiben. Es geht um die Machtkämpfe, die stattfinden. Vieles ist so subtil, dass man es gar nicht so richtig benennen kann. Und wenn, dann grinsen andere sich nur was und denken, och, nimm's doch nicht so schwer.
Wenn es auch nicht immer ums Geld gehen würde. Oder du versuchst dir was Schönes aufzubauen, hobbymäßig, und schon hängen alle mit drin und wollen dasselbe machen. Das ist dann ein netter Konkurrenzkampf, wo es um die Ressourcen geht - und wer schneller ist, kriegt dann eben geholfen, der andere (also ich), kann sehen, wo er bleibt. Es geht auch darum, dass man teilweise ganz schön veräppelt wird und ein Familienmitglied ist, der einem gerne einen Strich durch die Rechnung macht oder eben, wenn es sich für ihn lohnt, dann eben mit dabeihängt und einfach, gerne ungefragt, mitmischt.
Es muss oft nach deren Kopf und Willen gehen. Wenn nicht, ist man einfach nur doof und dumm und hat keine Ahnung. Beim Umzug hat Schwiegermutter uns Gardinen gekauft. War ja wirklich auch nett und hilfsbereit. Sowas macht sie gerne. Denn dann kann sie bestimmen, welche Gardinen bei uns hängen. Mit Kleidung haben wir zur Zeit einen ziemlichen Rückstand. Schwiegermutter war so nett, meinem Mann ein paar Sachen zu kaufen. Wirklich, sie hat Geschmack und auch die Größe stimmt komischerweise immer. Doch irgendwie dringt da immer so das durch, dass sie bestimmen möchte, was er anzieht. Sie hätte ihm ja auch das Geld dafür geben können, dass er sich selbst was aussucht oder so.
In der Familie scheint auch so eine Art Kaufsucht vorzuliegen. Denn sonst haben die eigentlich keine Hobbies. Das führt auch teilweise richtig zu finanziellen Problemen. Deswegen kauft sie z. B. die Klamotten lieber selber für meinen Mann. Sie kauft gerne ein.
Auch solche Bemerkungen nerven mich und wühlen mich auf, wenn es dann heißt: Ihr habt so einen schönen Balkon. Also ich würde es mir da richtig schön machen. Wo ich dann denke: die weiß doch, dass wir das Geld dafür nicht haben. Was sollen immer diese Sprüche. Und was geht sie das überhaupt an. Ich nehme solche Sprüche immer viel zu ernst. Ist halt ihre Meinung. Und weiter? Das Problem ist, die Frau ist noch imstande und richtet uns noch den ganzen Balkon nach ihrem Geschmack ein. Kommt auch dann, wenn du nicht damit rechnest und dich überrumpeln lässt.
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, welche Menschen ich um mich haben möchte. Möchte ich überhaupt welche? Meine Mutter ist ein zurückhaltender, ehrlicher und nicht manipulativer Mensch. Und sie steht eigentlich auch überall immer zurück. Das ist irgendwie schlimm. Denn immer sieht und hört man die Familie meines Partners.
Loslassen - gerne, aber wie????? Ja, ich warte schon seit Jahren, dass sich was ändert. Denn die reiten sich von einem Mist in den nächsten und ich denke immer: Wie kann man denn so leben (wollen)? Aber klar, die können sich nicht ändern und naja, warum sollen sie sich ändern, wenn immer jemand da ist, der sie dann wieder aus der Sch... rausholt oder der die Rechnungen zahlt, die sie produzieren.
Wenn ich loslasse, heißt das ja noch lange nicht, dass mein Partner loslässt. Es fühlt sich dann irgendwie so an, als würde er immer noch sein Leben mit ihnen leben und nicht mit mir. Nur weil ich langweiliger bin und bei mir nichts los ist?!?
Mein Partner fühlt sich quasi dann ausgestoßen aus der Familie. Weil ständig was los ist, kann man schnell den Anschluss verlieren.
Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll - wer lebt sein Leben denn eigentlich hier mit wem, und warum?
Sie werden nie voneinander loslassen. Ich erwarte das im Grunde ja auch nicht, da es immerhin seine Familie ist. Doch irgendwie muss man ständig auf der Hut sein. Es laufen ja ständig heimlich irgendwelche Sachen. Das ist anstrengend für mich, weil ich mir darum dauernd Gedanken mache, was einen demnächst wieder erwischen könnte. Ernst genommen werde ich damit natürlich auch nicht. Denn die meinen es ja alle nur gut.
