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  1. User Info Menu

    Bei sich bleiben im Gespräch

    Huhu!

    Weiß nicht, ob ich das Thema nicht vielleicht schon mal angekratzt habe, aber gerade ist es so weit, dass ich da gerne einen eigenen Strang zu hätte.

    Mir geht es nämlich, insbesondere im Kontakt mit "Vielrednern" häufig so, dass ich im Gespräch total den Faden verliere, völlig von mir wegkomme und dann, wenn die Pause eingetreten ist (falls überhaupt), gar nicht mehr weiß, was ich sagen soll, wollte usw.

    Auch fällt es mir in Gegenwart solcher Leute total schwer, selber "viel" zu reden, wobei ich das eigentlich schon kann, also wenn ich ein Publikum habe, das eher introvertiert ist und mir (gerne) zuhört.

    Kenne so ein paar Gründe. Mir wurde früher oft gesagt, dass ich still sein soll usw. Da wirkt also gerade unbewusst ziemlich viel. Hab auch schon mal den "Trick" angewendet, dem anderen einfach ins Wort zu fallen. Kostet mich viel Kraft, aber war erfolgreich, zumindest bis zu dem Punkt, dass ich dann, als ich den "Gesprächsfaden" hatte und der andere sogar kurz verdutzt war, um mir zuzuhören, auf einmal nur so rumlavierte, weil ich den Bezug zu meinem Kern (also dem, was ich eigentlich sagen wollte) verloren hatte.
    Schwups hatte der andere wieder die Kontrolle.

    Also ich frage mich, wie ich solchen Situationen ggf. gelassener begegnen könnte. Es hat ja sicherlich auch was mit Handlungen und Tricks zu tun, damit umzugehen, vor allem aber auch mit einer inneren Einstellung. Und viel Übung.

    Bin gespannt auf eure Erfahrungen!


    Dankeschön
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

  2. Inaktiver User

    AW: Bei sich bleiben im Gespräch

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    Also ich frage mich, wie ich solchen Situationen ggf. gelassener begegnen könnte. Es hat ja sicherlich auch was mit Handlungen und Tricks zu tun, damit umzugehen, vor allem aber auch mit einer inneren Einstellung. Und viel Übung.

    :
    So ganz begriffen habe ich das Problem noch nicht - geht es dir denn jetzt darum, weniger "wütend" auf den wortgewandten Gegenüber zu sein, oder eher, deine eigenen Punkte sicher durchzubringen, ohne dich ablenken zu lassen?

  3. User Info Menu

    AW: Bei sich bleiben im Gespräch

    Hm. Danke der Nachfrage. Ich denke: sowohl als auch. Werde mal versuchen, das noch etwas zu konkretisieren.

    Es liegt mir nicht nur daran, mein Anliegen im Gespräch vorzutragen. Das kann ich, das kriege ich irgendwie unter.

    Sondern:
    Ich möchte mich besser fühlen und gleichzeitig auch die Möglichkeit haben, das Gespräch selber zu dominieren. Oder mir mehr Raum zu verschaffen. Dominieren ist so "derb".

    Beispiel aus dem Büro: Frau x erzählt lang und breit über irgendwas. Ich könnte auch viel darüber sagen (zumindest der Theorie nach), aber ich bleibe im Hintergrund. Irgendwo zwischen den Gesprächsanteilen von x bringe ich meine Anliegen an. (Ja, das geht.)
    Aber ich würde mir wünschen, dass ich ... ein solches Selbstverständnis entwickel, dass Frau x eben auch MIR so zuhört, wie ich ihr.
    Ich kann nämlich auch lang und breit (oder auch konkret) über Dinge sprechen, würde das teils auch ganz gerne, aber in Gegenwart solcher Frauen (Männer) fällt mir das unglaublich schwer. Es ist, als würden sie meine gesamte Aufmerksamkeit völlig absorbieren.

    Ich merke schon beim Schreiben, dass das wohl daran liegt, weil ich MIR SELBT den Raum nicht gebe. Irgendwie fühle ich mich in solchen Situationen wie ein Schulmädchen, das die Lehrerin unterbricht. Dabei sind wir ja hierarchisch "gleich" aufgestellt.

