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    Stirnrunzeln Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    Hallo liebe Community

    vor vielen Jahren war ich zu ganz anderen Themen schon mal hier registriert... nun brauche ich mal wieder Rat und weise Worte. Ich versuche mich kurz zu fassen.

    Ich hoffe ich bin damit in diesem Bereich richtig, aber mein Anliegen scheint mir besser in "Persönlichkeit" als zu den Jobthemen zu passen. Ansonsten bitte verschieben

    Ich bin 37 Jahre alt, lebe allein mit meinem 9jährigen Kind und arbeite 25h/Woche in einem kaufmännischen Beruf. Nach dem Abi hab ich erst ein Germanistik- und Amerikanistik-Studium begonnen, wusste damals aber selbst nicht so wirklich wofür - es war nur klar, dass ich studieren möchte, und da mir Sprachen immer am meisten lagen, dachte ich gar nicht weiter nach. Ich war einfach viel zu unreif, um langfristig zu denken.

    Nach drei Semestern, die mehr aus Faulenzen als Lernen bestanden, brach ich ab und hatte Glück, zum Halbjahr in einen Ausbildungsjahrgang zur Groß- und Außenhandelskauffrau in einem großen, internationalen Unternehmen reinzurutschen. Die Ausbildung beendete ich schnell und mit Bravour und wurde danach übernommen, arbeitete vier Jahre mit großem Erfolg, "Party" und Spaß, fühlte mich anerkannt und wertgeschätzt.

    Dann kam mein Nachwuchs und nach der Elternzeit pünktlich zur Finanzkrise in 2009 leider keine Rückkehr in meinen Job. Ich hatte aber erneut Glück und fand eine passende Teilzeitstelle und blieb dort 6 Jahre, bis 2015. Die Luft war dann jedoch einfach raus, die Fahrtstrecke für 5h/Tag einfach zu lang (ich musste quasi vom Land in die Stadt tingeln) und ich wagte den Versuch, in einem Unternehmen in der Region neu zu starten.

    Diese sehr kleine Firma arbeitete wie ich feststellte nah am Rand des Legalen und bescherte mir dann nach nur 2 Monaten einen Hörsturz mit folgendem Ausfall des Gleichgewichtsorgans. Keine schöne Zeit, ich erhielt während meiner Krankschreibung die Kündigung in der Probezeit und war dazu, dass ich mich gesundheitlich erstmal aufrappeln musste, total planlos und voller Sorgen, wie es weitergehen sollte. Glücklicherweise lebte ich noch mit meinem Ex (nicht der Vater des Kindes) zusammen, so dass es finanziell nicht sofort in eine Katastrophe ausartete.

    Ich konnte lange weder in einen Monitor schauen noch mich irgendwie konzentrieren, eigentlich ging es mir nur gut, wenn ich draußen war, in Luft und Wind. Dann war der Tinnitus erträglich (den habe ich heute noch, je nach Situation mal durchaus erträglich, dann auch wieder sehr penetrant). Ich habe einen Hund und ein altes Pferd, beide die beste Therapie für mich, schon immer gewesen, damals jedoch besonders.

    Der Gedanke irgendetwas Sinnvolles tun zu wollen reifte immer mehr. Neidische Blicke auf schlaue Menschen, die es geschafft und sich mit ihrem persönlichen Umwelt- oder Tierschutzprojekt verwirklicht haben. Ich bin kein Sternzeichenprofi und glaube an diese Dinge nur bedingt, aber ich bin Schütze, sehr begeisterungsfähig, idealistisch und mit einem hohen Gerechtigkeits- und "Missionars" -Sinn. Ich konnte mich nicht mehr damit abfinden, meine Lebenszeit in die Dienste irgendeines Unternehmers zu stellen, als einziger Sinn den Bilanzen zu dienen, statt Mensch oder Tier. Und doch wusste ich natürlich um die Wichtigkeit der finanziellen Sicherheit, das war mir schon immer wichtig, und mein Leben kostet nunmal einiges an Geld, auch wenn ich für mich selbst wenig ausgebe.

    Ich weiß nicht ob man das nachvollziehen kann... aber der Gedanke wurde unerträglich. Hinzu kam die Sorge, dass ich vielleicht gar nicht mehr in meinen alten Beruf zurück kann, weil meine Gesundheit nicht mitspielt. Ein totaler Wirrwarr im Kopf. Was tun??

