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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Ihr seid echt super hier!

    Tausend Dank an Dich, liebe Promethea, für die vielen, für mich sehr konstruktiven Gedanken, die Du Dir gemacht hast.

    Ich muss leider gerade ein bißchen was schaffen, deshalb kann ich jetzt nicht so auf Deinen Beitrag eingehen, wie ich es gern tun würde. Das wird aber nachgeholt!

  2. Inaktiver User

    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Wenn dein Mann genau wie du die Siedlung und die Bundesstraße nicht mag und er dort keine nennenswerten sozialen Kontakte hat: Kann es sein, dass er sich den Großeltern verpflichtet fühlt, das Haus für die Familie zu erhalten? Hat er vielleicht das Gefühl, ihr Erbe nicht respektvoll zu behandeln, wenn er das Haus verkaufen würde? Darüber würde ich mit ihm sprechen.

    Wenn es so wäre: Ich finde nicht, dass Verwandte quasi aus dem Grab heraus so ins Leben der Nachgeborenen einwirken sollten, wenn es zu solchen Beeinträchtigungen führt. Sich davon freizumachen, kann in jeder Hinsicht sehr befreiend sein.

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Leider war ich die letzten Tage überhaupt nicht zum Schreiben gekommen, da ich unvermutet viel Arbeit hatte; auch mit unserer Tochter im Kindertheater und unterwegs war...

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er zwar an dem Haus und seinen Erinnerungen hängt, aber dass er sich dort eigentlich ja auch gar nicht mehr wohlfühlt, denn in seiner Kindheit war dort einfach vieles anders und daran kann er heute nicht mehr anknüpfen.
    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er sogar dankbar ist, diesen Ort verlassen zu dürfen.

    [...]

    Dein Mann ist einfach aus dem Haus der Großmutter und der Gegend rausgewachsen.
    Promethea, Du hast einen echt guten Riecher; ich glaube, Deinen letzten Satz, mein Mann sei rausgewachsen aus dem Haus der Großmutter und der Gegend, hat er mir bereits einmal genau so gesagt. Und auch, dass alles ja im Grunde eine schöne Erinnerung sei, aber so richtig nichts mehr mit der Realität zu tun habe.

    Vielleicht kommt nun die Frage auf "Ja, warum wirft er dann dort nicht alles über den Haufen, und macht sich frei für Neues!?"
    Ich habe den Eindruck, dass er da sehr ambivalent ist, stark zwischen dem Einen und dem Anderen schwankt, und dass er vor allem keine Kraft für den Umzug zu haben meint.
    Dazu muss ich sagen, dass sich in unserem Haus sehr viele Dinge befinden, allein z.B. 6000 Bücher, und das alles ja erst mal sortiert oder aussortiert werden muss usw. Natürlich würde ich, wie auch schon während der Renovierung, mit anpacken. Da habe ich jedes einzelne Buch erst mal abgesaugt und war allein dafür ganze 2 Wochen zugange... Das Ganze dehnt sich übrigens auf Massen an Geschirr aus, Antiquitäten, Kleidung, was alles noch aus der Haushaltsauflösung seiner Eltern stammt (beide tot), und er zeitlich nie recht zum Aussortieren gekommen war (da damals noch zum Studium in einer ganz anderen Stadt).

    Aber vermutlich würden wir das hinbekommen.

    Da wir fast täglich telefonieren, habe ich ihm übrigens auch die Stadt Görlitz und das Umland schon schmackhaft gemacht, da er dort (fast) all das an Natur und Biodiversität hätte, was er an seinem jetzigen Ort auch hat... Und siehe da: Er schien gar nicht so abgeneigt. Nur fragte er wieder ängstlich: "Wie sollen wir das alles nur schaffen?" Und damit meinte er ganz klar die Umzugsvorbereitungen und die Hausabwicklung.

