Du kennst bestimmt das Buzzword "Networking". Dabei geht es darum, Menschen zu finden, die einen weiter bringen. Ein gutes Netzwerk beinhaltet fachlich kompetente, dir wohl gesonnene Menschen für alle Lebenslagen. Idealerweise hat man Menschen, die sich im Berufsleben auskennen und dir helfen, wenn der nächste Karriereschritt ansteht. Und die dir Rückmeldung zu deinem Weg geben.
So etwas kann, aber muss kein organisiertes Netzwerk sein. Es gibt regionale Netzwerke zum Beispiel bei Xing, es gibt Stammtische, es gibt Frauennetzwerke ... Man muss sich ein paar anschauen, um das richtige zu finden. Oder selbst einen Stammtisch zu einem bestimmten Thema ins Leben rufen. Man kann sich aber auch einfach umschauen: wer kann mir helfen? Wenn ich - beispielsweise - kreativ arbeite, hole ich mir immer mindestens zwei Rückmeldungen, eine von einem Menschen, der fachlich was davon versteht und konstruktive Kritik üben kann, und eine von einem echten Freund, der mich lobt, dass ich überhaupt mal wieder tätig geworden bin.![]()
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20.03.2017, 14:38Inaktiver User
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
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20.03.2017, 14:41Inaktiver User
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Wobei auch Networking immer Geben und Nehmen bedeutet. Wer nur kommt, um sich Applaus abzuholen, wird kein erfolgreicher Netzwerker werden. Das sind dann sehr langweilige Runden, bei denen keiner echtes Interesse an den anderen hat, sondern immer nur darauf wartet, selbst an der Reihe zu sein ...
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20.03.2017, 14:41
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20.03.2017, 14:47
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Zuerst noch zum Thema Familie: Familie verzeiht einem am allerwenigsten, wenn man sich ändert. Und die braucht am längsten, bis sie sich daran gewöhnen, und dann, irgendwann, vielleicht den beruflichen Erfolg, oder den Sieg im Sport, so sehr loben, wie sie das bei der Nachbarin schon immer tun.
Wenn man zu neuen Wegen aufbricht, sind Leute, die man wenig kennt, eher die, die sagen "ist ja toll, was du da alles tust, Chapeau!"
Ich stelle mal diese beiden Sätze nebeneinander hin. So als Kontrastprogramm.
Wer gesehen werden will, muss sich zeigen - und nicht verstecken. Was zeigst du von dir?
und auch: "Klappern gehört zum Handwerk" - mit Freude und Leidenschaft über das zu sprechen, was einen begeistert - ist oft gar nicht so leicht. In mir stelle ich oft eine gewisse Schamhaftigkeit fest, wenn es um die Themen geht, die mich am meisten berühren, die mir am wichtigsten sind - denn dort bin ich auch verletzlich.
Es ist ein langer Weg, sich in dem zu zeigen, was am Wichtigsten ist. Für mich auf alle Fälle ist das so, und auch für diverse Leute, die ich kenne.
Da ist oft ein langer Weg dahinter.Ich bewundere und beneide Menschen, die komplett selbstbewusst zu dem stehen, was sie tun, wie sie aussehen, welche Werte sie vertreten.
Fürs Gemocht-Werden ist es schon leichter, wenn man ab und zu Zeit hat, um Leute auf einen Kaffee zu treffen, als wenn man ihnen ständig absagen muss, weil man beruflich so sehr eingespannt ist. Beziehungen brauchen Zeit und Musse.Ich bin viel zu hinterfragt, unsicher und habe angst anzuecken .
Jemand fragte hier ob ich berühmt sein oder gemocht werden will. Es ist zweiteres.
Hier ist es wichtig, die eigenen Prioritäten zu setzen - aber dann auch zu ihnen zu stehen, im Bewusstsein, dass sich immer wieder mal jemand auf den Schlips getreten fühlen wird. Es geht nicht anders.
Kommunizierst du deinem Umfeld denn, warum dir etwas Bestimmtes wichtig ist? - falls du das tust und die Ablehnung ist immer noch da, wäre es wohl sinnvoll, sich eine neue Umgebung zu suchen.Ich erfahre viel Ablehnung oder Ignoranz meines Umfeldes gegenüber dem was mir wichtig ist.
