Um auszusehen wie ein Model brauchst du Photoshop.
Irgendwo hab ich jetzt den Spruch gelesen, "Before you diagnose yourself with depression or low self-esteem, first make sure you are not, in fact, surrounded by jerks." -- Bevor du davon ausgehst, daß du unter miesem Selbstwertgefühl leidest, vergewissere dich, daß du nicht von Dumpfbacken umgeben bist."
Denkst du, die Leute, die dich umgeben und die dich nicht mögen, würden dich lieber mögen, wenn du Kakerlaken futterst und darüber auf Youtube postest? Und das ist die *harmloseste* Variante. Ich habe als Beispiel für Ruhm in meinem vorigen Posting Yoko Ono gebracht. Kannst du dir vorstellen, mit dem Haß zu leben, den sie sich eingefangen hat -- für die *richtig guten* Dinge in iherem Leben, für Fertigkeit, Eifer, Kreativität, Charakter, Mut, Liebe? Kannst du dir vorstellen, in Zeiten der Sozialen (oder soziopathischen) Medien so gehaßt zu werden?
Ich will hier nicht Bescheidenheit predigen. Nur die Frage: Willst du bekannt sein oder gemocht werden? Das ist nicht das gleiche. Vielleicht sogar das entgegengesetzte. Es ist leichter, zu kriegen, was man will, wenn man weiß, was man will.
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20.03.2017, 13:52
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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20.03.2017, 13:52
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Hey Ilalka,
erstmal: mit dem Thema rennst Du bei mir offene Türen ein. Dafür schon mal viel Anerkennung und
Also ich hätte es so nicht formulieren können, aber es trifft wirklich den Nagel auf den Kopf. Ganz ähnlich geht es mir auch, bzw. ich stelle mir diese Frage auch immer wieder in etwas abgewandelter Form.
Unterschiede zu Dir sehe ich darin, dass ich nicht neidisch bin auf "It-Girls" o.ä. Manchmal beneide ich Menschen um ihr vermeintlich leichteres Leben, aber so grundsätzlich ist es mir schnurz. Ich möchte nicht nur kurz auf der Bildfläche irgendeines Fernseher schimmern, ich möchte etwas erschaffen, das bleibt. Das von mir übrig bleibt, das Menschen berührt und dabei hilft, sich selbst besser zu verstehen.
Deswegen bin ich auch praktizierende Künstlerin geworden.
Im Unterschied zu Dir habe ich also meine Berufung gefunden - und TROTZDEM hinterfrage ich sie oft, frage mich, woher das kommt, frage mich, ob ich das überhaupt ausleben "darf" ... ob ich nicht zu anmaßend und fordernd bin (jaja, das Veilchen im Moose) usw.
Ich habe noch keine richtige Antwort darauf gefunden, aber immerhin ein paar Ansätze, mit denen ich zurzeit arbeite und die mein Schaffen stark beeinflussen.
Was auch immer mir da entgegenfliegt, mittlerweile fange ich an zu denken: das gehört einfach dazu. Vor allem, wenn einem dieser Selbstaussdruck nicht in die Wiege gelegt wurde, sondern man sich den selbst hart erarbeiten musste.
Im Unterschied zu Dir kenne ich mittlerweile Menschen, die meine Leidenschaft bewundern. Es hat lange gedauert, sie zu finden (Stichwort: richtig gute Freunde, die einen so akzeptieren, wie man ist) und noch länger, bis ich mich diesbezüglich "öffnen" konnte (Stichwort: Selbstausdruck lernen). Sie kennen mich wirklich und akzeptieren mich --- und das tut unheimlich gut.
Von meiner Familie bekam und bekomme ich wenig Unterstützung, aber das ist für mich okay, denn die sind einfach nicht so "abgedreht" wie ich
- und sie legen mir keine Steine in den Weg.
An Deiner Stelle würde ich das übrigens sofort unterbinden (Stichwort: Selbstschutz). Man kann z.B. offen sagen, wie sehr einen das verletzt, das hilft meistens schon. Und falls das nicht ankommt, kann man auch etwas lauter bzw. wütend werden. (Das ist aber auch ein Lernprozess.)
Meine "Leistungen" habe ich gut sichtbar in meinem Atelier drapiert. Und ich möchte das auch noch ausbauen - so vielleicht als Idee für Dich, falls Du das noch nicht machst. Man kann auch erstmal klein anfangen mit einer Schachtel, einem Ordner oder so ...
Zu Beginn dieser Reise half mir der Gedanke, dass das, was ich mache, niemandem weh tut. Danach die Erkenntnis, dass deswegen niemand das Recht hat, mich dafür zu kritisieren, ergo: mich(!) zu kritisieren.