Aus mir wird nie eine Stimmungskanone werden. Warum kann ich damit nicht leben, ein Statist zu sein? Abhängig davon, ob einen jemand mitspielen lässt und wie viele Stimmungskanonen noch mitkommen, damit man endgültig abgehängt wird?!
Hängt Vertrauen auch mit den eigenen Zielen und Wertigkeiten zusammen? Ich habe das Gefühl, meiner Schwiegermutter ist das nicht so wichtig, ob man jemandem vertrauen kann - Hauptsache man hat Spaß und Stimmung und steht auch mal im Mittelpunkt.
Wie grenzt man sich ab, ohne völlig alleine dazustehen? Und wie vermeidet man das Gefühl, einsam zu sein?
LG
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08.06.2017, 14:29
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Geht es immer noch um die Schwiegerfamilie, oder ist das eine andere Baustelle? Nichts, was du von deiner Schwiegerfamilie erzählt, gibt mir auch nur entfernt den Eindruck, daß das Problem "Vertrauen" ist, aber das ist in der Überschrift deines Postings, und darauf kommst du immer wieder zurück.
Wem möchtest du vertrauen? Und womit?
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Vertrauen ist, davon auszugehen, daß die Person sich so verhält, wie man erwartet.
Oder, daß sie sich vielleicht nicht so verhält, wie man erwartet, aber einen nicht in die Pfanne haut.
Weder aus Bosheit noch aus Eigennutz noch aus Dummheit.
Beziehungsweise, es aus Eigeninteresse nicht tut.
Oder einen zumindest warnt, wenn sich ihr Eigeninteresse ändert.
Man sieht die Ungewißheit hier: Man geht davon aus, man erwartet. Man kann sich niemals sicher sein. (Ich empfehle den Schluß von "Tanz der Vampire" als drastische Illustration.)
Vertrauen ist kein Waffenstillstand. Ein Waffenstillstand heißt, daß vorher Krieg war, und man gerade eine Pause einlegt, um zu verschnaufen und weiterzusehen. Ohne Vertrauen läßt sich keiner auf einen Waffenstillstand ein (siehe Friedensprozeß in Nordirland). Das kann Vertrauen darin sein, daß der Gegner intelligent genug ist, zu wissen, wo sein Vorteil liegt: Nämlich nicht im totalen Krieg. Oder Vertrauen darin, daß man keinen Schaden nimmt, wenn der Gegner blöd genug ist, das *nicht* zu wissen.
Bist du im Krieg? Suchst du einen Waffenstillstand und wagst ihn nicht, weil der Vorteil deines Gegners im totalen Krieg liegt, oder dein Gegner zumindest blöd genug ist, das zu glauben?
Wenn du im Krieg bist, gelten andere Regeln.
Wie du , wenn du nicht im Krieg bist, Hinweise bekommst, daß jemand vertrauenswürdig ist:
- Er hat keinen Ruf dafür, Leute in die Pfanne zu hauen.
- Du beobachtest ihn nicht dabei, Leute in die Pfanne zu hauen.
- Er gibt nicht damit an, Leute in die Pfanne gehauen zu haben
- Er hat angenehme Freunde, gute Bekannte, und wenig bis keine Feinde
- Er hat keine Verurteilungen wegen Betrug, Diebstahl, Trunkenheit oder Körperverletzung, keine Kontaktverbote wegen Stalking. (Wie kriegst du raus, ob er die hat? Hör ihm zu.)
- Er ist nicht verzweifelt, ein Junkie/Alkie oder in einer destruktiven Beziehung
- Er ist sich seiner eigenen moralischen Überlegenheit nicht gewiß.
- Er verlangt nicht von dir, seine Taten oder Ansichten gutzuheißen.
Selbst wenn du dir jemands nicht sicher bist (und wir sind ja alle keine Engel) kannst du ihm mit Sachen vertrauen, die dir nicht schaden, wenn sie veruntreut werden. (Es gibt da den Spruch, "Wenn du jemandem 20 Euro leihst und du siehst ihn nie wieder, waren das gut investierte zwanzig Euro.)
Wenn du dir sicherer wirst, weil er sich konstistent vertrauenswürdig verhältst, kannst du dich weiter aus dem Fenster lehnen und ihm mit mehr Sachen trauen. Beobachte, wie er damit umgeht.
