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    Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Liebe Foren-Community!

    Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meinem Problem, aber die Kategorie erschien mir nach längerem Suchen als die nächstpassende, da ja ich es bin, die unter alledem ziemlich leidet. Und das seit 5 Jahren schon. Normalerweise tat ich mich immer leicht mit Entscheidungen / Lebensplanungen, das ging immer ganz spontan, aber hier weiß ich einfach nicht mehr weiter. Tausend Dinge, die man berücksichtigen müsste, schwirren jedes Mal durch meinen Kopf, wenn ich merke, dass es mir wieder schlecht geht, und ich zu einer Entscheidung kommen muss. Deshalb bin ich sehr gespannt, ob, nachdem ich mich nun endlich dazu motiviert habe, es aufzuschreiben, was mir auch aus Zeitgründen bisher nie gelungen war, Ihr mir vielleicht den zündenden Funken geben könnt. Das wäre ziemlich klasse.

    Also - wahrscheinlich ganz klassische Geschichte - mein Mann, unsere fast 5-jährige Tochter und ich wohnen zusammen in einem kleinen Dorf in dem Haus, in dem er seine Kindheit zusammen mit seiner Oma, an der er sehr hing, verlebt hat, die natürlich aber schon lange tot ist. Geblieben ist ein stark reparaturanfälliges, ein großes Haus, das uns eigentlich nur Probleme macht. Weil es zu groß ist für uns, ist es im oberen Stockwerk vermietet. Wir leben im Erdgeschoss.

    Die dörfliche Idylle entpuppt sich nach näherem Hinsehen im Grunde (vermutlich nicht für jedermann, aber auf jeden Fall für mich) als wahrer Horror: Hinter dem Haus verläuft über eine Brücke eine dröhnende Bundesstraße, über die die Schwerlasttransporter schon um 4 Uhr morgens in ohrenbetäubendem Brausen und Poltern brettern.

    Das Haus befindet sich in einer Wohnsiedlung, die darauf angelegt ist, wiederum mit dem Pkw durchzischen zu können - von Fußwegen keine Spur. Immerhin gibt es überall akkurat gemähte Rasenflächen. Bis auf unsere. Wir kommen mit der Gartenpflege der 2000 Quadratmeter großen Fläche, die man aber eigentlich gar nicht nutzen mag (die LKWs auf der Brücke...), kaum zu Rande, was uns auch belustigte Blicke von Passanten, die hin und wieder mit ihren Hunden Gassi gehen, einbringt.

    Egal, was ich tue, ich komme weder drinnen (da hatte es einen Wasserschaden gegeben, der wiederum für ein Schimmelproblem gesorgt hat - nun haben wir jedoch alles von Grund auf renoviert, wofür wir jedoch viele Tag- und Nachtschichten in finanzieller Hinsicht einlegen mussten) noch draußen hinterher. Zugleich habe ich für mich selbst überhaupt keine Zeit mehr. Für unsere Tochter gerade so.

    Nächstes Problem: Die nur 3 km entfernte Stadt zu unserem "Dorf" bietet miserable Betreuungsmöglichkeiten an (mit endlos langen Wartelisten und Preisen zum Haareausreißen). So kam es, dass wir unsere Tochter fast 5 Jahre lang zu Hause betreuen mussten, was zu dem ganzen Stress mit dem Haus natürlich Wahnsinn war. Ich habe jedoch zugesehen, sie möglichst in die echte, ruhige Natur unter Kinder zu bringen. Dennoch kam ich ins Grübeln, denn tagein tagaus in das im Wald gelegene Wildgehege zu gehen, immer die gleichen Wege (weil die anderen so stark befahren sind), ist auch nicht das Gelbe vom Ei. (Einziger Lichtblick: In der Nähe des Wildparks ist vor kurzem eine Schule mit alternativem Hintergrund gegründet worden, die diesen in ihr Konzept mit einbeziehen wird, und für die ich - nun gebrannt - unsere Tochter vorsorglich schon mal angemeldet habe...)

    Und jetzt, wo ich mit ihr endlich mal bei meinen Eltern in einem ganz anderen Teil von Deutschland bin, merke ich, wie mir das alles total gefehlt hat, selbst deren kleine Stadt, die jedoch ganz anders angelegt ist als unsere: Enge Gassen, unbefestigte Wege, Pferde zum Streicheln am Wegesrand, herumstreunende Katzen, freundliche Passanten, die immer ein liebes Wort auf den Lippen haben und nicht so ultraperfekt gestylt sind, Bauruinen mit Jugendstilelementen, eine wunderschöne Kirche auf einem geheimnisvollen Berg, tausend kleine Haine, Bäche, und ein Kindergarten, der sie sofort aufnehmen konnte (waren etwas länger hier, und ich wollte doch mal schauen, wie das hier so funktioniert mit den Kindergärten).

