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20.03.2017, 15:58
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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20.03.2017, 16:06
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20.03.2017, 16:11
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Stellst du das richtig, Paraplumeau? Mit derartigen Wahrheitsverzerrungen würde ich nicht leben, das ginge mir zu weit.
Allerdings kenne ich das Problem des 'nicht gesehen werdens' aus eigener Anschauung. Einmal aus dem Elternhaus, dem meine Leistungen ab dem Abitur suspekt waren, einmal durch die Heirat in eine Familie, die auf so etwas nichts gibt. Meine Schwimu ist Hausfrau mit Schwerpunkt Sauberkeit, weitere Interessen hat sie nicht. Nach ihren Masstäben ist sie eine tolle Frau.
Nach meinen Masstäben zählt Lestung und Intelligenz.
Man kann sich leicht ausmalen, wie das mit der gegenseitigen Wertschätzung aussah
Etwas besonderes wollte ich auch immer sein, es hat gedauert, bis ich meinen Bereich gefunden habe. Aber jetzt bin ich sehr zufrieden damit.
Ich halte auch gar nichts davon, von diesem Bedürfnis abzurücken. Zum einen funktioniert das ohnehin nur oberflächlich, zum anderen ist es auch Antrieb etwas Besonderes zu tun.
Da mögen hunderte ihr Leben leben und in ihrem Umfeld zufrieden sein. Wenn jemand nun einmal anders ist, bringt ihm diese Einsicht wenig.
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20.03.2017, 16:23Inaktiver User
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Für mich lesen sich deine Posts wie eine Anleitung zum Unglücklichsein.
Es spricht so viel emotionale Bedürftigkeit aus deinen Schilderungen, dass es fast weh tut.
"Objektiv" gesehen geht es dir gut, du hast mehr als viele andere, aber in dir scheint es eine Art von schwarzem Loch zu geben, das verhindert, dass du mit deinen Leistungen zufrieden bist.
Du träumst davon, dieses Loch mit "Berühmtheit" oder "Besonders-Sein" zu stopfen. Das kann nicht gelingen, denn der Applaus von anderen wird deinen emotionalen Hunger niemals stillen können.
Das Konkurrenzdenken, das du in deinem Sport schilderst, gibt es auch in allen anderen Branchen. Je erfolgreicher du wirst, desto mehr Neider wirst du haben. Sieh dir nur deine eigene Mißgunst in Bezug auf den Erfolg anderer an: Es gibt sehr viele Leute wie dich, die die Leistungen anderer nicht ehrlich bewundern können, sondern ihnen nur ihren Erfolg neiden.
Von wem möchtest du denn den Applaus bekommen? Wie viele ehrliche Bewunderer gibt es deiner Meinung nach?
Dass du dich selbst wertlos fühlst, wenn andere dich nicht dauernd bestätigen, deutet für mich auf ein Defizit hin, das wohl schon im Kleinkindalter entstand. Babys und kleine Kinder sind die einzigen, die bedingungslose Liebe und Zustimmung von ihren Eltern erwarten dürfen. Und wenn das klappt, sind sie als Erwachsene auch nicht mehr so emotional bedürftig.
Hast du als kleines Kind zu wenig Aufmerksamkeit bekommen? Oder warst du im Gegenteil eine kleine Prinzessin, um die sich alles drehte? Ich würde als erstes diesen Fragen nachgehen. Woher kommt dieses Gefühl des Defizitär-Seins?
Deine Strategie kann auch deswegen nicht aufgehen, weil du das Pferd am Schwanz aufzäumst: Erfolgreiche Leute sind deswegen erfolgreich, weil sie das, was sie tun, brennend interessiert. Sie haben eine intrinsische Motivation und tun Dinge um ihrer selbst willen. Der Applaus anderer ist bestenfalls eine nette Zugabe. Sie würden ihr Ding auch ganz ohne Applaus anderer durchziehen.
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20.03.2017, 16:32Inaktiver User
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Das widerspricht sich mE. grundlegend. Berühmtheit führt nicht zum "gemocht" werden, falls man die Bewunderung von Fans nicht als "echte Zuneigung" missinterpretieren will.
Berühmte Leute werden vielleicht bewundert, aber geliebt werden sie höchstens von ihrem privaten Umfeld (und da nicht für ihre beruflichen Leistungen).
Ich halte es auch nicht für nötig, dass das private Umfeld - Familie, Freunde - einen bewundert.
Du machst das doch auch nicht, lilalka. Im Gegenteil: Du schilderst deinen Neid auf Leute, die erfolgreich sind.
