Big 5 ist, wie ich finde, ein guter test. Mir sind in einigen bereichen ziemliche laternen aufgegangen, weil ich festgestellt habe, dass ich da mein halbes leben mit einem falschen stempel durch die gegend gelaufen bin, den ich bis dahin so akzeptiert hatte und der schon irgendwie gepasst hatte, bzw. ich mich passend gemacht habe, und dann immer nicht verstehen konnte, warum ich mich eigentlich "anders" gefühlt habe.
arabeske
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09.01.2017, 07:53
AW: Neigungen - Stärken und Schwächen - woran merkt man, was einem liegt und was man
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
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09.01.2017, 14:23
AW: Neigungen - Stärken und Schwächen - woran merkt man, was einem liegt und was man
Indem man viele Sachen ausprobiert (mindestens zweimal) und sich überlegt, "was hat daran Spaß gemacht, was nicht, was war schrecklich, was fiel mir leicht, könnte ich mir vorstellen, das weiterzumachen". Nach einer Weile merkt man die Gemeinsamkeiten. Wenn man sich vorstellen kann, etwas weiterzumachen, sollte man es auch mal tun. Mit Leuten sprechen, die gut sind. Aktiv mehr lernen. Irgendwann läuft man gegen eine Wand, wo es einfach nicht richtig weitergeht, dann kann man bewerten, "bin ich da unbegabt, habe ich eine Blockade, oder habe ich jetzt das Maß an Kompetenz, um zu sehen, wie schwierig es ist"?
Für Charakterzüge kann man sich auch überlegen, welche Aufgaben oder Probleme geht man auf welche Art an, welche findet man leicht zu lösen, welche herausfordernd aber interessant, welche ekelhaft, was hat das mit der Art zu tun, wie man sie angeht? Welche Aufgaben werfen einem Leute, die einen kennen, gerne zu? (Niemand bittet mich, was für sie zu nähen, aber Organisation oder Texte bewerten landet gerne bei mir.) Macht es einem Freude, die zu tun?
Eine Fertigkeit einzusetzen, für die man eine Begabung hat, fühlt sich gut an. Manchmal hat man *eine* Begabung für eine Fertigkeit und eine andere nicht, dann ist das eine Achterbahnfahrt von "gut" und "gräßlich".
Daß ich freundlich, konstruktiv, bedächtig und vernünftig bin, und gleichzeitig launisch, reizbar, und hochgehe wie eine Silvesterrakete, ist bei mir komplett situationsabhängig. Ich kenne inzwischen die Elemente der jeweiligen Situationen.
Und: Man wird auch, was man erzählt bekommt. Ich kann gut schreiben/Geschichten erzählen. Jepp. Schon immer. Schon als Grundschülerin. Weiß jeder. Aber wenn ich einen Hund zeichnen soll, könnte es auch ein Elefant sein. Oder ein Hase. Von Menschen gar nicht zu reden. Eine gute Freundin von mir kann toll zeichnen. Gib ihr einen Stift und das Papier beginnt zu leben. Wußte jeder. Schon immer. Sie ist mit zehn auf ein künstlerisches Gymnasium gegangen. Ihre Schreibe ist (war) dafür unstrukturiert und unfokussiert.
Mit etwa 30 haben wir nebeneinander gelegt was wir mit zehn Jahren geschrieben oder gezeichnet haben. Und es war gleich gut.
Zehn Jahre *nach* dem Nebeneinanderlegen kann sie viel besser schreiben, weil sie es zehn Jahre lang intensiv und reflektiert getan hat. Und ich kann immer noch nicht zeichnen, weil ich's nicht tue.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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09.01.2017, 14:35Inaktiver User
AW: Neigungen - Stärken und Schwächen - woran merkt man, was einem liegt und was man
Das ist eine gute Beschreibung.
Wenn es um die Berufsausübung geht, würde ich noch unterscheiden zwischen praktischen Fähigkeiten und "Soft Skills".
Wenn jemand im stillen Kämmerlein wunderschön singen kann, aber Angst vor öffentlichen Auftritten habe, sollte er/sie besser nicht SängerIn werden. Jemand, der handwerklich begabt ist, aber organisatorisch ein Chaot ist, sollte nicht selbständiger Handwerker werden.
Jemand, der sich für Psychologie interessiert, aber keine Geduld hat, sollte nicht TherapeutIn werden. Und so weiter.