    Wieder hatte ich Glück und nachdem ich knapp 3 Monate krankgeschrieben zuhause war, bekam ich über Vitamin B Ende 2015 einen Job angeboten, Geld und Arbeitszeit passte prima, es war nicht allzu weit entfernt, wieder im kaufmännischen Bereich. Meinem Kopf ging es auch wieder besser. Natürlich sagte ich zu und das Hadern und die Zweifel rückten zugunsten der Sicherheit in den Hintergrund. Volle Kraft voraus.

    Der Job war herausfordernd, teilweise sehr stressig, so dass sich mein Ohr immer wieder beschwerte, aber es ging. Er hätte dauerhaft Spaß machen können, wären die Strukturen in der recht kleinen Firma flexibler gewesen und hätte es nicht mit einer Kollegin immer wieder Probleme gegeben. Ich musste mir eingestehen, dass ich das auf Dauer nicht will - also wieder auf Jobsuche.

    Nun bin ich seit Anfang des Jahres in meinem neuen Job - und hadere mehr denn je. Die Firma ist nochmal kleiner, im Endeffekt sitzen wir zu maximal viert hier, der Rest sind Freiberufler. Der Chef, mit dem ich mich auf persönlicher Ebene gut verstehe, ist selten da, treibt wenig wirklich voran und kommt meist erst gegen Mittag rein, und dann hab ich ja schon bald Feierabend. Seit meinem ersten Tag wird mir von "stressigen Zeiten" erzählt, auf die ich immer noch warte. Ich frage mich täglich, wieso ich überhaupt eingestellt wurde. Es bleibt für mich NICHTS zu tun. Es macht mich wahnsinnig. Die Arbeitsweise beruht darauf, dass quasi jeder alles macht, nichts liegen bleibt, es wird z.B. ein gemeinsames Mail-Postfach genutzt. Aufgrund meiner Teilzeit ist es da nochmal schwerer, sich "Arbeit zu erarbeiten", weil ständig alles schon erledigt ist. Dies ist so auch ausdrücklich gewünscht, es darf nichts warten, bis ich am nächsten Tag wieder da bin.

    Weil nun also so viel Luft ist, möchte mich mein Chef mit sehr viel Akquisetätigkeiten betrauen. Davon war im Einstellungsgespräch auch die Rede, zu ca. 20-30% der Arbeitszeit, je nach Arbeitsvolumen halt - vollkommen okay für mich. Nun bin ich jedoch bei... 98%? Die restlichen 2% wäre ich dann in der Kaffeeküche oder auf der Toilette...

    Und ich spüre, wie der Frust immer größer wird. Es macht mir keinen Spaß, ich will und kann nicht die komplette Zeit telefonieren, es liegt mir nicht und gibt mir nichts, auch wenn mein Chef dort meine großen Talente sieht. Das hatte ich ihm auch vor der Vertragsunterschrift deutlich erklärt, dass ich auf keinen Fall ausschließlich in diesem Bereich tätig sein möchte und welche Probleme ich damit habe (auch resultierend aus dem vorigen Job). Es war alles besprochen.

    Tja. Aus Chefsicht ist es aber natürlich jetzt logisch und ich verstehe seine Perspektive. Es ist grad wenig zu tun, also kann er meine Arbeitskraft so einsetzen, dass perspektivisch mal wieder mehr zu tun ist. Kurze Gespräche dazu gibt es dann und wann, just heute wieder. Unbefriedigend, weil ich natürlich ein Pokerface aufsetzen muss und nicht laut rausbrüllen darf, wie sehr er mir auf den Sender geht, wenn er mich am Ende fragt, ob sonst alles ok ist, er habe das Gefühl, dass es mir nicht gut geht.

    Normalerweise würde ich ihn einfach ansprechen und die Mißstände so wie sie sind aufzeigen. Aber etwas in mir warnt mich, mir das gut zu überlegen, die Konsequenzen zu bedenken und erstmal einen Plan B im Kopf zu haben. Ich darf nicht das Risiko eingehen, dass ihm dann auch noch auffällt, wie überflüssig ich eigentlich bin...

    Zudem ist der Rest des Teams zwar nett, die Stimmung locker (kein Wunder wenn man ständig ohne Aufsicht ist...), aber alle weit weit jünger als ich, und auch wenn ich mich selbst immer noch wie 25 fühle, so fehlt mir die Augenhöhe. Da liegen einfach Welten dazwischen und es fällt mir zugegebenermaßen schwer, mich darauf einzulassen.

