Früher war mein "erstes" Zuhause schon so ein Ort, wo ich tun und lassen konnte, was ich wollte und auch dieses Zuhause-Gefühl hatte, so als Rückzugs-/Auftank-/Oase-Ort.
Ich hatte keine Ahnung, was zwei neue Nachbarn bedeuten können, nachdem wir hier jahrelang völlig friedlich lebten. Nachbarschaftsstreit (aus reiner Streit"lust" und Abwertungsmache), plötzlich flogen Kameradrohnen über unser Grundstück und filmten, das war dann die andere Seite. Als letztes Jahr noch mein Kater "zwangsadoptiert" wurde, von Menschen, mit denen ich immer ein gutes Verhältnis hatte, sie haben ihn vorsätzlich weggesperrt, selbst dann noch, als er krank war und sie wussten, dass er Medikamente braucht, da habe ich echt gedacht, wo bist Du hier nur gelandet
.
Mir ging tatsächlich dieses Gefühl "Zuhause" Stück für Stück verloren.
Bei mir ist das durchaus Orts-gebunden, ich kann mich in ein Stück Land regelrecht verlieben, das merke ich immer, wenn ich ein Mal im Jahr in Skandinavien bin, da gibt es einen Flecken Erde, den kenne ich seit meiner Kindheit und jedes Mal, wirklich jedes Mal tut das was mit mir, im positivsten Sinne.
Ich bin ein Jahr nicht gefahren, hatte eine Not-OP gut überstanden und war schissig, noch nicht so ganz auf den Beinen und 1000km eine Strecke war mir zu viel. Dann kam prompt der Krebs. Nein, da war sicher kein Zusammenhang, aber es passierte eben so. Heute achte ich darauf, egal wie eng es finanziell auch mal ist, ein Mal pro Jahr dort zu sein. Ich brauche das für mein Gesundsein in jeglicher Hinsicht.
Worauf ich hinaus will. Dieses kleine Häuschen, das ich letztes Jahr kaufte - es hat tatsächlich nur 40qm, 10qm kann ich noch anbauen - hat genau dieses Gefühl ausgelöst. Beim ersten Hinfahren, ich hatte es noch nicht "live" gesehen, spürte ich es richtig, man fährt erstmal durch einen Wald, weg von großen Straßen, bis sich das Gebiet regelrecht öffnet.
Wenn ich da nachts auf der Terrasse sitze, in den (unglaublichen) Sternenhimmel sehe, weg von Krach und Lichtern, meine Katzen durch die Gegend tollend, werde ich zutiefst ruhig und das geht mir dann auch so durchs Herz, so meinte ich das, wenn das zu verstehen ist?
Sich selbst achten, liebe Akzent, ja. So sehr wichtig!
Liebe Grüße,
swingingup.
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Thema: Selbstliebe
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08.01.2017, 19:44Inaktiver User
AW: Selbstliebe
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08.01.2017, 19:49
AW: Selbstliebe
Je älter ich werde, desto lieber mag ich mich. Natürlich sind mir schon ein paar Dinge verloren gegangen, die ich in früheren Jahren hatte, z. B. super Beweglichkeit, unendliche Energie, prima Lernfähigkeit usw. Aber inzwischen akzeptiere ich mich das erste Mal in meinem Leben so wie ich bin.
Manchmal versuche ich von außen auf mich zu schauen und dann denke ich: Ja, mit dir wäre ich gerne befreundet. Das freut mich, denn früher hatte ich ein geringes Selbstwertgefühl und habe mich oft hinterfragt.
Ich denke, man kann nur andere Menschen wirklich lieben, wenn man zuerst sich selbst annehmen kann. Ansonsten sucht man im anderen (vor allem im Partner) immer das, was man selbst nicht hat oder meint, nicht zu haben. Aus diesem Grund ist meine Partnerschaft auch heute viel erwachsener und erfüllter als frühere Partnerschaften waren.