    Der Kindergarten gefällt ihr nicht so gut, aber ich habe den Eindruck, sie fühlt sich wohl hier. Ob wohler als bei uns, im Dorf, kann ich nicht beurteilen. Sie vermisst ihren Vater selbstverständlich, der sehr lieb ist und, wie ich finde, sich gut um sie kümmert.

    Mein Mann weiß natürlich von meinem Missbefinden an "seinem Ort", hängt jedoch mit jeder Faser seines Körpers daran, hat mir aber den Vorschlag gemacht, in 4 Jahren woanders hinzuziehen (in 4 Jahren erst aus finanziellen Gründen). Ich weiß aber genau, dass, wenn er von dort fortginge, er sich wohl schwer bis gar nicht davon erholen würde. Ihm ist die Landschaft dort, sein Haus, so etwas wie sein Lebenselixier, genauso, wie ich aufatme, wenn ich in meiner geliebten Gegend bin, mit den Mittelgebirgen, den Felsen, dem Kontinentalklima (ja, selbst das Klima am Ort meines Mannes vertrage ich nicht - gibt es so was? - habe immer pünktlich im Winter mit heftigem Muskel"reißen" zu kämpfen, wegen der starken Feuchtigkeit, die dort in der Luft liegt; außerdem sehr oft Kopfschmerzen wegen der schnellen Wetterwechsel, die ebenfalls viel gehäufter auftreten als hier) und der "gemütlichen Haltung" dem Leben gegenüber.

    Was mach' ich nun? Was wird wohl das Beste für unsere Tochter sein?
    Geändert von Beobachterin (15.12.2016 um 14:20 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Und das alles wußtest du nicht als du dort eingezogen bist?

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Als ich dort eingezogen bin, war in dem Haus alles kaputt (durch den Wasserschaden), und mein Mann am Boden; und vielleicht hatte ich mir eingebildet, alles wieder "schön machen" zu können (was uns ja auch mit der Renovierung teilweise gelungen ist), und mich schon daran zu gewöhnen. (Aber es funktioniert leider nicht.) Auch hatte er eine Äußerung fallen lassen, aus der ich schloss, dass er gerne das Haus renovieren würde, und dann gern von dort "den Absprung" schaffen würde, wie er sich immer ausdrückte. Aber da hatten wir uns wohl missverstanden... Mir war anfangs überhaupt nicht klar, wie verwurzelt er mit dieser Gegend ist, weil ich mir das - Asche auf mein Haupt - nicht vorstellen konnte.

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    beobachterin, kannst du bitte nachträglich ein paar deutliche absätze in deinen ersten beitrag einfügen? ist sehr anstrengend zu lesen.


  5. Inaktiver User

    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Die Bundesstrasse war auch schon da oder?

    Weißt du -. du lernst einen Mann kennen, der so an diesem Ort und dem Haus hängt und willigst ein dort einzuziehen und das trotz kaputtem Haus und lauter Strasse?

    Verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

    Von allein wird nie alles gut - wie du ja siehst

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Nach allem was du hier schreibst, ist das Haus aber noch das geringste Problem.
    Selbst wenn ihr daraus eine Luxusvilla gemacht hättet, wäre der "Rest" deines Umfelds immer noch suboptimal.
    Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.

    Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Zitat Zitat von Beobachterin Beitrag anzeigen
    Mir war anfangs überhaupt nicht klar, wie verwurzelt er mit dieser Gegend ist, weil ich mir das - Asche auf mein Haupt - nicht vorstellen konnte.
    Wie lange kanntet ihr euch, bevor ihr geheiratet habt?
    Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.

    Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weißt du -. du lernst einen Mann kennen, der so an diesem Ort und dem Haus hängt und willigst ein dort einzuziehen und das trotz kaputtem Haus und lauter Strasse?
    Das war mir leider am Anfang nicht klar, wie sehr er an alledem hängt. :-(

    Ein kaputtes Haus ist für mich normalerweise kein Thema, laute Straße schon eher.... Aber ich dachte eben, ich würde mich schon an den Lärm gewöhnen können.

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Zitat Zitat von phantomlake Beitrag anzeigen
    Wie lange kanntet ihr euch, bevor ihr geheiratet habt?
    Ca. 5 Jahre, jedoch nur aus E-Mail-Kontakten und Telefonaten. Dabei fand seine Liebe zu seinem Ort jedoch nie Erwähnung.

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Zitat Zitat von phantomlake Beitrag anzeigen
    Nach allem was du hier schreibst, ist das Haus aber noch das geringste Problem.
    Selbst wenn ihr daraus eine Luxusvilla gemacht hättet, wäre der "Rest" deines Umfelds immer noch suboptimal.
    Ja, das stimmt.

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