@ Candini - Mein Eindruck ist, dass du eine vage Vorstellung 'nach etwas anderem, sinnvollem' verspürst, tatsächlich aber keine Ahnung hast, was das genau sein könnte.
Ich will dir mal kurz etwas über mich erzählen, vielleicht kannst du etwas für dich daraus holen:
Vor nun gut 4 Jahren habe ich mich selbständig gemacht. Vorausgegangen war dem aber eine Zeit der Krankheit, die mir klarmachte, dass ich nicht mehr in meine alte Firma zurückkonnte. Deshalb kündigte ich meinen Job, ohne jedoch einen neuen Job in Aussicht zu haben. Dies war also leider der Situation geschuldet und war gleichzeitig meinerseits gepaart mit einem gehörigen Optimismus, bald etwas Neues zu finden.
Dieser Wendepunkt in meinem Leben, die Kündigung, war zugleich eine Art Schicksalsschlag, denn unter anderen Umständen hätte ich meinen Job wohl nicht freiwillig an den Nagel gehängt. Es brauchte also mehr oder weniger diesen Impuls von 'Außen', um diesen Schritt zu gehen.
Ich entschied mich, mir nun eine neue Stelle suchen zu wollen in einem Umfang von nur noch 20 Std., um mich daneben selbständig machen zu können. Was ich als Selbständige genau machen wollte, war mir (im Gegensatz zu dir) schon sehr lange klar, jedoch noch nicht, wie ich das schaffen würde.
Wenn ich heute zurückblicke, war der Weg holprig, ja, ist es noch immer. Lange Zeit hatte ich massive Existenzängste. Logisch, wenn das ehemals feste Gehalt plötzlich wegfällt.
Jedem, der sich alleine selbständig machen möchte, würde ich dazu raten, dies allmählich, neben dem bestehenden Job her, aufzubauen, um die Risiken abzudämpfen, und nicht knallauffall seinen festen Job zu kündigen. Irgendwann wird dann der Zeitpunkt kommen, an dem man davon leben kann. Vielleicht aber bleibt es einfach immer das 'zweite Standbein', was angesichts des Risikos ebenso sinnvoll wäre.
Wie du herausfindest, was 'deins' ist, weiß ich nicht, aber vielleicht hast du ebenso wie ich einen alten Traum, der dir die Richtung weist!
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Ergebnis 11 bis 20 von 41
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23.03.2017, 20:29
AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit
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23.03.2017, 21:21
AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit
Liebe Candini,
ich weiss genau, wie sich deine Situation anfuehlt. Man macht etwas, wogegen man sich so sehr straeubt. Wenn ich auf Arbeit bin, zaehle ich quasi nur die Stunden, bis ich wieder nach Hause gehen kann. Ich habe mir schon so oft gedacht, dass es das nicht sein kann. Leider ist es sehr schwierig aus diesem Trott rauszukommen.
Aber wie andere schon vorgeschlagen haben...vielleicht kannst du ja ein Fernstudium beginnen? Du kannst immernoch nebenbei arbeiten gehen, machst aber etwas was dir wirklich Spass bereitet. Ich weiss, dass Leben ist kein Ponyhof und es gibt weitaus beschissenere Jobs, aber wenn man die Chance hat, etwas zu aendern, dann sollte man das auch tun. Auch wenn es mit viel Arbeit verbunden ist.
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23.03.2017, 21:51
AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit
Ich finde, dieses Bedürfnis solltest du ernst nehmen, Candini! Und sich vergleichen mit anderen, denen es noch schlechter geht, hat noch niemandem geholfen, auch, weil solche Vergleiche eigentlich immer hinken.
Und wenn du Ideen hast, dann lass dich nicht von dem Glaubenssatz zurückhalten, es sei schwierig, aus seinem Hamsterrad auszusteigen.
Suche dir Menschen, die vorangehen, 'Macher' also, bei denen du dir das 'Wie sie's machen' ein stückweit abschauen kannst! Lass dich mitreißen! Schau aber auch hinter die Kulissen, denn auch die 'Coolsten' kochen nur mit Wasser. – Aber trotz allem Realismus ist es keine Utopie, seine Pläne/Wünsche ein stückweit zu realisieren!
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24.03.2017, 07:04
AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit
Hier fehlt es nur leider an konkreten Plänen. Die TE weiß nur, dass sie gerne etwas Sinnvolleres täte, aber nicht was.
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24.03.2017, 09:04
AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit
Ich finde, die TE hat hier schon einige konkrete und wertvolle Denkanstöße bekommen.
Was würdest du dir wünschen? Eine Liste mit 'sinnvollen Tätigkeiten'? (wenn es die denn objektiv gäbe)
Dazu müsste die TE vielleicht noch konkreter werden, was ihr liegt / Spaß macht. So tappen wir im Dunkeln, zumal niemand hier die TE persönlich kennt ...