    Währenddessen wächst und wächst der Frust, er erdrückt mich und ich habe das Gefühl, als würde ich jeden Moment explodieren, ich werde innerlich richtig aggressiv gegen mein Umfeld im Büro. Ich lese von Menschen, die es geschafft haben, einfach den Sprung in was Neues gewagt, angekommen und glücklich. Und ich selbst bin seit Jahren zu feige dazu, finde immer wieder eine andere Ausrede, einen weiteren Umweg, der scheinbar der Bessere ist.

    Ich habe definitiv damals den falschen Beruf gewählt und hätte etwas Sinnvolles weiterstudieren sollen. Ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Ich kann es mir in meiner privaten Situation aber auch nicht leisten, umzusatteln. Ich kann von meinem Einkommen keinen Cent erübrigen - im Gegenteil, eigentlich müsste ich mittelfristig darüber nachdenken, meine Stundenzahl wieder zu erhöhen. Eine Horrorvorstellung, noch mehr meiner Lebenszeit für den ungeliebten Job zu opfern. Dadurch, dass ich bis spätestens um 14:00h den Stift fallen lassen kann und danach frei bin, ist es ja nun doch noch irgendwie erträglich, und mit jedem Kilometer näher an Zuhause wandern meine Mundwinkel weiter nach oben. Auch wenn mich dann viel Stress erwartet mit Haushalt, Kind, Hund, Pferd... dann lebe ich.

    Ich kann das leider null pragmatisch sehen, die Vormittage als notwendiges Übel, um den Rest des Tages dann leben zu können. Das weise ich auch wieder ein bisschen meinem Sternzeichen zu ;-) Es macht mich einfach fertig und hat Einfluss auf alles andere.

    Ich wünschte mir so sehr einen Guru. Einen der mir sagt was ich kann, wo meine Stärken liegen, der mir meinen Lebensweg aufzeigt. Natürlich gibt es den nicht (und wenn, dann könnt ich ihn wahrscheinlich nicht bezahlen...). Aber ich bin an dem Punkt, an dem ich so nicht weitermachen kann. An dem ich endlich was Sinnvolles tun möchte, zufrieden sein möchte mit dem, was ich arbeite. Der Gesellschaft dienen. Ich sag euch, ich wäre eine perfekte Charity-Lady...

    Aber natürlich ist man vernünftig genug, um all die Wenns und Abers zu sehen.
    Ich hätte damals sowas wie Agrarwissenschaften studieren sollen. Was könnte ich mich dann heute vielleicht schon einbringen, für meine Ideale und Werte.

    Hätte hätte.
    Es gibt keine Lösung, und dennoch kann ich nicht aufhören danach zu suchen.
    Ich hab sogar bei der Berufsberatung im Arbeitsamt schon nach einem Termin gefragt... nicht dass ich davon ein Wunder erwarte, aber allein das Etwas-Tun-Können und nicht so untätig sein tut mir schon gut.

    Und ich habe nun doch verdammt lange geschrieben. Seid mir nicht bös...
    So ein Gedankenbrei. So eine innere Sehnsucht. So ein Wunsch nach Ausbrechen. Wäre ich privat nicht so gebunden - ich hätte längst meine Koffer gepackt und wäre ganz woanders. Geht alles nicht. Wie immer.

    Was soll ich nur tun...?

    Ganz liebe Grüße
    Candini

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    AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    hmmmm ist jetzt nicht böse gemeint, aber 25h pro woche in einem beruf der dir nur zu 70% oder so gefällt find ich jetzt wirklich nicht schlimm.
    andere arbeiten 40h am fließband un einer fabrik, um ihre familie zu ernähren. oder als putzfrau um 5€ die h (gestern abend in akte war ein bericht).
    und besser leicht unter- als überfordert sein.
    also deine "lebenszeit" verschwendest du wirklich nicht, hast den ganzen nachmittag, abend, we...
    ich würd sagen sei zufrieden mit dem was du hast :)

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    AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    [QUOTE] Du muss auch nicht aufhören zu suchen.

    Wenn du gute Erfindungen, einen guten Input hast, der an verschieden Stellen vielleicht außerhalb deines Berufsfeldes zu gebrauchen ist, so hindert dich doch nichts und niemand daran, dass entspechend anzubringen.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



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    AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    Hallo!