    - Ja, es hat auch was mit Hierarchie zu tun.

    Hoffe, ich konnte das konkretisieren ... ich weiß es selbst, glaube ich, auch noch nicht so genau.

    Susisa
    Geändert von Susisa (12.04.2017 um 08:29 Uhr)
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

  4. User Info Menu

    AW: Bei sich bleiben im Gespräch

    Susisa,
    passiert dir dass denn wirklich immer? Nur dir, mit diesen Menschen?
    Schau dir doch mal diese Frau genauer an. Ich meine ihre Interaktion im Gespröch. Es gibt nämlich Leute, die ständig das Gespräch an sich reissen müssen. Es geht bei diesen Menschen nicht anders. Nur wenn sie reden ist es interessant. Müssen Andere übertrumpfen.
    Nur sie erleben den immer tollsten Urlaub, haben die besten Ärzte, die grässlichste Schwiegermutter, die schlimmsten Krankheiten. ..schau da mal hin. Dort arbeitest du dich nur ab. Lass sie quaken.
    Es gibt vielleicht auch andere denen sie damit auf die Nerven geht.

    Wenn im Büro....lang und breit geredet wird? Dienstlich, oder privat? Wenn privat, dann dreh dich weg und sag, ok..ich muss dann mal wieder....
    Wenn dienstlich, dann eine AtemPause nutzen und sagen:
    "Ich fasse jetzt mal bis hierhin für uns Alle zusammen,
    dann wiederholst Du die wichtigsten Dinge und sagst sofort und Ich hätte dazu folgende Ideen, Überlegungen, Fragen.
    Wenn sie dich unterbricht, ganz klar sagen:Ich möchte diese Ausführungen bitte jetzt auch zu Ende bringen.
    Zwingen kann man niemand, dass ist klar.

    Was auch verblüffend wirkt, nach paar Minuten einfach konsequent Teile der gesagten Sätze laut für sich wiederholen...
    Und dann müssen wir dann alles nochmal im neuen System erfassen....
    Und dann müssen neue Prozesse definiert werden,
    Und die alte Regelung gilt natürlich nicht mehr.....

    Es ist total irritierend, es erfordert etwas Mut, aber ich habs ausprobiert, meistens dämmert es den Leuten dann das da "zuviel" kommt.
    Es gibt auch Kurse für Gespröchsführung, Handbücher, aber es ist ja immer eine Sache des Menschentyps. Auch der Gesprächskonstellation.
    Wie empfinden dich deine Freunde? Wer sagt dir heute noch du sollst ruhig sein?
    Geändert von Beachnoodle (12.04.2017 um 09:30 Uhr)
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer

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    AW: Bei sich bleiben im Gespräch

    Kurz, knapp, konkret, auf den Punkt. DAS ist doch die Kunst.
    Wenn Kollegen lange und breit Sachverhalte zerreden, unterbricht unser Chef dann auch... ist ihm zuviel.
    Was ich damit sagen will: Es ist doch gar nicht wünschenswert und/oder professionell, ewig lang und breit über Themen zu labern, wenn es auch kurz und knapp geht.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  6. Inaktiver User

    AW: Bei sich bleiben im Gespräch

    Beispiel aus dem Büro: Frau x erzählt lang und breit über irgendwas. Ich könnte auch viel darüber sagen (zumindest der Theorie nach), aber ich bleibe im Hintergrund. Irgendwo zwischen den Gesprächsanteilen von x bringe ich meine Anliegen an. (Ja, das geht.)
    Aber ich würde mir wünschen, dass ich ... ein solches Selbstverständnis entwickel, dass Frau x eben auch MIR so zuhört, wie ich ihr.
    Wenn es privat ist: weggehen. Privates Dauergeschwafel im Büro interessiert mich nicht.