Mit Sachen, die deine Existenz bedrohen oder zerstören können, solltest du niemandem trauen. Das ist eine zu schwere Last für den anderen. Wenn du nicht gerade ein Geheimagent oder ein schwuler katholischer Priester bist, gibt es nur wenige Sachen, auf die das zutrifft. PIN-Nummern, Paßwörter, und dir von deinem Chef anvertraute Schlüssel gehören dazu.
Leute, die leicht vertrauen können, können das meist, weil sie nicht vieles als existenzbedrohend empfinden. Vertrauen ist zuerst Selbstvertrauen.Geändert von wildwusel (08.06.2017 um 14:38 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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08.06.2017, 14:50
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Regenbogenfrau, bist du imstande, zu entscheiden, ob deine Probleme mit der Schwiegerfamilie, mit irgendwelchen Leuten, oder mit sieben Milliarden Menschen auf der Welt sind, und sie entsprechend einzuordnen?
Ist "warten" die einzige Art, etwas loszulasssen, die du kennst? Ja, es heißt, wenn man lange genug am Fluß sitzt, wird man die Leiche seines Feindes vorbeitreiben sehen, aber man hat vielleicht mit seinem Leben noch was anderes vor als am Fluß zu sitzen.
Du kannst deine Schwiegerfamilie nicht aussthen, du kannst irgendwelche Leute nicht ausstehen, und du kannst möglicherweise sieben Milliarden Menschen auf der Welt nicht ausstehen.
Warum hängst du dann mit ihnen rum???** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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10.06.2017, 10:31Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Kurzes Update: aktuell gestern passiert
Mein Mann sollte helfen um 16 Uhr in der Nähe einen Schrank abbauen, den meine Schwiegermutter günstig gebraucht erstanden hat. Soweit die Message. Als wir dann dort waren (ich bin auf Bitte meines Mannes mitgefahren, war ja nicht weit) hieß es dann, er soll mitfahren zu ihnen nach Hause das Teil wieder ausladen und aufbauen, zusammen mit seinem Bruder. Die üblichen halbherzigen Versuche sich zu wehren von meinem Mann. Alles runterspielt von Familie. Hab' dich mal nicht so. Bruder: Was soll ich denn sagen? usw.
Um 20:30 Uhr waren sie fertig mit dem Schrank und allem drum und dran. Als wir fuhren meinte mein Mann halt nur, es wäre schön gewesen, das vorher zu wissen. Und seine Mutter nur so: Dann hättest du ja nein gesagt. Dich muss man halt ein bisschen austricksen. Naja, das war's dann. Beim nächsten Mal wird es dann wieder so laufen. Erst regt mein Mann sich auf, dann ist wieder alles okay und beim nächsten Mal läuft es genauso weiter. Das ist für die alle so normal. Deshalb habe ich echt auch überlegt, was zu sagen. Doch wozu? Interessiert ja doch kein Schwein.
Die Nichte meines Mannes war auch dort, ihre Mutter hatte Spätschicht. Die Kleine spielte den ganzen Tag mit so einem Teil rum. Die anderen Kinder hatten das alles schon, nur sie nicht. Da hat Oma ihr eins gekauft. Erst eins bestellt, das dauert aber dann doch zu lange bis es kommt. Dann hat sie heute noch eins so gekauft unterwegs. Die Mutter kommt abends nach Hause und ist auch ziemlich angestunken, weil sie nämlich auch eins gekauft hat. Und sie hat gesagt, ihr müsst uns Eltern auch mal eine Chance geben. Die Schwiegermutter ist immer schneller. Aber die macht, was sie will. Und keiner kann sie stoppen. Die Söhne sagen entweder nichts. Dann kommt das typische, sie meint's ja gut. Oder wenn sie nein sagen würden, kommt so eine Aktion, wo sie dann doch wieder ihren Willen kriegt und du kannst nicht wirklich was tun. Sie hat genau gewusst, dass mein Mann sie dann nicht hängen lässt mit dem Schrank, so mittendrin bereits.
Abstand: Ja gerne, aber wie? Wenn sie hierher kommen wollen, soll ich dann nein sagen? Und wenn meine Mutter auch mal kommen möchte, muss die dann auch zu Hause bleiben, damit es gerecht bleibt?!?
Kontaktabbruch würde mein Partner nie machen. War mal über ein paar Monate, so halbherzig. Kontakt noch mit dem Bruder, der der Mutter sowieso alles weitertratscht. Dann ein Ereignis, wo er froh war, ihre Hilfe zu haben. Und jetzt ist alles wieder so wie vorher.