Die Beantwortung der Frage, was deine Stärken und Schwächen sind, kann also auch vom Kontext abhängen.
Willst du das nur für dich selbst wissen oder geht es um einen beruflichen Kontext?
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09.01.2017, 15:28Inaktiver User
AW: Neigungen - Stärken und Schwächen - woran merkt man, was einem liegt und was man
Das man so oder so sei, wird einem auch oft nur von anderen (die einen ja nicht wirklich kennen) beigelegt und irgendwann glaubt man das dann vielleicht auch noch. Als Schulkind hab ich fast bis zur 10. Klasse geglaubt, ich sei mathematisch nicht besonders gut oder begabt, dann hatten wir einen anderen Lehrer und plötzlich war das genaue Gegenteil der Fall (mit entsprechend guten Zensuren). Je älter man dann wird, desto mehr Erfahrung bekommt man natürlich auch und man merkt zumindest, was man gerne macht und was nicht. Aber trotzdem ist es immer wieder spannend sich auch auf etwas einzulassen. Ich hätte auch nie gedacht, dass es mir Spass macht vor 200 Leuten eine Rede zu halten, und doch merke ich, wenn man das ein paar mal gemacht hat, dass es auch ein, mit Verlaub, geiles Gefühl sein kann, vor so einem Plenum zu stehen. Ich versuch also neugierig zu bleiben und meine zumindest erkannt zu haben, dass mir Routine nicht liegt.
Eines meiner Lieblingszitate ist von George Bernhard Shaw:
„Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch.“
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09.01.2017, 17:21
AW: Neigungen - Stärken und Schwächen - woran merkt man, was einem liegt und was man
Ich glaube auch, dass ein neuer Lehrer bei einem Schüler viel bewirken kann.
Aber dass dieser Schüler dann anschließend Mathematik studiert, ist doch eher selten? Oder war das bei Dir so?
Du warst aber sicher auch schon als Kind neugierig und mochtest Routine nicht. Da bleibt man vor Überraschungen nie sicher.
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09.01.2017, 22:24Inaktiver User
AW: Neigungen - Stärken und Schwächen - woran merkt man, was einem liegt und was man
Ach vergesst es.
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09.01.2017, 23:41Inaktiver User
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10.01.2017, 00:25Inaktiver User
AW: Neigungen - Stärken und Schwächen - woran merkt man, was einem liegt und was man
Ich glaube an Erweckerlebnisse, auch in Mathe :)
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10.01.2017, 03:34Inaktiver User
AW: Neigungen - Stärken und Schwächen - woran merkt man, was einem liegt und was man
@ Vloubout:
Also bei der Fragestellung habe ich eher das Gefühl, andere Menschen, denen Du vielleicht irgendwie unbequem bist/die bei bestimmten Themen anderer Meinung sind, wollen Dir etwas einreden (Jähzorn). Und Du bist verunsichert, ob sie vielleicht recht haben --> aller Vermutung nach bist Du eher nett und angepaßt.
Glaub mir, wenn Du jähzornig bist, weißt Du das.
(Ich bin meistens ein sehr netter Mensch und auch manchmal leicht zu verunsichern. Aber wenn ich ausraste, schimpfe und schreie, dann habe ich das bisher noch jedes Mal gemerkt. Jähzornig? Würde ich mir als Etikett trotzdem nicht aufkleben. Ich hasse es, unfair behandelt zu werden. Und es gibt Dinge, die mich wirklich aufregen. OK, manchmal fällt es mir dann wirklich schwer, mich zu beherrschen...)
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10.01.2017, 06:58Inaktiver User
AW: Neigungen - Stärken und Schwächen - woran merkt man, was einem liegt und was man
Doch....wieso nicht. Es gibt genug Sänger die total schüchtern sind und trotzdem auf der Bühne zur Rampensau werden...
Ich würde einen Traum den ich habe niemals deswegen aufgeben.
Geduld bei Patienten kann man lernen, Geduld mit Schülern oder Kindern auch.
Wie Railloc schrieb - vor vielen Menschen sprechen ist nur das erste Mal schlimm. Dann wird es zur Routine und macht Spaß.
Und wenn man wirklich nicht genau weiß was einem gefällt - einfach mal einige Praktika machen in unterschiedlichen Bereichen....


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