    Wenn es dienstlich ist: während die andere schwafelt, notierst du dir in Stichworten, was du sagen willst. Es spielt überhaupt keine Rolle, dass du dann nicht alles mitbekommt, was die andere sagt, denn das ist vollkommen unnötig. Dauerschwaflern höre ich auch beruflich nicht wirklich zu, sondern konzentriere mich darauf, nicht zu vergessen, was ICH sagen will. Eben, in dem ich mir meine Stichworte notieren.
    Und dann, wenn der Dauerschwafler geendet hat, bringe ich meine Punkte kurz, knapp ein. Wohlgemerkt: erst ganz am Ende. Nicht dann, wenn der Dauerschwafler zwischen zwei Ergüssen Luft holen muss. Denn wenn man seine Punkte nur dazwischen quetscht, gehen sie unter. Sondern man muss wirklich die Nerven haben, abzuwarten, bis der Dauerschwafler am Ende ist. Ev. sogar, bis die Sitzung "eigentlich" zu Ende ist, der Sitzungsleiter also bereits alle verabschieden will.

    Ich hab schon mehrmals wirklich bis zu diesem Punkt gewartet und dann gesagt: "Sorry, ich habe noch ein Rückkommen zu Punkt x, ich bin vorhin leider nicht zu Wort gekommen. Von meiner Seite zu Punkt x noch folgendes: erstens ... zweitens ... drittens... Danke."

    Es braucht Nerven, wirklich bis zum Schluss zu warten, und es braucht den Reflex, sich während des Dauergeschwafels der anderen die eigenen Sprechpunkte zu notieren, um sie nicht zu vergessen, und es braucht die Fähigkeit, sehr prägnant, klar und knapp zu formulieren.
    So hat man das letzte, prägnante Wort - DAS bleibt bei den anderen hängen. Nicht das Dauergeschwafel.

  7. User Info Menu

    AW: Bei sich bleiben im Gespräch

    Kurz, knapp, konkret, auf den Punkt. DAS ist doch die Kunst.
    Interessante Haltung. Kann ich was abgewinnen.


    Was auch verblüffend wirkt, nach paar Minuten einfach konsequent Teile der gesagten Sätze laut für sich wiederholen...
    Und dann müssen wir dann alles nochmal im neuen System erfassen....
    Und dann müssen neue Prozesse definiert werden,
    Und die alte Regelung gilt natürlich nicht mehr.....
    Hihi.


    Es braucht Nerven, wirklich bis zum Schluss zu warten, und es braucht den Reflex, sich während des Dauergeschwafels der anderen die eigenen Sprechpunkte zu notieren, um sie nicht zu vergessen, und es braucht die Fähigkeit, sehr prägnant, klar und knapp zu formulieren.
    So hat man das letzte, prägnante Wort - DAS bleibt bei den anderen hängen. Nicht das Dauergeschwafel.
    Nicht schlecht. (Überlege gerade, das müsste in einem privaten Rahmen ja auch gedanklich funktionieren ...)

    Frage mich aber, ob das "WIRKLICH" so ist. Oder ob da nicht doch (Achtung, Unterstellung) in euch noch so ein alter Frauenanteil schlummert, der uns irgendwann mal beigebracht worden ist, aka, sei ein Veilchen, dann wird schon alles. Also "warte ab" und "kurz und knapp ist doch viel besser".

    Ich finde es einfach interessant, mit welcher Selbstverständlichkeit mache Leute "dominieren" - und auch gelassen werden -
    Finde es bewundernswert, mit welchen Details sie z.B. ihren letzten Arztbesuch ausschmücken können (oder andere Beobachtungen, Erlebnisse usw.)

    Und solche Menschen bekommen auch den Raum. --- Konrektion: Ich glaube, es geht mir nicht (nur) um die nervigen Dauerschwafler, bei denen jeder halbwegs normal Gepolte mit den Augen rollt.

    Sondern um die, die "führen".
    Und Führung macht sich meines Erachtens auch in den Redeanteilen bemerkbar. Zumindest zu einem großen Teil. --- Anders gesagt in der Fähigkeit, sich und seine Beobachtungen/Weltsicht genau zu spüren und auch relativ unzensiert, d.h. ungekürzt, den anderen wiederzugeben.

