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  1. Inaktiver User

    AW: Sozial ungeschickt, was sich rächt... wie überwinden?

    Zitat Zitat von frauke34 Beitrag anzeigen
    Leider habe ich immer noch das passende Hobby entdeckt, da ich gerne mehr Sport machen möchte und das in einer Gruppe. Ich habe insbesondere beim Sport totale komplexe, wenn ich merke, dass ich als Einzige etwas nicht auf die Reihe kriege.
    :)
    "Gruppe" ist ja ein dehnbarer Begriff. Wenn du in Richtung Mannschaftssport schaust, ist dort eine gewisse Teamintegration nötig, und wenn das für dich aus verschiedenen Gründen schwierig ist, wirst du da keine Erfolgserlebnisse haben. Wäre nicht eher eines dieser Fitness-Studios mit einer größeren Auswahl an Kursen geeignet? Da kann man meist per Flatrate in Verschiedenes reinschauen und gucken, wie einem das Programm und die Leute so liegen.

  2. Moderation

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    AW: Sozial ungeschickt, was sich rächt... wie überwinden?

    Zitat Zitat von frauke34 Beitrag anzeigen
    @Wildwusel: ich finde, dass hört sich alles gut an und ich kann das auch alles unterschreiben. Bloß manchmal ist man so tief im Geschehen, dass man auf einem oder gleich auf zwei Augen blind wird und wieder in alte Verhaltensmuster oder meinetwegen auch Denkmuster fällt.
    Ja. Sonst wär's ja zu einfach. Das muß man üben, daß man so einen "Time-out"-Knopf hat, auf den man hauen kann und dann in Gedanken ein paar Schritte weg von der eigenen Situation versetzt wird und drüber nachdenken kann. Und Handlungsgewohnheiten sind noch mal mindestens so hartnäckig wie Denkgewohnheiten.

    Zitat Zitat von frauke34 Beitrag anzeigen
    Das Problem ist, ich würde gern mehr mit anderen machen. Auch auf Arbeit, nur das fällt mir dort schwerer..
    Weißt du denn, *was* du gerne mit anderen machen würdest?

    Zitat Zitat von frauke34 Beitrag anzeigen
    Leider habe ich immer noch das passende Hobby entdeckt, da ich gerne mehr Sport machen möchte und das in einer Gruppe.
    Von dem Gedanken an Gruppensport habe ich mich wegen völliger Inkompetenz verabschiedet. Ich gehe gelegentlich mit ein paar Freunden Bouldern oder Wandern oder Schwimmen, aber keine Kurse oder Gruppentrainings mehr für mich -- wenn ich was lernen will, nehme ich Einzelstunden. Wobei, im Chor sagte neulich eine zu mir, "Wusel, das hier ist eine *Probe*", als ich meinte, ich müßte alles auf Anhieb fehlerfrei können. Tja, wo sie recht hat...

    "Ich bin total inkompetent" ist aber auch, wie "Sozialtöffel" ein Schild, das man sich zur Verteidigung umhängen kann. Es definiert einen in einer Rolle, die die Gruppe braucht, und man kann damit leben, aber man kommt schlecht wieder raus.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Sozial ungeschickt, was sich rächt... wie überwinden?

    Also als sozial ungeschickt nehme ich dir hier beim schreiben ehrlich gesagt gar nicht wahr, eher sehr unsicher.

