Da schreibst Du was.
Lustigerweise war ich gestern ebenfalls auf die Stadt, die ich noch überhaupt nicht kenne (aber in der eines meiner Lieblings-DEFA-Märchen gedreht wurde), gekommen. Natürlich schweife ich längst auch alle Orte um Dresden herum ab, wo ich nun das mit den überfüllten Kindergärten und Schulen gelesen habe. Sogar in Tschechien, Prag und Pilsen habe ich schon versucht, an sämtliche Informationen zu gelangen, und nach Wohnungen Ausschau zu halten (aber Prag war unerwartet teuer). Und Deutschland wäre dann vielleicht doch einfacher...
Görlitz ist Dresden und Prag meinem Empfinden nach sehr ähnlich, und deshalb hatte ich mich eigentlich auf den ersten Blick in diese Stadt verliebt (von den Bildern her). :-)
Die Kindergärten- und Schulangebote sind top (ja, eine neu gegründete Waldorfschule, die in einem alten Güterbahnhof untergebracht werden soll; ein Waldkindergarten, in dem sie ewig weit durch Wälder und über Felder wandern in wunderschöner Landschaft; ein Waldorfkindergarten mit tollem Interieur). Dann habe ich nach Wohnungen gesucht. Ich hatte etwas von ca. 6000 leerstehenden Wohnungen gelesen. Sämtliche Immobilienportale abgeklappert. Doch wo sind die Wohnungen alle hin!? Ich fand lediglich ein paar wenige zum Verkauf...
Vom "Probewohnen" hatte ich auch gelesen. Wenn ich richtig gelesen habe, war diese Möglichkeit im Mai (?) diesen Jahres jedoch ausgelaufen. Vielleicht wird's ja noch eine Neuauflage geben... Wobei mir ein Besuch in einer Stadt reicht, um zu wissen, ob ich da bleiben kann oder nicht.
Für Görlitz würde mein Herz auf jeden Fall schlagen, aber wie erwähnt - ich finde da derzeit keine passende Auswahl an Wohnungen. (?) (Vielleicht mache ich etwas falsch?)
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15.12.2016, 18:49
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Geändert von Beobachterin (15.12.2016 um 18:59 Uhr)
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15.12.2016, 18:53Inaktiver User
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Wenn dich Görlitz wirklich interessiert, dann schau nicht auf Immobilienportalen, sondern ruf direkt in der Stadtverwaltung an.
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15.12.2016, 19:01
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
DANKE!! Ich glaube, ich stelle mich echt an (habe jedoch noch nie eine Wohnung gekauft... !).
Vielleicht könnte man in Görlitz zur Not auch kellnern. (?) Und für Startups bietet die Stadt offenbar auch sehr günstige Konditionen an. Ideen hätte ich da mehr als für unsere jetzige Stadt, denn Görlitz hat zumindest Touristen, unsere Stadt eher weniger.
Das mit dem Ost-West-Konflikt, den Du ansprichst, finde ich übrigens interessant. Ich gehöre der jüngeren "Ost-Generation" an; eigentlich hielt ich diese vielbeschworenen Unterschiede mal für Unsinn, habe mir aber, seitdem ich das Problem mit dieser "Heimat" habe, die keine werden will, darüber nun ebenfalls Gedanken gemacht. Mein Mann hatte kurioserweise früher beruflich viel mit meiner "Ost-Heimat" zu tun. Und ich hatte schon immer auch viele "westdeutsche" Freunde und Freundinnen. Der Umgang war eigentlich völlig unkompliziert. Große Unterschiede unter den jüngeren Generationen konnte ich nicht erkennen. Aber vielleicht ja doch... ?
Na ja, im Grunde darf ich vor meiner eigenen Haustür kehren, denn so richtig mag ich meinen Wohnort ja auch nicht (mehr) verlassen, auch, wenn er sich auf ein viel größeres Gebiet erstreckt (Geburtsort in Sachsen-Anhalt, Hingezogenfühlen zu Sachsen).
Dass man zusammen nicht einfach glücklich sein kann, hätte ich früher übrigens nie für möglich gehalten, aber scheinbar gibt es das, dass - so lächerlich es klingt - Landschaften, Mentalitäten zwischen den beiden "Fronten" stehen können.