    Ich sage jetzt mal ganz platt: weil man sich das wert ist. Weil man sich nicht zurückhält, einschränkt, kürzt ... wartet.

    Was meint ihr?
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

  8. Inaktiver User

    AW: Bei sich bleiben im Gespräch

    Oder ob da nicht doch (Achtung, Unterstellung) in euch noch so ein alter Frauenanteil schlummert, der uns irgendwann mal beigebracht worden ist, aka, sei ein Veilchen, dann wird schon alles.
    Nein. Nicht mehr. Das hab ich mir abgewöhnt.

    Finde es bewundernswert, mit welchen Details sie z.B. ihren letzten Arztbesuch ausschmücken können (oder andere Beobachtungen, Erlebnisse usw.)

    Und solche Menschen bekommen auch den Raum.
    Na, du gibst ihnen den Raum ja auch. Du hörst nämlich brav weiter zu.
    Ich nicht. Ich stehe auf und gehe, weil mich das anödet. Oder ich lehne mich demonstrativ zurück und spiele mit dem Handy oder lese ein Dokument. Ich höre nur zu, wenn es mich interessiert. Und Details des letzten Arztbesuchs interessieren mich nunmal nicht.
    (Mit Ausnahme von Menschen, die mir sehr nahe stehen, aber das sind nur äusserst wenige und nicht solche aus dem Berufsleben)

    Sondern um die, die "führen".
    Und Führung macht sich meines Erachtens auch in den Redeanteilen bemerkbar. Zumindest zu einem großen Teil.
    Nein. Nicht bei allen.
    Mein jetziger Scheff redet eher wenig, im Vergleich zu seinen ihm unterstellten Abteilungsleitern redet er am wenigsten. Aber WAS er sagt, ist klug, auf den Punkt und einprägsam.
    Ich halte es auch so. Ich bin kein Dauerschwafler, ich rede eher wenig. Aber WENN ich was sage, hören mir alle zu und in der Regel wird es so gemacht, wie ich sage.

  9. User Info Menu

    AW: Bei sich bleiben im Gespräch

    Zitat Zitat von Beachnoodle Beitrag anzeigen
    Susisa,
    passiert dir dass denn wirklich immer? Nur dir, mit diesen Menschen?
    (...)
    Wie empfinden dich deine Freunde? Wer sagt dir heute noch du sollst ruhig sein?
    Grundlegende Beobachtung der letzten Zeit, nicht nur an mir/mit mir, sondern auch anderen über "Wesenhaftes der Menschen". ;)
    Freunde empfinden mich als ... gute Frage!
    Mir hat zumindest noch keiner gesagt, dass ich zu viel rede.
    Ich begrenze mich da schon selber, weil ich es als höflich, angemessen und richtig empfinde, den anderen genau so viel sprechen zu lassen, wie mich selbst. Ja, ich achte da in Freundschaften sehr drauf.
    Mir wird das auch schnell unangenehm, wenn ich merke, dass mich da jemand zu sehr belabert.
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

  10. User Info Menu

    AW: Bei sich bleiben im Gespräch

    @horus

    Das ist gut. Ich kann es nur immer noch nicht ganz glauben. (Liegt an mir, nicht an Dir.)

    Die Haltung finde ich auf jeden Fall ziemlich ansprechend. Ich formuliere es mal mit meinen Worten, soweit ich das verstanden habe:

    "Ich bin ein Mensch, der es lieber konkret und auf den Punkt ausgedrückt haben mag. Wer für eine Sache viele Worte braucht, der hat irgendein Problem oder es nicht gelernt, präzise zu sein. Wenn ich seine Schilderungen interessant finde, dann höre ich zu. Wenn ich sie uninteressant finde, dann höre ich weg, lehne mich zurück ... ."

    * und (mein persönlicher Zusatz) mir ist es wichtig, dass die Gesprächsanteile etwa gleich verteilt sind.

    So?

    Und wie handhabst Du Menschen, die unheimlich viele (zu viele) Worte um etwas machen, aber trotzdem ganz interessante Sachen erzählen?
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

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