    Zum Thema Beruf und Vertretungen: Ich hab mal in einer Firma gearbeitet da war es von 'oben' so vorgesehen das man eben die Sachen macht, die man noch während seines Pensums schaffft (klar musste man dafür priorisieren können und erkennen das kann man zeitlich nicht verschieben oder wie auch immer). Den Rest gibt man dann eben der Person, die man vertreten hat wieder zurück. In dieser Abteilung gab es eine junge Frau, die dann sozusagen ihre Denke zur Abteilungsdenke erhob. Da sie hervorragend im Job war und zudem beliebt, wurde ihre Denke gar nicht in Frage gestellt. Und ihre Denke war alles was man in der Urlaubsvertretung macht, wird zuende gemacht - basta. Also offene Vorgänge nicht an die Person zurückgegeben. Es war klar, dass dadruch einfach Streit entstehen musste.
    Es muss also keineswegs daran liegen, dass du da ne verquere Logik im Job hast. Mich hat diese Geschichte gelehrt einfach vorher mal bei sowas die Erwartungen zu klären. Was erwartet der Chef genau? Was erwarten die Kollegen genau?
    Bei uns gab es zum Beispiel eine Kollegin, die wollte nie jemand vertreten weil die immer so ein Chaos hatte in ihrer Arbeitsweise. Wenn man da nen Vorgang gesucht hat, hat das oft die 10fache Zeit dessen gekostet den Vorgang einfach zu erledigen. Ich weiß nicht ob das ein Thema von dir sein könnte?

    Ich bin sozial sehr geschickt und ich hasse Mannschaftssportarten. Mein Problem wäre gar nicht einen Platz in der Gruppe zu finden, sondern diese ungeheure soziale Verpflichtung. Ich mache gern Sport und den auch regelmäßig, aber Wettkampfsituationen sind mir ein Graus und in Gruppendynamiken gibt es immer wie in der Schule dieses Beliebtheitsdingens, egal wie alt die Leute sind. Das nervt mich einfach. Zudem möchte ich auch die Freiheit haben selbst zu entscheiden wann ich Sport mache. Für mich sind daher Kurse wie Pilates oder Yoga usw. ideal. Da gibt es schon so eine Art Verpflichtung und einen festen Termin, aber eben nicht so fest das davon was abhängt.
    Eine Freundin von mir hat viele Leute über gemeinsames Kochen kennen gelernt. Vielleicht könnte das was für dich sein.

