Ein ganz tolles Thema! Hab jetzt nicht alle Beiträge gelesen, aber einige sind für mich sehr stimmig und würde ich komplett so unterschreiben.
Auch ich mache beim Yoga immer wieder ganz besondere, manchmal erstaunliche Erfahrungen. Ich bin sonst ein sehr kopfgesteuerter Mensch und diesen versuchen auszuschalten fällt schwer, nur Gefühl zu sein. Da bricht oft auch etwas aus, was ich ganz tief in mir vergraben habe.
Ich empfinde es dann auch als bereichernd mich als Teil des großen Ganzen zu spüren, ich bin ein ich, aber eigentlich nur ein Teilchen des großen Ganzen...wisst ihr was ich meine? Ich hoffe ich höre mich nicht bekifft an ;-)
Allgemein zum Thema: in meinem Leben musste ich erst existenziell an die Grenze kommen und endlich zu begreifen für mich zu kämpfen..Selbstakzeptanz, Selbstliebe..das sind die nächsten großen Schritte..
Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 93
-
28.02.2017, 20:59
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
-
22.03.2017, 14:33
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
Hallo zusammen,
seit meinem letzten Schreiben ist schon etwas Zeit vergangen.
Ich habe gemerkt, dass ich lernen muss mich selbst wichtig zu nehmen und mich zu mögen. Das klappt noch nicht immer sehr gut. Ich bin noch immer sehr abhängig von dem was ich von aussen gespiegelt bekomme, das heißt wie andere Menschen auf mich reagieren
z. B. wenn Freundschaften gekündigt werden. Da sehe ich wieder alle Fehler an mir.
Wie komme ich daraus?
-
22.03.2017, 14:59
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
Sich selbst mögen finde ich schon gut. Ist eine Voraussetzung für weitere Absichten. Freundschaften aufkündigen und Fehler in einem Atemzug zu nennen passt für mich irgendwie nicht zusammen. Fehler, die bemerkt werden, sind doch meist verzeihbar. Schau dir deinen *Fehler * in Sachen Verständigung und Information mal an. Nur so als Hinweis oder Möglichkeit, Dinge die unausgesprochen sind, ausräumen zu können und nicht nutzlose Zeit damit verbringen zu müssen.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
-
23.03.2017, 14:36
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
Brechen bei Dir denn in letzter Zeit viele Freundschaften weg?
Hast Du mit Deiner Therapeutin über dieses Phänomen gesprochen?
Im Grunde habe ich Dir zu dem Thema schon alles geschrieben, was mir dazu einfällt (siehr Beitrag #40).
Eine Verhaltensänderung zu trainieren braucht vor allem Zeit und Beharrlichkeit.
-
25.03.2017, 17:40Inaktiver User
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
Wolkenfeld,
das mit sich selbst der wichtigste Mensch sein, sich mögen müssen: Das ist Sprache, es sind Wörter. An denen kann man sich auch ver(w)irren. In einer Therapie sind diese Aussagen wichtig, als Zeichen einer Haltung. Weil man Menschen dann erstmal aufsammeln will. Ich würde dir empfehlen: Gewinne eine Haltung. Was ist dir wichtig, was nicht? Welches Handeln ist gut, welches schlecht? Ganz allein für dich. Wahrscheinlich hast du die schon, diese Haltung. Lebe danach. Da musst du dich nicht mögen für. Wieso auch? Was für eine Spalterei! "Der wichtigste Mensch in meinem Leben" ... das ist verrückt, eigentlich. Setze den Fokus auf das "in meinem Leben", dein Leben.
-
26.03.2017, 06:50Inaktiver User
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
Hallo Wolkenfeld,
es ist vielleicht gut, wenn Du verstehst, wie der Mensch "funktioniert".
Der Mensch ist ein hochsoziales Wesen und das bedeutet, dass eine der "Hauptfunktionen" darin liegt, sich mit einem Gegenüber abzugleichen um in einer Gemeinschaft gut leben zu können. Das ist ein grundlegendes Bedürfnis im Menschen.
Dieses Abgleichen zu einem "guten Miteinander" bedeutet auch, dass wir den Gegenüber als Spiegel be-nutzen.
Wir alle leben letztlich immer von der Rückmeldung der Menschen - und das ist ein ganz wichtiger Spiegel zu unserem Befinden.
Das bedeutet, dass wir alle davon abhängig sind eine positive Rückmeldung vom Gegenüber zu erhalten.
Es ist ein weit verbreitetes Märchen, dass man nur stabil genug in sich sein muss und dann keinen Menschen von außen mehr "braucht".
Fakt ist- auch der in sich stabilste Mensch wird sein Selbstbewusstsein verlieren, wenn er von allen Menschen nur mit Ablehnung behandelt würde. Also ganz ohne Spiegelung durch andere Menschen, kommen wir alle nicht aus!
Und es muss nun auch nicht jeder Mensch zu uns "positiv" sein- wir wählen in unserem Leben gezielt Menschen aus, denen wir uns näher fühlen und deren Verhalten für uns wichtiger ist.
Und dazu gehören dann auch Freunde.
Es ist also ganz normal, wenn aufgekündigte Freundschaften zum Verunsichern und sich-in-Frage-stellen führen.
Es sind doch Menschen eines Kreises, den man näher an sich heran lässt und deren Worte noch mehr Bedeutung haben.