Ich weiß nicht, was ich tun kann, um Abstand zu kriegen und mich zu schützen. Es wird ja auch für einen selber ganz normal, veräppelt zu werden. Ich müsste eigentlich überschäumen vor Wut. Ich hab' einen Knoten im Bauch und denke die ganze Zeit drüber nach. Doch all diese Wut ist schon längst ausgehebelt.
Wenn du in der Not jemanden brauchst, na, dann helfen sie einem auch. Das hat wohl mit damit zu tun, dass man sich das letztenendes doch immer wieder bieten lässt. Mir geht's aber gar nicht gut damit. Und das alles hat sich auch schon als existenzvernichtend ausgewirkt. Daher möchte ich schon den Kontakt minimieren und meine eigene Wahrnehmung auf die Reihe kriegen, mein Schutzsystem. Wir versuchen grade unsere Notlage hinzukriegen, dass wir eben nicht ständig in irgendeiner Bedrängnis drin sitzen. Aber aufgrund des Systems, was bei uns läuft, braucht sich nur ein bisschen was auf dem Sparbuch anzuhäufen, dann kommt wieder ein und zieht uns alles unterm Ar... wieder weg.
Und ich weiß einfach nicht, was ich dagegen tun könnte.
LGGeändert von Inaktiver User (10.06.2017 um 10:43 Uhr)
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12.06.2017, 13:16Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Bin ich zu empfindlich?
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12.06.2017, 13:38Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Nein, Du bist sensibilisiert auf Unstimmigkeiten, Manipulationen unter dem Deckmantel "Familie hält zusammen"
Es geht darum, daß Muttern ein "Nein" nicht akzeptiert und der Sohn sich nicht lösen konnte. Es ist aber der Job Deines Mannes sich zu emanzipieren und die Pubertät nachzuholen.
Im Endeffekt hat er eine übergriffige Mutter, die ihn emotional erpresst und das zu erkennen ist kein leichter Weg!
Die Frage ist aber, warum betrifft es Dich so stark? Und warum ziehst Du keine Konsequenzen für Dich und änderst Dein Verhalten?
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12.06.2017, 15:55Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Warum lässt er sich breitquatschen?
Warum sagt er nicht "Doch, ich habe mich jetzt so" und lässt die anderen stehen?
Sie können um Unterstützung bitten, aber nicht nach Belieben über seine Zeit verfügen. Es steht ihnen nicht zu. Daran ändern auch manipulative Sprüche und Gemecker nichts.
Und damit trägt er brav sein Scherflein dazu bei, dass dieses Spiel immer so weiterläuft.
Er lässt sich unterbuttern. Und der einzige Mensch, der das ändern kann, ist er selbst.
Das Spiel, das die Familie mit Deinem Mann veranstaltet, funktioniert nur, solange er mitspielt.
Sobald er das nicht mehr tut, kommen sie mit ihrer Manipulationstaktik nicht mehr durch.
Die reden von Familiensinn und Hilfsbereitschaft, aber im Grunde handelt es sich um Egoismus in Reinform: Sie wollen von Deinem Mann etwas haben und versuchen auf Biegen und Brechen und mit unfairen Mitteln, es zu bekommen.
Das Schöne daran ist: Mehr als versuchen können sie es nicht.
Schlussendlich entscheidet einzig und allein Dein Mann, was er tut und was er nicht tut.
"Nein" sagen, konsequent bleiben, die erbosten (weil durch eine Niederlage hervorgerufenen) Reaktionen an sich vorbeirauschen lassen und und weiter seines Weges gehen.
Was kannst Du tun?
Ihm sagen: "Schatz, nur Du allein kannst dieses Muster durchbrechen, wenn Du möchtest. Es muss immer derjenige etwas ändern, der die Veränderung will. Also fass Dir ein Herz und steh den Sturm, den sie lostreten, weil sie ihr lange erfolgreiches Konstrukt wegbrechen sehen, erhobenen Hauptes durch. Es wird mit jedem "nein" von Dir besser werden."
Frage 1: Ja! "Nein Schwiegermutter, heute passt es nicht." - "Warum nicht? Wir wollten aber..." - "Nein, es passt heute nicht. Wir melden uns. Tschüss, Schwiegermutter."
Frage 2:
Das geht sie nichts an, und ich würde mich auf keine Diskussionen oder Aufrechnereien einlassen.
Zwischen "Kontaktabbruch" und "Sich nicht mehr alles bieten lassen" liegen Welten. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass das Verhältnis besser wird, wenn Dein Mann sich nicht mehr wie eine Marionette herumschubsen lässt.
