Zitat Zitat von Allalei Beitrag anzeigen
Nicht nur das, die Therapeutin rät ihr sogar dazu, sich noch "mehr auszutoben", weil sie ja "so jung sei". Da kann ich nur den Kopf schütteln.
Naja, das ist das, was bei der Patientin vielleicht ankommt und sie dir weitervermittelt. Ich würde mir über so was gar kein Urteil bilden sondern mir nur denken "Gottes Tiergarten ist groß"

Und das generell bei so problematischen Leuten. Deshalb muss man nicht unhöflich und nicht unerzogen sein, sondern lediglich in sich klar positioniert. Und Abgrenzung können so viele Leute nicht, weil sie es halt nie gelernt haben und weil sie oft keine Ahnung haben von - nennen wir es mal - krankhaften Strukturen und die Dynamiken, die sich daraus entwickelt haben und entwickeln können.
Muss man auch nicht unbedingt haben, es reicht, wenn man bei sich bleiben kann. Und dabei hilft immens, nicht auf alles emotional einzusteigen und einigermaßen bewertungsfrei zu bleiben.

bei dem geschilderten Problemfall würde ich nur dran bleiben, wenn es auch noch was verbindendes, schönes gibt, das man miteinander lebt und das über diesen Problemen steht. Und im Falle der Problematik würde ich sehr deutlich sagen, dass sie jetzt wieder in ihrem Muster läuft. Darüber reden kann sie ja dann mit ihrer Thera. Das müsste nicht ich machen. Ich muss bei so was auch nicht emotional einsteigen.

Höflichkeit und gute Erziehung heisst für mich nicht (mehr), dass ich die Welt meiner Mitmenschen verbessern muss. Weil das nicht geht, das können die Leute nur selbst. Ich muss nicht mitleiden, und Mitgefühl ist was ganz anderes, das verlangt nicht, dass ich mich emotional mit meinem Gegenüber verstricke. Auch Empathie verlangt das nicht. Empathie kann durchaus mit innerer Distanz. Und mit Passivität. Hat auch was mit Vertrauen ins Leben und in die andere Person zu tun, dass sie ihren Weg schon machen wird. Ich muss mir kein Urteil darüber bilden, wie der auszusehen hat.

Klugscheißern hab ich auch schon immer gemacht, aber längst nicht mehr in dem Sinne, dass ich mich involvieren lasse und auch nicht mehr da, wo es nicht angebracht wird, d.h. ich ziehe die Grenze zwischen Bekanntschaft (nix klugscheissern) und Freundschaft (klugscheissern) schon recht klar. In Freundschaften klugzuscheissern finde ich deshalb nicht schlecht, weil ich das dort als rotierendes System erlebe, d.h. wenn ich selbst den Balken vorm Kopp hab, kommt oft irgend ein schlauer Spruch, den ich mal losgelassen hab, zu mir zurück. Dafür war ich schon echt dankbar

Sobald ich aber heute das Gefühl habe, ich arbeite mich gerade ab, übe ich mich im loslassen, indem ich wieder zu mir selbst zurück kehre. Musste ich aber erst lernen und bin ständig weiter am üben.
Ich mag aber immer weniger das Wort "Energievampir", denn letztlich bin ich es, die die Energie gibt.
Schwierig wirds da, wo man miteinander muss, also z.B. bei der Arbeit. Das sehe ich inzwischen aber als Übungsfeld. Ich hab allerdings einen unbefristeten Vertrag - da kann ich mir eine solche Haltung leisten