    Meine Schwiegermutter ist die sozial inkompetenteste Person, die ich in meinem ganzen Leben kennen lernen durfte. Das sind jetzt alles Punkte, die auf meine Schwiegermutter zutreffen, aber vielleicht gibt es dir ein paar Anregungen worauf du bei dir achten kannst:
    - Ausstrahlung: meine Schwiegermutter ist mit sich und ihrem Leben total unzufrieden und strahlt das auch aus. Hinzu kommt ein ganz starrer und durchbohrender Blick (klar dafür wie man schaut, kann niemand was....).
    - Toleranz: sie kommentiert und bringt Kritik (und das tut sie sehr gern) an, lobende oder positive Worte habe ich bisher nur einmal aus ihrem Munde vernommen
    - Toleranz: sie kann mit anderen Wertevorstellungen nicht umgehen - es gibt nur ihre und wenn andere anders denken geht das gar nicht
    - Toleranz: bei Meinungsverschiedenheiten geht sie in Sekunden total in die Luft (auch wenns keine persönlichen Themen sind)
    - Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung: sie gehört zu den Leuten, die es immer verdammt gut meinen und helfen wo die Hilfe weder notwendig, noch gewollt und schon gar nicht erbeten wurde. Das wirkt irgendwann wie ein einmischen. Sie meint zum Beispiel mein Mann wäre total faul im Haushalt, was gar nicht so ist. Sie versucht mich dann daher zu 'unterstützen' indem sie mir immer wieder sagt er muss mehr machen und das auch meinem Mann sagt. Klar könnte man auf den ersten Blick sagen das ist ja ne nette Geste usw. Das nervt mich mittlerweile furchtbar, zumal es bei fast jedem Zusammentreffen in irgendeiner Form thematisiert wird. Es ist erstens überhaupt nicht so (mein Mann macht freiwillig die Hälfte, da gab es noch nie Diskussionen drum) und zweitens geht sie das gar nix an wie wir den Haushalt aufteilen (egal wie oft ich ihr schon nett gesagt hab das ich da mit ihm kein Problem hab, es kommt nicht bei ihr an). Und drittens brauch ich keine Unterstützung meiner Schwiegermutter. Wenn ich ein Problem mit meinem Mann hab, kläre ich das allein mit ihm.
    - Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung: sie kann sich selbst nicht gut einschätzen und sich überhaupt nicht in andere hineinversetzen. Sie ist jetzt zum Beispiel Oma geworden und möchte eine gute Oma sein. Das ist alles schön und gut. Ich wünsche meiner Tochter auch eine tolle Oma. Aber sie meint es so gut, dass sie unser Baby damit total überfordert. Wenn die Kleine isst, muss sie am Körper rumfummeln (wenn das bei mir Jemand als Erwachsene machen würde, würde mich das schon stressen, aber bei einem Baby...). Wenn sie die Kleine sieht, kommt auch immer das ganz große Programm an Entertainment schau mal hier ist deine Großmutter usw. bis die Kleine weint. Wenn ich was sage, gönne ich ihr ihr Omasein nicht. Ein anderes Beispiel ist das Thema Essen. Wenn da jemand eine Unverträglichkeit hat oder eine Allergie, kann sie damit nicht umgehen. Sie kocht einfach was sie kocht. Für sie ist das zu anstrengend auf andere einzugehen. Die Anderen sind da einfach ihrer Meinung nach zu anstrengend. Als ich schwanger war, wollte sie mir auch immer erzählen was ich zu essen habe. Wenn ich mich daran gehalten hätte (ich sollte zum Beispiel ganz mager essen), hätte ich richtig Probleme bekommen weil ich mit Ach und Krach meine 8 Kilo Zunahme überhaupt geschafft habe.
    - Kritikfähigkeit: ich hab schon mehrfach das Gespräch mit ihr gesucht. Sie hört gar nicht zu was ich sage und selbst wenn sie zugehört hat, hat sie das nach zwei, spätestens drei Wochen vergessen. Es ist frustrierend.
    - Humor: sie hat einen sehr speziellen Humor. So ist es zum Beispiel lustig welche Schuhgröße ich habe und wenn ich was nicht weiß. Meinen Humor trifft das leider überhaupt nicht.
    - eigenwillige Interpretation sozialer Regeln: Als sie jung war, hatte sie überhaupt keine Lust auf Familie. Jetzt im Alter, wo sie nicht mehr arbeitet und sie Zeit hat, ist Familie ihr total wichtig. Dementsprechend fordert sie auch wehement Familienzeit ein. Auch Umgangsformen interpretiert sie sehr individuell. Sie hat zu Hause zum Beispiel immer ihre Straßenschuhe an. Bei uns werden die Schuhe in Hausschlappen gewechselt und wir bitten auch die Gäste darum. Für Gäste haben wir sogar wirklich gute Hausschlappen gekauft mit fester Sohle und schön warm für den Winter. Sie fühlt sich da gegängelt und nicht willkommen weil die Schuhe gewechselt werden sollen.

    Ich glaube du kannst an meiner Schwiegermutter sehen wie groß deine Sozialkompetenz ist! Ich weiß das meine Schwiegermutter auch schon mal ne Therapie angefangen hat. Diese hat sie dann abgebrochen weil das doch nix für sie ist. Wenn ich lese das du da schon so viel an dir gearbeitet hast, find ich das Klasse. Und es zeigt viel mehr wie gut du dich doch schlussendlich tatsächlich einschätzen kannst. Es gibt ein Problem, ich bin Teil des Problems also arbeite ich daran.

    Ich liebe Wildwusels Beiträge. Diesmal sehe ich nur eine Sache ein wenig anders (oder ich habs nur falsch verstanden) oder möchte den Gedanken fortführen.
    Die Sache mit dem fürs Verhalten entschuldigen, find ich an und für sich richtig. Ich kenn das eben auch von meiner Schwiegermutter, die sich dann für ihr Verhalten pro forma entschuldigt, ich aber merke es tut ihr aber vom Herzen her nicht ernsthaft leid. Das ist nur ein Mittel zum Zweck und da fühle ich mich erst recht verarscht. Daher würde ich eher empfehlen dich nur dann zu entschuldigen für dein Verhalten wenn es dir wirklich leid tut.

    Und ich denke egal wie gut Jemand sozial drauf ist, kennt das doch jeder von sich nicht immer in alles Situationen glänzen zu können.