Die Idee loslassen, dass man etwas TUN muss, um toll zu sein? ich finde mich ganz in Ordnung, auch wenn ich nur faul rumhänge. Wirklich. Und wenn das andere stört... nicht mein Bier!Ich weiss nicht was ich noch tun soll, insbesondere damit ich mich selbst toll finde.
gruss, barbara
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20.03.2017, 14:51Inaktiver User
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Etwas befremdlich finde ich es schon, wenn jemand meinst, für seine Leistung mehr gesehen werden zu müssen als andere. Vor allem weil man oft gar nicht so genau weiß was andere leisten, wenn die das nicht an die große Glocke hängen. Ich kenne Beispiele - von Menschen, die sich rührend um ein krankes Familienmitglied kümmerten, Menschen die selbst krank sind, sich aber nichts anmerken lassen und unter großem Kräfteaufwand noch immer für andere da sind und ihre Arbeit erledigen, Menschen die noch mal eine Ausbildung machen oder studieren und die finanziellen Einschränkungen in Kauf nehmen, um etwas zu erreichen... du kennst von vielen die Lebensumstände gar nicht, weißt nicht, ob die nicht auch was besonderes leisten, das sie nur nicht jedem auf die Nase binden.
Ich finde es anmaßend, wenn man denkt, die eigenen Leistungen müssten besonders gewürdigt werden. Als wäre eine alleinerziehende Mutter, die sich zuhause um drei Kinder kümmert und die das vielleicht unter besonders schwierigen Umständen tut, niemand, der etwas besonderes leistet. Manche sollten vielleicht von ihrem hohen Ross herunterkommen und einsehen, dass sie längst nicht die Einzigen sind, die Leistung bringen. Für andere ist es nur selbstverständlich, dass sie keine Plattform und Bewunderung dafür brauchen.
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20.03.2017, 14:56Inaktiver User
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Ich fände noch wichtiger loszulassen, "etwas Besonderes" sein zu wollen.
Wir sind mittlerweile bei ein paar Milliarden Individuen auf diesem Planeten. Guck mal in einen Ameisenhaufen und such mir DIE besonderen Ameisen raus gg. Und trotz allem leistet jede ihren individuellen Beitrag zum Gedeihen des Ameisenhaufens. ohne dass ihr jemand zart über die Fühler streichelt und sagt ach ohne dich ging hier nichts"
Und so tut es auch die überwiegende Anzahl der Milliarden Menschen. Einfach so, selbstverständlich.
Und davon bin ich einer. Und du. Und... und... und...
Schade, wenn das nicht reicht. Du nimmst dir selbst so viel.
Lob und Anerkennung ist was Schönes. Tut gut, gibt einem ein warmes Gefühl. Aber wie so vieles andere, kann es zur Sucht werden.
Pass auf dich auf.
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20.03.2017, 15:18
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Ich lese nicht, dass Ilalka sich wuenscht "mehr als andere" geschaetzt zu werden, sondern nur, dass ihr Anerkennung ueberhaupt fehlt. Da scheint wirklich etwas im Umfeld nicht ganz fuer sie zu passen. Mit Alleinerziehenden oder der Zufriedenheit anderer Menschen hat das meines Erachtens nichts zu tun.
Wir sind dem ja schon etwas auf der Spur: Ilalka bekommt nicht fuer sie zuwenig Applaus, sondern praktisch gar keine Anerkennung fuer irgendwas, das ihr etwas bedeutet. Da sehr leistungsorientiert, ist sie dem Irrtum aufgesessen, nur mit Ruhm und irgendeiner Form von "Groesse" koenne sie Anerkennung erhalten. Aber sie merkt ja gerade selber, dass ihr eigentliches Thema ein anderes ist, und nicht, wie sie wirklich deutschlandweit beruehmt werden koennte.
@Ilalka, darf ich nochmal fragen, wo Dein Partner in dieser ganzen Sache steht? Wenn Du dazu nichts sagen moechtest, ist das natuerlich auch in Ordnung.Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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20.03.2017, 15:38
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Vielleicht wäre das, auch wenn es ein Nebenkriegsschauplatz ist, ein guter Ansatzpunkt? Einfach mal was ausprobieren. Muss ja nicht gleich der pinke Bürstenschnitt sein oder der Supermini, sondern einfach nur was, das Du gerne mal tragen würdest und gut tragen kannst, Dich aber noch nie getraut hast. Kann sehr gut sein, dass daraufhin das eine oder andere Kompliment kommt.
Hast Du denn eine Ahnung, woher das Gefühl kommt? Wie wird/wurde in Deiner Familie Leistung gesehen? Wofür gab es Anerkennung? Wurde Dir vermittelt, dass Du nur liebenswert bist, wenn Du etwas leistest, oder wurden Leistungen im Gegenteil nicht anerkannt?Ich weiss nicht was ich noch tun soll, insbesondere damit ich mich selbst toll finde. Ich hab so viel erreicht. Und trotzdem fühle ich mich klein, hässlich und unbedeutend. Daher bräuchte ich eine Manifestation nach aussen, dass ich wirklich etwas kann.
