Aber wenn es 20 % der Bevölkerung "betrifft", dann gehört es doch einfach in die Rubrik "ich bin anders, andere sind auch anders". Problematisch sind sicher immer die Extreme solcher Ausprägungen, aber ich selbst sehe mich da im Normbereich, wenngleich es mich auch ein wenig erleichtert hat zu hören, dass es auch anderen Menschen so geht. Allerdings finde ich es trotzdem nicht schön, alles anzufangen und nichts zuende zu bringen. Daran versuche ich schon immer zu arbeiten und habe das auch ganz gut geschafft im Laufe meines Lebens.
Dieses im Eingangsbeitrag verlinkte Bildchen habe ich vor Kurzem (auch durch einen Link hier in der Bricom) schonmal gefunden und es hat mich ebenfalls extrem angesprochen. Allerdings weiß man ja nicht, ob nicht 90% aller Menschen den Inhalt ihres Kopfes genau so beschreiben würden?
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27.02.2017, 11:53
AW: Scanner-Persönlichkeiten vereinigt euch!
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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27.02.2017, 12:59Inaktiver User
AW: Scanner-Persönlichkeiten vereinigt euch!
Es ist schon ein schönes Gefühl, wenn man verstanden wird, ich denke darum geht es.
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27.02.2017, 14:10
AW: Scanner-Persönlichkeiten vereinigt euch!
so sehe ich das auch. ich denke, es ist höchste zeit, von diesem "hach, schrecklich/toll, ich gehöre zu einer winzigen minderheit" wegzukommen.
woher kommt eigentlich diese empfindung?Problematisch sind sicher immer die Extreme solcher Ausprägungen, aber ich selbst sehe mich da im Normbereich, wenngleich es mich auch ein wenig erleichtert hat zu hören, dass es auch anderen Menschen so geht.
das ist aber die (vermutete) sichtweise der "mehrheit" - die für scanner aber eben nicht anzulegen ist. klar, es kann schwierig sein, als scanner die (mutmaßlichen) erfordernisse in einer nicht-scanner-dominierten welt zu erfüllen, aber es ist auch möglich, als scanner für sich herauszufinden, für welche aufgaben man besonders gut geeignet ist! die gibt es nämlich auch im alltag.Allerdings finde ich es trotzdem nicht schön, alles anzufangen und nichts zuende zu bringen.
ich habe z.b. für mich festgestellt, dass ich richtig gut bin als "feuerwehr-kraft", im job und außerhalb des jobs. wenn es eine plötzliche veränderung der anforderungen gibt, und ich kann sie inhaltlich erfüllen: ja! genau mein ding! da bin ich total gut. und solche situationen sind häufiger, als man denken mag.
auch im alltag ist das so. ich habe für mich herausgefunden, dass ich z.b. in größeren menschenansammlungen gut auf spontan auftretende situationen reagieren kann:
- jemand braucht in der u-bahn plötzlich hilfe
- ein paar meter vor mir hat jemand schwierigkeiten, gleichzeitig eine tür zu öffnen und fahrrad oder kinderwagen hindurchzuschieben
- ein kind weint und kann sicher gut in paar tröstende worte brauchen
- etc.
alles selbst erlebt.
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27.02.2017, 14:35Inaktiver User
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27.02.2017, 14:45
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28.02.2017, 07:20
AW: Scanner-Persönlichkeiten vereinigt euch!
Nicht nur mit Adhslern sondern auch mit normalen, langweiligen Leuten wie mir. Ich bin auch gut in meinem Feuerwehrjob - den ich sein über 15 Jahre ausübe - und ich gehöre weder zur Scanner- noch zu einer ADHS Persönlichkeitsstruktur. Obwohl ich auch den Cartoon aus dem Eingangsposting kenne und für mich als passend empfinde. Vermutlich tun das mehr Menschen als man denkt.
Die Frage nach der "Nützlichkeit" solcher "Diagnosen" stellt sich mir immer wieder. Ich merke, dass in Fällen von hohem Leidensdruck eine Diagnose entlastend sein kann und die Weichen für die weitere "Behandlung" im Sinne von: Leidensdruck vermindern stellt.
In anderen Fällen empfinde ich dieses Suchen nach Etikettierungen für Persönlichkeiten als kontraproduktiv. Insbesondere wenn kein Leidensdruck besteht und das gefühlte "Anderssein" scheinbar eine Begründung braucht. Doch jede Etikettierung erzeugt mE auch eine Stigmatisierung. Ist das erwünscht?
Brauche ich eine Rechtfertigung für meine Persönlichkeit?
Muss ich mein "Anderssein" rechtfertigen? (Findet nicht jeder, dass er anders ist als andere? Und ist das nicht gut so?)Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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28.02.2017, 08:20Inaktiver User
AW: Scanner-Persönlichkeiten vereinigt euch!
@ xanidae,
wunderbar- genauso sehe ich das auch! Danke!
Kann meine Gedanken nicht so ausdrücken....
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28.02.2017, 09:55Inaktiver User
AW: Scanner-Persönlichkeiten vereinigt euch!
ich kann das Gute in Definitionen durchaus sehen- erlebe aber auch, wie sich Menschen ab diesem Zeitpunkt "gemütlich zurück lehnen" und jede Form der Weiterentwicklung gekonnt abwehren können

"ich bin so" fertig.
Und natürlich kann man jeden in eine Schublade stecken- in viele unterschiedliche Schubladen.
Dennoch gibt es doch nie eine Reinform sondern wir Verhalten uns und dieses Verhalten ist durch ganz vieles gespeist.
Was liegt denn tatsächlich dahinter, dass man nichts zuende bringt?
Ist es nicht ein wenig arg einfach, sich dann nur mit "Scanner-Persönlichkeit" zu beschreiben?
Wie sehr gibt man möglicherweise auch auf- neue Wege für sich zu entdecken und weiter zu wachsen?
Es geht dabei nicht um Uniformität- jeder bleibt individuell und einzigartig.
Aber es liegt zu einem ganz hohen Anteil mehr dahinter als nur das Etikett "Scanner" und ob mich diese Definition tatsächlich glücklicher macht, wenn mich mein Verhalten immer wieder aus der Gesellschaft drängt-- sei mal dahin gestellt.
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28.02.2017, 10:13Inaktiver User
AW: Scanner-Persönlichkeiten vereinigt euch!
Das wär mal eine spannende Frage, und auch, woran man das festmacht.
Ich glaube aber, dass das nur jemand formuliert, der dieses Anderssein aus eigenem Erleben nicht kennt.
Wer sich von klein auf "falsch" fühlt und das auch immer vermittelt bekommt, der findet das gewiss nicht erstrebenswert.
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28.02.2017, 10:20Inaktiver User
AW: Scanner-Persönlichkeiten vereinigt euch!
Exakt, wir leben ja nicht alleine auf der Welt und wenn die Umgebung das eigene Verhalten als Anderssein spiegelt, kann das einen schon auf'sGemüt schlagen. Ich nehme an, daraus resultieren auch die ganzen Entschuldigungen oder Rechtfertigungen. Ich bin so, weil...dabei wäre ich lieber normal. Mit einem Etikett wird man zu entschuldbar anders und gehört gleichzeitig zu den Normalen.



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