    Es gibt so Menschen mit einem wahnsinnigen Leidensdruck, mein Freund ist so einer. Er erträgt es kaum, auch nur 1 Stunde etwas zu tun wohinter er nicht steht.
    Das wirkt für aussenstehende komisch, evtl gar verwöhnt , weil ihr ja eigtl eine gute Situation habt.
    Deine Situation ist ja objektiv betrachtet nicht schlecht, es gibt viele, die es weitaus schlechter haben.

    Das alles hilft dir leider nur gar nix, denn du leidest.
    Bei meinem freund gab es leider nur eine Lösung : dem Ruf zu folgen. Er baut sich neben dem Beruf eine selbständigkeit auf.

    Dein Inneres schreit ganz laut, ich bin mir sicher, du weisst innerlich längst, was du tun willst.

    Ja, du hast ein Kind, welches du versorgen musst. Fernstudium? Abendschule und jemand betreut dein Kind? Oder auch eine selbständigkeit, die du von Zuhause aus erledigst? Im Zeitalter des Internet ist doch nichts mehr unmöglich :)

    Folge dem Ruf, er lässt dich leben!

  5. Inaktiver User

    AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    Du hast schon eine Menge Tätigkeiten gemacht - gab es dabei irgend etwas, was dir wirklich zusagte? Vielleicht lässt sich so eine Richtung heraus destillieren.

    Ich finde deine Situation gar nicht so schlecht: Festanstellung, geringe Arbeitszeiten, kein Stress.

    Überlegungen à la Hätte, hätte, Fahrradkette bringen natürlich nichts.

    Und auch Traumjobs haben ihre Routinen und Nachteile (zB. sind sie oft prekär). Da ruft dann nicht die Persönlichkeit, sondern der Auftraggeber....

  6. Inaktiver User

    AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    @Candini: es gibt ja diesen platten Spruch: "man kann im Leben alles haben, aber nur meist nicht gleichzeitig". Bei näherem Hinsehen ist dein Hauptproblem doch die örtliche Gebundenheit; dadurch hast du nur wenige Möglichkeiten für deine Ansprüche. Also würde ich dir raten, dir einen Plan zu machen, wie du das mittel- bis langfristig ändern kannst . Es gibt schon Gebiete in Deutschland, wo "das Land" recht nah an "die Stadt" grenzt - so was könnte ein Kompromiss sein. Die andere Frage wäre, wie du für dich mehr Möglichkeiten erschließen kannst - welche Berufe sind denn in deiner Gegend gefragt, und gibt es Möglichkeiten, da als Quereinsteiger reinzurutschen?
    Ich denke aber auch, dass du schauen musst, wie du mit Druck besser umgehen kannst. Dass du bei relativ wenigen Stunden innerhalb relativ kurzer Zeit (Probezeit) schon so massive gesundheitliche Probleme bekommst, scheint mir ein Symptom von etwas tiefer Liegendem zu sein - die Spitze des Eisbergs, der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Die Frage ist nur: wie sieht der Eisberg aus bzw. was genau ist in dem Fass. Hast du dazu Impulse bei deinen Behandlungen bekommen ?

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    AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    Was spricht dagegen wenn Du Dich in Deiner Freizeit im Tierschutz engagierst und den Job als reinen Broterwerb akzeptierst? Und warum suchst Du Dir keinen Job in einer anderen Branche? Kaufmännische Angestellte braucht man auch in Umweltorganisationen.
    Mir scheint das alles ein wenig planlos und getrieben von dem Glauben, dass Du Dich unter Wert verkaufst. Du schreibst ja, in Deinem Ausbildungsunternehmen hättest Du Dich wohlgefühlt. Und das war ja auch die freie Wirtschaft . Aber es war eben ein großes angesehenes Unternehmen, wo der Job Spaß machte. Daher nehme ich Dir nicht ab, dass es Dir nur um die höheren Güter Tiere und Natur geht, sorry.
    Es gibt genügend Organisationen, die sich über aktive Mitstreiter freuen.

  8. Inaktiver User

    AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    Realistisch betrachtet gibt es wohl ziemlich wenige Leute, die hauptberuflich was mit Tier- oder Naturschutz machen. Und wenn, bestehen diese Tätigkeiten auch zu einem großen Teil aus Verwaltungsaufwand. Als Agrarwirt muss man heutzutage in erster Linie Verordnungen auslegen können.

    Deine Vorstellungen scheinen mir daher ziemlich unreif, sorry.

  9. User Info Menu

    AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    Guten Morgen - und danke fürs Lesen und Antworten!