  4. Moderation

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    AW: Sozial ungeschickt, was sich rächt... wie überwinden?

    Zitat Zitat von Lisalibelle Beitrag anzeigen
    Ich bin sozial sehr geschickt und ich hasse Mannschaftssportarten. Mein Problem wäre gar nicht einen Platz in der Gruppe zu finden, sondern diese ungeheure soziale Verpflichtung.
    Das ist ganz entscheidend für's soziale Geschick: Zu wissen, wann man es lieber läßt, weil Aufwand/Streß/Risiko in keinem Verhältnis zum Nutzen/Gewinn stehen.

    Zitat Zitat von Lisalibelle Beitrag anzeigen
    Die Sache mit dem fürs Verhalten entschuldigen, find ich an und für sich richtig. Ich kenn das eben auch von meiner Schwiegermutter, die sich dann für ihr Verhalten pro forma entschuldigt, ich aber merke es tut ihr aber vom Herzen her nicht ernsthaft leid. Das ist nur ein Mittel zum Zweck und da fühle ich mich erst recht verarscht.
    Der Grund, warum ich sagen würde, "entschuldigen" ist, es ist eine Jobsituation und frauke ist "die neue". Damit ist es wichtig, rüberzubringen, "Ja, ich habe mitgekriegt, daß da was schiefgelaufen ist, und ich es besser machen kann", sonst hegen die Leute mit berechtigtem Groll den Verdacht, die "Neue" hätte nicht gemerkt, daß es ein Problem gab oder betrachte es als unter ihrer Würde, es zu lösen. Und wenn man schon sagt, "Mein Fehler, nächstes Mal weiß ich's und mache es richtig" kann man auch ein "sorry für die Unannehmlichkeiten" einhängen, ob's einem jetzt leid tut oder man sich denkt, "und woher hätte ich das wissen sollen?".

    Privat würde ich da differenzierter vorgehen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Sozial ungeschickt, was sich rächt... wie überwinden?

    Ja, wildwusels Beiträge sind wirklich toll :)

    Was ich zum Beispiel auf Arbeit merkte ist, dass ich mit der Azubi zwar über die Arbeit und das Wetter reden konnte, die anderen waren da gleich auf einer viel herzlicheren Ebene. Ich kriege sowas nicht hin.

    Vom Mannschaftssport habe ich mir erhofft, bis auf dem Sport Faktor, dass ich es schaffe, mich mal in so eine Gruppe zu integrieren und sich das mal so von intern kennenzulernen. Ich habe es aber jetzt aufgegeben ^^

    @Wildwusel: Meinst du die Sache mit dem Urlaub? Bei passender Gelegenheit, sobald ich wieder zurück bin, würde ich es ansprechen. Ich finde die Reaktion irgendwie trotzdem zu extrem. Beim nächsten Job, frage ich jetzt sicherlich trotzdem nochmal nach...

  6. Moderation

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    AW: Sozial ungeschickt, was sich rächt... wie überwinden?

    Zitat Zitat von frauke34 Beitrag anzeigen
    Ja, wildwusels Beiträge sind wirklich toll :)


    Zitat Zitat von frauke34 Beitrag anzeigen
    @Wildwusel: Meinst du die Sache mit dem Urlaub? Bei passender Gelegenheit, sobald ich wieder zurück bin, würde ich es ansprechen. Ich finde die Reaktion irgendwie trotzdem zu extrem. Beim nächsten Job, frage ich jetzt sicherlich trotzdem nochmal nach...
    Eigentich generell, auf Lisalibelles durchaus berechtigten Einwand gegen "rein formelles" (wenn ich das richtig verstanden habe) Entschuldigen hin. Die Urlaubsproblematik hat mich sehr "angefallen", weil das sehr häufig ein Problem ist, deswegen hatte ich das schon im Hinterkopf. Aber es trifft mMn im Job auf alles zu von "Teller nicht in die SpüMa geräumt" bis zu "den Oberoberchefchef zugeparkt". (Daß andere Leute auch mal gerne total überreagieren, vor allem, wenn sie Territorium verteidigen, stimmt auch!)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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