Und ja, um eine gute Frage, die hier noch gestellt worden war, zu beantworten: Ich könnte mir auch vorstellen, eine Wochenendehe zu führen. Mein Mann und ich stehen trotzdem immer in schriftlichem und telefonischem Kontakt. (So wie derzeit auch, wo wir, unsere Tochter und ich, wegen der Renovierung unseres Hauses, die nun abgeschlossen ist, eine Zeit lang bei meinen Eltern verbracht haben.)
Die Vorstellung, dann mehr oder weniger "alleinerziehend" zu sein, schreckt mich tatsächlich nicht. Denn nie habe ich es so leicht gehabt wie hier, wo ich einen Betreuungsplatz im Kindergarten habe. Unsere Tochter ist so auch viel ausgeglichener, hängt nicht so viel im Haus ab (obwohl wir einen riesigen Garten haben, ist sie oft nur drinnen...).Geändert von Beobachterin (15.12.2016 um 19:31 Uhr)
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15.12.2016, 19:30Inaktiver User
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Was ich bisher nicht erkenne ist, ob und wie deutlich Du mit Deinem Mann darüber gesprochen hast?
Weiß er, WIE sehr Du unter all dem leidest?
Ist ihm das Ausmaß klar?
Den Text, den Du geschrieben hast- kennt den Inhalt Dein Mann?
Ich kann das gerade kaum glauben, denn der Rückschluss zu all dem wäre, dass Dein Mann eher Dich und die Ehe aufgeben würde als diese Heimat.
Ist das so?
Du sprichst von der Sorge, dass Du ihm das nicht "antun" möchtest- mit dem Kind gehen wäre dann besser?
Nur DU entscheidest und denkst für ihn mit? wieso?
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15.12.2016, 19:33
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Interessanter Gedanke, da müsste niemand auf die geliebte Umgebung verzichten. Dafür aber auf ein warmes Bett und unkomplizierte gemeinsame Abendessen. Und einer von euch 5 Tage die Woche auf sein Kind. Kann dein Mann sich das auch vorstellen? Hast du schonmal eine Fernbeziehung geführt?Und ja, um eine Frage hier noch zu beantworten, die gestellt worden war, ich könnte mir auch vorstellen, eine Wochenendehe zu führen. Mein Mann und ich stehen trotzdem immer in schriftlichem und telefonischem Kontakt.
Jetzt habe ich gerade mal nach Wohnungen in Görlitz gegoogelt und bin ein bisschen neidisch. Die Wohnungen in meiner Ecke (die ich leider auch nicht verlassen will) kosten 3-4x so viel...
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15.12.2016, 19:50
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Ob meinem Mann tatsächlich das Ausmaß meines Leidens an dem ungeliebten Ort bewusst ist, das kann ich tatsächlich nicht hundertprozentig bejahen; wie so oft, versuche ich mich auch "zusammenzureißen". Zähne zusammen und durch, sozusagen. Gestern Nacht, es hört sich vielleicht albern an, habe ich mich erst mal in den Schlaf geheult mit der Aussicht, in wenigen Tagen wieder zurückzumüssen. So was teile ich nicht mit ihm, weil es mir peinlich ist. Über die Thematik geredet haben wir jedoch schon oft.
Ich weiß nicht, ob er vielleicht denken könnte, es wäre eine vorübergehende Laune von mir. Aber da geht ja nichts vorüber...
Ich kann mir auch vorstellen, dass er sich von dem Gedanken, nun noch ein Haus abwickeln zu müssen (nach dem ganzen Stress mit der Renovierung und der vielen Arbeit), überfordert fühlt, so, wie er sich eigentlich ebenfalls mit unserem Haus, der Mieterin, der Dokumentation, dem Saubermachen, dem Garten etc. überfordert fühlt. Eigentlich tut es ihm nicht gut. Aber doch möchte er am liebsten in seinem Häuschen am Sumpf (hinter der Brücke beginnt ein Sumpfgebiet) bleiben.
Letzten Endes würde er schweren Herzens wohl aber doch eher uns, unserer Tochter und mir, den Vorzug geben, sagt mir mein Gefühl. Sagte ich ihm heute, ich wollte in den nächsten Monaten mit allen beiden fort, dann würde er wohl schweren Herzens einwilligen.
Ob es besser wäre, mit unserer Tochter (allein) zu gehen, das weiß ich nicht, sie hat ihn gern, er hat sie gern, sie vermisst ihn auch und er sie, aber ich habe nicht das Gefühl, dass zumindest sie ernsthaft darunter leidet. Sie hat hier genug anderes, das ihre ganze Aufmerksamkeit fesselt. Und wenn wir darüber reden, versteht sie auch schnell und gibt sich schnell zufrieden. Und es wäre ja, im Falle seines Dortbleibens, auch nicht so, dass wir uns niemals mehr zu Gesicht bekämen alle drei. Er hat schon gesagt, er käme dann zum "Urlaubmachen" zu uns, und andersherum.