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24.03.2017, 09:10Inaktiver User
AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit
Wo stand eigentlich, dass die TE eine Selbstständigkeit anstrebt?
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24.03.2017, 09:12
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24.03.2017, 09:24
AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit
Da mag wirklich etwas dran sein. Klar ist mir schon lange bewusst, dass es vor allem an meinen Charaktereigenschaften und -schwächen liegt, dass ich mir Dinge zu Herzen nehme und diese mich negativ beeinflussen, die anderen am Allerwertesten vorbeigehen würden. So bin ich halt. Ich hab vor ein paar Jahren mal einen Bericht über Hochsensibilität gelesen, und mich in vielen Punkten wiedergefunden... ich muss den Gedanken unbedingt weiterverfolgen.
So ist es bei mir z.B. auch so, dass ich bei negativen Empfindungen, egal wie begründet oder objektiv unbegründet sie sein mögen, immer erst durch einen kompletten "Strudel" durch muss, ich muss ihn komplett mit allen Emotionen durchleben und habe keine Chance auf ein Stopp. Bis ich dann unten rauskomme und plötzlich feststelle "ach - war ja gar nicht so schlimm. Ich lebe ja noch, viel Wind um Nichts". Lerneffekt fürs nächste Mal gibt es nicht. Das ist wirklich schwierig.
1000 Dank für eure weiteren Gedanken. Es ist tatsächlich so, dass mich zwar etwas ruft, aber ich nicht sehen kann, was. Das steigert die Unzufriedenheit und man fühlt sich ein bisschen als Versager, besonders wenn man auf die "Macher" um sich rum schielt. Eine Bekannte hat sich aus dem Nichts zu einem hauptberuflichen Reiseblogger entwickelt. Ein ehemaliger Kollege ist selbstständiger Auto-Redakteur und reist um die Welt. Eine weitere Bekannte hat eine Hundetagesstätte eröffnet, mit riesigem Erfolg.
Und ich sitze hier, knabbere an meinen Fingernägeln und warte, dass die Erleuchtung irgendwie zu mir kommt. Ich bin sehr begeisterungsfähig, das kann mich motivieren bis zum Letzten, ich kann vieles ein bisschen - aber nichts ausnehmend gut.
Je mehr ich drüber nachdenke und versuche, der Sache auf den Grund zu gehen, desto mehr frustriere ich. Schön wäre, erst mal ein wenig zur Ruhe zu kommen...
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24.03.2017, 09:31
AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit
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24.03.2017, 09:35Inaktiver User
AW: Sackgasse zwischen falschem Job und dem inneren Ruf der Persönlichkeit
Hallo candini,
ich find es toll, wieviel Energie du hast. Das empfinde ich beim Lesen jedenfalls so. Und irgendwie weißt du nicht, wohin mit deiner Energie. Hab irgendwo mal gelesen, dass ein burnout genauso grausig ist wie ein BORE-out, also Langeweile im Job.
Momentan fühlst du dich wohl gefangen in den Notwendigkeiten, was verständlich ist, musst ja für dein Kind sorgen.
Und da würde ich mal ansetzen:
Was von all dem, was dich momentan vermeintlich fesselt, ist tatsächlich lebensnotwendig?
Also Geld brauchst du - eh klar. Ein Dach überm Kopf auch. Was noch?
Der Ort, wo ihr zwei jetzt zuhause seid... ist der für immer und alle Zeiten euer Zuhause? Warum? Was spräche gegen einen Umzug? Dein Kind? Ich bin als Kind dreimal umgezogen worden, einmal sogar in ein anderes Land... und ich lebe noch und bin zufrieden und fröhlich 😉
Ok. Dann die Gretchen-Frage:
Was willst du denn machen?
Yoga-Lehrerin für Katzen?
Hundefriseurin?
Pferdeflüsterin?
Walfangjäger-Jägerin?
Menschenaffenforscherin?
Ministerin für Tierschutz?
Oder doch Fremdsprachenkorrespondentin?
Oder was ganz was anderes?
Eigenes Restaurant aufmachen?
CEO bei Goldman Sachs?
...
Wenn du noch nicht weißt, wo du hin willst, ist es auch schwierig, den Weg zu definieren.
Also kläre erstmal dein Ziel - dann kann man Kompass und Karte ausrichten, entsprechend Proviant vorbereiten und Unterkünfte auf dem Weg einplanen. Einfach losmarschieren ist keine gute Idee, das führt meist dazu, dass die Bergwacht ausrücken muss.
Also was willst du mal werden, wenn du groß bist? 😉
Träume ruhig mal richtig groß!!!
Ich hab mal irgendwo gelesen: "Wenn dir deine Träume keine Angst machen, sind sie nicht groß genug!"
Also DREAM BIG...
Und wenn du das erstmal weißt, dann ist alles andere ein Spaziergang für dich.
Lass dir das mal von einer gesagt sein, die ihren Traumjob hat und an ihrem Traumort ihr Traumleben führt 😀🌺


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