Andere ticken doch genauso. Wer will denn schon dauernd jemanden neben sich bewundern oder in der Familie einen Hype um besondere Leistungen eines Familienmitglieds machen?
So funktioniert Zuneigung nicht. Sie beruht auf Gegenseitigkeit und Augenhöhe, nicht auf Überlegenheit auf der einen und Bewunderung auf der anderen Seite.Geändert von Inaktiver User (20.03.2017 um 16:37 Uhr)
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20.03.2017, 16:56
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20.03.2017, 17:08
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Kann es sein, daß du "komplett selbstbewußt", das du bewunderst, als "Selbstdarstellung" verachtest, wenn du es selber tust?
Wenn du kein Umfeld willst, daß dich ablehnt und dir gegenüber willentlich unwissend (ignorant) ist, dann such dir ein anderes. Fang mit ein oder zwei Leuten an, die dich mögen und die du magst und wo ihr euch gegenseitig Komplimente machen könnt. Schmeiß die Leute raus, die dich grau, stumpf, furchtsam und inkompetent machen.
Ich habe es über die Jahre immer wieder gesehen, wie sehr das, wofür man Anerkennung kriegt und wofür nicht, die Fähigkeiten und den Lebensweg beeinflußt -- wie Kinder, denen der Lehrer sagt, sie seien hoffnungslos in Mathe, jede Hoffnung in Mathe verlieren und es nie lernen, wie Leute, die immer gefragt werden, wenn ein Vortrag zu halten ist, von guten zu großartigen Rednern werden.
Das Problem mit Manifestationen, daß man etwas kann, ist, daß der innere Zensor brilliant darin ist, sie zu leugnen. Es war einfach. Jeder hätte es gekonnt. Ich hatte Glück. Es ist ja nur zum Spaß. Nur die Leute, die mich niedermachen, haben eine Ahnung von der Materie. Wer mich lobt ist dumm oder verlogen. Du schreibst selber, was du alles geschafft hast -- und es ist dir egal. Es bedeutet nichts.
Das ist die Stelle, die du ändern müßtest.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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20.03.2017, 17:08
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Liebe syriana,
meinen Hilferuf als Joke hinzustellen ist nicht sehr nett.
Glaubst du, ich hab mir das so gewünscht? Ich hatte eine sehr schwierige Kindheit, meine Eltern waren leider mit allem anderen befasst ausser mit mir.
Ich habe mich ganz alleine hochgezogen, bin meinen Weg alleine gegangen und stehe dort wo ich stehe.
Dass ich Charisma habe habe ich von verschiedenen Menschen gehört - ob du es glaubst oder nicht.
Sensitivität bzw Empathie habe ich zu genüge - eines meiner Lebensthemen ist die innere Abgrenzung. Ich lasse mich immer zu sehr auf jeden ein, nehme Stimmungen bewusst wahr und das kann mitunter sehr anstrengend sein. Ein Grund, warum ich mich derzeit von vielen Menschen fern halte. Ich brauche meine Kraft für meine Arbeit. Ich bin sicher dass du das mit 7 Tage arbeiten in der Woche und Leistungssport 5 mal wöchentlich ganz anders hinbekommen würdest. Ich hab des weiteren niemanden als schnarchzapfen betitelt, sondern lediglich gesagt, mein Umfeld würde mich nicht verstehen.
Aber danke für deine Interpretation.
Ich war eigentlich bis jetzt zufrieden in meinem leben. Ich habe lange studiert,auch im Ausland, gute Abschlüsse gemacht, bin grade dabei mir meine selbständigkeit aufzubauen und stehe kurz vor der Promotion.
Dass ich mit 30 Jahren aufwache und den Wunsch verspüre berühmt zu sein und Anerkennung zu bekommen, habe ich mir nie träumen lassen. Ich verstehe diesen Wunsch nicht. Deshalb suche ich Hilfe und Meinungen von aussen.
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20.03.2017, 17:10
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20.03.2017, 17:16
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
... und mit emotionaler Kapazität. Und die hat damit zu tun, wie man lebt. :niedergeschmettert".
Stimmt alles, was du schreibst, aber ich bleibe bei meiner Einschätzung: Großes Problem. Wenn das beste, was man über sein Leben sagen kann ist, daß man dankbar zu sein hat, ist man emotional wahrscheinlich insolvent. Da ist schwer allein rauszukommen.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **



Es hat ewig gedauert, bis ich das auch nur ansatzweise ablegen konnte.
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