Auch die Beziehung zu anderen Mitmenschen lebt von der Eigenliebe. Ich bin etwas Besonderes, ich bin liebenswert, auch du bist etwas Besonderes und liebenswert.
Manchmal wirft man mir vor, halb im Spaß, ich würde bei jedem Menschen noch etwas Gutes finden. Ja, wie denn auch nicht? Auch bei mir entdecke ich immer noch Dinge, von denen ich nichts gewusst habe. Ich finde das spannend.
Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)
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10.01.2017, 08:18Inaktiver User
AW: Selbstliebe
Charly Chaplin - Selbstliebe
Das folgende Gedicht hat Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag (am 16. April 1959) geschrieben.
Als ich mich wirklich
... selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen,
dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnung für mich sind,
gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich , das nennt man
"Authentisch-Sein".
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
wie sehr es jemanden beschämt,
ihm meine Wünsche aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif,
noch der Mensch dazu bereit war,
auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß, das nennt man
"Selbstachtung".
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich nach einem anderen Leben zu sehnen,
und konnte sehen, dass alles um mich herum
eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man
"Reife".
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist
-- von da konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt sich
"Selbstachtung".
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich meiner freien Zeit zu berauben
und ich habe aufgehört,
weiter grandiose Projekte
für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das,
was mir Spaß und Freude bereitet,
was ich liebe
und mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise
und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man
"Ehrlichkeit".
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit
was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von allem, das mich immer wieder hinunterzog,
weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das "gesunden Egoismus",
aber heute weiß ich, das ist "Selbstliebe".
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt,
das nennt man "Einfach-Sein".
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
da erkannte ich,
dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann,
als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner,
diese Verbindung nenne ich heute
"Herzensweisheit".
Wir brauchen uns nicht weiter
vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen
mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen
manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich,
das ist das Leben!
Dieses Gedicht von Charlie Chaplin passt so schön zum Strangthema. Kennt Ihr das?
LG Walli
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10.01.2017, 10:21
AW: Selbstliebe
Das ist eine schöne Selbsterkenntnis von Charlie Chaplin, vor allem , dass er diese Sebstverwirklichungssucht kritisiert, die viele Jahre später folgte und auch heute wieder sehr präsent ist.
Damit bin ich allerdings nicht einverstanden aus einer persönlichen Erkenntnis alleine keine Angst mehr haben zu müssen. Die Gefahr, dass solche Psychogramme anderweitig und von anderen, die dafür keinen Sinn sehen, für andere Zwecke benutzt werden um entweder mehr Gewinn zu machen oder mehr MAcht zu haben. Ich denke schon dass man allgemein mit seiner eigenen Selbstliebe sehr vorsichtig umgehen muss damit nicht zu viel an die Öffentlichkeit dringt und diese Merkmale nicht für alle zugänglich sind. Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser, fällt mir dazu ein. Ich glaube unsere heutigen Zeiten werden schwieriger im Umgang damit. Es passiert einfach zu viel.Wir brauchen uns nicht weiter
vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen
mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen
manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Auf einen gemeinsamen Nenner wird man nie in der form kommen und notwendig ist das auch nicht. Die Möglichkeiten, sich selbst zu achten ist auf jeden Fall eine Voraussetzung( die Welt ) oder wenigstens den persönlichen Bereich verändern, wenn notwendig oder behalten zu können oder ein Teil davon zu sein.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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10.01.2017, 17:49Inaktiver User
AW: Selbstliebe
Hallo Walli,
ich kannte es noch nicht und finde es sehr schön, danke für das Einstellen
!
Viele Grüße,
swingingup.



, das war dann die andere Seite. Als letztes Jahr noch mein Kater "zwangsadoptiert" wurde, von Menschen, mit denen ich immer ein gutes Verhältnis hatte, sie haben ihn vorsätzlich weggesperrt, selbst dann noch, als er krank war und sie wussten, dass er Medikamente braucht, da habe ich echt gedacht, wo bist Du hier nur gelandet
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