Dazu lebt jede Beziehung von dem, was BEIDE hinein bringen- man hat also immer auch einen Beitrag an einer Beziehung, Anteil........und damit auch einer "Aufkündigung".
Wie sehr, kann Dir von hier natürlich niemand sagen und ich rede eindeutig NICHT von Schuld- sondern nur von einem Anteil.
Diesen zu wissen, wenn jemand kündigt- wäre natürlich sehr gut. Denn vielleicht würdest Du bei dem Wissen aller Fakten sogar zu demselben Ergebnis kommen.
Leider sind viele Menschen nicht sehr offen, wenn es um etwas geht, was ihnen unangenehm ist.
Beziehungen werden dann eher gekündigt als auch nur den Versuch einer "Rettung" zu unternehmen.
Zu sagen, was einem nicht gefällt- sich klar zu sein, was man selbst konkret möchte oder will- ist für ganz viele Menschen ganz schwierig.
Wir sind es alle nicht gewohnt, so den Blick auf uns selbst zu legen- uns klar zu sein, was wir brauchen oder wie wir etwas vom anderen bekommen können ohne nur zu fordern.
Beziehungen sind für viele Menschen eine ständige Quelle von Herausforderungen.
Zu all dem kommt, dass wir als Kind (in vielen Elternhäusern lief es so ab)gelernt haben "nur, wenn du brav genug bist, wirst Du geliebt und angenommen- gehörst dann dazu".
Sowas 20 Jahre - vom Anfang unseres Daseins nur so kennen gelernt- führt dazu, dass wir dieses Muster nachleben. Und dann bleibt das Gefühl "ich hab was falsch gemacht"in uns drin und lässt sich ganz schnell re-aktivieren, wenn wir wieder eine ähnliche Grundsituation erleben wie als Kind.
Also zusammengefasst:
Deine Gefühle sind ganz stimmig
Ich empfehle immer gerne die Gewaltfreie Kommunikation, denn sie ermöglicht uns einen sehr konkreten Blick auf das, was in uns ist und damit sind wir auch schnell in Verbindung mit dem Gegenüber.
Und wir sind natürlich nicht NUR von der Spiegelung vom außen abhängig- die innere Stabilität (wie sehr nehme ich mich selbst an) gehört genauso dazu. An der inneren Stabilität kann man sehr viel arbeiten und das auch gut mit professioneller Unterstützung.
Nur leben wir alle immerzu in einem ständigen Wechselspiel von innen und außen.
Wir können uns von diesem Erbe nicht befreien
-
26.03.2017, 10:55
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
@Kenzia – Was für ein toller Beitrag – und wie wahr!
-
26.03.2017, 11:14
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
Gewaltfreie Kommunikation für die TE ist allerdings nur wertvoll, wenn sie Gesprächspartner hat, die selbst von Gewaltfreier Kommunikation wissen und eine Ahnung haben.Ich empfehle immer gerne die Gewaltfreie Kommunikation, denn sie ermöglicht uns einen sehr konkreten Blick auf das, was in uns ist und damit sind wir auch schnell in Verbindung mit dem Gegenüber.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
-
26.03.2017, 11:59
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
Hallo zusammen,
@ Kenzia und auch an alle anderen,
vielen Dank für eure tollen Beiträge.
Ich fühle mich in einem kompletten verwirrten Zustand.
Die letzte Freundschaft, die mir gekündigt wurde lässt sehr viele Fragen offen, die ich nicht erhalte. Und meinen Anteil daran ich klar sehe und ich auch geäußert habe. Zumal trotzdem weiter Kontakt besteht in freundschaftlichen Gesprächen, ohne Freundschaft. Ich kann damit grade nicht soviel anfangen.
Bei einer anderen Freundschaft wurde gerade massiv Vertrauen missbraucht und über klare Neins meinerseits hinweggegangen.
Ich würde da auch gerne nach dem Warum fragen. Ich frage immer nach und ich denke, dass ich so sehr gerne Erklärungen möchte, dass ich durch mein Nachfragen klammern und drücke und den anderen nerve. Das ist mein Muster seit der Kindheit. In der Therapie habe ich erfahren, dass ich durchaus Gefühle, wie Ärger, Wut und Gefühle so nicht mit mir, hier ist meine Grenze, habe. Ich schiebe diese aber weg, durch wiederholtes Nachfragen an mein Gegenüber und permanente Verständnis habe und entschuldigen. Und wenn Antworten ausbleiben, suche ich die Schuld bei mir. Ich bin Falsch, also liegt es an mir.
Ich habe das Gefühl der leichten Veränderung in mir, raus aus der Depression, hin zu meinen Mustern.Und habe dadurch aber das Gefühl ich verliere auch so viel in Bezug auf Beziehungen.....
-
26.03.2017, 12:13Inaktiver User
AW: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben
Hallo Wolkenfeld,
Du machst Therapie und, wie positiv, Du veränderst Dein Verhalten und damit Dich. Deine Beziehungen laufen nach einem eingespielten Muster ab. Nun veränderst Du das Muster. Dadurch verändert sich die Beziehung. Manche Beziehungen werden die Veränderung überstehen und einige nicht.
Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Und es werden sich neue Beziehungen ergeben, die mehr zu dem neuen Verhalten passen. Das ist das Wesen von Veränderung.
LG Penstemon


Zitieren

