Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 36
-
17.04.2017, 23:14Inaktiver User
AW: Sehnsucht nach fremdem Kind - bin ich komplett gestört?
-
17.04.2017, 23:23Inaktiver User
AW: Sehnsucht nach fremdem Kind - bin ich komplett gestört?
Das trifft es auf jeden Fall!
Aber ist bei "wahnsinnig ins Herz geschlossen" so langer Abschiedsschmerz nicht trotzdem extrem? Oder einfach ganz normal und ich hatte das vorher nur noch nie erlebt (außerhalb von Verliebtsein)?
Oder ist es jetzt extra schlimm, weil die Entfernung nach Peru sooo groß ist?
(mein Mann meinte sogar, für ihn würde es sich durch die vielen Kilometer nicht wie ein normaler Abschied anfühlen, sondern fast "als sei jemand gestorben")
-
17.04.2017, 23:27Inaktiver User
-
17.04.2017, 23:28Inaktiver User
-
17.04.2017, 23:51Inaktiver User
AW: Sehnsucht nach fremdem Kind - bin ich komplett gestört?
Ich neige nicht zu endlosen Grübeleien. Bestimmte Nüsse bekomme ich aber auch nicht geknackt.
Dann schreibe ich den Sachverhalt mit Füller detailliert auf und stecke den Text nebst "Beweisstücken" in einen Umschlag, den ich zutackere.
Manchmal öffne ich den Umschlag nach einiger Zeit, zumeist verbrenne ich ihn nach ein paar Tagen.
Und dann ist es auch gut. Abgeschlossen. Ad acta gelegt.
-
18.04.2017, 09:02
AW: Sehnsucht nach fremdem Kind - bin ich komplett gestört?
Wir hatten schon oft Gastschüler -allerdings immer nur für ein paar Tage. Ein junges Mädchen vermisse ich bis heute -und verliebt habe ich mich ganz sicher nicht in sie:). Aber zwischen uns stimmte die Chemie und der Gedanke, sie nie wieder zu sehen, macht mich traurig. Ich finde es normal, dass Du den Jungen so vermisst.
-
18.04.2017, 10:34
AW: Sehnsucht nach fremdem Kind - bin ich komplett gestört?
Genau DAS!
Dog, wir hatten ebenfalls (mehrmals) Gastschüler zu Hause. Das Familienleben fühlte sich in dieser Zeit anders an, lebendiger. Da ist immer ein Gast, also interagieren wir miteinander und untereinander auch anders, es ist eine gegenseitige Beeinflussung.
Der Blick auf Euren Alltag, auf Euer ganz normales Familienleben, ist ein anderer, denn Ihr (ich tippe, vor allem DU), schaut Euch quasi auch zu: wie sieht unser Gast uns, wie nimmt er uns wahr? Wie nehmen wir einander wahr mit IHM?
Es ist eine andere, intensivere Zeit, und wenn es so gut läuft wie bei Euch, profitieren alle davon.
Und diese Lebendigkeit fehlt jetzt, wo er wieder weg ist.
Natürlich fehlt auch er mit seiner Persönlichkeit. Ich gehe davon aus, dass er in den paar Wochen sein Sonntagsgesicht gezeigt hat und ein aufmerksamer, zugewandter, gesprächsbereiter "Gastsohn" war.
Gehe davon aus, dass - falls er länger bei Euch wäre - auch die ganzen anderen Seiten zutage kämen. Die normal-pubertären Jungs-Seiten eben. Und dass es dann auch die Konflikte gäbe, zu denen es in den paar Besuchswochen gar nicht erst kam.
Na ja, und Du kannst ja schauen, ob Ihr nicht noch mal ein Besuchskind in eure Familie holt und wie es dann für Dich ist.
Und parallel dazu kannst Du schauen, was Du mit Deinem Leben noch so anfangen willst, jetzt, wo Deine Kinder größer werden. Was Dir wirklich fehlt.Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
-
18.04.2017, 10:58Inaktiver User
AW: Sehnsucht nach fremdem Kind - bin ich komplett gestört?
Tabea hat dir schon alles dazu geschrieben, was ich spontan auch dachte. Darüber hinaus, auch wenn dir das natürlich kein bisschen weiterhilft: Ich finde deine Offenheit und deine Gedanken/Gefühle sehr liebenswert. Tief empfinden zu können birgt leider auch die Schattenseite, dass es manchmal weh tut.