Und: Netzwerke und Ressourcen außerhalb seiner Herkunftsfamilie aufbauen, damit er bei weiteren "Ereignissen" gut ohne ihre Hilfe auskommen kann. Unabhängigkeit macht stark.
Ihm immer wieder das sagen, was ich nach dem zweiten zitierten Absatz geschrieben habe.
Er ist derjenige, der handeln muss - nur jammern, zetern, sich dann doch wieder breitschlagen lassen und nochmal jammern reicht nicht. Hör Dir das nicht mehr an. Sag ihm "Du weißt, was Du zu tun hast" und dann grenz Dich ab, mach etwas Schönes für Dich.
Ich wette, wenn Du nicht mehr als Frustventil für seine Inkonsequenz zur Verfügung stehst, wird seine Motivation, sich gegenüber seiner Herkunftsfamulie zu stärken, steigen.
Nicht "jemand zieht es Euch weg", sondern "Dein Mann überweist es ihnen" - oder haben sie Vollmacht über Euer Sparbuch?
Falls ja: sofort entziehen.
Falls nein: Deinem Mann ein 30tägiges Donnerwetter ankündigen, sollte er Eure Reserven hergeben. Zeigt er sich lernunwillig, dann versuche Euer Geld auf einem Konto zu bewahren, auf das er keinen Zugriff hat. So lange, bis er sich in dieser Hinsicht als vertrauenswürdig (!) erweist.
Es ist nicht leicht, so ein destruktives System aufzubrechen, aber der Vorteil ist: Durch den Gegenwind, den Ihr verursacht, kommt frische Luft an die modrigen Strukturen, und mit viel Geduld und Durchhaltevermögen entwickeln sich daraus sogar manchmal bessere, für alle Seiten angenehmere Handlungsmuster.
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12.06.2017, 16:31
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Aber irgendwie ist das mit dem Schrank doch absehbar gewesen. Wenn der Schrank abgebaut wird, muss man ihn ja auch aufbauen.
Meine Söhne würden mich von sich aus schon nicht mit dem Teil alleine lassen (oder ich meine Mutter), sondern diesen abbauen, zu mir hinfahren und aufbauen.
Was sollte die Mutter auch mit einem Haufen voll herumliegender Bretter zu Hause?
Das hätte ich oder hätten meine Söhne von sich aus für mich gemanagt, ohne dass ich groß fragen und tricksen oder fordern muss.
Ich würde auch mal so ein wenig bei euch schauen, ob ihr so vertrauenswürdig seid, wie ihr das von anderen erwartet.
Dieses alles halbherzig machen, ist nämlich für andere auch frustrierend.
Im Übrigen: Warum ärgerst du dich über den Balkonspruch? Man kann auch mit wenig bis gar keinem Geld seinen Balkon verschönern. Dazu muss man einfach mal bei google eingeben "Balkon verschönern mit wenig Geld".
Du musst auch nicht immer alles so negativ verstehen, was dir die Leute sagen. Du unterstellst allen auch irgendwie immer Gemeines und interpretierst das auch immer so negativ.
Das ist dann auch so eine Grundhaltung, die einem Vertrauen unmöglich macht.
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12.06.2017, 16:36Inaktiver User
AW: Master Key System o. ä. - Vertrauen aufbauen - wie geht das?
Ich nochmal - mir ist erst jetzt bewusst geworden, dass seine Mutter gesagt hat: "Dich muss man austricksen, weil du sonst nein sagst."
Damit sagt sie indirekt: "Es interessiert mich nicht die Bohne, was DU willst. Sondern ich möchte, dass Du so spurst, wie ICH mir das vorstelle. Weil Du erwachsen bist, kann ich Dich zu nichts mehr zwingen. Also versuche ich Dich mit Lügen und emotionalen Erpressungen zu dem Verhalten zu bewegen, das ICH gern von Dir will. Denn ich will die Macht über Dich behalten."
Das ist übergriffig und respektlos von ihr. Da sich grobe Klötze manchmal nur mit groben Keilen lockern lassen, darf er durchaus laut, aggressiv und unbequem werden, um sich dagegen zu behaupten. Still und höflich wird es nicht gehen - das wissen solche Leute wie seine Schwiegermutter und legen es gezielt so an, um für den zu Manipulierenden eine zusätzliche Hürde zu erschaffen.
Also nicht entmutigen lassen dadurch, sondern rauf und ran!


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