Meine Arbeit darf, muss und soll natürlich schon kritisiert werden, das brauche ich auch, um besser zu werden, aber die Tatsache an sich, also dass ich so bin, wie ich bin ... das IST einfach so und Punkt.
Ich finde Flaus Fragen und Ansätze so gut und wichtig, dass ich sie hier noch einmal poste.
Und ich möchte Dir den Rat geben, erst einmal damit anzufangen, Dir selbst mehr Raum einzufordern. Stichwort Abgrenzung. Man muss Beziehungen nicht gleich beenden, aber man kann lernen, sich davon nicht mehr so stark beeinflussen zu lassen, vor allem, wenn man eben auf Menschen trifft, die einen wirklich "erkennen". Vielleicht kannst Du dann auch spüren, was genau es ist, das Du erschaffen willst. - Oder vielleicht reicht Dir das auch, weil Du dann mit Deinem Leben zufrieden bist.Okay, vielleicht 2 Sachen: Einmal ist Dein Umfeld vielleicht wirklich nicht der ganz richtige "Naehrboden" fuer Dich. Wie Du schreibst, die Werte sind etwas verschieden. Du bist sehr leistungsorientiert, Dein Umfeld nicht. Nun will ich, um Himmels Willen, nicht vorschlagen, Du solltest Deinen Freundeskreis abstossen, aber vielleicht ein bisschen "Duenger" in Form neuer Bekanntschaften zufuehren? Z.B. gibt es vielleicht Interessengruppen fuer Deinen Beruf, wo Ihr Euch gegenseitig foerden und vernetzen koenntet? Dort waerst Du, was z.B. Deine Karriere angeht, unter Gleichgesinnten. Gleiches fuer Deinen Sport. Ok, Deine Tante (z.B.) versteht nicht, warum Du das machst. Aber doch sicher Mitsportler? Selbst als Individualsportlerin bist Du vielleicht in einem Verein, gehst auf Wettkaempfe, triffst wieder Gleichgesinnte? Die interessiert es doch, was Du machst und wie gut Du bist. Wenn nicht: Koenntest Du Dich da mehr einbringen? Evtl. sogar im Nachwuchstraining, falls Dir sowas liegt?
Auf der anderen Seite: Hat dein Umfeld vielleicht mit einigen Botschaften Recht? Und es schmerzt Dich, bestimmte Dinge zu hoeren, weil sie vielleicht an eine Wahrheit ruehren? Z.B. klingt Dein Leben fuer mich auch stressig: 2gleisige Berufstaetigkeit plus Leistungssport - reicht Dir das? Wenn nicht, wo bleibt Zeit fuer andere Dinge? Traegt Deine Beziehung das? Kurz: Tust Du all diese Dinge, weil sie Dir wichtig sind und Dich auch erfuellen? Oder strampelst Du Dich ab fuer den Applaus, der nunmal nicht kommt? Zum Beispiel: Macht Dir Deine selbstaendige Arbeit Freude, bzw. bringt sie Dich voran oder bringt sie gutes Geld? Oder erscheint sie Dir wertlos, wenn sie keiner applaudiert? Falls ersteres zutrifft, kriegst Du doch "Applaus", z.B. von Kunden oder Vertragspartnern. Falls letzteres zutrifft: Ist dieses Projekt wirklich Deine Energie wert, oder solltest Du mal davon zuruecktreten und schauen, wo Du Dich besser einsetzen koenntest.
Es kann ja durchaus sein, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, dass Du da etwas ganz stark projizierst (It Girls, ich muss berühmt sein), was eigentlich relativ "leicht" (nein, das ist es nicht, aber ich hoffe, du weißt, was ich meine) in Dein Lebe zu holen wäre.
Sich bewusst zu werden, dass etwas fehlt, ist auf jeden Fall der erste Schritt in die richtige Richtung!
SusisaIch kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.
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20.03.2017, 14:03Inaktiver User
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20.03.2017, 14:04
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Ich möchte kein it - girl werden.
Ich bin keine Selbstdarstellerin. Ich finde das peinlich und überflüssig.
Ich möchte einfach nur gesehen werden.
Ich bewundere und beneide Menschen, die komplett selbstbewusst zu dem stehen, was sie tun, wie sie aussehen, welche Werte sie vertreten.
Ich bin viel zu hinterfragt, unsicher und habe angst anzuecken .
Jemand fragte hier ob ich berühmt sein oder gemocht werden will. Es ist zweiteres.
Ich erfahre viel Ablehnung oder Ignoranz meines Umfeldes gegenüber dem was mir wichtig ist.
Ich bin eigtl attraktiv (glaube ich), trotzdem kleide ich mich unauffällig, weil ich das innerlich doch nicht so glauben kann.
Ich bräuchte Zuspruch, aber der kommt nicht.
Ich glaub daher rührt der eigentliche Wunsch nach Ruhm.