-
18.04.2017, 16:44Inaktiver User
AW: Sehnsucht nach fremdem Kind - bin ich komplett gestört?
Liebe dog26,
ich berichte Dir (und den anderen Leserinnen) etwas, worüber ich noch nie gesprochen habe.
Vorweg - bitte verzeiht den langen Text!
Als meine Älteste knapp 2 Jahre jung war, wurde ich mit einem weiteren Wunschkind schwanger.
Test positiv, aber die FA konnte nicht wirklich etwas sehen. Circa in der 10. Woche musste ich mit starken Schmerzen ins KH - es handelte sich um eine Bauchhöhlenschwangerschaft, "die notfallmässig operativ entfernt wurde".
Am Morgen nach der OP kam der Primarius zur Visite - "schauen Sie mal, was wir herausoperiert haben" - ohne vorher zu fragen hielt er mir die Endoskopbilder des Embryos vors Gesicht.
Schon seit meiner Studienzeit hatte ich (immer noch) mit Depression und Angststörungen zu kämpfen. Das Umfeld reagierte wie zu erwarten: "Du bist noch jung und wirst noch ... bla ... das ist eben so ... bla ... etc. pp."
Kurz nach dieser OP kam noch ein weiteres problematisches Ereignis hinzu und ich konnte nicht wirklich aufhören, um das verlorene Kind zu trauern. Meinem Bauchgefühl nach wäre es ein Junge gewesen.
Später kamen noch ein Sohn (Wunschkind) und eine weitere Tochter (Leichtsinns- und Trostkind) zur Welt, aber ich trauerte immer noch um das verlorene Baby.
Wir leben in einem ruhigen Vorort, damals gab es mehrere altersmäßig passende Spielgefährten für meine Drei.
Eines schönen Tages kam ein ca. 8-jähriger Bub auf seinem Fahrrad vorbei, der sich rasch mit den Kindern anfreundete. Er war eine Gasse weiter neu zugezogen, und wie Oma es immer formulierte: "Der hat kein Heimgehen" - d. h. seinen Eltern schien es egal zu sein, wenn er im Dunkeln noch unterwegs war.
Als er zum ersten Mal zum Abendessen bei uns am großen Tisch saß, empfand ich ein unerklärliches, stilles Glücksgefühl.
Ich sah die vier Kinder an - der Neue an "richtiger Stelle" im Alter zwischen Nr.1 und Nr.3 - und mir ging das Herz auf.
Nach 2 oder 3 Jahren verschwand er bedingt durch einen Umzug so kommentarlos wie er gekommen war. Ich war traurig, hatte aber schon so viele Erfahrungen mit "Verlassen werden" gesammelt, dass ich ganz gut klar kam. Die Trauer um Nr. 2 war Geschichte.
Und das Schönste kommt jetzt: Vor einigen Wochen kommt mein Sohn zur Tür herein mit den Worten: "Schau mal, wer da ist!?" - Ein großer Teenie, äußerlich ganz verändert, aber immer noch so höflich und liebenswert
- Vorgestern haben wir wieder einmal zusammen zu Abend gegessen - Ich schaue die vier Pubertisten an und bin einfach nur glücklich.
Liebe dog 26,
bei meiner Geschichte dürfte die Erklärung sein, dass der Junge genau diese schmerzliche Lücke ausfüllt - andererseits hat mein Sohn viele andere total nette ältere Schulkollegen, von denen mich keiner so froh macht.
Den Ansatz von simpleness2 habe ich anfangs auch verfolgt. In unserem Fall würde es rein rechnerisch keinen Sinn machen.
Andererseits... wir Menschen können nicht alles verstehen...
Ich wünsche Dir, dass die Zeit für Dich arbeitet, und dass Du aus den Antworten für Dich Hilfe erhalten kannst.
Herzliche Grüße,
Melancholia_68
PS: Die Nummerierungen der Kinder sind der Anonymität geschuldet, nicht der Gleichgültigkeit :-)
-
18.04.2017, 20:07



Zitieren
und die eigenen riechen ja auch am besten.