    Klar, ihr habt recht. Objektiv betrachtet geht es mir gut. Ich habe einen festen Job, der mich vielleicht nicht reich macht, aber immerhin sogar in Teilzeit genug zum Leben abwirft. Ich habe ein tolles Kind, einen tollen Freund, Tiere, usw. blabla.

    Ich weiß das ja. Und ich bin höllisch dankbar dafür. Ich ziehe den Hut vor Alleinerziehenden, die von morgens bis abends schuften müssen, um über die Runden zu kommen, und ihr Kind abends gerade noch eine Stunde für sich haben. Es ist ein "Luxus", den ich mir erlauben kann. Das weiß ich!

    Und obwohl ich immer wieder in mich gehe und mir das sage und vorbete, ändert es nicht an diesem rastlosen Kummer in mir. Lilalka, ich glaube Du triffst es mit dem was Du schreibst ganz gut. Gibt es für das Problem einen Namen?

    Ich habe viel darüber nachgedacht, was ich wirklich kann, wo meine Fähigkeiten und Stärken liegen, abgesehen von dem, was ich in meinem Beruf erlernt habe. Ich weiß es nicht. Ich kann vielleicht sagen, was mir Spaß macht - aber das dann gut genug umsetzen zu können, um damit seine Brötchen zu verdienen, das ist dann doch ne andere Liga. So realistisch muss ich dann schon sein.

    Im Tierschutz engagiere ich mich in meiner Freizeit sowieso. Vielleicht wird dadurch der Wunsch sogar leider noch verstärkt, dafür mehr Zeit und Kraft investieren zu können, gut möglich.

    Kara_Thrace, nach meinen Ohrgeschichten wurde ich ärzteseitig nur medizinisch behandelt und der Auslöser wurde kurz mit Stress abgetan. Ich gehe nach wie vor zu Kontrollen, der Tinnitus ist ja auch nach wie vor da, ebenso wie ein starker Druck auf den Ohren. Und beides wird tatsächlich dann sehr stark, wenn es mir psychisch nicht gut geht. Du hast recht, dass ich mich was das angeht in weitere Behandlung begeben sollte. Ich habs halt immer mehr oder weniger am Job festgemacht, weil es definitiv durch diesen bedingt ist... dass die Wurzel aber auch in mir liegen könnte, klar, das ist logisch. Den Gedanken hab ich so noch gar nicht weiter verfolgt...

    Wie auch immer - vielen Dank für eure Antworten, auch die kritischen. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass sich meine Schilderung für euch nach Jammern auf sehr hohem Niveau anhört. Aber bitte glaubt mir, dass dieses Gefühl und die Sorge und diese Sehnsucht nach Irgendwas wirklich sehr stark sind, die Stimme zur Zeit so laut.

    Ich wünschte ich könnte das pragmatischer sehen. Würde es im neuen Job nicht so viele kleine Stolpersteine geben, wäre es vielleicht jetzt auch gar nicht so hoch gekommen, ich denke, das hat es schon bedingt.

    Viele Grüße
    Candini

  10. Inaktiver User

    AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit

    Zitat Zitat von Candini Beitrag anzeigen
    Kara_Thrace, nach meinen Ohrgeschichten wurde ich ärzteseitig nur medizinisch behandelt und der Auslöser wurde kurz mit Stress abgetan. Ich gehe nach wie vor zu Kontrollen, der Tinnitus ist ja auch nach wie vor da, ebenso wie ein starker Druck auf den Ohren. Und beides wird tatsächlich dann sehr stark, wenn es mir psychisch nicht gut geht. Du hast recht, dass ich mich was das angeht in weitere Behandlung begeben sollte. Ich habs halt immer mehr oder weniger am Job festgemacht, weil es definitiv durch diesen bedingt ist... dass die Wurzel aber auch in mir liegen könnte, klar, das ist logisch. Den Gedanken hab ich so noch gar nicht weiter verfolgt...
    Ich hatte hier im Forum mal das Buch "Warum burnout nicht vom Job kommt" empfohlen bekommen und es auch gelesen; zwar fand ich nicht alle Punkte 100% plausibel, aber so als Denkanstoß taugte es ganz gut. Vielleicht magst du dir das mal anschauen.

    Bei den Fällen mit jobbedingter Psychosomatik/Burnout, die ich in meinem Umfeld gesehen hatte, lag das Problem fast immer viel tiefer bzw. woanders; der Stress im Job zu einem bestimmten Zeitpunkt war nur der Auslöser/Katalysator für etwas, das so oder so früher oder später an die Oberfläche gekommen wäre.

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