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15.12.2016, 20:00
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
So isses an vielen Ecken hier. :-D Aber dafür gibt's in der Tat leider nicht so viele und gut bezahlte Arbeitsplätze...
Ich selbst habe schon mal eine Fernbeziehung geführt, ja, aber da war ich noch ganz jung, und die Beziehung steckte in der Anfangsphase, wo man sich eh ständig umeinander haben mag - was dazu geführt hat, dass wir dann nach einem Jahr auch zusammengezogen sind.
Das, was Du ansprichst, die gemeinsamen Abendessen und all das, ich glaube, das würde ihm tatsächlich fehlen. Mir auch, aber irgendwie ist der Wunsch nach dem anderen Ort stärker. Es ist wie in einem schlechten Dreiecksverhältnis, nur dass der Dritte im Bunde der andere Ort ist. (Ich versteh's selbst noch nicht so ganz genau.)
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15.12.2016, 20:14Inaktiver User
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Du schämst Dich also vor ihm?
Warum?
Und was fehlt Dir, wenn in einer Beziehung so wenig Vertrauen vorhanden ist?
Was nützt Dir Dein ganzes Vermuten? Bring doch Realität hinein, damit es einmal deutlich und klar wird!
Wen willst Du damit tatsächlich schützen? und warum?
Du unterschätzt die Wichtigkeit, die Eltern für ihre Kinder haben- aber absolut!
Möglich, dass sich Deine Tochter auch an Dir orientiert......Mann- Papa und Frau- Mama gehen getrennte Wege (innerlich mal ganz sicher) und das spürt ein Kind. Wird auch was mit dem Kind machen.
Dennoch wird ein Vater aus diesem Kinderleben ganz sicher nicht ohne Spuren dieses verlassen!
ist Dir klar, dass es dann irgendwann um Sorgerecht geht und er die Kleine dann jedes zweite Wochenende haben kann- die Ferien und das womöglich auch leben wollen wird?
ich weiß nicht- auf mich klingen Deine Worte so seltsam distanziert- als wärst Du gar nicht richtig drin im Geschehen....
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15.12.2016, 20:41
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Ich bin generell ein Mensch, der sich schnell vor Anderen schämt, besonders wenn es um Heulausbrüche geht, das mache ich meistens still in mich hinein, auch, wenn's anders vielleicht besser wär'. Ich glaube, das hat in meinem Fall nichts mit Vertrauen zu tun, als vielmehr einer schlechten Persönlichkeitseigenschaft. Wenn ich's aber absolut nicht mehr aushalte, dann geh' ich schon auf jemanden zu, auch auf ihn.
Eine andere Person als die hier genannten will ich nicht schützen, ich will mir vor allem erst mal klar darüber werden, ob das, was ich vielleicht tun will, auch wirklich richtig ist (also ob viel mehr dafür spricht, als dagegen). Dann werde ich ihm das auch klar zu verstehen geben.
Gerade innerlich gehen wir, meine ich, keine getrennten Wege. Dass das Aufwachsen ohne den anderen Elternteil (und hier wäre es ja noch nicht mal so richtig ohne) schlimme Folgen für ein Kind haben kann, wird immer so erzählt, aber ist das auch wirklich so? Dann müssten bei allen Scheidungskindern, bei allen Kindern, die ohne Mutter oder Vater aufwachsen mussten, psychisch lädierte Krüppel rausgekommen sein...
Wir haben nicht vor, uns scheiden zu lassen; sollte es wider Erwarten aber dennoch dazu kommen, dann kann er unsere Tochter selbstverständlich so oft bei sich haben, wie er sie sehen möchte.
Wie meinst Du das? Ich bin aber drin im Geschehen, sonst hätte ich doch hier keinen Thread dazu eröffnet?Geändert von Beobachterin (15.12.2016 um 20:51 Uhr)
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15.12.2016, 20:47
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Was ist, wenn er sagt, "Du kannst gerne gehen, aber unsere Tochter bleibt hier."
Er ist als Freiberufler flexibel, wenn er kämpft kann es durchaus sein, dass er das Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht für eure Tochter bekommt.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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