Ich weiss nicht was ich noch tun soll, insbesondere damit ich mich selbst toll finde. Ich hab so viel erreicht. Und trotzdem fühle ich mich klein, hässlich und unbedeutend. Daher bräuchte ich eine Manifestation nach aussen, dass ich wirklich etwas kann.
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20.03.2017, 14:09Inaktiver User
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Okay, ich komme auch zu der Frage: kann es sein, dass du dich mit den falschen Menschen umgibst? Wenn ja, warum ist das so?
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20.03.2017, 14:18
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Naja die Familie kann man sich ja nicht aussuchen und die Nachbarn auch nicht ;)
Und Arbeitskollegen auch nicht. Und zu mehr Leute hab ich aufgrund der mangelnden Zeit leider momentan keinen Kontakt....
Wo soll ich denn andre leute finden?
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20.03.2017, 14:21
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Liebe Lilaka
der Gedanke von Cariad kam mir auch gerade.
Du hast dich aus den trägen Menschen herausgearbeitet, aus deren Mitte du stammst, misst dich aber mit deren Werten. Wie kann es sonst sein, dass eine Akademikerin und Leistungssportlerin sich ausgerechnet nach einer Castingshow sehnt
Für Menschen wie dich sind andere Bühnen gemacht, mal ganz knallhart gesprochen. Es nutzt dir gar nichts, in einem Milieu zu verbleiben, aus dem du dich herausgearbeitet hast. In deinem 'neuen' Umfeld kommst du nicht an, und dein Ursprungsmilieu weiss deine Leistung nicht zu schätzen. Sie wollen es zum einen nicht und zum anderen können sie es nicht erkennen.
Ich rede nicht davon, auf Menschen herabzusehen. Aber wenn man sich aus etwas herausarbeitet, verliert man auch einen Teil der gemeinsamen Basis. Such dir Leute, die dir eine geistige Heimat bieten können, dann wirst du vielleicht glücklicher sein und beide Welten (deine Herkunft und das was du erreicht hast) schätzen und vereinen können.
Vollig unabhängig davon spricht gar nichts dagegen, den eigenen Kleidungsstil den eigenen Bedürfnis nach gesehen werden anzupassen. Das halte ich allerdings für einen Nebenkriegsschauplatz.
Viel Erfolg wünscht
türkis
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20.03.2017, 14:22
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Und ja, wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich aus Zeitgründen auch kein offenes Ohr für andere habe ich versuche mich grade einfach nur am laufen zu halten und habe ein bisschen Scheuklappen auf...
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20.03.2017, 14:32
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
nun - stimmt doch.
Die Frage ist, ob es sich für dich lohnt, diesen Stress auf dich zu nehmen, auch wenn das Feedback deiner Umgebung eher verhalten ist.
Da würde ich mir eine Tätigkeit zulegen, wo Applaus dazu gehört. Theatergruppe, Rhetorikverein, Strassenmusik... halt irgendwas, wo man regelmässig auf der Bühne steht.Aber darum geht es nicht. Es geht darum, in einem Umfeld zu leben, wo man gesehen und anerkannt wird.
Ja, ich gebe es zu, ich will Applaus. Weil ich auch etwas dafür tue.
gruss, barbara
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20.03.2017, 14:34Inaktiver User
AW: Der Drang, etwas Besonderes zu sein
Da machst du dir was vor. Sich für andere zu interessieren hat nichts mit Zeit zu tun. Sondern mit Prioritäten.
Beobachte dich mal ein kleines Weilchen selber. Gehst du aus Konversationen mit heraus und weisst hinterher MEHR von deinem Gesprächspartner - oder weiss ER/SIE mehr von dir? Sprichst du mehr, oder hörst du mehr zu? Stellst du interessierte Fragen, auch mal welche, die nichts mit dem zu tun haben, weswegen du mit dieser Person Kontakt hast (z.B. fragst du deinen Trainer auch mal, wie es seiner Familie geht, fragst du die Kollegen mal, welchen Film sie als letztes gesehen haben,, etc.)
oder INTERESSIERT DICH DAS ALLES nicht, weil es mit dir selbst nichts zu tun hat?
Und könnte es andererseits auch sein, dass dein Umfeld nichts fragt/nichts kommentiert weil du Signale aussendest, die das schwer machen?
Sieh das bitte nicht als versteckten Vorwurf, sondern als Gedankenanregung von jemandem, der selbst erst spät gelernt hat, sich für andere nicht nur zu interessieren (das tat ich schon immer) sondern dieses Interesse auch zu zeigen, auszudrücken. Ich hab erst sehr spät erkannt, dass Menschen Fragen nicht als aufdringlich (so wie ich oft gg) sondern als schmeichelhaft empfinden.



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