    Du schreibst noch, dass Du Dir vorstellen könntest, dass er sogar dankbar wäre, seinen Ort zu verlassen.
    Manchmal habe ich diesen Eindruck auch, da er am Anfang, als ich frisch zugezogen war, auch von "Wenn wir den Absprung von hier schaffen..." gesprochen hatte. Dann wieder jedoch habe ich Angst, dass er, einmal am neuen Ort angekommen, anfangen könnte zu wehklagen, in ein tiefes Loch zu fallen... - Tu' ich ihm ganz sicher auch kein Unrecht, ihn von dort fortzuführen?

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Hätte er denn gerne mehr soziale Kontakte ?
    Wie war das zu Schul- und Studienzeiten, hatte er damals Kontakte, oder tut er sich generell mit neuen Kontakten etwas schwer?
    Er kann eigentlich sehr gut auf Leute zugehen; ich meine, er ist von uns beiden sogar der extrovertiertere Part. Zu Schul- und Studienzeiten hatte er immer sehr viele Freunde; er war sogar mittendrin, als einst an seinem Studienort eine alternative Wohnsiedlung aus dem Boden gestampft wurde, hat das unterstützt, mit angepackt, hatte viel mit den Bewohnern zu tun... Er sagt jedoch, mittlerweile habe ihn die Kraft verlassen...
    Geändert von Beobachterin (20.12.2016 um 13:39 Uhr)

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn dein Mann genau wie du die Siedlung und die Bundesstraße nicht mag und er dort keine nennenswerten sozialen Kontakte hat: Kann es sein, dass er sich den Großeltern verpflichtet fühlt, das Haus für die Familie zu erhalten? Hat er vielleicht das Gefühl, ihr Erbe nicht respektvoll zu behandeln, wenn er das Haus verkaufen würde? Darüber würde ich mit ihm sprechen.
    Und das kommt auch noch dazu. Es ist fast, als würdest Du ihn kennen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn es so wäre: Ich finde nicht, dass Verwandte quasi aus dem Grab heraus so ins Leben der Nachgeborenen einwirken sollten, wenn es zu solchen Beeinträchtigungen führt. Sich davon freizumachen, kann in jeder Hinsicht sehr befreiend sein.
    Das hast Du sehr gut ausgedrückt, und das hatte mir am Freitag sehr zu denken gegeben...

    Tatsächlich habe ich das Gefühl, als würden viele Schatten seiner Vergangenheit permanent in unser Leben hineinfunken. Allein das Haus: Seine Mutter hatte es geplant, es ist nach ihrem Bilde.
    Geändert von Beobachterin (20.12.2016 um 13:21 Uhr)

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Tu' ich ihm ganz sicher auch kein Unrecht, ihn von dort fortzuführen?
    Der Mann ist erwachsen. Lass das mal seine Sorge sein für seine Wünsche einzustehen.
    Du musst ihm ja keine Pistole an den Kopf halten und den Umzug so vorantreiben

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Zitat Zitat von Beobachterin Beitrag anzeigen
    ... sehr viele Dinge ... z.B. 6000 Bücher ... Massen an Geschirr ... Antiquitäten ... Kleidung, was alles noch aus der Haushaltsauflösung seiner Eltern stammt ...
    Kann es sein, dass das alles "einfach nur da ist"? Kaum etwas davon gebraucht oder gar benutzt wird?

    Eine räumliche Veränderung kann ein großer Anreiz sein, sich zu trennen - nämlich von Ballast!
    Das kann sehr befreiend sein.

    Vielleicht schenkst Du ihm zu Weihnachten das eine oder andere Buch zum Thema?
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Falls das Ausmisten wirklich das Problem sein sollte - ich finde es hilfreich nicht auszumisten, sondern mitzunehmen. Also tatsächlich zu sagen: Wenn ich in der neuen Wohnung bin, was möchte ich dabei haben?
    Den Rest dann an einen gemeinnützigen Verein spenden.