Das Gefühl, aus dem vertrauten (Kindheits)Umfeld herausgewachsen zu sein, zu sehen, dass die eigene Familie oder der alte Freundeskreis Dein jetziges Leben nicht mehr versteht, ist schwierig. Ich kenne das auch - meine Interessen liegen anders als die der restlichen Familie, und meine Mutter liebt mich von Herzen und ich sie, aber trotzdem kann sie mit vielem, was mich glücklich macht und mich erfüllt, wenig bis gar nichts anfangen. Damit musste ich auch erst mal zurechtkommen lernen, zumal früher bei uns Abweichungen von der "Norm" (bzw. dem, was man in der Familie dafür hielt) sehr misstrauisch beäugt wurden. Dass ich da für manche Dinge keine Anerkennung erwarten kann, war schwer zu verdauen.
Die Gemocht-werden-wollen-Falle kann auch ziemlich tricky sein. Dazu würde mich noch eins interessieren: Warst Du als Kind und Jugendliche eher angepasst oder eher rebellisch?
Wie sieht es denn mit Anerkennung in Deinem beruflichen Umfeld aus? Die Missgunst beim Sport finde ich ja reichlich hässlich, aber daran wirst Du nicht viel ändern können.May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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20.03.2017, 15:40
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Bei deinem ersten post dachte ich noch - sorry - das sei ein joke. Offenbar hast du aber tatsächlich einen gefühlt hohen Leidensdruck.
Ich habe noch nie - und da gibt's durchaus einige - einen charismatischen Menschen getroffen, der in einem Internet Forum darüber jammert, das selbiges nicht gesehen und nicht gewertschätzt würde. Das schließt sich einfach aus.
Wie heißt es so schön: " Charisma ist die Qualität, die Leute dazu bringt, dir zu folgen. Es ist die Fähigkeit zu inspirieren".
Und genau so ist es. Ein charismatischer Mensch hat eine "Strahkraft" die keiner Bestätigung bedarf. Und verfügt - Sozialwissenschaftler haben das, wie so vieles, untersucht - über u.a. eine überdurchschnittliche Sensitivität im Umgang mit anderen. Das kann ich bei dir so bisher nicht feststellen, außer das für dich die meisten anderen Menschen in deinem Umfeld eher Schnarchnasen sind, die deine besonderen Fähigkeiten nicht zu würdigen wissen.
Du willst berühmt werden ohne dich irgendwo zu entblöden a la Camp oder it Girl ..?
Sorry, aber da reichen gutes Aussehen, Sportlichkeit und viel arbeiten nicht.
Brennst du für irgendwas, das du tust? Bist du von irgendwas "beseelt"? Oder geht's nur um Aufmerksamkeit von außen?
Magst du dich? Fühlst du dich manchmal einfach sauwohl mit dir selbst - völlig egal, was der Rest der Welt denkt oder tut?
Wie viele Menschen müssten dich bewundern, damit es ausreicht, das du dich gut fühlst? Was genau ist dein wirkliches Ziel?ECSTACY
Find ectasy within yourself.
It is not out there.
It is in your innermost flowering.
The one you are looking for is you!
"Heute: Das ist Dein Leben."Kurt Tucholsky
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20.03.2017, 15:48
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Ich komme aus ähnlich "kleinen" Verhältnissen und muss sagen, dass ich die TE an mancher Stelle verstehen kann.
In meiner Familie huldigte man der Mittelmäßigkeit, Auffallen war nicht erwünscht, immer unterm Radar fliegen.
Es ist nicht so, dass ich nicht gelobt wurde oder, dass meine überdurchschnittlichen Leistungen nicht angesehen wurden, aber es wurde nicht betont. Ich hatte eine gleichaltrige Cousine, die sehr in der Schule sehr schlecht war, deshalb durfte auch ich mein Einserzeugnis nicht mehr der Oma zeigen, da meine Cousine sich ihres schämte.
Das galt als gerecht.
So zog sich das hin, ich war die erste aus beiden Familien, die Abitur machte, meinem Vater wäre ein schöner Lehrberuf sehr viel lieber gewesen, sie haben mich aber nicht daran gehindert.
Damit kann ich im Rückblick leben.
Was mich aber ganz gehörig nervt ist die Tatsache, dass meine Leistungen heute vor meinen Kindern völlig negiert werden.
Meine Kinder gingen mit ihren Zeugnissen am Zeugnistag zu meinen Eltern...gute Zeugnisse. Bei einer 3 meiner Tochter ( 11. Klasse) sagte meine Mutter zu ihr, niemand in der Familie hätte jemals überdurchschnittliche Leistungen in der Schule vollbracht, alle wären immer nur durchschnittlich gewesen.
Nein, das betrifft mich nicht. Ich hatte immer ausgezeichnete Schulleistungen! Mich verletzt das. Aber damit muss ich leben.
Auch für mich war immer klar, dass ich einmal etwas ganz Großes leisten wollte.
Ein Gedichtband, ein Buch mit Kurzgeschichten und ein Roman, das war es, was ich der Welt hinterlassen wollte.



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