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    AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.

    Hallo,

    ich konnte jetzt nicht jeden Beitrag im Detail lesen, dafür waren es zu viele.
    Insofern schreibe ich einfach mal meine Gedanken auf, auch wenn das Eine oder Andere sicherlich schon mal geäußert wurde.

    Was mir auffällt ist, dass Du den riesigen Berg an anstehenden Dingen siehst bei der Vorstellung, dass Ihr Euch verändert.
    Das lähmt! Sicherlich ist es ultra viel Aufwand - aber denk doch einfach an das Ergebnis und gehe Schritt für Schritt vor, wenn es soweit sein sollte.
    Ausmisten, dann Container bestellen für das, was nicht mehr gebraucht wird - fertig. Das befreit. Und das Schlimmste ist, erst einmal den Anfang zu machen. Dann läuft's in der Regel.
    (Bin in 7 Jahren 7 mal umgezogen, ich kenne das alles und kann versichern, dass wenige Tage nach dem Umzug nur noch Freude herrscht).
    Denk daran, wie viele Menschen umziehen, auch von einem Haus in ein anderes. Oft mit mehr als einem Kind. Sie schaffen es und Ihr würdet das auchschaffen.

    So, nun aber zur Situation:
    Also ich persönlich kenne beides: sowohl dass ich mich an ungünstige Umstände durchaus gewöhnt habe als auch das Gegenteil (dass die Wahrnehmung immer negativer wurde).
    Ich denke, dass da auch viel die Psyche mitspielt. Aber das spielt ja keine Rolle: Dir gefällt es nicht, Du leidest eigentlich sogar. Und ich glaube nicht, dass sie daran etwas ändert. Also muss eine Lösung her.

    Dein Mann hingegen hängt am Haus. Ich als "Zugvogel" kann das natürlich nicht persönlich nachvollziehen, aber ein bisschen vorstellen kann ich mir es schon. Nur kann es nicht angehen, dass es ihm quasi auf Deine Kosten gut geht.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es einen gemeinsamen Wohlfühlort geben könnte. Ihr müsst ihn nur noch finden!
    Vielleicht nur 5km weiter oder ganz woanders.
    Sieh den Vorteil, dass Ihr so wunderbar unabhängig seid! Daraus lässt sich Einiges machen. Ihr solltet wirklich das Positive sehen.

    Du solltest wirklich mit Deinem Mann ein oder mehrere Gespräche führen mit dem Ziel, dass nichts vertagt, sondern eine Lösung gefunden oder zumindest eine Entscheidung getroffen wird. Alleine das Wissen, dass Ihr Euch auf die Suche nach einem neuen Ort macht, wird Dich sicherlich entspannen.

    Noch eine kleine Begebenheit aus meinem Leben: Mein Mann wollte auch aus seiner Wohnung nicht raus. Sie war total schön, top Lage, nette Nachbarn. Er wohnte dort schon Jahre, auch schon mit meiner "Vorgängerin". Aber ICH fand sie zu klein für uns beide. Ich habe des dennoch probiert und bin mit eingezogen, aber schon nach kurzer Zeit bin ich fast verrückt geworden.
    Ich hätte nie (!!!) gedacht, dass er da raus geht - und wenn, dann würde er ggf. nur innerhalb des Viertels umziehen, um die gute Lage nicht aufzugeben.
    Nun - ich hatte mich getäuscht. Er hat mich verstanden und wir haben uns ein Haus gesucht. Er wäre auch ganz woanders hingezogen, wenn wir in der Nähe nichts gefunden hätten.
    Mittlerweile wohnen wir ein paar Monate in dem Haus und er sagte erst kürzlich, dass er die Wohnung und die Lage noch nicht eine Sekunde vermisst hat.
    Etwas Neues kann eine Chance sein und so viel Positives bringen.

    VG
    T.
    Von meinem iPhone gesendet

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